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  1. Inaktiver User

    Lieblingskinder

    hallo Ihr Lieben,

    ich wäre interessiert an Euren Meinungen zu und Euren Erfahrungen mit dem Thema "Lieblingskinder". Auf Englisch gibts dazu eine Menge, unter dem Stichwort "favoritism" z.B. hier:

    Favoritism (Arrrgh!!!)

    Ich weiss dafür leider keine gute Übersetzung, daher habe ich es "Lieblingskinder" genannt.
    Die Erfahrungen, die dort geschildert werden, sind z.T. herzzerreißend.

    Hier fasst es jemand für sich so zusammen:

    Sometimes the favoritism by parents is extremely out of hand and I don't believe that just because they are our parents that they have the right to treat one child like a king/queen and the other like crap. I do believe in respecting your parents, but not when they are so outrightly cruel to one child.
    My mother disrespected me for years in every way that she possibly could. Nothing I did was ever good enough for that woman. I finally got fed up with it and I blew up at her. That was almost 10 years ago. I'm a much happier person without her in my life.
    As I said earlier, I don't believe that just because your parents gave you life, you have to let them treat you like crap. It really is a shame that some people (myself included) don't talk to a parent because of the way they were treated badly, but let me tell you, It's a lot better not having to hear them complain about you being a loser all the time.

    I have a great father who has always been proud of me and respectful of all the decisions I've made, he makes up for the crappy mother I had.

    So for those of you dealing with favoritism. If it really is that bad and you have discussed how you feel with your parent/parents and they still don't understand why you feel how you do. Then get them out of your life and don't let others give you the crap that just because they are your parent/parents that you have to respect them.

    You have to earn respect in life and parents who are guilty of favoritism and continually treat one child like crap, deserve to be treated like crap right back. No person has the right to make another feel unloved or unwanted.
    (Die Absätze habe ich im Interesse der besseren Lesbarkeit eingefügt.) Das wäre so ungefähr auch meine Zusammenfassung.
    Aber der Weg dorthin ist ein steiniger. Man muss lernen, aufzuhören, die Liebe solcher Eltern doch noch erringen zu wollen. Es ist komplett nutzlos. Es fügt nur immer neue Verletzungen hinzu.

    Und die Geschwister sehen es nicht, können nicht?

    Sometimes the disfunction in a family goes beyond disfunction and becomes like poison.
    I always want to work things out with friends and my husband and children. But with your family that can be difficult.
    If they are not open to talking about what you feel and what you have been through, you end up feeling more violated when you approach them.
    I can understand how you feel resentment towards your siblings for not understanding or acknowleding your pain.
    I had once tried to talk to my mother and sister about how they made me feel, but they tried to make it sound like I was one of the Smothers Brothers (you know the "mom always liked you best" line?).
    Hier machen sich die Verwandten gar noch lustig über die Qualen des benachteiligten Kindes, sicher extrem, aber für mich völlig vorstellbar.

    Schweigen ist die Reaktion, die ich für solche Versuche geerntet habe. Schweigen, das sich anfühlt wie Kontaktsperre, vom emotional missbrauchenden Elternteil verhängt.

    Ich freue mich auf Eure Erfahrungen. Irgendwie muss man bewältigen.

  2. Inaktiver User

    AW: Lieblingskinder

    Burka,

    magst du mal übersetzen? Dann bekommst du bestimmt schneller Antworten!

    Gruß,
    WH

  3. Inaktiver User

    AW: Lieblingskinder

    hallo WorkingHeart,

    danke für die Anregung. Here it comes, Rechtschreibung ist aus Zeitmangel nicht perfekt.

    Manchmal ist das Lieblingskind-System von Eltern wirklich ins Extreme gesteigert; ich glaube nicht, dass sie, nur weil sie unsere Eltern sind, das Recht haben, ein Kind wie einen König/Königin zu behandeln, und das andere wie Abschaum.
    Ich glaube, dass Eltern geehrt werden müssen, aber nicht, wenn sie so offensichtlich grausam zu einem Kind sind.
    Meine Mutter missachtete mich jahrelang auf jede mögliche Art und Weise. Nichts, was ich tat, war jemals gut genug für diese Frau. Irgendwann war ich es dann leid und reagierte mit einem Gefühlsausbruch. Das ist fast zehn Jahre her. Ich bin ohne sie in meinem Leben eine glücklichere Person.

    Wie ich früher schon sagte, ich glaube nicht, dass du Eltern erlauben solltest, dich wie Abschaum zu behandeln, nur weil sie dir das Leben geschenkt haben. Es ist wirklich schade, dass einige Leute (ich eingeschlossen) nicht mehr mit einem Elternteil reden, weil sie schlecht behandelt wurden, aber lass dir versichern: Es fühlt sich viel, viel besser an, nicht mehr anhören zu müssen, wie sie dauernd darüber klagen, du seiest ein Verlierer/Versager.

    Ich habe einen großartigen Vater, der immer stolz auf mich war und alle Entscheidungen, die ich machte, respektiert hat; er macht ein wenig wieder gut dafür, dass ich so eine beschissene Mutter hatte.

