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    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kann ich ja echt verstehen.

    Nur: wenn es blöd läuft und Deine Eltern kommen in ein Heim, dann kannst Du eventuell auch noch zur Kasse gebeten werden.
    Nein, eilatan, ich kann nicht zur Kasse gebeten werden, da es im BGB einen Paragraphen gibt, wonach Kinder, die von ihren Eltern nachweislich schwer mißhandelt und/oder mißbraucht wurden, nicht für angefallene Pflegekosten aufkommen müssen. Den Schuh muß ich mir gar nicht erst anziehen.
    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

  2. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Tahnee Beitrag anzeigen
    Nein, eilatan, ich kann nicht zur Kasse gebeten werden, da es im BGB einen Paragraphen gibt, wonach Kinder, die von ihren Eltern nachweislich schwer mißhandelt und/oder mißbraucht wurden, nicht für angefallene Pflegekosten aufkommen müssen. Den Schuh muß ich mir gar nicht erst anziehen.
    Das ist super für Dich.

    Ich kenne viele Familien, da hatten die Eltern kein besonders gutes Verhältnis zu einem Kind und bevorzugten stets die übrigen Kinder.

    Oft kam es zum Bruch mit der Familie und dieses Kind durfte nachher genauso bezahlen wie die anderen auch.

    Finde ich irgendwo nicht richtig.

    Kann man aber nicht mit Deiner Situation vergleichen.

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    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist super für Dich.

    Ich kenne viele Familien, da hatten die Eltern kein besonders gutes Verhältnis zu einem Kind und bevorzugten stets die übrigen Kinder.

    Oft kam es zum Bruch mit der Familie und dieses Kind durfte nachher genauso bezahlen wie die anderen auch.

    Finde ich irgendwo nicht richtig.

    Kann man aber nicht mit Deiner Situation vergleichen.
    Naja, die Eltern können auch nicht sagen, wir mögen dieses eine Kind aber nicht so gern, oder es lässt uns links liegen, und wir mögen daher sein Studium nicht finanzieren. Und die Eltern müssen immerhin auch dem ungeliebten Kind oder dem Kind, das seine Eltern nicht mag, noch einen Pflichtteil vererben. Soll es denn umgekehrt gar keine Verpflichtungen des Kindes gegenüber den Eltern geben? Der Staat kann wohl kaum hingehen und prüfen, wer moralisch Schuld hat an den Verwerfungen zwischen Eltern und Kind und danach ausrichten, wie die Verpflichtungen sind.

    Und immerhin reagiert ja der Staat in drastischen Fällen wie in denen von Tahnee, indem er das Kind von solchen Verpflichtungen entbindet.

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    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Den Wunsch der Eltern von Familienangehörigen gepflegt zu werden, kann ich gut nachvollziehen, aber die Machbarkeit ist oft nicht vorhanden. Das Argument der Politik, dass früher die alten Menschen in den Familien gepflegt wurden, kann ich so nicht gelten lassen. Selbst wenn die Pflege in den Familien statt fand, reden wir meist über einen Zeitraum von einigen Wochen oder Monaten bis die pflegebedürftige Person verstorben ist. Heute dagegen reden wir über viele Jahre, von der psychischen Belastung mal ganz abgesehen. Die Argumetation der Politiker wie später die Pflege der ganzen Menschen ohne Angehörige zu finanzieren ist, zielt nicht darauf ab, dass hier erwartet wird, dass die Angehörigen die Pflege übernehmen. Bei Menschen ohne Angehörige ist aber schlicht und einfach keiner da der zur Kasse gebeten werden kann und das ist das Problem. Wenn die alten Menschen keine Ersparnisse haben, muss die komplette Pflege vom Sozialamt übernommen werden.

