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    Erschöpfungsdepression...

    Hallo zusammen,

    ich hatte Ende letzten Jahres mal hier gepostet.

    Mir gings/gehts sehr bescheiden. Überfordert Beruf und Privat.

    Ich hab es gewagt zu einer Psychologin zu gehen. Für mich war dieser Schritt nicht leicht, da ich wusste dass ich zumindest alles preis geben muss, was mich belastet, was mein Leben betrifft. Es war nicht leicht und ist es auch immer noch nicht, da ich von Freundinnen und auch familiär schwer enttäuscht wurde.

    Meine Psychologin meinte ich hätte eine Erschöpfungsdepression. Ist das Burn Out? Sie hat mir nichts weiter dazu gesagt. Nur ich wollte wissen, woran ich bin, was mit mir los ist.
    Sie meinte, es läge nicht an der Arbeit, sondern sei familiär bedingt. Alleinerziehend und so weiter.. aber wie kann ich das jetzt ändern. Ich bin fest in Therapie. Wenn es berufsbedingt wäre, könnte ich versuchen kürzer zu treten, aber doch nicht familiär??? Wie soll das gehen?

    Vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig. Wann habt ihr etwas gespürt im Rahmen einer Gesprächstherapie, dass es aufwärts geht?

    LG

  2. Inaktiver User

    AW: Erschöpfungsdepression...

    Zitat Zitat von hatschi
    Hallo zusammen,

    ich hatte Ende letzten Jahres mal hier gepostet.

    Mir gings/gehts sehr bescheiden. Überfordert Beruf und Privat.

    Ich hab es gewagt zu einer Psychologin zu gehen. Für mich war dieser Schritt nicht leicht, da ich wusste dass ich zumindest alles preis geben muss, was mich belastet, was mein Leben betrifft. Es war nicht leicht und ist es auch immer noch nicht, da ich von Freundinnen und auch familiär schwer enttäuscht wurde.

    Meine Psychologin meinte ich hätte eine Erschöpfungsdepression. Ist das Burn Out? Sie hat mir nichts weiter dazu gesagt. Nur ich wollte wissen, woran ich bin, was mit mir los ist.
    Sie meinte, es läge nicht an der Arbeit, sondern sei familiär bedingt. Alleinerziehend und so weiter.. aber wie kann ich das jetzt ändern. Ich bin fest in Therapie. Wenn es berufsbedingt wäre, könnte ich versuchen kürzer zu treten, aber doch nicht familiär??? Wie soll das gehen?

    Vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig. Wann habt ihr etwas gespürt im Rahmen einer Gesprächstherapie, dass es aufwärts geht?

    LG
    ...eine Erschöpfungsdepression tritt ein, wenn ein Mensch nach langer Zeit der Überlastung zur Ruhe kommt und dann in eine depressive Stimmung verfällt. Dann bekommen die "angehäuften Belastungssyndrome Raum und brechen auf.

    Es kann heutzutage auch schon bei jüngeren Menschen eintreffen, ganz typisch ist es bei Personen, die z.B. den Übergang von Vollzeitberufsleben in die Pensionierung erleben. So gibt es viele ältere Männer, die darunter leiden, da sie sich meistens in ihrem Dasein voll über ihre Berufstätigkeit identifizieren und dann förmlich in ein tiefes Loch fallen. Oder die klassische Hausfrau, die mit dem „Nestflüggesyndrom“ in eine tiefe Depression fällt, weil die Kinder alle aus dem Haus sind uns sie den neuen verfügbaren Leerraum nicht aushält.

    Beim burn-out-Syndrom ist schon mitten im überlasteten Alltag ein hoher Leistungseinbruch spürbar, körperliche Erschöpfung, unerreichbare Ziele, Unfähigkeit, geplante Arbeiten und Erledigungen zu Ende zu bringen. Körperliche Zeichen von Atmung, Herz, Kopfschmerz und Kreislaufbeschwerden können den Menschen gesundheitlich stark gefährden, wenn er diese Signale nicht ernst nimmt.

