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  1. Inaktiver User

    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Hallo Penthesileia

    Da hast du wahre Worte geschrieben. ;) Mein Partner hat mir auch angeboten, mich zu meiner Therapie zu begleiten. Das gibt mir Halt. Ja, für die Partner ist nicht leicht, wenn ich meine guten Momente habe, verstehe ich das auch, ansonsten hadere ich mit der Welt - alle sind ja so ungerecht etc....

    Ich versuche dagegen anzugehen, es ist nicht leicht, vor allem wenn du Schritt für Schritt von allen verlassen wirst. Eben wegen dieser Krankheit.

    Aber ich versuche mir hier neue Kontakte aufzubauen und meine Reaktionen zu ändern.Ist nicht leicht.##
    Gruß Annette

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    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich reagiere über die Maße, wenn mich etwas kränkt. Es ist nicht einfach, und natürlich reagiert mein Umfeld geschockt. Ich kann es aber nicht mehr relativieren - das was tatsächlich passiert ist und die Reaktion dazu. Ich zeige die Reaktion dementsprechend, wie weh mir etwas getan hat. Vielleicht wie ein Kind.
    Das macht es natürlich sehr schwierig in vielen Situationen, das versteh ich völlig. Bei mir ist das irgendwie so, dass ich einerseits eine total kontrollierte Person bin, weil ich eben vor solchen Ausflippern solche Angst habe. Natürlich kann ich das nicht ewig unterdrücken, und von Zeit zu Zeit platzt es dann raus. Ich kann aber oft "in der Öffentlichkeit" eine ruhige Miene bewahren, wenn ich innerlich schon durchknalle vor Angst oder Wut. Bis meine Kraft erschöpft ist - dann muss ich schnell nach Hause, sonst wird's unschön *beschämt guckt*

    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mich einer liebt. Will mir nicht in den Kopf.

    Ich finds toll, dass Ihr so liebe Partner habt, das ist sooo viel wert!
    change is the only continuous state.

  3. Inaktiver User

    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Zitat Zitat von jada
    Herzlich willkommen erstmal!

    Hm, meiner weiß ja auch Bescheid und ist auch verständnisvoll. Aber ich habe trotzdem Angst, dass er mich deshalb verläßt. Ich denk mir dann: weshalb sollte er bei einer Frau bleiben, die "einen an der Klatsche hat", wenn es doch so viele "Normale", unkomplizierte tolle Frauen da draußen gibt. Mein Selbstwertgefühl ist halt echt gleich null.

    Wie ist das bei Euch?
    Danke fuer das herzliche Willkommen, gefaellt mir hier bei Euch! *EsMirGemuetlichMach*

    Meiner meint, dass er zwar ab und an so die Fresse voll hat von dem hin und her, es aber im Grunde gar nciht anders will, weils mit mir eben nie langweilig wird und weil er davon ja nciht nur Nachteile hat, sondern eben auch Vorteile.

    Denn wir haben unsere Fehler, aber wir haben auch Vorteile, die ein "Normalo" nciht bieten kann! :-)

    Ein Therapeut meinte mal zu meinem Freund: "Sie werden nie mehr so geliebt und so gehasst werden, wie von einem solchen Menschen." Und mein Freund meint, es stimmt und es hat auch Vorteile.

    Er ist eher ein ruhiger Typ, ich lass ihn nciht in Lethargie versinken, unsere Beziehung wird nciht, wie die, die er vorher hatte, versanden, also "langweilig" werden im Sinne von "nebeneinander her leben" (geht mit mir ja nciht)...

    Ich versuche einfach, mcih nciht als krank zu sehen, denn es gibt keine "Heilung" oder eine Pille dagegen, die mcih zum "Normalo" macht, ich sehe mich als "anders denkend und fuehlend" und ich versuche einfach, die extremen Spitzen etwas zu kappen, also einfach nach aussen weniger anzuecken. Das ist nciht immer einfach, aber gelingt so besser, weil cih mcih annehmen kann, nciht mehr so oft hasse und auch sehe, dass cih doch gut so bin, wie ich nunmal bin.

    Ich hoffe, das sit verstaendlich, wenn nciht, einfach nachfragen.

