Liebe alle
vor sieben Monaten bat unsere Tochter, dreissig, selbständig erwerbende Gestalterin, in einer Krise darum, wieder zu Hause einziehen zu dürfen. Sie äusserte Suizidgedanken. In der Wohnsituation (WG) fühlte sie sich allein und fehl am Platz.Wir sagten für eine Zeit von zwei bis drei Monaten zu, wir haben ein eigenes Haus und viel Platz. Zur Vorgeschichte: sie war anfangs 20 ausgezogen und während der Ausbildung nochmals ein Jahr zu Hause. Wir haben ein gutes Verhältnis. Dem Ausbruch der Krise war eine längere Zeit mit recht wenig Kontakt zu uns vorausgegangen: ich dachte, sie hätte es beruflich streng (erstes Jahr als selbständig Erwerbende nach Studienabschluss) oder wolle sich aus mir unbekannten Gründen mehr abgrenzen. Doch dahinter baute sich eine körperliche (Lunge vom Rauchen, burn-out/Überforderung) und seelische Krise auf(Ende einer unglücklichen Beziehung, Sinn). Bald zeigte sich, dass "Fristensetzen" nur neuen Stress gab und so liessen wir den Zeitraum offen, aber beharrten auf dem "Dass" des Auszugs. Sie will keine ärztliche oder psychologische Hilfe. Mit Liebe und Job wäre sie ein zufriedener Mensch, sagt sie. Aber beides fehlt.
Anfangs gab es viele solcher Tage, heute hin und wieder einen: dann verbringt sie ihn bis gegen Mittag im Bett. Sie hat im Haus einen Arbeitsplatz und verbringt den Tag mit ihren gestalterischen Projekten, etwas Miithilfe im Haus und ... viel grübeln. Kostgeld: bisher keines, Gegenleistungen in Form von gestalterischen Arbeiten für mich, Einkommen:gering und .... gegen null tendierend, was ich gleich erläutere. Sie hat noch aus der beruflich besseren Zeit wenig Aufträge und etwas Erspartes, um laufende Rechnungen zu begleichen. Ich sehe schwarz, da sie nie ausgeht, keine neuen Aufträge einholt und sich auch nirgends bewirbt. Ich suche im Moment Erleichterung beim Schreiben dieser Zeilen. Die Passivität der Tochter ist oft unerträglich, die Zeit ist nah, wo die Rechnungen (Krankenkasse, Handy etc.) nicht mehr bezahlt werden können und - ich springe nicht ein. Wie kommen wir aus der Lage heraus?
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Ergebnis 1 bis 10 von 105
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25.02.2011, 22:34
Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
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25.02.2011, 22:44
AW: Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
habe ich das richtig verstanden? - eigentlich kannst du dir die tochter im haus nicht leisten, brauchtest eigentlich Kostgeld, um die zusätzlichen Kosten tragen zu können und kannst nicht einspringen, wenn die Ersparnisse deiner Tochter aufgebraucht sind?
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25.02.2011, 22:57
AW: Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
Ich kann mir das voll leisten und tue es auch gern. Der Punkt ist nur: ist es richtig und das, was "gesund" ist, d.h. sie möglichst bald wieder auf das Gleis der Eigenständigkeit kommen lässt. Dahinter steckt die Frage; wann ist es Zeit, "einfach da zu sein" und wann ist es richtig, auch etwas zu fordern.
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25.02.2011, 23:01Inaktiver User
AW: Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
Hallo Grilleen,
das hört sich für mich fast so an, als hätte deine Tochter eine Depression. Also nicht, dass ich eine Ferndiagnose machen möchte, aber sich zuhause einzuigeln und keine Kraft mehr zu haben, seine Probleme anzupacken (--> Krankenkasse, neue Aufträge). Das könnte schon in die Richtung gehen.
Wenn es so ist, dann liegt ihre Antriebslosigkeit nicht an mangelndem Willen. Sondern sie ist dann schlicht nicht in der Lage, was anzupacken. Da hilft in der Regel nur eine Therapie, sonst kann das lange dauern, bis es wieder besser wird. Einen wirklichen Rat habe ich für dich nicht, nur vielleicht, sie zu drängen, mal zu einem Arzt/Psychologen zu gehen.
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25.02.2011, 23:18Inaktiver User
AW: Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
Ich mache mich vermutlich gleich unbeliebt, aber ich fürchte, grilleen, Ihr habt tatsächlich keine Wahl: Eure Tocher muss zeitnah wieder ausziehen. In ihrem ureigenen Interesse. Du tust ihr (und Dir) keinen Gefallen damit, die Situation weiterhin hinauszuzögern.
Ich empfehle Euche eine Mediation, denn ich befürchte, alleine werdet Ihr es nach diesem relativ langen Zeitraum und den fehlgeschlagenen Anläufen, nicht schaffen.
Ich wünsche Euch viel Glück, ich kann mir sehr gut vorstellen, in was für einem Konflikt Du Dich gerade befindest.
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25.02.2011, 23:22
AW: Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
suizidgedanken... krise... die passivität meiner tochter ist oft unerträglich....
deine tochter hat erst einmal ein studium abgeschlossen, arbeitet selbständig ... das alles klingt eher nach einer power-frau als nach einer tochter, die durch ihre passivität die mutter zur verzweiflung bringt....
klingt wirklich als gehöre deine tochter in die hände eines arztes, darin sehe ich deine vorrangige aufgabe
in einer solchen situation käme ich wirklich nicht auf die idee, zu schreiben: "ich springe nicht ein", ich an deiner stelle wäre froh, stolz und glücklich, dass meine tochter sich gerade wenn es ihr nicht gut geht, zu mir kommt und würde alles tun, dass sie hilfe bekommt, statt ihr noch zusätzlichen druck zu machen (noch dazu, wenn du es dir finanziell und von der wohnungssituation her leisten kannst).
ich verstehe diesen "ich springe nicht ein" satz nicht! warum nicht?
Nachtrag: ich sehe in der gesamten Schilderung eines nicht: eine Tochter die sich aus reiner Bequemlichkeit auf die faule Haut legt und in Mutters Schoß flüchtet. Allein der Hinweis auf ein Burn Out reicht da eigentlich schon ... oder würdest du auch darüber nachdenken, deine Tochter mit ner Lungenentzündung vor die Tür zu setzen und ihrem finanziellen Fiasko überlassen?Geändert von Blickwinkel (25.02.2011 um 23:28 Uhr)
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25.02.2011, 23:29Inaktiver User
AW: Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
Liebe Blickwinkel ... das hat grilleen getan, sieben Monate lang. Das finde ich sehr lang. Die Tochter ist 30 und nicht 20.
Vorausgesetzt, dass nicht wirklich eine psychische Erkrankung vorliegt, würde ich sie wieder zurück ins Leben "werfen".
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25.02.2011, 23:31
AW: Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
[QUOTE=grilleen;9698001]
Sie will keine ärztliche oder psychologische Hilfe. Mit Liebe und Job wäre sie ein zufriedener Mensch, sagt sie. Aber beides fehlt.
QUOTE]
Und du als Mami bist dafuer jetzt zustaendig??
Burn out als bequemes Polster, da kann man doch lange sich drauf ausruhen.
Keine Bewerbung, kein Arzt, und du zahlst erstmal fuer alles.
Wie toll ist das denn....

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25.02.2011, 23:34
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25.02.2011, 23:37Inaktiver User
AW: Tochter dreissig wieder zu Hause eingezogen
grilleen,
das was Du da über Deine Tochter beschreibst hört sich nach einer Depression an und meiner Meinung nach benötigt sie fachärztliche Hilfe.


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