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  1. Inaktiver User

    Kinder zwischen den Elternteilen

    Mich überkommt immer wieder eine große Traurigkeit, wenn ich bemerke, wie meine zwei erwachsenen Töchter (beide um die dreißig) um ihre getrennten Elternteile herumlavieren und ihre großen Anstrengungen, um Illoyalitäten und Ungerechtigkeiten in irgendeine Richtung zu vermeiden. Und eine ganz große Traurigkeit, wenn ich an meine Jüngste (knapp volljährig) denke, die ich im Moment verloren habe.

    Die Trennung von meinem Mann war, nach 33 Jahren Beziehung, natürlich ein schwieriger Prozess. Und dabei wurden Fehler gemacht, von mir und von ihm. Ich versuche gerecht zu bleiben, sowohl mit mir als auch mit ihm, letztlich kann man solche Trennungen nicht so oft im Leben üben. Eine Trennungsbegleitung wurde von meinem Mann damals abgelehnt, das tut mir immer noch leid, dass ich das nicht durchsetzen konnte.

    Mein ganz großes Problem ist die Unversöhnlichkeit meines Mannes, dies ist leider ein sich immer mehr verstärkender Charakterzug von ihm, der mit ein Grund für die Trennung war. Er kann Menschen lieben oder hassen, dazwischen gibt es nichts. Und geliebt werde ich nicht mehr. Er hat das auch unseren Kindern gegenüber sehr offen ausgetragen, dass die Trennung und/oder der Verlauf der Trennung für ihn unverzeihlich ist.

    Für die beiden Großen war das nicht einfach, aber sie haben keine Partei ergriffen. Die eine stand als Gesprächspartnerin für ihn zur Verfügung, die andere hat sich verweigert, sobald das Thema „fiese Ex-Frau und Mutter“ angesprochen wurde. Die Jüngste hat seinem Druck nachgegeben und den Kontakt zu mir nach einer Weile abgebrochen. Ich wollte meine Tochter nie zu einer Entscheidung zwischen Vater und Mutter zwingen und habe nicht um sie gekämpft. Dadurch habe ich sie irgendwann verloren. Ich denke aber, dass der Kontakt wiederkommt, wenn sie selbstständig wohnt, auch wenn das eine schwierige Geschichte wird, das alles aufzuarbeiten. Ich bin sehr froh, dass die älteren Schwestern da vieles auffangen und mich ein Stück weit vertreten konnten. Sie war nicht alleingelassen mit ihrem Vater. Wobei mein Ex-Mann ein absolut aufopferungsvoller, engagierter Vater ist, da kann man ihm nichts vorwerfen. Nur, was sein Verhalten für die Kinder bedeutet, das hat er wohl nicht überblickt oder überblicken wollen, er konnte vielleicht auch einfach nicht anders. Er fühlt sich durch jeden Kontakt der Kinder zu mir verletzt, aber das ist etwas, woran ich nichts ändern kann.

    Ich habe jetzt nach mehr als zwei Jahren absoluter Funkstille den Scheidungsantrag eingereicht. Meine älteste Tochter hat mir schon gesagt, dass bei meinem Ex-Mann da jetzt die Emotionen wieder verstärkt hochkommen, also das wird jetzt nochmal schwierig für die Kinder. Reden kann ich mit meinem Mann überhaupt nicht, er verkehrt nur auf schriftlichem Weg mit mir.

    Ich bin selbst ein Scheidungskind und auch da gab es Verletzungen, die über mich als Kind und auch noch als Erwachene ausgetragen wurden. Ich möchte von meiner Seite absolut nicht dazu beitragen, dass so etwas passiert.

    Wie kommt man damit klar, wenn man auch als Eltern nur noch völlig getrennte Wege gehen muss? Bleibt mir eine andere Möglichkeit als mich zurückzuhalten, um irgendwelches Zerren zu vermeiden?

  2. Inaktiver User

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Lea, ich weiß, dass Du das nicht hören willst - aber hast Du denn überblickt oder überblicken wollen, was DEIN Verhalten für die Kinder bedeutet?

