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    Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Liebe Leute

    Seit ca. 10 Monaten weiss ich, dass ich eines von den statistischen 10% Kuckuckskindern bin. Ich habe es selbst herausgefunden, mit 27 Jahren und es war schrecklich. Ich bin wochenlang aufgewacht und habe morgens im Halbschlaf gedacht, dass doch irgendwas passiert ist. Und dann fiel es mir wieder ein. Und dann habe ich gedacht, dass das doch alles nicht wahr sein darf. Ein Albtraum.

    Seitdem habe ich einfach so weitergelebt. Ich bin wahnsinnig wütend. Manchmal auf alles und alle. Ich möchte die Wahrheit nicht annehmen, ich möchte aus einer normalen Familie kommen und mit einem stabilen Grund unter den Füssen geboren worden sein. Ich kann mich nicht von dem Bild einer heilen Familie samt Brombeerhecken und Sommerurlauben am Meer verabschieden.

    Am schlimmsten finde ich, dass ich mit meinem sozialen Vater keinen Frieden schliessen konnte. Er ist vor mehr als 10 Jahren verstorben. Er wusste, dass ich nicht sein Kind bin. Er war oft aggressiv gegen mich, und ich gegen ihn. Schon mit 2 Jahren wollte ich micht nicht von ihm herumtragen lassen. Ich wusste, dass etwas nicht stimmt. Ich habe meine Mutter wiederholt gefragt, ob er wirklich mein Vater ist. Das erste Mal mit 10 oder 11.

    Ich überlege hin und her. Wenn meine Mutter und ich verheiratet wären, würde ich mich scheiden lassen. Ich habe aber den Kontakt nicht abgebrochen. Wir tun oft so, als sei nichts gewesen. Sie bittet mich auch, keinen Kontakt zu meinem leiblichen Vater aufzunehmen. Ich kenne ihn, und er ist mir sehr sympathisch. Seine Frau weiss anscheinend auch, dass ich sein Kind bin. Sonst wäre sie nicht so komisch zu mir und würde nicht ständig in feinen Untertönen gegenüber mir und meiner Mutter betonen, dass sie das tollere Kind hat und sowieso die tollere Frau ist.

    Ich weiss, dass ich jetzt irgendwas tun muss. Nur was?

    Hat irgendwer ähnliches erlebt? Kann mir jemand irgendetwas raten? Ich kann das alles nicht ordnen und lebe dazu noch im Ausland, kann also nicht einfach eine Beratungsstelle oder so was aufsuchen. Höchstens per Mail.

    Viele Grüsse
    sarah

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    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Mir geht es nicht so wie Dir. Wenn es so wäre, würde ich mich - glaube ich - über den Wunsch meiner Mutter hinwegsetzen und mit meinem leiblichen Vater offen sprechen. Nur über Offenheit kannst Du zu innerer Ruhe kommen. Wahrscheinlich ist Deine Mutter böse - das wäre mir in Deinem Fall nicht so wichtig.

  3. Inaktiver User

    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Ich bin auch betroffen. Bin aber schon ü50, deshalb leben die Beteiligten nicht mehr.