    An dieser Stelle frage ich mich oft, ob es tatsächlich so ein Segen ist, dass man heute so alt wird. Meine Oma war im Heim und viele Jahre in der höchsten Pflegestufe. Es hat mich stets große Überwindung gekostet dorthin zu gehen und zu sehen was aus meiner Oma geworden ist. Seit dem habe ich panische Angst, dass es mir genauso gehen könnte.

    Auch ich werde meine Eltern nicht pflegen können, wenn der Fall eintreten sollte. Ich wohne über 300 km von ihnen entfernt. Mir bliebe nur, sie zu mir zu holen und dann in einem Heim oder solange es noch geht in der Wohnung unter zu bringen und einen Pflegedienst zu beauftragen. Es stellt sich aber die Frage, ob es gut wäre die Eltern aus der gewohnten Umgebung weg zu holen. Auf jeden Fall werde ich mich aber darum kümmern, auch finanziell, dass es ihnen bis zu ihrem Tod an nichts fehlt und sie sich wohlfühlen. Zum Glück habe ich ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern.
    Neues setzt sich nicht durch Lehre und Überzeugungsarbeit durch, sondern durch Aussterben der Vertreter des alten Weltbildes.

  5. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Abendstille Beitrag anzeigen
    Naja, die Eltern können auch nicht sagen, wir mögen dieses eine Kind aber nicht so gern, oder es lässt uns links liegen, und wir mögen daher sein Studium nicht finanzieren. Und die Eltern müssen immerhin auch dem ungeliebten Kind oder dem Kind, das seine Eltern nicht mag, noch einen Pflichtteil vererben. Soll es denn umgekehrt gar keine Verpflichtungen des Kindes gegenüber den Eltern geben? Der Staat kann wohl kaum hingehen und prüfen, wer moralisch Schuld hat an den Verwerfungen zwischen Eltern und Kind und danach ausrichten, wie die Verpflichtungen sind.

    Ob man dieser Verpflichtung aber nachkommt, indem man selber pflegt oder für Pflege bezahlt, ist ja zum Glück jedem selbst überlassen.

    Ich finde es jedenfalls völlig unangebracht, Menschen, die nicht pflegen können oder wollen, ein schlechtes Gewissen zu machen.
    Vor allem, wenn man bedenkt, dass in den meisten Fällen professionelle Pflege viel besser für die Betroffenen ist, als das laienhafte Gedöns von Angehörigen (die zudem auch noch mit emotionalen Problemen zu kämpfen haben, die bei professionellem Personal wegfallen).

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    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ob man dieser Verpflichtung aber nachkommt, indem man selber pflegt oder für Pflege bezahlt, ist ja zum Glück jedem selbst überlassen.

    Ich finde es jedenfalls völlig unangebracht, Menschen, die nicht pflegen können oder wollen, ein schlechtes Gewissen zu machen.
    Vor allem, wenn man bedenkt, dass in den meisten Fällen professionelle Pflege viel besser für die Betroffenen ist, als das laienhafte Gedöns von Angehörigen (die zudem auch noch mit emotionalen Problemen zu kämpfen haben, die bei professionellem Personal wegfallen).
    Du musst bitte genauer lesen: Es ging hier darum, ob Kinder es auch noch als Zumutung empfinden müssen, einen finanziellen Beitrag, der ohnehin meist gering ist, da der Staat da einen sehr großzügigen Selbstbehalt berechnet, für die Versorgung ihrer Eltern zu zahlen. Es gibt nur wenige Angehörige, die da überhaupt einen Cent zuzahlen müssen.

    Im Übrigen ging es mir nicht darum, ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn Pflege durch Angehörige nicht leistbar ist. Ich wehre mich allerdings dagegen, dass so getan wird, als wäre mit der Delegation an Einrichtungen alles ganz prima und als gäbe es nicht doch noch eine moralische Verpflichtung, wenigstens zu prüfen, ob es auch andere Wege gibt. So hervorragend sind die Zustände in diesen Einrichtungen eben nicht.

