Tja, da bin ich und ich finde es schade, dass der Thread seit längerem 'nicht mehr am Leben gehalten' wurde. Aber vll. finden sich ja doch wieder Einige, die Lust haben sich mit mir zu diesem Thema auszutauschen.
Kurz zu mir: ich bin 39 Jahre alt und habe mir aus aktuellem Anlass (ich habe am vergangenen Wochenende meinen Freund - heute kann ich mal wieder sagen, ich hoffe nur beinahe - verloren) aufgrund eines für mich typischen impulsiven, in dem Moment ungerechtfertigten, Ausbruchs.
Bei mir wurde (noch??) keine BPS diagnostiziert, jedoch bin ich vor einigen Jahren schon einmal darauf aufmerksam geworden als ich mein Verhalten reflektierte und nun wieder weil ich solche Angst habe meinen wundervollen Freund zu verlieren. Gemäß Selbsttest liegen definitiv mittelschwere bis schwere Anzeichen für eine BPS vor. In 5 Tagen habe ich nun meinen ersten Termin bei einer Psychotherapeutin die mir bereits in der Zeit der Trennung von meinem Ex-Mann (dafür habe ich sage und schreibe fast 6 Jahre gebraucht, liebte damals aber schon meinen jetzigen Freund) geholfen hat. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich ihr ggüb. gleich ansprechen soll, dass ich im Zusammenhang mit meinem Verhalten immer wieder auf das Wort Borderline stieß.
Was mein Verhalten zu meinem Liebsten angeht, so ist es wie bei vielen von Euch: irgendwann kochen die Dinge die man in sich hineingefressen hat, hoch und rumms - ausgerechnet in einem Moment in dem er mir seine Liebe außerordentlich zeigt, an der ich Wochen oder Tage zuvor immer mal wieder gezweifelt hatte oder mich alleine fühlte - kriegt er alles ab und noch viel mehr, so dass er die Welt nicht mehr versteht. Und dann läuft er weg bzw. dieses mal war es so schlimm, dass ich dachte, jetzt habe ich ihn für immer verloren. Ne Stunde vorher bin ich noch in Tränen ausgebrochen als wir uns gemeinsam ein Feuerwerk angesehen haben - ich glaube, da ging es schon los, würde ich nun nach alldem was ich zwischenzeitlich über solches Verhalten oder eher 'Unverhalten' gelesen habe, sagen. Er sagte mir nachdem wir Tage später über die Eskalation sprachen, dass er sich mir so verbunden gefühlt hätte eben weil ich geweint hätte und er meinte, es sei vor Liebe gewesen. Im Grunde hat er ja so recht, nur dass ich wohl UM die Liebe weinte, die ich eigentlich rund um die Uhr brauche. Kennt ihr so etwas auch? Wie kündigt sich das bei Euch an?
Ich muss wohl noch sagen, dass ich die Häufigkeit unserer Trennungen und Versöhnungen längst nicht mehr benennen kann. Und seine Gefühle für mich werden jedes mal weniger, wie er sagt und er zieht sich zurück, so wie auch jetzt gerade zu seinem eigenen Schutz (er legt aber grundsätzlich viel Wert auf die Einhaltung seines Freiraums, wir wohnen auch nicht zusammen - warum, erzähle ich Euch gerne noch, aber die Geschichte ist lang). Aber er gibt mir immer noch so viel Liebe; er ist meist wirklich wahnsinnig einfühlsam, so dass ich nun kämpfen und mein Verhalten ein wenig besser kontrollieren können will. Es ganz ändern zu können, davon wage ich derzeit nicht zu träumen.
Und weil ich momentan seit vielen Jahren erstmals arbeitslos bin, habe ich auch noch wunderbar Zeit mich meinem Kummer und meinen Ängsten, zu denen auch und ganz besonders die Verlustangst gehört, hingeben. Zum Leidwesen meines Freundes - wenn er es denn noch ist. Und ich hoffe und fiebere dem morgigen oder übermorgigen Tag entgegen, weil wir uns dann vielleicht sehen. Und dennoch ist sie da schon wieder: die schreckliche Angst, dass er nun nur gute Miene zum bösen Spiel macht weil ich ihn in den letzten Tagen so gestalkt und so viel geheult habe. Er sagt mir ja auch nicht, dass wir 'wieder zusammen' sind. Als er fragte, ob er die Tage mal vorbeikommen soll und ich ihm sagte: ja - und bitte lass uns nicht auseinandergehen, da meinte er: "Du willst mal wieder gleich das volle Programm"!?