    Meine Mutter hatte als junge Frau zwei Beziehungen, und hat letztlich den "verlässlicheren" Mann geheiratet. Ich bin höchstwahrscheinlich aber von dem anderen, jedenfalls hat sie mir später immer wieder gesagt, wie ähnlich ich ihm bin.
    Ich habe als Kind nichts davon gewusst, habe nur noch ganz schwache Erinnerungen an Besuche eines anderen Mannes (alle kannten sich und wussten voneinander). Als ich dann 18 war, hat mir meine Mutter Bescheid gesagt. Und seltsamerweise habe ich keinen Schock erlitten, es war mir eher gleichgültig. Mein sozialer Vater und ich hatten immer Probleme miteinander, er war kalt und abweisend, aber das war ein generelles Problem bei ihm. Vielleicht aber mir gegenüber doch auch nicht so zufällig, wer weiß. Ich habe rundum keine guten Erinnerungen an ihn. Und vielleicht auch deshalb hatte ich kein Bedürfnis danach, den richtigen Vater kennenzulernen, weiß nicht warum.. mag sein, ich hatte Angst, er wäre ablehnend? Zudem wohnte er dauerhaft im Ausland.
    Ich habe nie wieder ein Bedürfnis nach einem Kennenlernen gehabt.
    Als meine Mutter starb, habe ich an die Adresse, die ich in ihrem Adressbuch gefunden habe, eine Mitteilung geschickt, samt Todesanzeige. Es ist keine Antwort gekommen. WArum auch immer, entweder war er auch schon tot oder die spanischen Behörden schicken dann nicht solche Unzustellbarkeitsmitteilungen, nehme ich an.

    Im vorliegenden Fall würde ich mich über den Wunsch der Mutter eindeutig hinwegsetzen. Egal wie sauer sie ist. Zumindest eine Aussprache mit dem leiblichen Vater hielte ich für wichtig und nötig, wenn das innere Bedürfnis besteht. Auf jeden Fall!
    Runterschlucken und verdrängen funktioniert nicht, weiß ich aus Erfahrung.

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    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Hallo Sarah

    Es tut mir natürlich sehr leid für Dich , das Du erst so spät erfahren hast wer dein Erzeuger ist und das auch nur weil Du selbst geforscht hast.

    Hast Du deine Mama mal gefragt wieso sie das die ganze Zeit verschwiegen hat ?

    Warum hat sie Dir die Wahrheit nicht gesagt ?

    Wieos möchte sie nicht , das Du Kontakt hast zu ihm ?


    Das sind fragen die ich Ihr stellen würde , denn ich kann mir nicht vorstellen das sie Dir damit was böses wollte. Mir selber geht als Kind nicht so aber ich bin Mutter zweier Kinder wo nicht mit dem Erzeuger gross werden , sondern mit ihrem neuen Papa.Neuer Papa deshalb weil er tut alles für die beiden wirklich alles was derErzeuger nicht tut er hat weder eine Karte über noch ein telefonat geschweige denn nette Worte zu feierlichkeiten.

    Michelle ( 5 Jahre ) weiss das es einen gibt der sie gezeugt hat und einen der für sie da ist. Ich habe mich schwer getan Ihr das zu erklären , denn die grösste Angst die man hat , das sie sich entfernen irgendwann im alter. Wenn sie sagt heyyy ich will ihn kennenlernen , sage ich OKI kein DING fahren wir hin. Der Erzeuger ist keines wegs ein vorbilds Papa geschweige denn verantwortungsbewusst aber ich würde Ihr gegenüber niemals nicht was schlechtes sagen , denn sie muss Ihre Erfahrungen selber sammeln wenn sie das mal möchte.

    Marcel ( 3 Jahre ) weiss davon noch nichts , denn er würde es auch noch nicht verstehen. Bei Marcel muss ich sagen wird es mir am schwersten fallen denn seit der Geburt kennt er nix anderes wie den jetzigen Mann an meiner Seite , der sein alles geliebter Papa ist. Natürlich muss ich es ihm zu einem guten Zeitpunkt wo er es auch verstehen wird sagen nur wird es eben nicht leicht.

    Was ich damit sagen möchte ist das wir als Mütter unheimlich angst haben davor , und dazu viel Mut gehört. Ich glaube nicht das eine Mutter was böses bezwecken will wenn sie es verheimlicht sondern angst davor hat Ihr Kind zu verlieren. Was ich euch / Dir raten möchte redet darüber tut nicht so als wärs kein Thema mehr , denn es ist ein Thema .