    Leider hab ich auch das Problem, dass ich kaum Freunde hab und dass es schwer ist, neue Leute kennenzulernen. Dafuer suche ich noch eine Loesung, ich hoffe, das wird sich auch langsam aendern ;-))

    P.S. "Normalo" ist nicht abwertend gemeint, daher in ""!

    Nachtrag: Jada, cih konnte auch lange nciht glauben, dass man "sowas" wie mcih liebhaben kann, so verkorkst wie cih bin, lag aber auch daran, dass cih es nciht zulassen konnte, dass mcih einer liebgewinnt. Meiner hat sich davon nur nciht beirren lassen und kam so lange immer wieder an, bis ich ihn endlich genommen hab, gewollt hab ich ihn urspruenglich eigentlich nciht ;-)) Und nun geb ich ihn nimmer her!

    Also nciht den Mut verlieren, es gibt sicher auch jemanden, der Dich lieb gewinnen wird und Dich durchs Leben begleiten will, auch wenn Dus jetzt ebensowenig glauben kannst, wie ich damals!
    Geändert von Inaktiver User (23.10.2007 um 17:55 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo Penthesileia

    Da hast du wahre Worte geschrieben. ;) Mein Partner hat mir auch angeboten, mich zu meiner Therapie zu begleiten. Das gibt mir Halt. Ja, für die Partner ist nicht leicht, wenn ich meine guten Momente habe, verstehe ich das auch, ansonsten hadere ich mit der Welt - alle sind ja so ungerecht etc....

    Ich versuche dagegen anzugehen, es ist nicht leicht, vor allem wenn du Schritt für Schritt von allen verlassen wirst. Eben wegen dieser Krankheit.

    Aber ich versuche mir hier neue Kontakte aufzubauen und meine Reaktionen zu ändern.Ist nicht leicht.##
    Gruß Annette
    Ja, das kenne ich auch, das Hadern mit der Welt, das hassen der ganzen Welt inkl. mir selbst, die Mutlosigkeit, wieder und wieder dagegen anzugehen, von allen als spinnertes Kindchen gesehen zu werden, das aus der Trotzphase nciht rauskommt.

    Nimm das Angebot an, nimm ihn mit zur Therapie, es wird hoffentlich Euch beiden weiterhelfen, mir hat es sehr viel gebracht, meinem Freund auch und der Beziehung tut es auch gut.

    Und cih hab auch viele Freunde verloren und leider keine neuen dazubekommen, ist auch etwas, an dem ich sehr knabbere, da ich sehr gern unter Menschen bin...

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    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich versuche einfach, mcih nciht als krank zu sehen, denn es gibt keine "Heilung" oder eine Pille dagegen, die mcih zum "Normalo" macht, ich sehe mich als "anders denkend und fuehlend" und ich versuche einfach, die extremen Spitzen etwas zu kappen, also einfach nach aussen weniger anzuecken. Das ist nciht immer einfach, aber gelingt so besser, weil cih mcih annehmen kann, nciht mehr so oft hasse und auch sehe, dass cih doch gut so bin, wie ich nunmal bin.
    Das ist auch mein Weg. Ich versuch mich nicht als "krank" zu sehen, ich funktioniere einfach anders als viele andere. Gut, das ist jetzt sehr optimistisch und vereinfachend, aber mir hilft dieser Gedanke auch.

    Und stimmt, es gibt ja auch Vorteile. Mein Freund sagte auch mal zu mir, dass es mit mir nie langweilig würde und dass er das an mir liebt.
    change is the only continuous state.

  6. Inaktiver User

    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Zitat Zitat von jada
    Das ist auch mein Weg. Ich versuch mich nicht als "krank" zu sehen, ich funktioniere einfach anders als viele andere. Gut, das ist jetzt sehr optimistisch und vereinfachend, aber mir hilft dieser Gedanke auch.

    Und stimmt, es gibt ja auch Vorteile. Mein Freund sagte auch mal zu mir, dass es mit mir nie langweilig würde und dass er das an mir liebt.
    Sicher ist es sehr vereinfachend, aber ich sehe an einer "Borderline"-Freundin, die sich eben als krank sieht, dass sie damit immer den "schwierigen" Part in sich massiv ablehnt und leider damit sich selbst im Wege steht.

