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    Partner mit Burnout-Syndrom

    Hallo, ich führe seit 4 Jahren eine Fernbeziehung. Vor ca. 2 1/2 Jahren erkrankte mein Partner am Burnout-Syndrom und seitdem ist der Wurm drin. Zahlreiche Therapien ohne durchschlagenden Erfolg, jedoch immer mit der ärztlichen Zusage, jetzt sei wieder alles im Lot. Ist es aber nicht. Mein Partner wird immer wieder krank, zieht sich dann zurück, hält Verabredungen nicht ein etc. - um einige Zeit später wieder völlig normal zu reagieren ... wir sind am Ende unseres Lateins, die Ärzte und Therpeuten offenbar auch. Hat jemand ähnliches erlebt???

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    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Hat er denn schon mal richtig lange dauerhaft Ruhe gehabt? Zeit für sich? Therapien sind sicher sinnvoll, aber bei manchen rauben sie auch die nötige Ruhe.
    Ist er seit zweieinhalb Jahren krank geschrieben? Oder hat er wieder gearbeitet?
    Liebe Grüße,
    samsona

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    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Er hat wieder gearbeitet. Und so richtig Ruhe???? Immer mal ein paar Wochen in einer Klinik, aber dort war ja dann auch immer wieder Programm mit Therapie etc.
    Das Schlimme ist die Widersprüchlichkeit in seinem Verhalten. Mal sucht er meine absolute Nähe, mal schubst er mich weg, dann darf ich ihn nicht besuchen und er sagt Treffen bei mir ab. Mal spricht er von Liebe und mal beendet er die Beziehung per SMS, um sich nach kurzer Zeit über sein eigenes Verhalten zu wundern.
    Manchmal habe ich einfach keine Kraft mehr, dieses Auf und Ab mitzumachen, aber auf der anderen Seite ist da noch so viel Gefühl für ihn und ich will ihn auch nicht in dieser schweren Zeit einfach verlassen.
    Gruß Zauberfee 3
    Geändert von zauberfee3 (26.04.2008 um 23:08 Uhr)

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    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Zitat Zitat von zauberfee3
    Immer mal ein paar Wochen in einer Klinik, aber dort war ja dann auch immer wieder Programm mit Therapie etc.
    Das ist nicht für jeden Menschen optimal. Mein Mann hat (ohne Therapie) mit absoluter Ruhe wieder zu sich gefunden. Da passierte wirklich Monate quasi gar nix. Er hat nur gedacht, viel geschlafen und ab und zu geredet. Eine Therapie wäre in dem Fall eher hinderlich gewesen, weil es ihn aus seinem eigenen Heilungsrhythmus herausgerissen hätte.
    Hat er einen guten Hausarzt? Damit steht und fällt viel. Mein Mann hat einen sehr guten Hausarzt, der genau erkannt hat, was mein Mann brauchte.
    Ja, das hieß auch, dass er fast ein halbes Jahr krank geschrieben war. Aber heute geht es ihm Welten besser als vor dem Burn Out Syndrom.

    Wie schätzt Du selbst ein, was er braucht? Vielleicht benötigt er einfach mehr Ruhe? Vielleicht auch andere "Zugangswege", alternative Medizin vielleicht? Oder einfach so etwas wie Yoga, etwas, wo er seine eigene Mitte findet?
    Jeder braucht andere Wege, da wieder heraus zu kommen. Wenn Du ihn fragst, was er sich wünscht, würde Euch das vielleicht einer Lösung näher bringen.
    Klingt seltsam, aber bei meinem Mann war es genau so: Er sagte, er will RUHE. Und die hat ihm geholfen.
    Liebe Grüße,
    samsona

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    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Zitat Zitat von zauberfee3
    Das Schlimme ist die Widersprüchlichkeit in seinem Verhalten. Mal sucht er meine absolute Nähe, mal schubst er mich weg, dann darf ich ihn nicht besuchen und er sagt Treffen bei mir ab. Mal spricht er von Liebe und mal beendet er die Beziehung per SMS, um sich nach kurzer Zeit über sein eigenes Verhalten zu wundern.
    Manchmal habe ich einfach keine Kraft mehr, dieses Auf und Ab mitzumachen, aber auf der anderen Seite ist da noch so viel Gefühl für ihn und ich will ihn auch nicht in dieser schweren Zeit einfach verlassen.
    Das braucht verdammt viel Geduld und Kraft. Ich kenn das, es hat mich an meine Grenzen gebracht. Du musst selbst zurückstecken, aber wenn Du Dir deiner Liebe sicher bist, schaffst Du das.
    Was hat denn die Therapie für Ergebnisse gebracht? Vielleicht steckt auch noch eine andere Erkrankung dahinter? Eine ausgeprägte Depression, die wegen des Burnouts nicht erkannt wurde, eventuell?
    Auf jeden Fall hat sich das Problem, was auch immer es ist, nicht gelöst. Für mich klingt es, als stünde er nach wie vor am Anfang. Einen Arzt- und Therapeutenwechsel würde ich auf alle Fälle in Betracht ziehen.
    Liebe Grüße,
    samsona

