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  1. User Info Menu

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von SpezialEdition Beitrag anzeigen
    Na ja, auch da ist die Frage, kann man das überhaupt leisten.

    Meine Mutter wollte z.B. gerne meine Oma zu Hause pflegen und hat es auch versucht. Das Problem war nur .. meine Oma schrie die ganze Nacht, schrie wenn meine Mutter mal einkaufen gehen musste die halbe Nachbarschaft zusammen, war später nicht mehr in der Lage zu sitzen geschweige denn zu gehen und damit ein Problem beim Heben, Wickeln, Waschen. Und dank Altersdemenz konnte meine Oma auch reichlich gemein werden.. Hinzu kam, dass meine Mutter starke Rücken- und Gelenkprobleme hat.

    Für beide Seiten war das Heim besser. Meine Mutter hat sie zwar jeden Tag mehrere Stunden lange besucht oder ging mit ihr im Rollstuhl spazieren (so lange das noch möglich war), aber sie musste sie nicht heben und sie hatte auch Zeiten für sich.

    Meine Mutter hätte auch so ein Fall sein können über den Du sagst "sie hätte doch". Um so etwas beurteilen zu können, muss man schon auch die Hintergründe kennen.

    Klar kommt es auf den Einzelfall an. In dem von mir beschriebenem Fall hatte ich aber schon den Eindruck, die Pflege wäre machbar gewesen.

    Bemerkenswert ist ja immer, wenn gesagt wird, der Angehörige wurde so schwierig, darum musste er ins Heim. Die Wahrheit ist aber, dass Heime eine noch viel geringere Toleranz für solche störenden Verhaltensweisen haben und bislang fachlich keineswegs fähiger sind, damit umzugehen. Die ballern einfach gnadenlos Psychopharmaka rein, bis Ruhe ist. Und oft genug weit mehr als zu rechtfertigen wäre.

  2. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Manchmal,Abendstille,ist es halt einfach so,dass zwischen den einzelnen Familienmitgliedern eine zu enge Beziehung besteht.Das Elternteil das Hilfe braucht,kann dann sehr fordernd sein-mehr als "Kinder" ertragen können.In einem Heim besteht diese enge Bindung nicht mit dem Personal,da sind sie dann besser "zu haben".Sie getrauen sich nicht so viel wie mit den Eigenen.
    Ich habe meine Mutter damals auch ins Heim gegeben,auch wenn mir das Mühe bereitete.Ich habe sie da aber auch fleissig besucht und sie übern Korridor gescheucht,damit ihr Hüftgelenk Bewegung hat.Ich habe sie nach Hause geholt,damit sie sich davon verabschieden kann,habe sie an Weihnachten zu mir genommen und im Rollstuhl mit meinem Mann in den 2. Stock hochgetragen-da wieder runter und im Heim Bettfein gemacht.Hätte ich sie bei mir unter einem Dach gehabt hätte es wohl früher oder später Tote gegeben.Wielange ein pflegebedürftiger Mensch lebt kann uns ja kein Mensch sagen-hätte ichs gewusst,hätte ich sie zu uns genommen(oder vielleicht trotzdem nicht)

  3. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Abendstille Beitrag anzeigen
    Aber wenn zum Beispiel eine kinderlose Kollegin in den Vorruhestand geht und ziemlich parallel ihre Mutter in einem Pflegeheim unterbringt, das noch nicht mal sorgsam ausgesucht wurde, weil man im Rahmen einer Notsituation das (winzige) Zimmer nehmen musste, was zu kriegen war, und sie dann gemeinsam mit ihrem Mann, ebenfalls Ruheständler, im schönen Häuschen ihren Ruhestand genießt, und sie erzählt, dass ihre Mutter immer wieder klagt, sie wolle nicht im Heim bleiben, oder bei einem Besuch bei der Tochter nicht mehr zurück will ins Heim, sowas finde ich schon traurig. Die Mutter ist dann auch nach ca. zwei Jahren gestorben. In Heimen stirbt's sich schneller. Da frage ich mich schon: Hätte die Tochter nicht zwei, drei Jahre lang für ihre Mutter dasein können?

    Hast du schon mal eine alte, möglicherweise demente oder psychisch krank Person jahrelang gepflegt?

    Vermutlich nicht, sonst würdest du sowas nicht schreiben.

    Ich habe es hinter mir und eins ist klar: NIE WIEDER!

  4. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Abendstille Beitrag anzeigen
    Bemerkenswert ist ja immer, wenn gesagt wird, der Angehörige wurde so schwierig, darum musste er ins Heim. Die Wahrheit ist aber, dass Heime eine noch viel geringere Toleranz für solche störenden Verhaltensweisen haben und bislang fachlich keineswegs fähiger sind, damit umzugehen. Die ballern einfach gnadenlos Psychopharmaka rein, bis Ruhe ist. Und oft genug weit mehr als zu rechtfertigen wäre.
    Das ist ja gar nicht wahr. In der Mehrheit der Heime ist das nicht so. Allerdings kommen nur die schwarzen Schafe in die PResse.

