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  1. Registriert seit
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    Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    Nachdem ich gerade viele Beiträge gelesen habe, in denen sich Töchter über finanzielle Bevorzugung ihrer Geschwister beklagen, würde mich interessieren, wie eurer Meinung nach finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern aussieht. Die eine Tochter hat ein teures Studium im Ausland absolviert, die andere eine Lehre gemacht, bei den Eltern gewohnt und eigentlich alles selbst bezahlt. Wie können/müssen die Eltern das ausgleichen?
    Wie sieht die Sache aus, wenn eine der Töchter Vaters altes Auto bekommen hat, mit dem sie noch jahrelang faren kann. Aber sie sieht nicht ein, dass sie dadurch gegenüber ihrer Schwester einen Vorteil hat. Sie ment, das Auto wäre sowieso nichts mehr wert gewesen.

    Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten, da ich diese Fragen schon mit Freundinnen diskutiert habe, aber eigentlich niemand so recht eine Antwort wusste.

    Gruß

    Pareo


  2. Registriert seit
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    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    Für das Studium im Ausland hat Deine Tochter mehr Lebenschancen.

    Ich würde es so handhaben: Kosten des Studiums Deiner Tochter gegen Wohnung/Verpflegung der anderen Tochter rechnen. Also, wenn die Tochter Abi mit 19 gemacht hat, natürlich auch erst mit 19 anfangen. Falls die andere Tochter schon Kosten getragen hat, diese auch berechen. Dann die Differenz dieser Beträge ausweisen. Als Merkposten, falls Ihr es nicht auszahlen könnt, im Testament mit 4 % Zinsen als Vorwegerbe ausweisen.

    Von dem Auto wisst Ihr doch noch Jahrgang und Marke. Beim ADAC anrufen und in der Schwacke-Liste (= Händler-Einkaufspreis) nachsehen lassen.

    Früher haben die Töchter Aussteuer oder Berufsausbildung bekommen. Finde das durchaus richtig, das auszugleichen. Natürlich nur dann, wenn etwas da ist, um so etwas auszugleichen. Wenn nicht, erübrigt sich diese Frage sowieso.

    Abgesehen davon, finde ich es schon etwas "frech" zu behaupten, ein altes Auto sei nichts mehr wert. Dann ließe es sich nämlich nicht mehr fahren.

    Viel Kraft für Deine Streithähne.

    angie


  3. Registriert seit
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    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    Auch wenn es pingelig klingt, ich schreibe die Geldgaben auf. Also würde ich die realen Kosten des Studiums und die realen Kosten anderer Zuwendungen aufschreiben und dann ausgleichen.

    Meine beiden Kinder studieren. Mein Sohn wohnt im Haus, er hat hier eine Ein-Zimmerwohnung (Strom, Internet, Heizung, etc. zahlen wir), Wäsche wasche ich, immer Zugriff auf eines der Autos und auch Zugriff auf den Keller. Aber er beteiligt sich auch an Familienpflichten (einkaufen, Haus beaufsichtigen, Reifen wechseln, Gartenarbeit, etc.). Zudem hat er ein sehr langes Studium, das er gerade abschließt.

    Die Tochter wohnt in einer eigenen Wohnung, die ich bezahle. Sie macht ihren ganzen Haushalt selber, zahlt Nebenkosten selber etc.

    Beider erhalten noch monatlich Unterhalt (die Tochter mehr als der Sohn), wir bezahlen Krankenkasse, Urlaubszuschuss. Urlaubszuschuss endet mit 25.

    All das schreibe ich auf. Wenn die Tochter deutlich kürzer als der Sohn studieren sollte (so sieht es gerade aus), dann gleiche ich das aus.

    Seit ich das mache und es den beiden vorlege, sind alle Diskussionen um Gerechtigkeit beendet.
    Tapferkeit stärkt, Eigensinn macht Spaß und Geduld gibt Ruhe

  4. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    Das kann man natürlich so machen, keine Frage. Und da du es wohl auch so willst, passt in meinen Augen auch alles.

    Ich sehe es so: Meine Aufgabe ist/war es den Kindern eine Ausbildung zu finanzieren. Meine beiden haben einen Beruf erlernt; mein Sohn hat jetzt aber begonnen zu studieren, während meine Tochter arbeitet.

    Natürlich (?) unterstütze ich meinen Sohn jetzt wieder. Da kommt es vor, dass das Telefon nicht bezahlt werden kann, der Tank leer ist etc. Mama springt dann immer regelmäßig unregelmäßig ein. Auch bekommt er von mir monatlich Unterhalt (davon allein kann er aber nicht Wohnung bezahlen und leben).

