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09.05.2010, 14:34
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
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09.05.2010, 14:43
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
Ich erlebe sie als absolute Antriebslosigkeit. Nicht vergleichbar mit richtiger Müdigkeit. Und seltsame körperliche Symptome. Fühlt sich totkrank an. Und den totalen Rückzug. Das ist auch nichts an das ich mich gewöhnen kann/will. Und deshalb will ich Veränderung.
Das mag stimmen jedoch schweigt der Rest nicht. Ganz im Gegenteil, erst wenn es mir schlechter geht komme ich wieder ins Grübeln und analysieren. Ich will dann Beweise, worauf sich dies alles begündet. Dann bin ich wieder eine Zeit lang beruhigt.Das viele Denken und Analysieren, midway, ist auch nichts anderes als vom durchaus vorhandenen, erkennbaren Leidensdruck abzulenken. So lange der Kopf beschäftigt ist, schweigt der Rest. Und wehrt sich auf andere Art. So lange bis noch nicht mal mehr der Kopf "piep" denken kann. Kennst Du ja alles schon. Das sind heftig erkennbare Aufforderungen, die Kurve in der man ist nicht zu ignorieren, meine ich.
Bei meinem Mann war es bis heute für die Katz. Da bin ich diejenige, die nicht bereit ist etwas zu ändern (in seinen Augen). Er hat nach wie vor kein Problem. Ich entferne mich hier immer mehr von ihm.Diese Ansinnen war für die Katz und ist es jetzt wieder.
Du kannst Deinen Eltern kein Problembewusstsein aufbinden. Oder sogar eine eigene Veränderung. Du kannst nur an Deinem eigenen Problem-Bewusstsein arbeiten und es für Dich deutlich erkennbarer und spürbarer machen. Für Dich präsenter halten. Ganz basic körperlich. Ohne Kopf.
Meine Eltern kann ich nicht von der Situation überzeugen, das ist mir bewusst. Hier schrieb mal jemand: erkläre einem Blinden die Farbe rosa, unmöglich. Und ohne eingebildet zu wirken habe ich so einige Blinde um mich herum und habe selbst genug blinde Flecken.
Dieses Gluckensyndrom betrifft ja nicht nur mich. Alle meine Cousinen haben irgendwie das gleiche Problem. Zwei davon essen sich dick und basteln sich so ihre Hüllen. Die dritte hatte nie ein Familienleben und sitzt mit 60 dreimal täglich bei Mutti und bekommt von ihrer 84 jährigen Mutter die Wäsche gemacht. Außerdem gibt es da noch so nette Krankheiten wie Colitis und Krebs.
Und dennoch wird nichts geändert und insgesamt schüttelt man über mich den Kopf.
Da ist es mir doch klar, das ich da keine Lösung reinbekomme in dieses System.
Was mir absolut nicht klar ist: was bewirkt es für mich, wenn ich NEIN sage, wenn ich mich zurückziehe, wenn ich meinen Vater bitte, seine Leidensnummer zu lassen? Was wird es auf Dauer ändern und zwar in mir? Das ist mir einfach noch nicht klar und weil mir dies nicht klar ist, lasse ich es eben ganz oder zumindest teilweise.
Heute haben mich meine Eltern mal wieder zum Essen eingeladen. Ich habe davon allerdings nichts mitbekommen, da es über meine Kinderlief. Ich habe es gerade erst erfahren und habe überhaupt keine Lust dazu. Also habe ich dies meinen Kindern so gesagt. Ich sagte, dass ich nachher noch zu Oma fahre wegen des Muttertags aber keine Lust auf ein Essen habe.
Da haben sie mich ziemlich angegriffen, dass man so etwas am Muttertag nicht macht. Wie ich mich fühlen würde, wenn sie so etwas absagen würden.
So bin ich also auch vor meinen Kindern schon die Böse.
Das ist das Einzige, das ich spüre. Ich vermisse sie nicht. Ich habe keinen Lust auf Kontakt. Habe ich aber bei vielen anderen Menschen auch nicht. Ich will nur meine Ruhe.So kompliziert musst Du es Dir nicht machen. Es geht nicht darum, Deine Eltern von etwas zu überzeugen, das ist nämlich permanent Deine Erwartung an Dich im Hinterkopf.
Es ist viel einfacher: Geh Deiner eigenen Überzeugung nach.
Wenn Du meinst, Du hast keine, ist das gelogen. Selbst wenn es im Moment nur ist: Weniger Kontakt.
Dann mach weniger Kontakt.
Wenn Du dann stumpf und dumpf herumsitzt mit Schuld und schlechtem Gewissen und Du Dir denkst, bevor mir keine Alternative einfällt, kann ich auch zu meinen Eltern gehen - lasse es. Es wäre gegen Deine Überzeugung. Dann geht es darum, aus stumpf, dumpf und schlechtem Gewissen herauszukommen ohne wieder mit Deinen Eltern von Dir selbst abzulenken.
Leda, ich frage ganz dumm: was glaubst Du, was dieses Nein auf Dauer bewirkt? Was ändert sich dadurch auch für meine seltsamen Zustände. Das ist mir nicht klar. Und weil ich dies nicht verstehe, lasse ich alles (oder vieles) beim Alten.Weniger Kontakt heißt: Nein.
Klar bist Du das nicht gewöhnt, Deinen Eltern gegenüber.
Dann gewöhn Dich dran. Darum geht es.
Es zu lernen und nicht darum, es schon zu können.
"Nein" genügt. Gespräche verlangt kein Mensch. Nur Du von Dir.
Auch das empfinde ich nicht so. Irgendwie war das alles machbar. Nicht so schlimm. Nicht so schlimm wie diese Antriebslosigkeit.Es geht nur in kleinen Schritten - aber es geht, midway.
