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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    Sinn-Sucht und Wombelinchen: ihr könntet meine Schwestern sein. Komplett lieblos und interesselos war es bei uns.
    Ich habe mich damit abgefunden, wie es war und ist und versuche, mir ein schönes und liebevolles Leben mit meinem Mann zu führen. Zum glück habe ich jetzt,imit ü40 einen Partner gefunden, mit dem jeder Moment liebevoll ist.

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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    Ich habe oft gedacht, sie müssten es doch irgendwann mal merken, dass was schief läuft. Es war in den letzten Jahren so offensichtlich angespannt, gekünstelt und voll von unterschwelligen Strömungen, dass selbst der größte Emo-Depp das spüren konnte. Und jeder normale Mensch kommt doch irgendwann mal auf den Gedanken, dass er selber vielleicht nicht ganz schuldlos an der Situation ist! Ich denke mir das für mich auch, und ich weiss ganz gut, wo meine Schwachstellen lagen und liegen. Nur dieses "Nicht wissen wollen", gepaart mit "Nicht einsehen wollen" macht mich völlig fassungslos.

    Gesprächsversuche meinerseits wurden kategorisch abgelehnt, auch bin ich so erzogen worden, dass man seinen Eltern gegenüber nie auch nur den Hauch von Kritik äussert. Nur wenn jede abweichende Meinung direkt als Kritik ausgelegt und mit Liebesentzug (haha) gestraft wird, wenn bei jeder sich bietenden Gelegenheit demonstriert wird, dass Hinz und Kunz doch viiiiieeel liebenswerter ist, wenn einem immer wieder gezeigt wird, dass man nicht gewollt sondern ein 7-Monats-Kind war - also irgendwann hört´s dann bei mir auf. Spätestens, als mein Körper mir die Rote Karte gezeigt und ein paar äusserst kreative Möglichkeiten entwickelt hat, mich auf mich selber zurück zu werfen war dann bei mir Ende, und der Kontaktabbruch die einzige Lösung.

    Alleine die Tatsache, dass ich mir hier schriftlich einen Kopf mache zeigt mir, dass ich immer noch nicht fertig bin mit dem Thema. Erschreckend, eigentlich.
    Was kann ich dazu, dass ich täglich dazulerne???

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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    Hallo Wombelinchen!

    Wir könnten glatt miteinander verwandt sein und die gleichen Eltern haben.
    Einziger Trost: Wir sind nicht allein mit dem Problem und - auch wenn einem immer das Gegenteil eingetrichtert wurde: wir sind nicht Schuld.
    Hab mein ganzes Leben lang versucht mit diesen Menschen zurecht zu kommen, aber wer nicht will, der muss allein zusehen wie er klar kommt. Mein Leben ohne meine Eltern ist auf jeden Fall deutlich schöner geworden.

    Meine Vergangenheit bestand aus emotionalen Missbrauch - meine Gegenwart und meine Zukunft bestehen aber aus mir

    Mädels, lasst euch nicht unterkriegen.

    Kaminfeuer

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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    Hallo ihr Lieben,

    jetzt komm ich auch endlich mal wieder zum schreiben.


    Meine Vergangenheit bestand aus emotionalen Missbrauch - meine Gegenwart und meine Zukunft bestehen aber aus mir
    das ist ein toller Satz, den merk ich mir!

    anscheinend geht es ja einigen ähnlich wie mir, das erleichtert mich, so fühl ich mich wenigstens nicht völlig durchgeknallt.
    Außerdem sind sowieso eher unsere Eltern die Durchgeknallten und nicht wir.

    Ich habe oft gedacht, sie müssten es doch irgendwann mal merken, dass was schief läuft.
    meinst du wirklich, das tun sie nicht? Behaupten deine Eltern, in eurer Familie sei alles perfekt und es gäbe keine Probleme?

    Ich denk ja, dass sie irgendwo schon Schuldgefühle haben, nur wollen sie das nicht wahrhaben und schieben dann die Schuld ihren Kindern in die Schuhe.
    Meine Eltern jedenfalls haben natürlich gemerkt, dass was schiefläuft, schon allein weil ich mit 16 bereits ausgezogen bin. Sie sehen, dass unser Verhältnis immer total gestört war. Nur meinen sie natürlich, dass das an mir liegt und nicht an ihnen, ICH bin ja an allem schuld und so schwierig und so krank...

    Und auch ich wusste nie, was meine Eltern eigentlich von mir wollen und worin eigentlich meine Schuld besteht. Nichts, was ich getan habe, war je gut genug. Irgendwann war mir klar, dass es einfach meine Existenz ist, die für sie falsch ist. Obwohl ich ein Wunschkind war.

