Ich kann HoneysuckleRose Sichtweise zum Teil nachvollziehen.
Die Aufstellungsarbeit ist in einigen Bereichen zum Allheilmittel geworden. Da kann man sofort und auf der Stelle alles "Aufstellen" mit Figuren, Stühlen und Kissen und so immer "wichtige" Erkenntnisse erlangen.
Vom aufgestelltem Krebsgeschwür bis hin zu einzelnen Atomen oder eben - Familienkonstellationen.
Eine gute Methode in verantwortungsvollen Händen, ohne Gurru-Anspruch und ohne Woodoo, die einem helfen kann eine neue Perspektive auf eine schwierige Situation oder Beziehung zu bekommen, ja das kann Aufstellungsarbeit sein.
Ein Allheilmittel bei dem immer spektakuläre Familiengeheimnisse der letzten 10 Generationen aufgedeckt werden oder die Erkenntnis, dass man seinem Ur-Onkel aus Loyalität mit 30 in den Tod folgen möchte - da bekomme ich Gänsehaut!
Ich würde jedem daher raten sich erst ein mal als Beobachter an einem Aufstellungswochenende zu beteiligen. Gute Therapeuten lassen dies auch zu! Manchmal ist sogar die Kursgebühr reduziert, für die, die an den Themen der anderen Teilnehmer mitarbeiten möchten aber selbst kein Thema stellen.
Und noch ein zweiter Rat: sprich mit den anderen Teilnehmern! Je mehr diese schon an Aufstellungen teilgenommen haben, je mehr sie schon ihre Themen gestellt haben, um so öfter gibt es diese Phänomene "toter Zwilling". Da wird nicht mehr in die Situation hinein gespürt, sondern etwas performed was man zuvor schon in anderen Seminaren erlebt hat. Also Vorsicht vor Angeboten, bei denen immer wieder die gleichen Teilnehmer mit viel Aufstellungs-Selbsterfahrung zusammen kommen!
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 56
Thema: Familienaufstellung
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30.09.2009, 10:17
AW: Familienaufstellung
Geändert von wildebeest (30.09.2009 um 10:20 Uhr)
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09.10.2009, 23:31Inaktiver User
AW: Familienaufstellung
Hallo!
Ich habe nur die erste Seite vom Thema gelesen und habe dazu eine Frage:
kann mir jemand auch nur annähernd sagen, wie eine Familienaufstellung abläuft, wenn man die Familie, also in dem Fall Eltern, gar nicht kennt?
Habe mal gehört, dass geht trotzdem. Aber wie soll das gehen ?
Grüße
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10.10.2009, 10:50
AW: Familienaufstellung
Hallo SuePerman,
bei meinem Aufstellungswochenende war ein junger Mann anwesend, der adoptiert wurde (als Baby, im Ausland) und seine leibliche Familie nicht kannte. In seinem Fall wurden seine leiblichen Eltern u. Großeltern gestellt u. seine Familiengeschichte "geklärt" (die Mutter erzählte, warum sie ihn nicht selbst großziehen konnte, die Großeltern kamen zu Wort, später noch einige Geschwister, von denen die Mutter während der Aufstellung erzählte).
Bei einer Aufstellung kann alles und jeder gestellt werden, selbst verstorbene Personen.
BNC
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10.10.2009, 10:55
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11.10.2009, 09:57Inaktiver User
AW: Familienaufstellung
Aber es ist nicht gesagt, dass das noch irgendwas mit der Geschichte, wie sie sich in Wirklichkeit abgespielt hat, zu tun hat ?
Also in meinen Augen eine sinnlose Sache, oder ein Theaterstück, dass man sich beliebig ausdenken kann.
Energiefelder? Dann ist am Rande so was wie Wahrsagerei
dabei ?
Oder ich kann es mit Kartenlegen vergleichen ?
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11.10.2009, 10:07Inaktiver User
AW: Familienaufstellung
Nein, man kann es nicht mit Kartenlegen vergleichen. Es geht um Dynamiken, die spürbar und sichtbar gemacht werden, und das funktioniert eben auch über Stellvertreter-Positionen. Wichtig ist aber zu beachten, dass das alles Hypothesen sind, und auch die persönlichen Erfahrungen der Stellvertreter eine Rolle spielen.
Skulpturarbeit ist ein wichtiger Aspekt in der Arbeit mit (festen) Gruppen und kann viel dazu beitragen, eigenes Erleben aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.
Voraussetzung ist allerdings,
dass der gesamte Prozess vorher und nachher therapeutisch begleitet und aufgearbeitet wird,
dass es sich nicht um eine Massenveranstaltung handelt, sondern EINE Aufstellung pro Veranstaltung läuft, so dass Stellende wie auch Stellvertreter Zeit und Gelegenheit haben, sich zu erholen, von ihren Rollen zu lösen, und wieder ins Hier und Jetzt zurück zu kehren
dass die begleitenden Therapeuten eine solide Ausbildung haben
Grüssle
Seawasp
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11.10.2009, 10:47
AW: Familienaufstellung
Das Ganze ist ziemlich gefährlich.
Das ist wie Laientheater, nur jeder Schauspieler schreibt einen Teil seiner eigenen und evtl. weiterer Rollen mit. Ebenso macht er einen Teil der Regie. Am Ende kommt irgendein konfuses Stück heraus, das auf Grund der Vorgaben durchaus Nähe zur realen Situation hat.
Und wie die Leute halt sind: Finden sie einige Versatzstücke aus der Realität wieder, neigen sie dazu zu glauben, das der ganze Zirkus wirklich komplett stimmt und ihr Leben abbildet. Zumindest trifft das auf die zu, die ohnehin so ratlos sind, dass sie bereit waren, sich auf diese Nummer überhaupt einzulassen.
In dieser Hinsicht ist es durchaus wie Kartenlegen oder Horoskope lesen. Stimmt (zufällig oder nicht) irgendetwas, wird der Rest von dem Hokuspokus auch für Wahrheit genommen.
Das große Problemen liegt aber darin, dass einem hinterher keiner hilft, die "Ergebnisse" richtig aufzuarbeiten. Kaum je die zutreffenden Dinge und schon gar nicht die unzutreffenden. Und man muss sich darüber im Klaren sein, dass man am Ende dieser Veranstaltung da steht, mit einem riesigen Berg von Informationen und Emotionen.
Viele, die das anbieten sind einfach nur Anlernlinge ohne weitere fundierte Ausbildung. Viele sind dazu gekommen, weil sie selbst mal Stellvertreter waren - und das kann nun wirklich jeder werden.
Echte Therapeuten sollten in der Lage sein, den Ursachen auch mit ihrem klassischen Instrumentarium auf die Spur zu kommen. Und das mit präziseren, schärferen Resultaten.
Was kostet der Spass eigentlich?
All the Best
Jana.
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11.10.2009, 15:07Inaktiver User
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11.10.2009, 15:08Inaktiver User
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11.10.2009, 17:28
AW: Familienaufstellung
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