    Eine gute und sinnvolle therapeutische Behandlung setzt voraus, dass eine internistische Untersuchung vorausgeht, um einen somatischen Zusammenhang auszuschließen als Ursache der depressiven Verstimmung.
    Die Beurteilung, von welchen Alltagssituationen eine Beeinträchtigung herrührt, ist von Bedeutung, um zu erkennen, in welchen Lebensbereichen eine Veränderung wünschenswert wäre.
    Mit welchen Therapiemöglichkeiten und in welchem Form- und Zeitraster eine therapeutische Begleitung notwendig ist, wird von der Verfassung und der Möglichkeit des Klienten abgeleitet und miteinander vereinbart...

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    AW: Erschöpfungsdepression...

    Hallo Hatschi,
    ein Wunder: auch ich wollte gerade einen Beitrag posten, denn auch mein Psychologe sagt, ich hätte eine Erschöpfungsdepression.
    Bei mir äußert es sich durch Panikattacken, Angstzuständen, Leistungsverweigerung, Lustlosigkeit, Schlaf- und Appetitlosigkeit und ich werde nun mit Antidepressiva behandelt.
    Es ist, denke ich, ein burn-out Syndrom. Es ist ein allgemeiner lang andauernder Erschöpfungszustand aus dem man oft nur durch professionelle Hilfe kommen kann. Was machst du, damit es dir besser geht? Mein Psychologe sagt, ich hätte außer meiner Überanstrengung im letzten Jahr auch eine Menge Wut unterdrückt. Er rät mir in Kissen zu schreien und auf sie einzuboxen. ( es klingt dämlich, aber es hilft mir, wenn ich mal wieder das Gefühl habe, verrückt zu werden ).
    Ausserdem achte ich sehr auf meine Ernährung, versuch den Zustand ohne ihn zu verurteilen zu akzeptieren, obwohl mir das sehr schwer fällt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich den Tag nicht überstehen werde und möchte am Liebsten morgens im Bett liegen bleiben und heulen.
    Ich gehe viel baden, höre mir Cd´s an ( eine sehr gute Beruhigungs-Cd heißt: " Loslassen was nicht glücklich macht" VON Kurt Tepperwein )
    Wie gehst du mit deinem Zustand um, was hilft dir? Es würde mich freuen, mich mit dir etwas mehr auszutauschen.
    Liebe Grüße, Minaro

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    AW: Erschöpfungsdepression...

    Hallo, Hatschi und Minaro,

    bei mir ist es jetzt ein gutes Jahr her, dass ich wegen Erschöpfungsdepression/Burn-Out zusammengeklappt bin. Außer der völligen körperlichen und psychischen Erschöpfung hatte ich zahlreiche körperliche Symptome. Ab Ende Februar war ich dann für 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik, und seitdem in Theraie (durchschnittl. alle 2 Wochen, manchmal aber auch alle 4 Wochen).

    ich für mich persönlich denke, wenn ich nicht die Zeit in der Klinik gehabt hätte, dass ich nur mit der Therapie allein nicht aus dem Zustand herausgekommen wäre.

    Der Grund für mein Zusammenklappen waren unter anderem zahlreiche Verhaltensweisen und Glaubenssätze, die ich von Kind auf in mir trage und durch die ich mich ständig selber überfordert habe.

    Der erste Schritt ist, mit dem Kopf zu begreifen, was da abläuft bzw. abgelaufen ist, und der nächste Schritt ist, dann im Alltag solche Situationen wahrzunehmen und ganz bewusst ein anderes Verhalten als das bisher gewohnte dagegenzusetzen.

    Das klingt jetzt sehr theoretisch, aber ist für mich die einzige Möglichkeit, auf Dauer etwas zu ändern. Aber es ist ein langer Prozess, denn was sich bei mir in über 40 Jahren eingeschliffen hat, das kann man nicht innerhalb kurzer Zeit auflösen....

    Ich wünsche Euch jedenfalls viel Kraft und Mut, und natürlich Geduld, für die Zukunft!

    Viele Grüße von
    Harfe
    Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!

    Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!

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    AW: Erschöpfungsdepression...

