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14.04.2010, 18:04Inaktiver User
Den Kontakt zum Vater abbrechen?
Geändert von Inaktiver User (17.11.2021 um 19:30 Uhr)
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14.04.2010, 18:11Inaktiver User
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
Ich weiß nicht - aber wenn ich so was lese, dann frage ich mich, warum man eigentlich zwangsweise Kontakt zu seinen Eltern bzw. in deinem Fall dem Vater, haben muss?
Es wäre mir wichtig, dass ich keinen offnen Streit habe ... aber Kontakt? Den würde ich so gering wie möglich halten!
Ich glaube, es rächt sich mit den Jahren, wenn man kostbare Lebensenergie in Auseinandersetzungen investiert, die einem nicht gut tun - die einen verletzen, aufregen - letztendlich schwächen. Das muss gut überlegt werden! Auch, wenn es der Vater ist.
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14.04.2010, 18:25
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
Hallo Anba,
Das ist ja ein starkes Stück,was sich dein Vater da geleistet hat.
Vielleicht kannst du dir einige Anregungen beim Strang "Schwierige Mutter" holen, dort haben viele berichtet wie sie mit dem schlechten Gewissen nach dem Kontaktabruch zur Mutter umgegangen sind.
Viel Glück
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15.04.2010, 00:50Inaktiver User
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
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Geändert von Inaktiver User (17.11.2021 um 19:31 Uhr)
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15.04.2010, 02:30
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
Liebe Anba,
ohne in Einzelheiten zu gehen, ich hatte auch eine so 'krasse' Mutter. Es war ihr Zeit ihres Lebens nicht möglich, mich EINMAL in den Arm zu nehmen ... Ich konnte hoch und tief springen (bildlich gesprochen), meine Bemühungen waren vergebens.
>Da denke ich (bzw. bilde ich mir wohl eher ein) dass in schwierigen Lebenssituationen, wenn man z.B. mal krank ist die Familie wichtig ist.>
Ich müßte jetzt in meine 4-seitige Liste schauen, wie oft ich bis zum Tod meiner Mutter im Krankenhaus war. Besucht hat sie mich nie.
Mach Dir nicht allzu viel Hoffnungen, dass Dein Vater sich um Dich kümmert. Der letzte Wille Deiner Großeltern hat ihn doch auch nicht interessiert. Das Recht auf einen Pflichtteil hatte er, aber das weist du ja selber.
FG von Helga
„Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
Konrad Adenauer
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15.04.2010, 11:53Inaktiver User
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
Hallo,
das ist eine traurige Sache. Irgendwie ist er ja trotzdem dein Vater, aber wenn überhaut keine Bindung besteht.
Wie sieht er das denn mit dem Erbanteil? War ihm bewusst, dass es für dich verletztend war, dass du deshalb das Haus verkaufen musstest? Vielleicht hätte es ja eine andere Möglichkeit gegeben.
Meine Freundin steckt da auch so in einer Zwickmühle mit ihrer Mutter. Bisher hat sie den Kontakt gehalten wegen der Kinder. Aber ihre Mutter hat sie seit einem Jahr nicht mehr gesehen und wenn sie sich ankündigt, sagt sie spätestens ne Stunde vor dem Besuch wieder ab.
Ich glaube, man muss nicht auf auf Zwang Beziehungen, die so kaputt sind und einen eher schaden, als helfen, aufrecht erhalten.
Denn man sollte sich ja in einer Beziehung wohl fühlen, egal ob eine Partnerschaft oder eine Tochter-Vater-Beziehung.
Wenn es dir so besser geht, dann brich den Kontakt ab.
Lg
Zansara
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15.04.2010, 18:44
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
Vielleicht braucht er die Kohle? Ist doch sein Recht, den Pflichtteil zu fordern.
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15.04.2010, 19:04Inaktiver User
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
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Geändert von Inaktiver User (17.11.2021 um 19:32 Uhr)
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15.04.2010, 23:30
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
Autsch, was für ein Kommentar. Sicher ist es sein Recht. Aber mal auf einer ethischen Ebene gesprochen: Fördert der Zweck denn immer die Mittel?
