Es geht hier nicht darum, die sexuellen Vorlieben meiner Tochter zu diskutieren. Es geht mich nichts an. Schlimm genug, dass ich als Mutter so private, intime Dinge erfahre. Es geht hier darum, wie ich mit diesem Wissen umgehen soll.
Meine Tochter ist Anfang, ihr Freund Ende 20. Sie führen seit einem Jahr eine Fernbeziehung. Sehen sich alle paar Wochen/Monate. Dass es eine SM-Beziehung ist, hat sie sehr früh erzählt. Details weiß ich nicht, will ich nicht wissen. Ihn habe ich flüchtig gesehen, kurz die Hand geschüttelt. Jedes Kennenlernen wurde mit Ausreden verhindert.
In ein paar Wochen werden sie zusammenziehen, in ein anderes Bundesland. Zuvor werde ich ihn kennenlernen. Seit einer Woche erzählt mir meine Tochter Details, warum es so schwer ist, ihn ihrer Familie vorzustellen. Sie nennt ihn Meister, hat ihn noch nie geduzt. Er wird nicht gesiezt, sie sagt "ihr" zu ihm. Auch in der Öffentlichkeit. Sie wissen nicht, wie sie vor mir damit umgehen sollen. Möchten ein Kennenlernen am liebsten hinauszögern, verhindern.
Und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Hier stoße ich an die Grenzen meiner Tolleranz. Ich bin nicht prüde und nicht komplett ahnungslos in Bezug auf SM-Spielchen. Die eigene Sexualität so öffentlich zu machen finde ich unmöglich. Peinlich. Dass sie öffentlich so mit ihm redet finde ich lächerlich. Werde ich diesen Mann ernst nehmen können. Kann ich diese Beziehung ernst nehmen (meine Tochter ist aufgrund schlimmer Krankheit psychisch labil, das macht mir große Sorgen).
Was sage ich meinem anderen, jugendlichen Kind. Wenn er hört, wie sie mit ihm redet, wie erkläre ich das. Vielleicht fragt er direkt nach oder lacht sich scheckig.
Wie gehe ich mit dieser Situation um?
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20.05.2011, 12:12Inaktiver User
Meine Tochter und ihr Meister
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20.05.2011, 15:27
AW: Meine Tochter und ihr Meister
Ich kann Dir zu dem Thema leider nichts sagen - weiß nur, dass ich da als Mutter auch massive Probleme mit hätte. Und dieser Satz
lässt bei mir alle Alarmglocken angehen.meine Tochter ist aufgrund schlimmer Krankheit psychisch labil, das macht mir große Sorgen
Aber vielleicht bittest Du die Moderation, den Strang zu verschieben (vielleicht nach "Reine Familiensache") - ich glaube, hier passt er nicht so richtig hin...
Alles Gute!
TabeaBis auf Weiteres a.D.
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20.05.2011, 15:32Inaktiver User
AW: Meine Tochter und ihr Meister
sehe das so, wie Tabea
das hört sich nicht nach gleichberechtigter Partnerschaft an, die es m.E. benötigt, um gut miteinander leben zu können.
SM hin oder her. Das kann man ja auch partiell ausleben.
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20.05.2011, 16:37Inaktiver User
AW: Meine Tochter und ihr Meister
Vielleicht sind die Erzählungen deiner Tochter auch eine Art Hilferuf.........
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20.05.2011, 16:49Inaktiver User
AW: Meine Tochter und ihr Meister
wasjetzt, welches sind die Gründe, dass Deine Tochter in ein anderes Bundesland zieht? Wird sie dort arbeiten oder studieren oder zieht sie dorthin, um bei ihm zu sein. Und wem ist die sehr spezielle Kommunikation zwischen beiden vor Dir peinlich, ihm oder ihr?
Deine Tochter ist volljährig und somit trotz Krankheit für ihr Wohlergehen selbst verantwortlich. Du kannst nicht mehr tun als ihr zu signalisieren, dass Deine Tür für sie offen steht. Und obwohl Du die Details nicht wissen möchtest, höre besser gut zu, was sie sagt. Ich vermute auch einen versteckten Hilferuf.
