Hallo zusammen,
ich würde gerne wissen, wie Ihr das mit Besuchen bei Euren Eltern und Schwiegereltern macht. Wie oft seht Ihr Euch? Was wäre für Euch zu viel (auch auf den Partner bezogen)?
Kurz zu meiner Situation: mein Freund und ich (35 und 30) wohnen jeweils ca. 500 km von unseren Eltern entfernt. Ich sehe meine Eltern 3-4 Mal im Jahr, wobei es sich in etwa wie die Waage hält, wer wen besucht. Ich telefoniere mit meiner Mama etwa 1 Mal pro Woche, mein Papa lässt sich immer "berichten", was aber völlig ok ist. Mein Freund sieht seine Eltern ca. 10 Mal im Jahr, wobei meist er zu Besuch kommt, was ich bei der Distanz eigenltich ganz schön oft finde. Telefoniert wird 2-3 Mal in der Woche. Bei den (wenigen) Besuchen meinerseits bei meinen Eltern ist mein Freund immer dabei. Umgekehrt nicht immer. Das wäre mir einfach zu oft und auch zu teuer (wir fahren mit dem Zug). Außerdem hätte ich ein echt schlechtes Gefühl dabei, wenn ich meine Schwiegereltern deutlich öfter sehen würde, als meine Eltern.
Bei normalen Besuchen über´s Wochenende ist mein Nicht-Mitkommen auch kein Problem. Schwieriger wird es aber bei großen Treffen, die mit der Familie meines Freundes 1-2 Mal im Jahr statt finden (kann z.B. ein gemeinsamer Kurzurlaub oder ein Familienfest sein). Mir machen solche Familienzusammenkünfte einfach keinen Spaß. Das würde mir mit meiner Familie aber auch so gehen, ich bin einfach kein großer Familienmensch. Die Frage ist nur, "darf" ich mich bei solchen Veranstaltungen ausklinken? Mir ist klar, dass das wahrscheinlich ein komisches Licht auf mich werfen würde und mich mein Freund sehr gerne mit dabei hätte. Aber diese Tage sind wie eine Qual für mich. Ich kann nicht mal sagen, woran es liegt, da die einzelnen Menschen alle sehr nett sind. Was würdet Ihr sagen, kann man sich da "rausreden", wenn ja, gibt es gute Gründe oder sollte man einfach sagen, dass man keine Lust darauf hat. Das würde allerdings eine Kränkung mehrer Personen bedeuten. Oder ist es einfach so, dass man da durch muss? Sozusagen als familiäre Verpflichtung?
Gibt es eine Mitleserin, der es ähnlich geht? Wie macht Ihr das mit dem Besuchen oder auch Nicht-Besuchen?
Ich freue mich auf viele Rückmeldungen!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 34
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08.06.2011, 10:08
Besuche und Treffen mit den Eltern
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08.06.2011, 11:12Inaktiver User
AW: Besuche und Treffen mit den Eltern
Mein Mann ist auch so ein Familienmensch, der trotz relativ großer Distanz ganz engen Kontakt hält.
Am Anfang gab es deswegen ziemlich heftige Konflikte. Er wollte, dass ich mich in seine Familie integriere, wenn ich mal bei einem längeren Besuch einen Abend nicht am vorgesehen „Programm“ teilnehmen wollte gab es schon Knatsch.
Aber letztendlich kann man ein harmonisches Miteinander nicht erzwingen. Ich finde die Familie meines Mannes (überwiegend) sehr nett. Aber mich strengen Interaktionen mit vielen Menschen eh tendenziell an, und wenn sich dann die Interaktion überwiegend auf Small Talk und Geschichten über die Nachbarn im Dorf beschränkt kommt recht schnell der Punkt, wo ich das Bedürfnis habe, mich zurück zu ziehen.
Da seine Familie weiter weg wohnt sind die Besuche ja auch immer entsprechen ausgedehnt, was es deutlich anstrengender macht.
Inzwischen haben wir mehr oder weniger einen Kompromiss gefunden. Ich komme mehrmals im Jahr mit zu seiner Familie. Aber ich ziehe mich dann während des Besuchs auch mal mit einem Buch auf mein Zimmer zurück, wenn es mir zu viel wird.
Und er fährt auch öfter mal alleine. Wobei ich gegenüber seiner Familie nicht sagen würde, dass ich keine Lust habe, das würde schon etwas verletzend wirken.
Aber was spricht dagegen, dass du halt am entsprechenden Zeitpunkt etwas anderes vor hast? Ausgefeilte Ausreden zu erfinden kann natürlich schwierig sein, da verstrickt man sich leicht. Ich sage einfach etwas wie: ich treffe mich an dem Wochenende mit meiner besten Freundin, die wenig Zeit hat und die ich lange nicht mehr gesehen habe. Oder: ich muss leider Freitag lange arbeiten, einen Tag frei nehmen ist gerade ganz schwierig…Muss ja beides nicht mal gelogen sein.