@anba
Das ist eine sehr traurige Geschichte.
Und Du befindest Dich in einer unbeneidenswerten Lage.
Wie würde es denn für Dich aussehen, den Kontakt abzubrechen. Würdest Du vorher die Konfrontation suchen oder ihn einfach ignorieren/aus deinem Leben streichen?
Was empfindest Du denn bei der Vorstellung, diesen Schritt zu gehen?
Die Geschichte mit dem Pflichtteil ist harter Tobak. Er bekommt Geld und nimmt Dir damit einen imateriellen Wert und sicher auch ein Stück persönliche Geschichte und Identität. Das ist ein problematisches Stück Geschichte zwischen ihm und Dir und bedürfte vielleicht auch, wenn Du um Eure Vater/Tochter Beziehung kämpfen möchtest, etwas Hilfe von außen.
Ich wünsche Dir viel Kraft!
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15.04.2010, 23:45Inaktiver User
AW: Den Kontakt zum Vater abbrechen?
Und was bringt diese Frage? Ändert sie etwas? Nein. Der Vater hat den Pflichtteil eingefordert, das Haus musste verkauft werden, inklusive aller emotionalen Folgen, die das hatte und hat, daran ist nun nichts mehr zu ändern. Es bringt nichts, das Verhalten des Vaters zu hinterfragen - er hatte seine Gründe, die ihn so handeln liessen, und nein, er ist auch aus ethischen Gründen NICHT verpflichtet, die Dinge anders handzuhaben. Er verfolgt seine Ziele und Zwecke, offenbar ohne auf die Bedürfnisse seines Kindes Rücksicht zu nehmen. Damit befindet er sich in zahlreicher Gesellschaft, so etwas ist keine Ausnahme.Autsch, was für ein Kommentar. Sicher ist es sein Recht. Aber mal auf einer ethischen Ebene gesprochen: Fördert der Zweck denn immer die Mittel?
Was nun hilfreich sein kann, ist eine Bestandsaufnahme: Wie geht es mir mit dem, was passierte? Passt es ins Bild? Ist es nur eine weitere Fortsetzung einer Reihe vorangehender Verletzungen/Missachtungen? Was haben Gespräche in der Vergangenheit gebracht? Wie stehen die Chancen realistisch, dass sie JETZT etwas bringen?
Kämpfen ist völlig fruchtlos, wenn nicht beide gleichermassen daran interessiert sind, die Beziehung zu verbessern. Ist das nicht der Fall, kann ich nur MEIN Verhalten ändern und schauen, wie sich das auf die Beziehung (so man einen solchen Kontakt denn so nennen möchte) auswirkt.
Eltern sind nicht verpflichtet, ihre Kinder zu lieben, zu unterstützen, oder für sie da zu sein. Ebenso wenig sind Kinder verpflichtet, Kontakte zu Eltern zu unterhalten, die gar kein Interesse an einem liebe- oder zumindest respektvollen Miteinander haben. Jeder hat dagegen die Verpflichtung, Verantwortung für sein eigenes Wohl zu übernehmen, und dafür Sorge zu tragen, dass er sich von missbräuchlichem, verletzenden Verhalten distanziert. Das kann u.U. ein sehr schwieriger Prozess sein, weil es sehr schmerzhaft ist, sich der Tatsache zu stellen, dass Eltern grausam, lieblos, missbrauchend, gewalttätig, respektlos sein können, und dass es nichts gibt, das sie dazu bewegen kann, endlich GUTE Eltern zu sein.
Aber wenn diese Erkenntnis sich durchsetzt, kann ein Kontaktabbruch eine sehr entlastende Massnahme sein. Eltern sind manchmal leider nicht mehr als Körper, aus denen wir biologisch hervor gingen. Diese Einsicht ist bitter, aber hat man sie einmal verinnerlicht, kann man den Weg von da aus erleichtert ohne diese Menschen, die nie Eltern waren und nie Eltern sein werden, weiter gehen.


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