Und vergess nicht, was Du geschafft hast:
Du bist ausgezogen, hast Dich inzwischen innerlich klar von Deinem Mann getrennt und bist mit Deinen Eltern auch schon viel weiter als noch vor einem Jahr.
Mann, da habe ich jetzt aber laut gelacht. Ich werde wohl ewig an die Gulaschkanonen abfeuernden Eltern denken, wenn sie mal wieder mit einer Schüssel vor meiner Tür stehen.Selbst wenn sie Dich mit einer vor Deiner Haustüre aufgestellten Gulaschkanone zu erschießen drohen - Du hast kein Gulasch bestellt.
Liebe Grüße midwayGeändert von midway (09.05.2010 um 18:44 Uhr)
Ich habe keine Probleme mit der Rechtschreibung.
Meine Finger sind nur zu schnell für die Tastatur.
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09.05.2010, 14:57Inaktiver User
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
und
Meinst du nicht, dass du eine Ausrede suchst? Warum musst du im Vorfeld wissen, was sich verändert? Was könnte Schlimmes passieren, wenn du dich ohne vorheriges Wissen auf ein Experiment einläßt?
Du hast z.B. Kinder geboren ohne vorher zu wissen, was aus ihnen wird. Du bist eine Beziehung/Partnerschaft/Ehe eingegangen ohne zu wissen was dich erwartet. Usw.
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09.05.2010, 16:36Inaktiver User
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
Zitat von herbstblatt2 Beitrag anzeigen
Midway,
Du scheinst mir ein klassisches Beispiel für den Spruch zu sein: "Wenn dem Esel zu wohl ist, geht er auf das Eis tanzen." oder "Vom Fischer und sin Fru".
Für diese Schnelldiagnose verlange ich nicht einmal Geld von Dir, im Unterschied zu Deiner Therapeutin, die klugerweise für sie selbst erkannt hat, dass mit diesem Deinigen "Problem" für sie viel Geld zu verdienen ist, wenn es nur lange genug angelegt, beackert und gepflegt wird - zumindest von Deiner Krankenkasse abzurechnen - was vielleicht auch die meinige dann ist. Leider.
Ich nehme an, Du selbst als Elter öffnest gerade für Deine Töchter die Türen - dauerhaft nach New York und auf die Bühnen der Welt - anstatt nur wie Deine Eltern mit "Kleinkramfürsorge" herumzupopeln.
.
hm, ich pack mal meine küchen-psychologie aus:
herbstblatt fühlt sich stellvertretend angegriffen -und getroffene hunde bellen bekanntlich.
aber in wirklichkeit interessiert es mich gar nicht mehr -inzwischen ist nämlich auch mein letztes fünkchen verständnis erloschen durch die doch ziemlich unverschämten posts -und nicht zuletzt dadurch, herbstblatt, dass du auf mein post überhaupt nicht eingegangen bist...
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09.05.2010, 16:36
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
Wahrscheinlich ist es genau so. Ich blockiere mich selbst (oder sind es die inneren Eltenstimmen, die mir das enreden). Ich weiss, ich muss es probieren und danach sehen, wie es ist.
Es soll in Bewegung kommen, damit ich dann sehe, was sich verändert. Wo kein Handeln ist, da bweget sich nichts.
Gruß midwayIch habe keine Probleme mit der Rechtschreibung.
Meine Finger sind nur zu schnell für die Tastatur.
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09.05.2010, 16:40Inaktiver User
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09.05.2010, 16:44Inaktiver User
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
in eurer familie finden wohl insgesamt schon eine menge übergriffe statt (klar, alles nur gut gemeint
)
bitte befreie deine töchter von ihrem packen verantwortung und mach ihnen liebevoll klar, dass du die entscheidungen über dein -und in grenzen auch noch über ihr- leben triffst -und sie kein recht haben, dir auf diese art da rein zu reden!
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09.05.2010, 16:50Inaktiver User
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
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09.05.2010, 16:57Inaktiver User
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
na ja, violine,
da ist für mich halt ein unterschied, ob die kids ne bemerkung machen a la "am muttertag macht man das und das" oder die mutter schon emotional unter druck setzen.
mein eindruck ist und bleibt, dass in dieser familie (und in vielen anderen, meine ursprungsfamilie eingeschlossen
) übergrifflich geurteilt und gehandelt wird.
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09.05.2010, 17:24
AW: Abgrenzung von "zu lieben" Eltern
Liebe midway,
was freundliches nein und Rückzug bewirken?
Erstmal natürlich gar nichts. Außer dass Du Dich beim "nein" selbstverständlich schlecht fühlst.
Aber - und ehrlich gesagt leider erst nach Jahren - kannst Du nein sagen. Ohne Dich schlecht zu fühlen.
Und, was ich niemals, niemals erwartet hätte: erstmals scheint sich auch bei meiner Mutter was zu bewegen.
Sie hat mir bei meinem letzten Besuch erstmals nichts mehr von meiner wunderbaren Kindheit vorgejubelt.
Du musst nicht Deine Eltern ändern, sondern Dich.
Das heisst, sie eben nicht zu besuchen oder anzurufen, wenn Du keine Lust dazu hast.
Und "nein" zu sagen, wenn Dein Inneres "nein" meint.
Schon klar, dass das furchtbar schwierig ist, wenn der ganze Familienverbund so tickt.
Und natürlich bekommst Du unter diesen Umständen von allen Leuten Deiner Familie Druck. Weil es die eigenen Lebensentwürfe in Frage stellt.
Trotzdem: es ist Dein Leben.
Und letztendlich haben Deine Eltern auch nichts davon, wenn Du zusammenbrichst und nicht mehr aufstehst. Und Deine Kinder erst recht.
Liebe Grüße und viel Kraft
angie



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