    Nun gut, ich habe aufgehört, meinen Eltern gefallen zu wollen, und das ist ja schon ein großer Schritt. Aber dieses Gefühl, irgendwie falsch und schuldig zu sein, steckt immer noch so tief in mir. Wie ein Schandmal. Hoffentlich werd ich das irgendwann los...


    Zusätzlich empfehle ich dir Susan Forwards "Vergiftete Kindheit", das Buch hat mir sehr geholfen.
    das Buch liegt auch in meinem Schrank und hat mir sehr geholfen!
    Susan Forward empfiehlt ja, man solle die Eltern mit ihren Taten konfrontieren, wenn man stabil genug dafür ist. Aber nicht, um bei ihnen ein Einsehen zu erreichen, sondern einfach, um ihnen ihren Mist zurückzugeben.

    Hat das jemand von euch gemacht mit der Konfrontation und wie habt ihr euch danach gefühlt?
    Geändert von LeaNoelle (13.02.2011 um 18:05 Uhr)
    I am my own special creation

  5. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    Zitat Zitat von LeaNoelle Beitrag anzeigen
    Hat das jemand von euch gemacht mit der Konfrontation und wie habt ihr euch danach gefühlt?
    Ich habe sowas in der Art hingekriegt (nachdem meine Mutter jegliche Konfrontation verweigert hat) hast du das hier zufällig gelesen?

    - in der Vorschau funktioniert der link nicht, falls er bei dir auch nicht funktioniert, ich meinte post 3480 im schwierige-Mütter-Strang -

    Also, meine Mutter mußte meine Sicht auf die Geschichte unverhofft im Radio hören...


    Kay

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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    @ Lea Noelle

    Ja, ich hatte eine solche Konfrontation, nahezu so, wie es von Forward vorgeschlagen wurde. Ich habe meinen Eltern ruhig, klar und unmissverständlich gesagt, sie könnten nur weiterhin Kontakt mit mir haben, wenn sie endlich anfangen Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen. Wären sie dazu bereit, könnte man in einem weiteren klärenden Gespräch überlegen, was beide Seiten falsch gemacht haben und sich einen besseren Weg überlegen.
    Natürlich sind sie nicht dazu bereit. Aus ihrere Sicht sind sie grundsätzlich immer im Recht und handeln nicht falsch. Dementsprechend habe ich ihnen daraufhin gesagt, dass ich sie als erwachsene Menschen ernst nehmen werde und Konsequenzen aus ihrem Verhalten ziehen werde. Kurz: ich habe den Kontakt abgebrochen. Bereut hab ich das bis heute nicht einmal.
    Das Gespräch war rundum unangenehm, sehr hässlich und äußerst gemein. Erniedrigender und verletzender hätte es nicht sein können. Und gewohnt bin ich ja eigentlich einiges. Aber ich bin wirklich froh es gemacht zu haben und fühle mich in meinem Kontaktabbruch absolut bestätigt.

    Erst danach habe ich Forwards Buch gelesen und es hat mich unglaublich erleichtert.

    Hat noch jemand Erfahrungen mit sowas oder habt ihr den Kontakt mehr einschlafen lassen?

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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    @kayleigh: ich habs gelesen, und das ist ja wirklich eine heftige Geschichte, die gefällt mir!
    Geschieht deiner Mutter auch ganz recht.

    Manchmal ertappe ich mich auch bei dem Gedanken, dass ich mit den Taten meiner Eltern in die Öffentlichkeit gehen möchte, es am liebsten fett in der Zeitung schreiben, wie sie wirklich waren hinter ihrer netten Fassade.
    Oder sie anzuzeigen, wenns nicht schon verjährt wäre.

    Aber das sind natürlich nur Gedankenspiele, in der Realität würde das total in die Hose gehen. Ist nur das Bedürfnis, aus dieser Einsamkeit rauszukommen und ENDLICH wahrgenommen zu werden.

    @Kaminfeuer

    Ich habe meinen Eltern ruhig, klar und unmissverständlich gesagt, sie könnten nur weiterhin Kontakt mit mir haben, wenn sie endlich anfangen Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen. Wären sie dazu bereit, könnte man in einem weiteren klärenden Gespräch überlegen, was beide Seiten falsch gemacht haben und sich einen besseren Weg überlegen.
    wow, das find ich extrem mutig und auch eine sehr erwachsene Haltung!