    Für die von Euch, die sich mit einem Lieblingskind-System herumschlagen müssen: Wenn es wirklich so schlecht ist und ihr mit Euren Eltern darüber gesprochen habt, wie Ihr Euch fühlt, und sie noch immer nicht verstehen, warum ihr euch so fühlt, wie ihr euch fühlt, DANN entfernt sie aus eurem Leben,laßt andere euch nicht schlecht behandeln, nur weil sie Eure Eltern sind, die man angeblich respektieren müsse.

    Respekt muss man sich verdienen im Leben, und Eltern, die sich schuldig machen, ein Lieblingskind-System zu praktizieren und kontinuierlich ein Kind wie Abschaum behandeln, die verdienen es, ebenfalls, als Reaktion
    darauf, wie Abschaum behandelt zu werden. Niemand hat das Recht, einen anderen sich ungeliebt oder unerwünscht fühlen zu lassen/machen.
    Manchmal geht die Dysfunktionaliät in Familien noch über Dysfunktionalität hinaus und geht in Richtung "Gift".

    Ich versuche immer, die Dinge mit meinem Mann und den Kindern zu klären. Aber mit deiner Herkunftsfamilie kann das schwierig sein.

    Wenn sie nicht zugänglich dafür sind, darüber zu sprechen, was du fühlst, und was du erlebt hast, dann wirst du dich im Endeffekt noch ein weiteres Mal verletzt fühlen, wenn du dieses Gespräch suchst.

    Ich kann verstehen, dass du gegen deine Geschwister Ressentiments fühlst, weil die Deine Pein nicht wahrnehmen und nicht verstehen.

    Ich hatte einmal versucht, mit meiner Mutter und meiner Schwester darüber zu sprechen, welche Gefühle ihr Verhalten bei mir auslöste, aber sie versuchten, alles in Lächerliche zu ziehen.
    Geändert von Inaktiver User (23.04.2010 um 18:22 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Lieblingskinder

    Ich habe genau diese Erfahrungen gemacht.

    Gesprächsversuche prallen ab. Am missbrauchenden Elternteil sowieso.

    Und an den Geschwistern auch. Sie verschanzen sich hinter dem pseudo-mitleidigen "es ist alles so schlimm, kaum erträglich, ich kann nur weiter funktionieren, wenn ich das alles von mir fernhalte".
    Was ich für vorgeschoben halte.
    Denn es kommt genau von denen, die vom Lieblingskind-System profitieren, immer schon profitiert haben.

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    AW: Lieblingskinder

    Hi,
    Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht
    warum sie so reagieren?

    Ich nehme an sie haben es selber nicht
    anders erlebt.Dessen sind sie sich aber gar
    nicht bewusst.

    Ganz abgsehen davon;ich glaube nicht an
    das Maerchen der zu verehrenden Eltern.
    Ich glaube auch nicht daran dass Eltern
    ALLE ihre Kinder gleich lieben und gerecht
    behandeln(können).
    Eltern sind auch nur Menschen.

    LG

    Seven
    Ich bin ein Capulcu

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    AW: Lieblingskinder

    ...klar sind Eltern auch nur Menschen...Kinder aber auch!

    Und sehen zu müssen, dass diese harten, grausamen Menschen auch liebevoll, verständnisvoll und normal sein können schmerzt noch viel mehr.
    Unweigerlich stellt man sich die Frage, was man wohl immer falsch macht, wenn man selber nur Hohn, Spott,Schläge und Beleidigungen erfährt.

    Lange glaubte ich, ein minderwertiger Mensch zu sein, den man nicht lieben kann...mittlerweile denke ich, diese Menschen konnten nichts für mich empfinden, warum auch immer, aber diese Haltung sollte ich nciht allen anderen überstülpen.
    Meine beruflichen Erfolge werden nicht kleiner, nur weil kein Lob von den Eltern kommt, meine Kinder sind trotzdem wohlgeraten, auch ohne die Anerkennung meiner Eltern, dass ich sie alleine erzogen habe.

    Und dennoch, wenn in der Kindheit vermittelt wurde, dass man dumm, faul, häßlich und zu nix nütze ist, dann klebt es an einem wie Pech...ich muss mich immer wieder selber daran erinnern, dass ich liebenswert bin, gute echte Freunde habe und keineswegs dumm bin.

    Ein schwerer Weg, aber so ist er nunmal und jeden Tag meiner Zukunft kann ich selber gestalten und dafür sorgen, dass es mir gut geht!!
    Oh Cherie, du machst misch Haut von die Gans...

    Einem Hörigen die Freiheit erklären zu wollen, ist wie die Quadratur des Kreises!

    ...das Geheimnis liegt in der Sauce...


    Ich bin immer auf der Höhe, Herr Inspector!

  7. Inaktiver User

    AW: Lieblingskinder

    Zitat Zitat von kupferkanne Beitrag anzeigen
    ...klar sind Eltern auch nur Menschen...Kinder aber auch!