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    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Liebe Samsona,
    beruhigend, dass es anderen auch so ergeht. Ich werde über deine Anregungen nachdenken und mit meinem Freund sprechen. Vielleicht war wirklich zuviel "Action" um seine Erkrankung in den letzten Jahren. Er wollte einfach so schnell wie möglich wieder gesund werden und hat dafür alles getan.... die Betonung liegt auf "getan"....
    Danke und liebe Grüße!
    Zauberfee3

  7. Inaktiver User

    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Hallo Zauberfee
    Er wollte einfach so schnell wie möglich wieder gesund werden und hat dafür alles getan.... die Betonung liegt auf "getan"....
    DAS ist ein Teil des Burnout-Syndroms. Ich begleite gerade eine Frau bei ihrer Wiedereingliederung nach der akuten Krankheitsphase - und muß sie ständig nur bremsen. Außerdem geht es ganz intensiv darum, dass sie ihre Glaubenssätze in Bezug auf Leistung und Selbstwert überprüft (und ändert!)
    Beratung kann dein Mann sich holen bei dem örtlichen Integrationsfachdienst.
    LG Keela

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    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Liebe Samsona,
    zu deiner Frage von gestern: Die Therapien haben im Grunde kein erhellendes Ergebnis gebracht. Die Diagnose Burnout ist auch erst recht spät gestellt worden, davor war einfach von Überlastung, Zusammenbruch, psychischen Problemen ... die Rede. Es folgte eine Psychotherapie nach der anderen, danach eine medikamentöse Behandlung, die kurzzeitig in die Abhängigkeit geführt hat, anschließend ein paar Wochen in einer Entzugsklinik! Dann hormonelle Therapie etc. pp. Erst Ende des letzten Jahres kam ein Arzt auf die Idee, ihm Ruhe und eine Auszeit zu verordnen. Mein Freund war daraufhin 3 Wochen über Weihnachten und Neujahr zur Kur, was ihm sehr gut getan hat. Danach ging es ihm richtig gut - bis vor drei Wochen, als er aus heiterem Himmel einen schrecklichen Husten bekam, den kein Arzt richtig diagnostizieren (Infekt, Allergie ....) bzw. behandeln konnte, mit Fieberschüben und unendlicher Müdigkeit. Als Folge daraus hat er sich wieder von allen nahestehenden Menschen zurückgezogen, einen gemeinsam geplanten Urlaub abgesagt, sogar unsere Beziehung beendet (und einen Tag später sich dafür entschuldigt) und ist seit ein paar Tagen in einer psychosomatischen Klinik, weil der Husten ihn nicht zur Ruhe kommen lässt und der Hausarzt mit seinem Wissen am Ende ist. Ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Wieder ein neuer Therapieansatz?? Wir haben telefonischen Kontakt, ich habe ihm von diesem Forum und dem, was du mir geschrieben hast, erzählt. Er war sehr interessiert, aber ich mag ihn auch nicht überfordern. Irgendwie scheint alles völlig verfahren. -
    Danke, dass ich mir hier endlich meine Sorgen von der Seele schreiben kann und das Gefühl habe, damit nicht völlig allein zu sein! In meinem Umfeld raten mir alle seit langem zur Trennung von diesem "unmöglichen Mann"!!

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    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Hallo Keela,
    auch dir vielen Dank für deine Antwort und deinen Hinweis auf den Fachdienst. Im Moment ist das glaube ich noch nicht der richtige Ansatz, ich werde mir diese Hilfsmöglichkeit aber gerne merken.

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    AW: Partner mit Burnout-Syndrom

    Hallo zauberfee,

    das ist ja deprimierend. Der Husten kann natürlich ein Hinweis darauf sein, dass er die Krankheit noch nicht überwunden hat und sie sich jetzt auf diesem Weg "Gehör" verschafft.
    Es ist ein Glück, den richtigen Arzt und den richtigen Weg der Heilung zu finden. Leider gehen manche Ärzte nur nach festen Standards vor und die helfen eben nicht bei allen Menschen.
    Ich hoffe so für Euch, dass in der Klinik der richtige Ansatz gefunden wird.
    Für meinen Mann war es die intensive Beschäftigung mit sich selbst, seiner Vergangenheit und Gegenwart. Und auch die Erkenntnis, dass er sterblich ist. Klingt seltsam, aber bis dahin hat er sich schon irgendwie für einen "Übermenschen" gehalten. Die Erkrankung hat ihm klar gemacht, dass er auf sich achten muss und auch Grenzen ziehen muss.
    Du musst für Dich rausfinden, ob Du genug Kraft hast, den Weg weiter mit ihm zu gehen. Es ist verdammt schwer. Und manchmal reicht die Kraft auch nicht aus. Denn Du läufst natürlich auch Gefahr, dass Du Dich kaputt machst. Und Du musst versuchen, diese Gratwanderung zu meistern - wenn Deine Kraft nicht reicht, dann denk auch an Dich.

    Ich wünsch Euch viel Kraft und dass es ihm bald besser geht. Pass auf Dich auf!
    Liebe Grüße,
    samsona

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