    MFG Nici

  5. gesperrt

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    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Zitat Zitat von nici1978 Beitrag anzeigen
    Der Erzeuger ist keines wegs ein vorbilds Papa geschweige denn verantwortungsbewusst aber ich würde Ihr gegenüber niemals nicht was schlechtes sagen , denn sie muss Ihre Erfahrungen selber sammeln wenn sie das mal möchte.

    Marcel ( 3 Jahre ) weiss davon noch nichts , denn er würde es auch noch nicht verstehen. Bei Marcel muss ich sagen wird es mir am schwersten fallen denn seit der Geburt kennt er nix anderes wie den jetzigen Mann an meiner Seite , der sein alles geliebter Papa ist. Natürlich muss ich es ihm zu einem guten Zeitpunkt wo er es auch verstehen wird sagen nur wird es eben nicht leicht.

    Mich würde lediglich interessieren, WER sich mein Leben lang um mich gekümmert hat. Ein "Samenspender" wäre mir egal, zumal wenn es sich um einen "Hallodri" handelt.

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    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Das ginge mir prinzipiell auch so, allerdings nur wenn der soziale Vater sich gut gekümmert hat. Wenn es so ist wie bei einem Teil der hier Schreibenden und der Ziehvater sich immer ablehnend verhalten hat hat man sicherlich das Gefühl mit dem echten Vater wäre alles besser gewesen, wäre man geliebt worden.
    Ich denke die Voraussetzung mit solchen Dingen gut klar zu kommen ist ein liebevolles Umfeld durch beide "Elternteile".

  7. Inaktiver User

    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Hallo sarah...!

    Du hast 27 Jahre einen "Vater" gehabt und wirst ihn auch noch weiter haben!!! Er war für dich da und du warst seine Tochter! Ich bin auch ein uneheliches Kind, kenne meinen Erzeuger nicht! Ich spreche hier von meinem Erzeuger, da ich meinen Vater, der auch jetzt noch mein Vater ist, auch als diesen bezeichne! Klar macht man sich Gedanken und wünscht sich in schlechten Zeiten den richtigen Vater kennenlernen, doch ich brauche es nicht. Schau in dich rein und frag dich, ob du es wirklich willst!!! 27 Jahre sind eine lange Zeit und du scheinst ihn auch nicht zu interessieren, bzw. weiß er gar nicht, ob er eine Tochter hat! Lass bitte alles beim Alten- es ist nicht schlimm!!!

    VG Silvio

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    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    @Annemone: Danke für Deine Geschichte. Es hilft mir schon, dass ich nicht allein bin mit so einer Geschichte.

    @Nici: Ja, ich verstehe die Angst der Mütter. Ich finde es gut, dass Du den Mut und die Kraft hast, Deinen Kindern früh die Wahrheit zu sagen. Ich denke, dass das sehr wichtig ist. Man muss nicht mit allen Blutsverwandten Kontakt haben, eine Familie muss man sich erarbeiten. Aber man muss wissen, woher man kommt.
    Die Antworten auf Deine drei Fragen hängen zusammen.

    Hast Du deine Mama mal gefragt wieso sie das die ganze Zeit verschwiegen hat? Warum hat sie Dir die Wahrheit nicht gesagt? Wieso möchte sie nicht, dass Du Kontakt hast zu ihm?

    Sie hat es mir verschwiegen, weil sie Angst hatte, dass ich mich von ihr entferne und weil es ihr irgendwie peinlich ist. Sie waren ewig verheiratet, mein Vater konnte keine Kinder zeugen und meine Mutter wollte nichts mehr als ein Haus voller Kinder. Sie hat es aber auch verschwiegen, weil sich diese Geschichte nicht mit dem Job meines Vaters vereinbaren liess. Es war wohl recht dramatisch damals, zumal der Klatsch schon im Gange war. Ich denke manchmal, sie will es auch nicht wahrhaben, dass ich das Kind eines anderen bin und nicht das Kind ihres Mannes. Ausserdem ist sie selbst ohne Vater aufgewachsen, für sie gab es nur die Mutter. Ihr Vater wurde und wird selten erwähnt. Vater = ohne Bedeutung. Nun, sie will nicht, dass ich Kontakt zum leiblichen Vater habe, weil sie meint, dass man Dinge ruhen lassen sollte. Sie ist 70 Jahre alt, sie stammt aus einer ganz anderen Generation. Offenheit mit solchen Themen ist ihr sehr fremd. Meine Eltern haben auch in ihrer ganzen Ehe nur ein einziges Mal über die Geschichte gesprochen, und zwar als meine Mutter ihre Schwangerschaft bemerkte. Sie sagt immer: Bestimmte Sachen soll man ruhen lassen. Punkt. Über solche Sachen spricht man nicht. Punkt.