    Du hast Deinen Mann aus einer - wie Du selbst schreibst - normal-guten Ehe verlassen.

    Und wunderst Dich, dass das Verletzungen gegeben hat, dass es da Altlasten gibt, dass da vieles schwierig ist ...

    Alle paar Wochen machst Du hier einen Thread zu einem anderen Folgeproblem auf, weil das alles keine Rutschbahn ist - aber das hast Du doch vorher gewusst und selbst verursacht.

    Wer bitte hat hier nicht überblickt oder nicht überblicken wollen

    keine Sorge - bin jetzt wieder weg.

  3. Inaktiver User

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie kommt man damit klar, wenn man auch als Eltern nur noch völlig getrennte Wege gehen muss? Bleibt mir eine andere Möglichkeit als mich zurückzuhalten, um irgendwelches Zerren zu vermeiden?
    ich habe meinen töchtern einen brief geschrieben indem ich ihnen sehr klar und deutlich gesagt habe, dass ich mich von xxx (vorname des kindsvaters) getrennt habe, nicht von ihnen.

    ich sehe für mich keine andere möglichkeit eben weil ich nicht an ihnen zerren will und kann.

  4. Inaktiver User

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ....Wer bitte hat hier nicht überblickt oder nicht überblicken wollen ....
    Sehr hilfreich, dieser Beitrag !

    Mal eben schnell die "selbst-schuld"- bzw. "geschieht-dir-recht"-Keule ausgepackt, super !

    Gruß, Elli
    Geändert von Inaktiver User (26.05.2011 um 16:38 Uhr) Grund: Ergänzung

  5. Inaktiver User

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Lea, ich weiß, dass Du das nicht hören willst - aber hast Du denn überblickt oder überblicken wollen, was DEIN Verhalten für die Kinder bedeutet?

    Du hast Deinen Mann aus einer - wie Du selbst schreibst - normal-guten Ehe verlassen.

    Und wunderst Dich, dass das Verletzungen gegeben hat, dass es da Altlasten gibt, dass da vieles schwierig ist ...

    Alle paar Wochen machst Du hier einen Thread zu einem anderen Folgeproblem auf, weil das alles keine Rutschbahn ist - aber das hast Du doch vorher gewusst und selbst verursacht.

    Wer bitte hat hier nicht überblickt oder nicht überblicken wollen

    keine Sorge - bin jetzt wieder weg.
    Ich habe keine Sorge über die Beiträge.

    Ich halte es für normal, dass der Übergang von einer Lebensphase in eine andere nicht reibungslos abläuft und es eine Weile dauert, bis man sich wieder sortiert hat und angekommen ist. Zu den verschiedenen Aspekten suche ich Gedankenaustausch mit Menschen, die ähnliches erlebt haben/erleben. Dazu sind solchen Foren gedacht.

    Zu Beziehung/Liebe/Ehe haben wir grundsätzlich unterschiedliche Ansichten, da wird eine Diskussion sinnlos sein.

  6. Inaktiver User

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Lea,

    gib deinen Kindern Zeit.

    Die Idee von brighid finde ich gut mit dem Brief.

    Signalisiere Offenheit, immer wieder.

    Sobald Kinder eigene Trennungserfahrungen mit einer Partnerschaft gemacht haben, relativiert sich oft vieles.....

    Nur damit es die Kinder "gut" haben, wäre ich auch nicht in einer unbefriedigenden Ehe geblieben. Die Kinder führen ihr eigenes Leben und fragen nicht, ob es Mutter und Vater gut geht.

    Gruß, Elli

  7. Inaktiver User

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Dass die Trennung der Eltern nichts mit ihnen als Kindern zu tun hat, wissen alle drei. Der jüngsten Tochter schreibe ich regelmäßig, um sie wissen zu lassen, ich bin da, meine Gedanken sind bei ihr.