    Und sehen zu müssen, dass diese harten, grausamen Menschen auch liebevoll, verständnisvoll und normal sein können schmerzt noch viel mehr.
    Unweigerlich stellt man sich die Frage, was man wohl immer falsch macht, wenn man selber nur Hohn, Spott,Schläge und Beleidigungen erfährt.

    Lange glaubte ich, ein minderwertiger Mensch zu sein, den man nicht lieben kann...mittlerweile denke ich, diese Menschen konnten nichts für mich empfinden, warum auch immer, aber diese Haltung sollte ich nciht allen anderen überstülpen.
    Meine beruflichen Erfolge werden nicht kleiner, nur weil kein Lob von den Eltern kommt, meine Kinder sind trotzdem wohlgeraten, auch ohne die Anerkennung meiner Eltern, dass ich sie alleine erzogen habe.

    Und dennoch, wenn in der Kindheit vermittelt wurde, dass man dumm, faul, häßlich und zu nix nütze ist, dann klebt es an einem wie Pech...ich muss mich immer wieder selber daran erinnern, dass ich liebenswert bin, gute echte Freunde habe und keineswegs dumm bin.

    Ein schwerer Weg, aber so ist er nunmal und jeden Tag meiner Zukunft kann ich selber gestalten und dafür sorgen, dass es mir gut geht!!
    Das alles kenne ich nur zu gut. Seit der Geburt meiner jüngeren Schwester, 6 Jahre jünger als ich, war ich für meinen Vater entweder Luft oder der ständige Störefried und er konnte es nicht erwarten, dass ich endlich aus dem Haus bin.

    Meine Mutter hat versucht zu kompensieren, was zu kompensieren war. ABer das ist ihr nur teilweise gelungen. Heute, 3 Jahre nach dem Tod des Vaters, haben wir ein gutes Verhältnis.

    Nein, Eltern können ihre Kinder nicht alle gleich lieben, aber sie können sie gleich behandeln. Mein Mann sagt immer, dass er das Lieblingskind seiner Mutter gewesen sei/immer noch ist. Das stimmt wohl, wenn ich den Umgang der beiden beobachte.

    Aber: die Eltern haben alle drei Söhne geliebt und Unterstützung haben alle drei Söhne bekommen.

    Ich habe angefangen, mich mit östlichen Philosophien zu befassen. Nicht jedermanns sage, aber für mich war klar: mein Vater hätte die Chance gehabt, ein guter Vater zu sein, denn er hatte alles: eine gute Frau, genügend Geld, immer einen Job, keine Existenssorgen (resp. nur hausgemachte). Er wollte die Chance nicht wahrnehmen, eine weitere mag ich ihm aber nicht geben. Gibt es ein Wiedersehen mit den Toten? Für mich ganz klar ja! Aber ich möchte mit meinem Vater schlicht nichts mehr zu tun haben.

    Und ja, mein Vater war selbst unerwünscht. Das ist aber kein Grund, ein Kind wie Abschaum zu behandeln, im Gegenteil, er hätte wissen müssen, wie es sich anfühlt.

  8. User Info Menu

    AW: Lieblingskinder

    Oh doch, man kann seine Kinder gleich lieben! Es war meine größte Sorge, als bei uns Nr. 2 unterwegs war (und später noch mal bei Nr. 3), dass ich das nicht schaffen würde. Und ich sag euch was: es hat mich keinerlei Anstrengung gekostet, meine Kinder gleich zu lieben. Klar hat man Zeiten, wo einem ein Kind mehr auf die Ketten geht als das andere, aber das ändert sich auch wieder, zumal es nichts daran ändert, dass man auch ein anstrengenderes Kind ebenso lieb hat wie die Geschwister. Und nein: ich bin keine Übermutter

  9. Inaktiver User

    AW: Lieblingskinder

    Zitat Zitat von Mocca Beitrag anzeigen
    Oh doch, man kann seine Kinder gleich lieben! Es war meine größte Sorge, als bei uns Nr. 2 unterwegs war (und später noch mal bei Nr. 3), dass ich das nicht schaffen würde. Und ich sag euch was: es hat mich keinerlei Anstrengung gekostet, meine Kinder gleich zu lieben. Klar hat man Zeiten, wo einem ein Kind mehr auf die Ketten geht als das andere, aber das ändert sich auch wieder, zumal es nichts daran ändert, dass man auch ein anstrengenderes Kind ebenso lieb hat wie die Geschwister. Und nein: ich bin keine Übermutter
    oh, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte nicht, man kann nicht alle Kinder gleich lieben, sondern "Eltern sind auch nur Menschen und es ist möglich, dass einem ein Kind emotional näher steht als das/die andere(n)"

    Und wenn es sein sollte, dass man ein Kind mal wirklich weniger liebt als die anderen, dann kann man ihm immer noch die gleiche Fürsorge angedeihen lassen oder sogar etwas mehr.

  10. User Info Menu

    AW: Lieblingskinder

    Ich meinte sowohl gleich viel lieben wie gleich gut behandeln/beachten all das was dazugehört.

    Wenn es manche schaffen(oder es zu schaffen glauben...)okay...vielleicht möglich.
    Ich habe aber gesehen dass es viele nicht schaffen...
    Ich bin ein Capulcu

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