Hallo,
ich bin ja immer noch auf der Suche nach Gründen für das Verhalten meines Mannes. Einigen Dingen komme ich nach und nach auf die Spur.
Mein Mann hat, von einem Tag auf den anderen, Neujahr gesagt, es sei besser für mich, ich zöge aus. Er hätte jemanden kennengelernt und er wisse nicht, wie sich alles weiterentwickelt und er möchte nicht mehr kaputt machen, als er es mit dieser Aussage schon getan hat. Ich sei ihm nicht egal und er möchte mich als Freundin, Vertraute, Gesprächspartnerin behalten, aber als Frau könne er mich zur Zeit nicht glücklich machen. Es geht da aber auch nicht um Sex, den er, zumindest bis zu meinem Auszug vor 14 Tagen, nur einmal hatte.
Es käme nie wieder eine andere Frau in unser Haus. Diese Nähe und dass wieder alles kaputtginge, das könne und wolle er nicht noch einmal ertragen.
Wir hatten eine einmalige Beziehung, mit einer Nähe, auf beiden Seiten, die von anfang an von uns Beiden als etwas ganz wertvolles angesehen wurde.
Nun hat er eine Macke, wie er sagte, weiss er davon, seit er ein ganz junger Mann war. Er hat 18 jährig seinen Vater verloren, heiratete kurz darauf und wurde mit 19 das erste mal Vater, mit 21 noch einmal und dann noch einmal mit 27.
ER hatte also ganz früh viel Verantwortung, weil seine Geschwister beim Tode des Vaters noch jünger waren, als er.
Seine Mutter ist eine nette Frau, aber so wirklich herzlich ist sie nicht. Sie kann schlecht Gefühle zeigen.
Als ich ihr, nach meinem Mann, von der Trennung berichtete, war sie zwar ratlos, aber traurig? Als ich ihr sagte, er habe eine Neue kennengelernt, sagte sie: Euer Vater gönnt sich alle paar Jahre mal was. Wir sind jetzt 9,5 Jahre zusammen.
Diese Macke trat alle paar Jahre früher mal auf und er brach aus.
Immer nur kurz, danach war alles wieder vorbei. Als wir heirateten, erzählte er mir jetzt, war er so glücklich, weil er glaubte, es sei für immer vorbei. So lange war es noch nie gut gegangen. Umso schlimmer auch für ihn, dass es wieder da ist.
Er sagt, dass er merkt, dass er sich verändert und er wolle mich nicht noch mehr verletzen, weil ich ihm ja nicht egal sei.
ER will nicht der sein, der er jetzt ist.
Sein Bruder ist bereits das dritte mal verheiratet, seine Schwester war es einmal, hat zwei Kinder von zwei Vätern und immer wieder gehen ihre Beziehungen in die Brüche. Ein Zusammenhang???
Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn in Liebe loslasse und ihm damit Zeit geben will, dass er wieder zu sich findet. Es schmerzt mich sehr, es ist manchmal kaum auszuhalten.
Hin und wieder haben wir Kontakt, sehr netten, wenn auch kurz.
Mit unseren Söhnen hat er beim Umzug mitgeholfen. Da es seine leiblichen Kinder sind, 23 und 18, sind sie bei ihm geblieben. Meine leibliche Tochter habe ich mitgenommen.
Er will mir nun im Mai sagen, was "Sache" ist. Weil ich es nicht aushielt, bat ich ihn um einen früheren Termin. Er sagte, frühestens nach Ostern könne er mir mehr sagen. Er wisse es noch nicht so genau. Wobei er aber immer wieder betont hat, dass er wisse, was er will und für alle immer nur das Beste will. Und für mich sei es so das Beste. Er wünscht mir einen liebevollen Partner, der mich wirklich verdient habe.
Er hat früher öfter gesagt, er habe mich nicht verdient. Hat hinterfragt, warum ich ihn liebe usw. Das war manchmal sehr anstrengend, aber immer mit dem Gefühl verbunden, dass es ihm irgendwie eine Sicherheit gab.