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    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Ich habe gepflegt, mein bester Freund hat gepflegt, mein Freund pflegt derzeit "teilzeit".
    Wir alle sagen: Nie wieder.
    Pflege bitte von Fachpersonal, die Verwandtschaft soll den Pflegling "bespaßen".
    Anders geht man kaputt.


    Ich will nicht von meinen Kindern gepflegt werden!

  6. gesperrt

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    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Abendstille Beitrag anzeigen
    Klar kommt es auf den Einzelfall an. In dem von mir beschriebenem Fall hatte ich aber schon den Eindruck, die Pflege wäre machbar gewesen.

    Bemerkenswert ist ja immer, wenn gesagt wird, der Angehörige wurde so schwierig, darum musste er ins Heim. Die Wahrheit ist aber, dass Heime eine noch viel geringere Toleranz für solche störenden Verhaltensweisen haben und bislang fachlich keineswegs fähiger sind, damit umzugehen. Die ballern einfach gnadenlos Psychopharmaka rein, bis Ruhe ist. Und oft genug weit mehr als zu rechtfertigen wäre.
    Ja, das ist schon so. Aber hast Du schon mal Tage und Nächte mit einem schreienden Angehörgen verbracht? Oder einen, der dement ist und die ganze Nacht durchs Haus wandert? Du musst aber am nächsten Tag raus. Raus um zu arbeiten, Kinder versorgen und den Kranken auch.

    Ich selbst kann aufgrund dessen was ich entweder erlebt oder im Umfeld gesehen habe nachvollziehen, wenn jemand die häusliche Pflege nicht übernimmt. Was ich aber absolut nicht verstehen kann ist, wenn man die Pflegebedürftigen dann im Heim "vergisst".

    Ich fand es z.B. erschreckend, dass in dem Heim in dem meine Oma war alte Menschen über Wochen und Monate hinweg keinen Besuch von ihren Angehörigen bekamen obwohl sie in der Nähe lebten.

    Kennst Du das Buch "Haus der Schildkröten" von Anette Pehnt? Sie beschreibt auch ein gutes Stück der inneren Zerissenheit aller Beteiligter.

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    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von ixyz Beitrag anzeigen
    Ich habe gepflegt, mein bester Freund hat gepflegt, mein Freund pflegt derzeit "teilzeit".
    Wir alle sagen: Nie wieder.
    Pflege bitte von Fachpersonal, die Verwandtschaft soll den Pflegling "bespaßen".
    Anders geht man kaputt.


    Ich will nicht von meinen Kindern gepflegt werden!
    Na hoffentlich kommt das dann bald mal in der Politik an, die nach wie vor stark auf Angehörige setzt. Wenn immer mehr Pflegebedürftige an Einrichtungen abgegeben werden, der Trend scheint ja eindeutig zu sein, kracht das bisherige System bald zusammen.

  8. gesperrt

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    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist ja gar nicht wahr. In der Mehrheit der Heime ist das nicht so. Allerdings kommen nur die schwarzen Schafe in die PResse.
    Fröschle, es ist in vielen Heimen Usus. Da brauchts gar keine Presse, das erzählen dir die Altenpfleger wenn Du sie privat kennst.

    Die Frage ist nur wie stark die Dosis ist und ob es nur über Nacht passiert.

  9. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von Abendstille Beitrag anzeigen
    Na hoffentlich kommt das dann bald mal in der Politik an, die nach wie vor stark auf Angehörige setzt. Wenn immer mehr Pflegebedürftige an Einrichtungen abgegeben werden, der Trend scheint ja eindeutig zu sein, kracht das bisherige System bald zusammen.
    Also, bislang besteht keine Gefahr, dass es zusammenbricht, denn nur ein Drittel wird heute im Heim gepflegt. Der größte Teil der Pflege findet zurzeit noch zu Hause statt.

    Das ist schon eine Kostenübernahmefrage: ich Pflegeheime kommt man ohne Pflegestufe gar nicht rein, Altersresidenzen können sich die meisten nicht leisten.

  10. Inaktiver User

    AW: Pflegewunsch des Vaters

    Zitat Zitat von SpezialEdition Beitrag anzeigen
    Fröschle, es ist in vielen Heimen Usus. Da brauchts gar keine Presse, das erzählen dir die Altenpfleger wenn Du sie privat kennst.

    Die Frage ist nur wie stark die Dosis ist und ob es nur über Nacht passiert.
    Ja, es gibt sowas ja auch. Aber dass das die Regel ist, bestreite nicht nur ich. Ich kenne einige Leute in diesem Sektor, die bestätigen, dass in den meisten Fällen es eben besser ist, als immer berichtet.

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