    Und cih habe durchaus einige Fortschritte gemacht, seit ich sehe, dass cih eben nciht nur "schwierig" bin, sondern im Gegenzug auch sehr positive Eigenschaften hab und dass es die ben nciht ohne die andere Seite gibt. Seit ich das sehe, kann ich daran arbeiten, das negative ein bisschen einzuschraenken, es aber trotzdem als Teil von mir anzunehmen und lebe seitdem durchaus zufriedener.

    Sicher ist mehr dran, als ich nun in den paar Zeilen ausdruecken kann, nur sagen, cih bin nicht krank reicht (leider) nciht aus!

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    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Liebe Sandra, liebe Jada,

    nun oute ich mich mal - ;) Sandra, das was du geschrieben hast, kommt mir soooooo bekannt vor.
    Ich habe manchmal extreme Wutanfälle, mein Selbstbewusstsein ist nicht gerade berauschend, und daher bin ich so wahnsinnig empfindlich. Ich habe extreme Verlustängste, dabei tue ich manchmal alles, um die Menschen zu vergraulen, die noch zu mir stehen. Auch ich habe Angst, irgendwann mal meinen Partner zu verlieren, obwohl unsere Partnerschaft sehr intensiv ist.
    Einfach aus der Angst, dass er nicht mehr kann.
    Denn natürlich erlebt er meine Krisen hautnah.
    Ich schaffe es ein paar Tage und dann geht es wieder los.
    Ich habe oft innere Bilder, die nicht gerade angenehm sind.
    Leider denke ich,dass ich falsch behandelt worden bin.
    Ich wurde bisher nur unter Depression behandelt, habe aber Tests im Internet gemacht (nach Who etc) wo der dringende Verdacht auf Borderline herauskam.
    Meine Eltern unterstützen mich in meiner Krankheit gar nicht, komplettes Unverständnis und Ignoranz ihrerseits.
    Mich würde interessieren, was in der Therapie gemacht wird, da ich auch demnächst eine anfangen werde.
    Da werde ich mich erst einmal testen lassen.
    Drei Kinder - Sandra ich bewundere dich. Wie schaffst du das mit der Krankheit? Da musst du doch ziemlich stark sein.
    Jada, danke dass du diesen Strang eröffnet hast, ich brauche irgendeinen Austausch, googlen alleine - das ist nur informativ.

    Ganz liebe Grüße
    Annette

    Liebe Annette :)
    Meine 1. Therapie lief auch unter Depressionen, irgendwann haben mein Therapeut und ich herausgefunden dass es wohl die Borderline Störung ist... Diese 1. Verhaltenstherapie hat nicht viel gebracht und war auch viel zu kurz. Ich beginne nun eine Psychotherapie mit min. 80 Stunden. 2-3 mal die Woche muss das sein und einer Psychoanalyse.
    Es ist meine große Hoffnung meine Beziehung zu retten...!!
    Wie ich das mit den Kindern schaffe weiß ich manchmal auch nicht. Sie schaffen es eben oft, dass ich mich zusammenreißen (muß) ! Haben mich schon davor bewahrt vor den nächsten Baum zu fahren allerdings haben sie auch schon sehr heftige Wutausbrüche meinem Partner gegenüber mitbekommen :o(
    Ich habe ganz große Angst am meisten vor mir selbst .
    glg Sandra

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    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    So nochmal an alle drei :)
    alles was ihr schreibt, unterschreibe ich !!
    Unter eure Anmerkungen könnte ich meinen Namen setzten... wahnsinn wie verbreitet diese Krankheit ist und dass ihr so fühlt wie ich... wahnsinn.
    Es ist so viel dass ich jetzt gar nicht auf alles eingehen kann.
    Ich habe so viele Bücher gelesen und da war bei den Beispielen oft die Rede von Drogenabhängigen usw eben von richtig schlemmen Existenzen. (nicht böse gemeint ) !!
    Und ich dachte immer, "man aber ich habe es auch nur nicht so " Jetzt wo ich Euch lese, denke ich "genau ao ist es bei mir " Nach außen hin funktioniere ich eigentlich und den wahren Horror kriegt eigentlich nur mein Freund mit/ab ...
    Ich drücke Euch !
    Sandra