    Aber gerade kommt es wieder hoch, dass man das Getrenntsein einfach nicht einvernehmlich hinbekommt, eben um der Kinder willen. Aber ich weiß, dass ich das hinnehmen muss, ich habe weder Einfluss noch Verantwortung, was meinen Ex-Mann angeht. Aber die Traurigkeit und auch die Wut darüber, die ist zulässig. Und manchmal muss sie raus. Dass ist dann immer etwas schwierig, wo man sich da ausheulen kann.

    Ich finde die anonymen Foren dafür keine schlechte Stelle. Ich könnte es auch nur in meinem Tagebuch lassen, aber da bekomme ich keine Gedankenanstöße, da schmort es lediglich im eigenen Saft.

  8. Inaktiver User

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Es gibt eine Elternebene und es gibt eine Paarebene.

    Wenn es auf der Paarebene nicht (mehr) klappt, dann bleiben Streit und Verletzungen in den meisten Fällen nicht aus. Hat mit der Elternebene nur insoweit zu tun, dass Kinder bisweilen instrumentalisiert werden: ein Elternteil erwartet, dass die Kinder Partei ergreifen. Und zwar eindeutig für ihn, den Verlassenen oder den Betrogenen !

    Eltern bleiben trotzdem beide. Für Kinder (auch und gerade für erwachsene) ist es nunmal am bequemsten, die Eltern an einem Ort zu haben, keine zwei Anlaufstellen ansteuern zu müssen. Aber wie oft kommt das vor bei erwachsenen Kindern ? Mein Partner sieht seine erwachsenen Kinder wenn es hochkommt drei Mal im Jahr. Zur Mutter gehen sie eher noch seltener, weil die nur noch im "Doppelpack" mit ihrem neuen Partner zu haben ist......

    Jedenfalls beherrschen sie es perfekt, die Eltern gegeneinander auszuspielen. Mein Partner hat dem inzwischen einen Riegel vorgeschoben. Ich wollte nur sagen: es gibt nicht nur Grund zum Mitleid mit den Kindern.

    Kinder führen ihr eigenes Leben. Auch ich als Mutter darf ein befriedigendes Leben führen. Und muss mich nicht in einer Ehe kasteien für wenige Male im Jahr, in denen ich die Kinder sehe.

    Gruß, Elli

  9. Inaktiver User

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es gibt eine Elternebene und es gibt eine Paarebene.
    und wer schreibt wem vor, dass jemand das problemlos und sauber trennen muss bzw. trennen können muss? Menschen sind doch keine Maschinen.

    die Verletzungen aus der Paarebene haben immer Einfluss auf die Elternebene.
    Und es wird eine Familie zerstört - darauf reagieren die Kinder, ggf. eben mit Ablehnung des Verlassenden - dazu braucht es gar keinen Einfluss des verlassenen Elternteiles.

  10. User Info Menu

    AW: Kinder zwischen den Elternteilen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    und wer schreibt wem vor, dass jemand das problemlos und sauber trennen muss bzw. trennen können muss? Menschen sind doch keine Maschinen.

    die Verletzungen aus der Paarebene haben immer Einfluss auf die Elternebene.
    Und es wird eine Familie zerstört - darauf reagieren die Kinder, ggf. eben mit Ablehnung des Verlassenden - dazu braucht es gar keinen Einfluss des verlassenen Elternteiles.
    Warum wird denn immer auf den "Verlassenden" herumgehackt, mein Gott noch mal?
    Es gab ja Gründe dafür und an denen war wohl auch der, der verlassen wurde, daran beteiligt.
    Klar klappt das nicht immer, diese beiden Ebenen voneinander getrennt zu sehen, sie sind ja auch in irgendeiner Weise miteinander verknüpft.
    Ich bin sehr sehr froh darüber, dass mein Sohn mich nicht als Feindin gesehen hat, weil ich seinen Vater verlassen habe, zumal er erlebt hat, wie sein Vater anfangs gelitten hat.
    Ich denke, es ist ein Teil der Persönlichkeit, wie die Kinder mit Trennungen ihrer Eltern umgehen.
    Ich kenne mittlerweile so viele verschiedene Reaktionen von Kindern getrennter Eltern. Mich wundert da eigentlich nichts mehr.

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