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08.06.2011, 11:16
AW: Besuche und Treffen mit den Eltern
Rotwein,
ich würde das zuerst mit meinem Freund besprechen. Wie wichtig ist es ihm, dass Du an den Familientreffen teilnimmst?
Wenn es ihm egal sein sollte, kannst Du Dich ausklinken. Wenn es ihm wichtig ist, dann kannste nicht.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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08.06.2011, 11:20
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08.06.2011, 11:50
AW: Besuche und Treffen mit den Eltern
Vielen Dank für Eure schnellen Antworten!
@ Poldine: Stimmt, zu sagen, dass ich auf diese Familientreffen keine Lust habe, wäre ziemlich verletzend. Auf diese Ehrlichkeit möchte ich auch nicht zurückgreifen müssen. Die Konflikte, die es bei Euch zu Beginn gab, gibt es bei uns auch. Dass ich mal bei einem Besuchsabend nicht am gemeinsamen Programm teilnehme, ist unvorstellbar. Mein Freund meint sogar, er müsste mich zum Familienmenschen "erziehen". Das führt so weit, dass er mir vorschlägt, ich solle doch mal wieder meine Eltern anrufen, sie besuchen, ihnen dies oder jenes erzählen. Das funktioniert aber nicht, da ich ein ganz anderes Nähebedürfnis habe. Meine Eltern sind meine Eltern, aber sie sind nicht der Mittelpunkt meines Lebens, nicht mal ansatzweise. Ich weiß im Moment noch nicht, wie wir da auf einen Nenner kommen können.
Besonders nervt mich aber auch die Einstellung der Eltern meines Freundes, dass man jeden Geburtstag zusammen feiern muss. So erwartet die Mutter meines Freundes, dass er an ihrem Geburtstag (nicht rund und an einem Montag) natürlich dabei ist. Das bedeutet für ihn eine Fahrt von 500 km einfach + 1 Urlaubstag zu nehmen. Und auch sonst muss jeder Geburtstag zumindest am jeweiligen Wochenende danach zusammen nachgefeiert werden. Für mich ist das völlig übertrieben. Dass man runde Geburtstage feiert, ok. Oder wenn es mit einem Besuch sowieso gerade passt, auch ok. Aber jedesmal im Familienkreis zu feiern, wenn doch die Entfernung so groß ist?? Wie seht Ihr das?
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08.06.2011, 11:52Inaktiver User
AW: Besuche und Treffen mit den Eltern
es ist seine mutter. sie hat eine bestimmte einstellung.
du hast eine andere. wenn er hinfährt-------------ist das seine sache.
die frage an dich war: wie sieht dein freund deine "verpflichtung" da mitzufahren oder nicht?
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08.06.2011, 11:54
AW: Besuche und Treffen mit den Eltern
Deinem Freund ist das aber wichtig. Wie wir das mit unseren Verwandten halten ist dagegen absolut unwichtig. Einen Familienmenschen davon überzeugen, dass Familientreffen nicht wichtig sind, weil eine Mehrheit in der Brigitte das geschrieben hat, funktioniert nicht.
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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08.06.2011, 12:48Inaktiver User
AW: Besuche und Treffen mit den Eltern
Das sehe ich anders. Natürlich muss man versuchen, in einer Beziehung irgendwie auf einen Nenner zu kommen, einen Kompromiss zu finden.
Aber genausowenig, wie Rotweins Freund plötzlich zum Nicht-Familienmenschen wwerden wird, wird sie durch Zwang zum Familienmenschen.
Und wer hat etwas davon, wenn sie sich gegen ihren Willen zu den Familientreffen schleppt?
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08.06.2011, 13:10
AW: Besuche und Treffen mit den Eltern
@ Opelius: Natürlich ist es für mich nicht wichtig, wie "Ihr" das mit Euren Verwandten macht, aber trotzdem wollte ich gerne wissen, wie es in anderen Beziehungen so läuft. Einfach ein Erfahrungsaustausch. Dazu gibt es so ein Forum, oder??
@ brighid: Meinem Freund wäre es schon wichtig, dass ich mitkomme. Vor allem auch, weil er in "Erklärungsnot" käme, wenn ich bei Familientreffen nicht auftauchen würde.
Man kann sich nicht gegenseitig umerziehen. Ich möchte auch nicht, dass mein Freund beispielsweise wegen mir den Kontakt zu seinen Eltern einschränkt. Genauso wenig werde ich kein Fan von Familienfesten, nur weil ich weiß, dass das meinem Freund gut gefallen würde.
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08.06.2011, 13:13Inaktiver User
AW: Besuche und Treffen mit den Eltern
einfache mathemathik:
für dich sind 4 im jahr ok, für ihn sind 10 mal im jahr ok.
7--------------wäre demnach die mitte. er gibt ein bisschen ab und du ein bisschen zu.


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