    Hallo Ihr 3,

    also bei mir fing es beruflich an, dass es mir zumindest bewusst wurde. Ich bin viel unterwegs und arbeite zeitweise weit über das übliche Stundenmaß hinaus. Ich bekam letztes Jahr im Sommer Panikattacken auf Arbeit, Atemnot.. Zittern. Mein Kollege bemerkte das und übernahm für mich, dass es für unsere Kunden nicht zu merken war. Seitdem ist es ziemlich extrem. Ich kann nicht mehr schlafen. Hab Panik vor dem Schlafengehen. Ich setze an mich beruflich sehr hohe Maßstäbe, was aus Mobbingerfahrungen im vorherigen Unternehmen rührt. Dort gab man mir das Gefühl, als Berufseinsteiger einfach eine "Null" zu sein. Mittlerweile hab ich mir meinen Stand hart erarbeitet, aber zu dem Preis völlig kaputt zu sein.

    Ich bin alleinerziehend und habe so neben der Arbeit noch meine Tochter zu versorgen, wo ich mich teilweise nicht in der Lage dazu fühle. Also Essen bereiten, Pflege des Kindes, Buch anschauen und Zeichnen... alles kein Problem. Aber manchmal bin ich nicht in der Lage mit ihr und ihren Puppen zu spielen, Turm zu bauen oder so. Ich weiß es klingt blöd, es ist mein Kind. Selbst mein Vater kritisiert mich dafür. Aber ich mach es nicht mit Absicht. Ich werd dann immer hingestellt, wie eine die sich lieber hätte kein Kind anschaffen sollen. Ich habe keine Zeit mehr für eigene Interessen. Ok, da hab ich wirklich zurückgesteckt. Ich muss so viel von zu Hause aus noch arbeiten und bekomm einfach Privat und Beruf nicht unter einen Hut.

    Meine Psychologin meinte jetzt, von meinen Aussagen, dass ich zu meiner Tochter stehe und ich auch eine gute Mutter sei: Das tat gut. Sie empfindet aber auch, das ich für meinen Beruf aufgehe und dieser mich erfüllt.
    Aber wo soll ich denn nun ansetzen? Medis bekomme ich keine. Ich sehne mich manchmal danach einfach mal schlafen zu können, nur schlafen.

    LG

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    AW: Erschöpfungsdepression...

    Das ist sehr beruhigend für mich die Geschichten von euch zu lesen, denn auch ich fühle mich so, als wäre ich ganz alleine auf der Welt mit diesen Problemen. Ich werde medikamentös behandelt und bin auch sehr dankbar dafür ( normalerweise bin ich kein Freund von medikamenten), aber ich merke, wie ich allmählich wieder etwas stabiler werde. Das merke ich an Kleinigkeiten wie am Duschen und Anziehen. Früher wäre das nicht möglich gewesen ohne sofort eine Attacke zu bekommen.
    Ich habe Fragen zu stationärem Therapieverfahren: Kennt jemand die Heiligenfeld- Klinik in Bad Kissingen?
    Ich werde wahrscheinlich bald aufgenommen werden und bin voller Hoffnung. Kann mir jemand beschreiben wie der Tagesablauf in einer psychosomatischen Klinik aussieht? Ist Kontakt nach außen erlaubt?
    Ich schleppe mich von einem zum nächsten tag, weiß zwar nicht immer genau, warum ich überhaupt noch aufstehen soll, aber ich stehe trotzdem auf. Ich habe einen sehr guten therapeuten und ich fiebere von Termin zu Termin ( momentan zwei Mal in der Woche), weil er mir guten Halt gibt und ich mich geborgen fühle. Ich bin momentan nicht in der Lage mit Freunden und Bekannten den Kontakt aufrecht zu erhalten. Es überfordert mich total. Es gibt nur zwei menschen mit denen ich überhaupt noch sprechen möchte. Kennt ihr das?
    Ich bin dankbar für jede Unterstützung und jeden Erfahrungsbericht in dieser Zeit.
    Alles Liebe, Minaro

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    AW: Erschöpfungsdepression...

    Hallo, Minaro,

    die Heiligenfeld-Klinik kenne ich nicht, aber ich war vor einem Jahr in Bad Grönenbach in einer psychosomatischen Klinik.