Ach übrigens, vll. sollte ich es erwähnen: Ich bin seit meinem 14. LJ Bulimiker, habe die 'Störung' seit meiner Schwangerschaft vor 10 Jahren weitestgehend im Griff, aber derzeit kotze ich wieder öfter, vor allem die Woche in der Zeit vor meinem letzten Ausraster. Momentan nimmer, denn ich kann nix essen wg. dem Herzschmerz, ihr versteht?! :-) Bezeichnenderweise habe ich das erste mal gekotzt (man wurde in der Schule so schön bemitleidet weil man so rote Augen wg. der geplatzten Äderchen hatte *Ironie*; meine Mutter versteckte lediglich den Schlüssel zur Toilette damit ich nicht mehr unbehelligt alles wieder von mir geben konnte) kurz nachdem meine Mutter meinen ersten Freund einfach mal so herausgeworfen hat, d.h. sie hat ihn gar nicht erst ins Haus gelassen weil sie meinte, ich wäre zu jung und sie hatte Angst, dass ich schwanger werd und so. Hab ich damals gar nicht dran gedacht - dafür hab ich dann mit 15 rebelliert und dann ging's richtig los, aber natürlich hab ich verhütet. ;-) Mit fast 17 hatte ich dann meinen ersten festen Freund, der um meine Vorgeschichte wusste und mich dennoch liebte und mit mir zusammen zog. Nach einem halben Jahr Zusammenleben verließ ich ihn für meinen zukünftigen Mann (einen Narzissten), da war ich 19. Geheiratet hab ich ihn aber erst mit 28, das nur mal zur Info. Die beiden Trennungen die ich vollzog waren jedesmal schrecklich und es war ein ständiges Hin und Her - 'ordentlich' und einfach gehen konnte ich nie.
Oh Mann, jetzt hab ich so viel wirres Zeug runtergeschrieben und das ist echt nur ein Bruchteil vom Ganzen. Seht es mir nach, aber es musste mal raus und ich würde mich über einen regen Austausch mit Euch freuen!! *herz*
Liebste Grüße
Engelsstaub
Antworten
Ergebnis 421 bis 426 von 426
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20.08.2010, 01:07
AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline
Geändert von Engelsstaub (20.08.2010 um 01:20 Uhr)
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20.08.2010, 17:31
AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline
Ich habe ihn definitiv verloren...
Zu seinem Selbstschutz will er nicht mehr...
Und ich kann ihn verstehen... *crying*Love will tear us apart...
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20.08.2010, 21:23
AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline
Love will tear us apart...
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30.09.2010, 11:07
AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline
Hallo,
ist dieser Threat noch ein wenig aktiv?
Mir geht es im moment alles andere als gut und ich würde mich gerne mit Leuten austauschen, die die gleichen Probleme haben. Alles was hier geschrieben wurde bis jetzt, kann ich uch über mich sagen.
Bitte melden...
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14.03.2011, 14:31
AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline
@Engelsstaub
Es tut mir soooo leid für dich. :( Fühl dich umarmt. Ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. Das schlimme ist, dass es den Leuten manchmal wirklich besser geht ohne "uns". Und wir meinen es doch garnicht böse..
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16.02.2013, 20:03
AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline
ich war 18 jahre mit einem Borderliner zusammen, drei gemeinsame Kinder, viele Umzüge, viel AufbaU; DANN VOR DREI jAHREN DIE tRENNUNG; GING NICHTS mehr. Lug und Betrug auf beiden Seiten, Ehetherapie, etc. die Diagnose habe ich im Nachhinein gestellt, aber mein Ex entspricht allen Kriterien eines Borderliners,. Ich fühle mich durch diese Ehe wie traumatisiert und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an das Vergangene denke und ich mich soooo häufig fragen muss, warum ich, wie kann es passieren, dass er mich fast zu grunde richten konnte. Ich habe in den letzten jahren viel gelernt und aufgearbeitet, trotzdem kann ich die Traumatisierung nicht abschliessen, vielleicht liegt es auch daran, das eben drei Kinder da sind..... ich würde mir gerne eine psychotherapeutische Hilfe suchen, wie denkt ihr darüber?


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