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    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Zitat Zitat von sandygranada
    Meine 1. Therapie lief auch unter Depressionen,
    Meine auch! Das hat mir so gar nichts gebracht. Damals wusste ich aber noch nicht, dass ich Borderline habe, und die Therapeutin kam anscheinend auch nicht drauf. Ich hab mit in der Diagnose "Depression" sehr unwohl gefühlt und gespürt, dass das so nicht stimmt. Allerdings wußte ich damals nicht, wie ich diese Zweifel nachdrücklich in Worte fassen sollte. Meine Thera war sehr überzeugt von ihrer Diagnose
    change is the only continuous state.

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    AW: (Beziehungs-)Alltag mit Borderline

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Nachtrag: Jada, cih konnte auch lange nciht glauben, dass man "sowas" wie mcih liebhaben kann, so verkorkst wie cih bin, lag aber auch daran, dass cih es nciht zulassen konnte, dass mcih einer liebgewinnt. Meiner hat sich davon nur nciht beirren lassen und kam so lange immer wieder an, bis ich ihn endlich genommen hab, gewollt hab ich ihn urspruenglich eigentlich nciht ;-))
    Ja, genau das ist es: ich kanns nicht glauben, dass einer "sowas" wie mich liebt. Ich hab aber auch ziemlich schlimme Erfahrungen mit Männern hinter mir und wohl so ziemlich die Hoffnung aufgegeben.

    Ich wollte meinen Freund anfangs auch nicht (aus Angst), aber er hat mich überzeugt, dass er mich wirklich mag Nur hat er leider im ersten Beziehungsjahr immer wieder Massen an Energie und Kraft in die Beziehung gesteckt, ohne auf sich selbst zu achten. Irgendwann war er dann seelisch total am Ende. Das war für mich ein Mordsschock. Seitdem achten wir beide drauf, dass es zwischen uns ausgeglichen läuft, d.h. dass er Rückzugsraum hat, was für sich tun kann und nicht alle Energie an mich "verbraucht". Das heißt natürlich für mich, dass ich den Überfluß an Zuwendung der Anfangszeit nicht mehr bekomme, und das ist für mich natürlich akzeptabel, aber auch sehr schwer zu verkraften (emotional gesehen) Bei ihm war einfach der Akku leer, ist ja auch kein Wunder.

    Wir sind jetzt 2 Jahre zusammen, hatten seit jeher eine sehr intensive Beziehung. Wir haben die meiste Zeit zusammengewohnt, aber seit kurzem hat jeder wieder eine eigene Wohnung. Das ist für mich natürlich erstmal fies. Aber ich wollte das auch so haben, weil ich lernen muss, mit mir alleine zu leben und die Verlustangst auszuhalten. Er wollte es auch, um für sich selbst ein bißchen eigenen Raum zu schaffen. Späteres wieder-zusammenziehen ist geplant, aber erst langfristig. Aber grad glaub ichs sowieso nicht: wieso sollte sich einer mir aussetzen wollen (nachdem er doch glücklich entronnen ist )?

    Penthesileia, wie macht man es denn, dass einen jemand liebgewinnt? Wie ist man dafür offen?


    An alle: sagt mal, wie ist denn die Beziehung zu Euren Eltern? Meine ließe sich am besten mit "höflich-distanziert" beschreiben. Persönliche Dinge wissen meine Eltern von mir nicht. Als ich noch jünger war (Kind/Jugendliche), haben mir meine Eltern konsequent das Gefühl gegeben, dass mir mir was falsch ist, dass ich verkorkst bin, dass ich kein liebenswerter Mensch bin. Ich war ein furchtbar trauriges und unsicheres Kind. Das sag ich jetzt nicht, um jemanden die Schuld zuzuschieben, es war halt einfach so.

    Habt ihr denn viel Kontakt zu Euren Eltern?

    Und: wann hat Borderline rückblickend bei Euch "angefangen"? Könnt Ihr Euch dran erinnern?

    Entschuldigt bitte, dass ich Euch grad so vollabere! Mir geht nur so viel im Kopf rum
    change is the only continuous state.

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