    Die professionelle Versorgung gegenüber der Versorgung durch Angehörige zu verklären ist ebenso verfehlt wie dies umgekehrt zu tun.

    Perfide wird deine Argumentation hinsichtlich "profimäßige Distanz" allerdings, wenn man bedenkt, wie sehr Demenzkranke auf die emotionale Zuwendung durch vertraute Personen angewiesen sind. Bedenke doch auch, wie hoch die Fluktuation beim Personal oft ist.

    Im Übrigen: Menschen, die helfen oder pflegen könnten, es nur nicht wollen, kann man in den seltensten Fällen ein schlechtes Gewissen machen.

  7. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Abendstille Beitrag anzeigen
    Perfide wird deine Argumentation hinsichtlich "profimäßige Distanz" allerdings, wenn man bedenkt, wie sehr Demenzkranke auf die emotionale Zuwendung durch vertraute Personen angewiesen sind. Bedenke doch auch, wie hoch die Fluktuation beim Personal oft ist.
    Perfide? Jetzt bleib aber mal auf dem Teppich!

    Die profimäßige Distanz ist sehr wohl nicht zu unterschätzen, wenn es um die Versorgung geht. Oder auch um die Aktivierung noch verbliebener Fähigkeiten - da haben die meisten Angehörigen nämlich überhaupt keine Ahnung von!

    Das hat mit der emotionalen Unterstützung durch die Angehörigen gar nichts zu tun. Die sollte selbstverständlich zusätzlich erfolgen.

    Oder willst du allen Ernstes behaupten, das sei zu Hause einfacher, wenn Windeln gewechselt, ein oft unwilliger Pflegebedürftiger gefüttert werden muss oder dieser oft stundenlang schreit?

    Und was die "Pflicht" von Kindern angeht: Wenn mich meine Eltern schlecht behandelt hätten, würde ich darauf sch***.

  8. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Liebe Abendstille, Zebras Frage ging in die Richtung ob sie die erwartung ihrer Eltern im Pflegefall zu ihnen zu ziehen erfüllen kann und/ oder muß. Was dies angeht, kann ich Salima nur rechtgeben: es ist in den meisten Fällen einfach gar nicht möglich. Wie sollte zebra- die Pflege eines alten Elternteils wuppen, berufstätig und alleinerziehend?
    Wenn dann einer daher kommt und sie belehrt, wie sehr ein Demenzkranker auf emotionale Zuwendung angewiesen ist: was ist das denn anderes als schlechtes gewissen erzeugen?"
    Hast du jemals einen Dementen versorgt? Wer kann denn im privaten Umfeld 24 Stunden dafür sorgen, dass der Desorientierte nicht allein auf die Straße läuft, wo er sich nicht mehr zurechtfindet, oder sich sonstwie in Gefahr bringt? Wer sorgt dafür, dass die Mutter/ Vater saubere Windeln trägt, wenn Sie/ er längst die Einsicht in solche Notwendigkeiten verloren hat und solche Maßnahmen von der Tochter als Übergriff erlebt, gegen die er sich zur Wehr setzt?
    Woher nimmst du Erkenntnisse, dass es sich "in Heimen schneller stirbt"? Oder dein Satz "Die ballern einfach Psychopharmaka rein, bis Ruhe ist" :
    Was macht der denn anderes als Ängste und schlechtes Gewissen?
    Und es stimmt so einfach nicht. Mag sein, dass es gute Heime und schlechte Heime gibt.
    Aber man kann doch nicht so argumentieren. Es gibt Kontrollen,
    Kein Medikament wird gegeben ohne ärztliche Verordnung, nicht eines.
    Und nichts und niemend hindert dich als Angehörige daran deine Eltern im der Einrichtung täglich zu besuchen und ihnen jedwede emotionale Zuwendung zuteil werden zu lassen.
    Geändert von Inaktiver User (23.04.2009 um 14:37 Uhr)

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