    Würde meine Tochter jetzt ebenfalls beschließen zu studieren, bekäme sie das auch, weil sie es dann auch bräuchte. Aber einfach so als Ausgleich? Nein.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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  5. Registriert seit
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    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Würde meine Tochter jetzt ebenfalls beschließen zu studieren, bekäme sie das auch, weil sie es dann auch bräuchte. Aber einfach so als Ausgleich? Nein.
    Ich würde das machen. Wenn ich dem Sohn Benzingeld zustecke, bekommt die Tochter irgendwann auch was zugesteckt. Eben weil ich beiden finanziell das Gleiche zukommen lassen möchte. Was sie damit machen, ist dann ihre Sache. ... Sohn studiert vielleicht und verdient dann später vielleicht mehr, Tochter spart auf Wohnung.
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  6. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    Zitat Zitat von Didi50 Beitrag anzeigen
    Ich würde das machen. Wenn ich dem Sohn Benzingeld zustecke, bekommt die Tochter irgendwann auch was zugesteckt. Eben weil ich beiden finanziell das Gleiche zukommen lassen möchte.
    Das heißt natürlich nicht, dass meine Tochter nichts bekommt. Wenn wir einkaufen gehen und sie sich z. B. für ein Kleidungsstück nicht entscheiden kann, bezahlt Mama hin und wieder. Oder, oder oder.

    Aber ich schreibe nicht auf; ob jetzt beide das Gleiche bekommen, rechne ich nicht ab.
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  7. Registriert seit
    27.12.2009
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    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Ich sehe es so: Meine Aufgabe ist/war es den Kindern eine Ausbildung zu finanzieren. Meine beiden haben einen Beruf erlernt; mein Sohn hat jetzt aber begonnen zu studieren, während meine Tochter arbeitet.
    Sehe ich ganz genau so: den Kindern die Ausbildung, die sie sich vorstellen, in einer vernünftigen Umgebung ermöglichen.

    In meinem Umfeld gab es auch ähnliche Streitereien. Da fühlte sich jemand benachteiligt, weil er während dem Studium zuhause wohnte, sein jüngerer Bruder aber später wegzog und in einer anderen Stadt studierte. Der ältere Sohn hat sogar gefordert, ab sofort die Mietkosten des jüngeren Bruders ebenso überwiesen zu bekommen...
    Das finde ich absolut bizarr - wenn der Junge ebenso weggegangen wäre, hätte er die gleiche Unterstützung bekommen. Das empfinde ich als gerecht.


  8. Registriert seit
    05.12.2008
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    12.329

    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    sobald erwachsene (!) kinder ueber finanzielle gerechtigkeit auch nur nachdenken, sollten sie eher ueberlegen, ob sie sich nicht lieber mal gedanken ueber sich und ihr wertesystem machen.

    just my opinion . .

    luciernago
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  9. Inaktiver User

    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    also ich als erwachsenes kind sehe das so.

    nicht immer sind die eltern einverstanden mit dem berufswunsch ihrer kinder. ich hatte für mich einen beruf aus erkoren, der meinen eltern nicht zu sagte. lange rede, kurzer sinn. in meiner familie sind wir drei kinder, die mitlerweile stram auf die vierzig zu gehen. nicht jeder von uns konnte seinen berufswunsch verwirklichen. wegen eben der fehlenden unterstützung der eltern. einer meiner geschwister wird inzwischen immer noch von den eltern unterstützt (inzwischen sogar inklusive seiner familie). weil, er immer gleich alles haben muß. ein anderer meiner geschwister mußte in der ausbildung mit unterster entlohnung, schon einen teil abgeben. ich fiel so durch, und mußte wärend der lehre zum amt, um zu überleben. diese art der auch finanziellen ungleich behandlung macht es heute für uns geschwister sehr schwer, einen entspannten kontakt miteinander zu pflegen.

    ich finde eine finanziele gleichbehandlung sehr nützlich.


  10. Registriert seit
    15.02.2007
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    3.253

    AW: Finanzielle Gerechtigkeit gegenüber erwachsenen Kindern

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich finde eine finanziele gleichbehandlung sehr nützlich.
    Das, was Du beschreibst, hat für mich nichts mit finanzieller Gleichbehandlung zu tun, sondern damit, dass einigen Geschwistern Dinge ermöglicht wurden, die anderen nicht ermöglicht wurden. Teilweise wohl sogar so grundlegende Dinge wie die Unterstützung bei der Ausbildung. Das ist der entscheidende Punkt, nicht ob ein Kind Summe X und das andere die doppelte Summe bekommt.

    Ich sehe es als Aufgabe von Familie an, Ausbildung und Entwicklung der Kinder bestmöglich zu fördern. Bei dem einen ist es teurer, bei dem anderen günstiger. Solange die emotionale Zuwendung stimmt, dürfte es keine finanziellen Probleme geben. Und wenn, stehe ich auf dem Standpunkt, dass jedes Elternteil noch selbst über sein Konto entscheiden darf.

    Die Vorstellung einer Buchhaltung, welches Kind wieviel kostet, finde ich ehrlich gesagt ganz schrecklich.

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