    Ich weiß jetzt nicht, nach welchen "Grundsätzen" Deine Klinik arbeitet, aber ich kann Dir ein bisschen was von meinen Erfahrungen schreiben:

    Ich war 6 Wochen dort, und es war keine Kur im herkömmlichen Sinne, sondern wirklich psychische Schwerstarbeit. Das Prinzip, nach dem dort vorgegangen wird, ist die Gruppentherapie. Man sagt, dass die anderen Patienten im Grunde die besten Therapeuten für einen selber sind, und das habe ich, trotz meiner Angst vorher, auch wirklich so empfunden. Ich hatte 3 Einzelgespräche bei meiner Therapeutin, bei Ankunft, in der Mitte und vor Abreise, ansonsten war es Gruppentherapie.

    Was ich sehr stressig fand, waren die vielen Fragebögen u. Eingangsuntersuchungen, die man in dern ersten Tagen mitmachen musste. Ab der 2. Woche ging es dann besser. Der Tagesablauf dort war streng durchgeplant, es fing morgens an mit Frühsport im Freien um 6:30 vor dem Frühstück für alle, und dann gab es über den Tag verteilt Veranstaltungen, auch meist abends. Erst allmählich habe ich begriffen, wenn es mir zu viel war, dass ich in Absprache mit der Therapeutin auch manches weglassen konnte, was ich nachher auch getan habe.

    Ich habe dort viele wertvolle menschliche Kontakte erfahren und so viel über mich selber gelernt wie nie vorher in meinem Leben. An der Umsetzung knabbere ich allerdings noch ziemlich, denn wenn man in Beruf, Familie usw. eingebunden ist, finde ich das nicht einfach.

    Ich hoffe, dies hat Dir ein bisschen geholfen? Ich schreibe Dir gerne auch noch näheres, aber lieber mit PN!

    Alles Gute für Dich und herzliche Grüße von
    Harfe
    Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!

    Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!

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    AW: Erschöpfungsdepression...

    Liebe Hatschi,

    ich glaube auch, dass Du eine gute Mutter bist! Aber wäre es für Dich nicht eventuell möglich, eine Reha zu beantragen? Je nachdem wie alt Dein Kind ist, könntest Du dann von der Krankenkasse eine Betreuung finanziert bekommen!

    Viele Grüße und alles Gute
    von harfe
    Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!

    Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!

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    AW: Erschöpfungsdepression...

    Hallo Harfe,

    mit der Reha das klingt gut. Mein Kind ist 2 Jahre alt. Ich denke, dass es dann eine Art Mutter-Kind-Kur würde, oder?

    Ich muss mich mal bei meinem Arzt schlau machen, wie das funktioniert. Jedoch hab ich bei Dir gelesen, dass Du in einer Art Gruppentherapie behandelt wurdest. Davor hab ich Angst.

    Dass ich verstärkt ausgeprägte Ängste habe, ist meiner Psychologin auch aufgefallen. Ich hab mich im privaten Umfeld total zurück gezogen. Meine Freunde haben mich nie verstanden, wenn ich sagte, dass es mir nicht gut geht. Immer wieder, ich soll nach vorn schauen..Klar, aber wie, wenn man es nicht umsetzen kann...

    Ach Mensch... lass es Frühling werden, dann gehts glaub ich etwas besser...

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    AW: Erschöpfungsdepression...

    Hallo, Hatschi,

    ich finde es eine sehr gute Idee, Dich mal bei Deinem Arzt über Möglichkeiten für eine Reha/Kur zu informieren. Außerdem könntest Du sicher auch Infos bei Deiner Krankenkasse oder auch im Internet finden, denke ich!

    Die Klinik, in der ich war, war eine psychosomatische Klinik. Dort waren keine Mütter/Eltern mit Kindern, ich glaube auch nicht, dass das dort möglich gewesen wäre.

    Ich glaube, für Mutter-Kind-Kuren gibt es spezielle andere Kliniken, aber da kenne ich mich nicht aus.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du etwas für Dich passendes finden kannst!

    Herzlichst
    Harfe
    Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!

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