Irgendetwas muss im letzten Jahr passiert sein, denn er hat im Spätsommer schon gemerkt, dass es wieder da ist.
Es ist für mich ein riesengrossses Rätselraten, da er "es" bis heute nicht wirklich benannt hat.
Meine Vermutung ist auch, dass das mit seiner Kindheit und vllt. der fehlenden Herzlich- und Mütterlichkeit seiner Mutter zu tun hat.
Ich habe ihm signalisiert, dass ich versuche, meine Liebe zu bewahren, bis er im September von seinem Pilgerweg, den er in Spanien gehen will, zurück ist und dass im Moment meine Türe immer offen steht.
Ich liebe ihn sehr und er könnte jederzeit vor der Tür stehen und ich ließe ihn mit offenen Armen wieder rein.
Die "einzige" Verletzung bestand ja da rin, dass er sagte, es wäre besser, wenn ich ausziehe. Und das er zu dieser Frau fuhr und mit ihr Gespräche führte, die er mit mir nicht mehr führte. Bzw. weiss ich nicht, worüber sie sprachen.
Diese Frau ist zwar viele Jahre jünger als ich. Ich empfinde sie aber nicht als Bedrohung, es verletzt mich auch nicht, da sie ja irgendwie auch nichts dafür kann.
Der Vertrauensbruch war für mich da, als ich erfuhr, dass er dorthin fuhr und eben mit ihr spricht und was auch immer.
Er will mir im Moment keine Hoffnungen machen, weil er nicht weiss, ob er sie erfüllen kann. Kann aber scheinbar mit meinen Aussagen und Angeboten gut leben. Irgendwie, als wenn er dadurch ruhiger würde. Ich sagte ihm, ich wolle ihn so, wie er ist, wie er sein will. Ich liebe ihn ja auch so.
Ich vermute, dass diese gestörte Elternbeziehung mit ein Grund ist, weil er oft betont, dass er es nicht wert sei geliebt zu werden.
Ansonsten ist er ein Kopfmensch und sehr erfolgreich im Beruf.
ER plant immer alles. Und er sagte, als er "normal" war, dass er so ist wie er ist, weil er es so wollte. Er wäre durch sich selber so geworden. ????????????
Für Tipps oder Hinweise oder mögliche Erklärungen wäre ich sehr dankbar.
Braut
Antworten
Ergebnis 1 bis 2 von 2
-
13.03.2008, 14:10Inaktiver User
Fehlende Mutterbindung-beziehungsgestört?
-
15.03.2008, 10:20
AW: Fehlende Mutterbindung-beziehungsgestört?
Hallo braut,
das ist ganz, ganz traurig.
Dein Mann ist sicherlich vorgeschädigt aus seiner Kindheit
aber er müßte doch nach 9,5 Jahren Beziehung mit Dir,
mal seinen Verstand einschalten.
Ich hatte auch eine schwierige Kindheit und kann nur sagen,
das hat Folgen, die man bekämpfen muß und man muß
an sich arbeiten
Das Verhalten der Mutter Dir gegenüber finde ich vollkommen
unakzeptabel und es zeigt auch, dass ihr das Wohlergehen
des eigenen Sohnes nicht wichtig ist. Und dann die Aussage,
er braucht halt mal wieder eine Neue. Geht gar nicht.
Du schreibst, dass er jemanden kennengelernt hat, das
bedeutet für ihn vielleicht Ablenkung von den eigenen Problemen.
Dein Mann braucht Hilfe, und die muß er wollen.
Hinhalten lassen, würde ich mich wahrscheinlich auch nicht.
An Deiner Stelle würde auch ich mir Hilfe holen, um alles
besser zu verstehen und um mich selbst zu schützen.
Paß gut auf Dich auf
Russland


Zitieren