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20.05.2011, 16:54Inaktiver User
AW: Meine Tochter und ihr Meister
Einen Hilferuf hätte ich dann vermutet, wenn die Tochter ohne Grund angefangen hätte über ihre Beziehung zu reden. Hier gibt es nun aber einen Grund durch das anstehende Zusammenziehen und Kennenlernen.
Da ist es doch sicherlich verständlich vorher aufzuklären, statt dann bei dem Treffen Reaktionen zu provozieren.
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20.05.2011, 17:01Inaktiver User
AW: Meine Tochter und ihr Meister
Hallo,
sagt wer ? Würdest du das auch so zu nem schwulen Paar sagen ?
Die Frage geht auch an die TE beim Thema den Partner ernst nehmen, wenn deine Tochter ne Partnerin vorstellen würde und sie sich bei einem Kosenamen nennen ?
Das allerdings würde ich ernst nehmen, ein kluger Gedanke. Im zusammenhang mit dem psychisch labil.
@ wasjetzt
Würde ein Kennenlernen unvoreingenommen sich selbst zurücknehmend nicht erhellender sein für dich, deine Meinung bilden zu der Beziehung nicht auf Andere hören nur auf deinen Bauch ?
Jdenfalls ist das genau das was ich mir vorgenommen habe wenn eine meiner Töchter mit einem Partner kommt der nicht ganz meinen Wünschen entspricht zb einem anderen Mädchen.
Bestimmt sau schwer umzusetzen aber den Versuch ist mir mein Kind wert.
Grüsse Rocco
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20.05.2011, 17:03Inaktiver User
AW: Meine Tochter und ihr Meister
Vielleicht wäre ja auch mal ein Gespräch mit dem Meister ihmselbst angebracht. Möglicherweise verwechselt er die psychische Labilität deiner Tochter mit einem freudigen Einwilligen in eine bizarre sexuelle Spielart.
Es ist ja wohl ein Unterschied, ob ein starker, gesunder Mensch sich freiwillig unterwirft - und dann den besonderen Kick dann noch durch das verbale Ausleben in der Öffentlichkeit holt - oder ob es sich möglicherweise um eine ungute Abhängigkeitsbeziehung handelt, die sogar vor den eigenen Eltern noch als peinlich empfunden wird.
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20.05.2011, 17:09Inaktiver User
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20.05.2011, 17:32Inaktiver User
AW: Meine Tochter und ihr Meister
Sie hat ihr BA-Studium zuerst unterbrochen, nun abgebrochen. Aufgrund ihrer Erkrankung war sie über ein halbes Jahr arbeitsunfähig. Sie möchte ein FSJ einlegen, um sich zu erholen, stressfreier zu leben, dann weiter studieren. Das macht Sinn, dahinter stehe ich. Da beide weit auseinander wohnen, ziehen sie in die Mitte. In wie weit ihr Freund für den Studienabbruch verantwortlich ist kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es für ihre wirklich das Beste. Vielleicht hätte sie versuchen sollen weiter zu studieren. Das kann ich nicht abschätzen.
So sehe ich das auch. Und weiß nicht damit umzugehen. Sie hat mir schon immer sehr viel erzählt. Durch ihr vieles Kranksein hatte sie immer wenig Freunde und so musste ich oft herhalten. Ich weiß in welchen SM-Foren sie unterwegs ist, aber muss ich mir das als Mutter antun? Sie ist erwachsen, es ist ihre Sexualität.Deine Tochter ist volljährig und somit trotz Krankheit für ihr Wohlergehen selbst verantwortlich. Du kannst nicht mehr tun als ihr zu signalisieren, dass Deine Tür für sie offen steht. Und obwohl Du die Details nicht wissen möchtest, höre besser gut zu, was sie sagt. Ich vermute auch einen versteckten Hilferuf.
An einen Hilferuf dachte ich auch schon. Sie sagt, ihr Freund ist der, der sie vor dem Durchdrehen gerettet hat und am Leben hält. (Sie hat viel durchgemacht, vor zwei Jahren fast gestorben, letztes Jahr wieder sehr krank gewesen. Es ist ein Wunder, dass sie da keinen physischen oder psychischen Schaden davon getragen hat.)
Du sprichst mir aus der Seele.


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