    Dass die Eltern blöd reagieren, ist ja in den meisten Fällen sowieso klar. Und dass Eltern nie Fehler machen, nur die anderen, das wissen wir ja auch.

    Hattest du denn nach dem Gespräch das Gefühl, ihnen wirklich etwas "zurückgeben" zu können von den ganzen Belastungen?

    Ich habe meine Eltern früher (vor allem als Jugendliche) mit vielen Dingen konfrontiert, natürlich in der Hoffnung, dass sie mich endlich verstehen und sich ändern.
    Ich sagte ihnen, dass ich mich alleingelassen, nicht verstanden, ständig beschuldigt fühlte und vieles mehr.
    Die Reaktion war immer dieselbe, ein zynisches: "achso, jaja, schon klar, dass wieder wir die Bösen sind, du armes Kind, was hast du nur für Rabeneltern!"

    Mein Vater verweigert auch gern komplett die Kommunikation, wenn er sich beleidigt fühlt, und wirft mir meine "Vergehen" noch Jahre später vor.

    Sinnvoll wäre so ein Gespräch mit meinen Eltern also nicht, ich würde ihnen eher einen Brief schreiben. Aber es wird eh noch lange dauern, bis ich so eine Konfrontation wagen kann.
    Geändert von LeaNoelle (13.02.2011 um 19:11 Uhr)
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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    Hallo LeaNoelle,

    ja, solche Sprüche sind auch von meinen Eltern kommen. Da fühlt man sich dann endgültig missachtet und ungeliebt.
    Nein, ich konnte meinen Eltern nichts von der Belastung zurückgeben. Sie haben eher versucht noch sehr viel mehr auf mir abzuladen. Sie hätten nicht wirklich noch gemeiner werden können. Als mein Vater dann nur noch brüllte, sind mein Lebensgefährte und ich gegangen.
    Mir war von vornherein klar, dass sie nichts zugeben und nichts annehmen werden, dass sie nicht vor haben an unserer Beziehung etwas zu ändern. Dass sich nicht irgendwas bessert. Und ich habe auch nicht erwartet, dass sie zuhören. Und ich hab in allem Recht behalten.
    Warum sich das trotzdem gelohnt hat?
    Solange ich denken kann, habe ich mich als nichtswürdig empfunden und habe versucht auch nur ein bisschen Anerkennung zu bekommen. Selbst als ich erwachsen gewesen bin habe ich vieles mit mir machen lassen. Ich habe mir jetzt aber zugestanden, dass nicht nur ich für diese Beziehung verantwortlich bin, sondern auch meine Eltern und ich habe ihnen das gesagt. Ich habe ihnen ihre Verantwortung zurückgegeben. Das ist alles. Ich kann jetzt mein Leben leben mit dem Gefühl: Sollte ihnen wirklich etwas an mir liegen haben sie die Chance auf mich zu zu gehen - ich muss erstmal gar nichts mehr machen. Und wenn sie nie auf mich zugehen werden? Dann habe ich beim besten Willen nichts verloren.

    So oder so: ich bin zufrieden.
    Natürlich benutzen sie sämtliche Verwandten und Bekannten und versuchen sie gegen mich auszuspielen. Und das funktioniert auch ganz gut. Von Einsicht ist da keine Spur.
    Das ist aber deren Problem, sollen sie machen, was sie wollen. Von mir aus können sie auch glücklich sein (was sie nie wirklich sein werden). Aber mir ist das alles egal. SIE sind mir egal. Ich bin mit mir im reinen, habe sehr viel mehr Zeit und Energie, arbeite hart an mir und gestalte jetzt mein Leben wie ich will. Für diese Freiheit nehme ich das ganze in kauf.

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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    [/QUOTE]Hat das jemand von euch gemacht mit der Konfrontation und wie habt ihr euch danach gefühlt? [/QUOTE]

    Ich hab es auch getan. So, wie sie es vorschlägt, das hat mich total angesprochen. In kurzen, knappen Sätzen beschrieben, was vorgefallen ist, was es mit mir gemacht hat, was es heute noch bewirkt und dass ich ihnen die Verantwortung zurückgebe. Insbesondere mein Vater hat da dicht gemacht. Aber ich wollte ja (zu dem Zeitpunkt) schon gar keine Aussprache mehr. Mir war es tatsächlich wichtig, symbolisch die Verantwortung zurückzugeben. DAS hat extrem gut getan.
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

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    AW: Kontaktabbruch zu den Eltern

    Hallo Dieclou,

    es freut mich, dass du den Schritt gewagt hast.
    Wie ging es danach weiter? Hast du seitdem Ruhe?

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