    @Sivlio: Du hast eine recht pragmatische Einstellung zu dem Thema, an sich ist das ja gut. Nur scheint mir, dass Du schon länger weisst, dass Dein Vater nicht Dein Erzeuger ist. Für mich war es ein Schock, und gleichzeitig erklärten sich im Nachhinein viele Dinge. Mein leiblicher Vater weiss von meiner Existenz, von Anfang der Schwangerschaft an. Meine Mutter hat ihm jetzt auch erzählt, dass ich es weiss. Er hat mir die weiteren Schritte überlassen. Nun, anders als bei Dir ist das kein anonymer Erzeuger, sondern jemand, den ich seit der Kindheit kenne. Was soll ich denn nächstes Mal sagen, wenn ich ihn treffe? Wie wäre es mit „Schönes Wetter heute. Was macht der Hund?" Oh weh.

    Gruss
    Sarah80

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    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Hallo Sarah,
    deine Mutter ist 70 und hat den größten Teil ihres Lebens hinter sich. Du hast aber noch alles vor dir. Willst du wirklich den Rest deines Lebens mit dieser unklaren Situation verbringen?
    Kannst du deinem leiblichen Vater nicht mal schreiben und ihn um ein Treffen unter vier Augen bitten? Wenn ihr euch sympathisch seid, müsste er doch eigentlich einwilligen. Nur wenn du mit ihm sprichst, kannst du herausfinden, wie ihr weiter miteinander umgehen wollt.
    Und noch eine Frage: Was für eine heile Welt möchtest du "wiederhaben", wenn du dich mit deinem sozialen Vater nie verstanden hast?
    Kitta

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    AW: Vater ist nicht mein Vater - wem geht es auch so?

    Hallo Kitta,

    nein, ich will nicht mit dieser unklaren Situation weiterleben und das wird mir immer klarer. Brief habe ich überlegt. Kann mir nicht vorstellen, dass der Brief ungelesen an ihn weitergeht. Seine Frau, die enge Bekannte meiner Mutter wiederum, fängt alles ab. Und ich will auf gar keinen Fall, dass sie sich da noch mehr mit reinhängt. Es wäre viel einfacher, wenn meine Mutter und diese Familie räumlich und freundschaftskreismässig weit auseinanderliegen würden, aber genau das Gegenteil ist der Fall.

    Tja, heile Welt. Es war nicht so, dass ich mit meinem sozialen Vater nur Schwierigkeiten gehabt habe. Wir haben schon viel zusammen unternommen, und wir hatten die gleichen Interessen. Religion, Philosophie, Bücher. Und wir mochten die gleichen Schriftsteller. Nur irgendwas stimmte eben nicht so ganz, vor allem haben wir uns manchmal heftigst aus heiterem Himmel angebrüllt und mit den Türen geschmissen. Mein Vater hat sich sonst mit niemandem so angelegt wie mit mir. Das kann natürlich auch mit jedem "echten Vater" passieren, nur hatte ich eben immer das Gefühl, dass unsere Beziehung auf einem sehr sehr wackeligen Grund steht, dass ich nicht zu ihm gehöre und irgendwas komisch ist.

    Gruss
    Sarah80

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