Liebes Forum,
ich schreibe hier, weil ich einerseits geschockt bin, mich hilflos fühle, nicht weiß wie ich mich verhalten soll aber andererseits nicht glauben kann (will), dass mein Ex-Freund an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden soll.
Vielleicht hat hier jemand schon Erfahrungen mit diesem Krankheitsbild gemacht und kann weiterhelfen.
Eine überschlagende Zusammenfassung:
Ich selbst bin in einer festen Partnerschaft, allerdings nicht gerade glücklich. Bereits seit Beginn dieser Partnerschaft hatte ich immer mal wieder Kontakt zu meinem Exfreund. Irgendwie schienen wir nicht voneinander los zu kommen.
Inzwischen ist er in eine andere Stadt gezogen und es schien als hätte er sein Leben/seinen Job fest im Griff.
Vor einigen Tagen war er wieder zu Besuch und wir haben uns spontan getroffen. In den ca. zwei Stunden haben wir wieder einmal über unsere alte Beziehung gesprochen, festgestellt dass es zu den "guten Zeiten" die schönste Zeit unseres Lebens war, haben uns (erneut) gefragt, warum wir nach inzwischen 4 Jahren immer noch nicht voneinander los kommen, festgestellt, dass da noch was ist und uns gefragt ob unsere Beziehung heute vielleicht eine Chance hätte.
Während dieses Gesprächs erwähnte er, dass er in Therapie sei und bei ihm eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde. Seine Eltern - besonders seine Mutter - wäre daran "Schuld". Die Art, wie er darüber sprach hinterließ aber bei mir nun allerdings nicht den Eindruck, dass man sich hier ernsthafte Sorgen um ihn machen müsste. Im Gegenteil, die Zeit vergingen wie im Flug, es war wie zu alten Zeiten und endete mit einem leidenschaftlichen Kuss und mit einer Einladung seinerseits ihn doch besuchen zu kommen.
Später, und auach am nächsten Tag, erhielt ich liebe Textnachrichten, keine Spur von Reue.
In der Zwischenzeit habe ich mich im Internet auch etwas über dieses Krankheitsbild informiert. Manche (einige wenige) dieser "Störungen" konnte ich so bei meinen Ex nachvollziehen - andere jedoch so überhaupt nicht.
Dies war wohl der Grund, weshalb ich mich dann mit diesem Krankheitsbild nicht noch intensiver auseinandergesetzt habe und seine Therapie damit auch nicht als "ernsthaft & notwenig" erachtet habe. Bestärkt fühlte ich auch durch weitere Nachrichten, die zwischen uns hin und her gingen und in denen es um ein eventuelles längeres Treffen ging und er "völlig normal" (warmherzig, lieb - so wie ich ihn eben kenne) geschrieben hat.
Um nun einen konkreten "Plan" zu diesem Treffen machen zu können habe ich dann gestern Abend noch eine kurze Nachricht an ihn geschrieben mit der Frage, ob wir nun ein Treffen tatsächlich wagen sollen oder nicht.
Über die darauf folgende Antwort war ich geschock! In kürzester Zeit erhielt ich folgende Antwort:
Ich würde mich sehr gerne mit dir treffen aber im Moment kann ich es nicht. Ich habe ein psychische Krankheit und die muss ich in den Griff bekommen. Dass ist schlimmer als ich dachte. Leider. Ich erzähl dir da keinen. Das ist wirklich so. Kannst Du das verstehen?
Diese Worte und der krasse Gegensatz zu seinem Verhalten bei unserem letzten Treffen und die Wärme seiner letzten sms (vom Vortag) ließen bei mir sämtliche "Alarmglocken" angehen. Von Gedanken über Manipulation, Verarschung, Sekte, man "redet ihm was ein" bis zu tiefer Enttäuschung und nicht wahr haben wollen meinerseits war alles dabei. Genauso fiel dann wohl auch meine Antwort aus, indem ich nur geschrieben habe, dass ich ihn in diesen Worten nicht wiedererkenne und er mir bis zu diesem Moment einen absolut anderen (glücklichen) Eindruck übermittelt hätte..
Daraufhin entschuldigte er sich, blieb aber sachlich und meinte er hätte einen weiteren Termin bei seinem Therapeuten gehabt, sich auch weitere Gedanken gemacht und müsse nun erst mal sich selbst finden, sein Heilung anstreben sonst könne er nie glücklich werden.
Ich habe es dann dabei belassen indem ich noch schrieb dass ich ihn nicht wiedererkennen würde, dass er bitte auf sich aufpassen solle und habe ihm noch angeboten, dass ich jederzeit zum reden für ihn da sei.Soweit dazu...
Meine Befürchtung ist nun, dass er sich hier in etwas verrennt, sich vielleicht hinter dieser Diagnose versteckt, eine Ausrede hat, man ihm vielleicht etwas "einredet" und er sich dadurch nun vor dem wahren Leben (mit all seinen Verpflichtungen, Höhen und Tiefen usw.) verstecken kann...
Er war schon immer ein sehr sensibler, einfühlsamer Mensch und ich habe nun Angst, dass - wenn diese Diagnose nicht richtig sein sollte - hier viel zerstören kann. Ich weiß auch, dass ich als Exfreundin keine "Rechte" mehr habe, dennoch mache ich mir große Sorgen um ihm...wie gesagt, die meisten der "Symptome" von denen ich gelesen habe kann ich einfach nicht bestätigen und immerhin waren wir mehr als drei Jahre zusammen, kennen uns insgesamt an die sieben Jahre und ich behaupte einfach mal, dass ich (als seine einzige Beziehung) ihn besser kenne als manch anderer (dies hat er auch immer wieder gesagt).
Nun meine Frage:
Kann/soll man sich hier weiter "einmischen". Soll ich meine Ängste/Zweifel hier ihm offen gegenüber bringen? Oder lässt man ihn besser einfach in seiner kleinen Welt weiter allein, in der Hoffnung er findet tatsächlich sein wahres Selbst, seinen Weg und sein Glück!?
Traurig stimmt mich auch das Wissen, dass er sich scheinbar fast gänzlich aus dem sozialen Leben zurück gezogen. Soweit ich weiß hat er den Konakt zu seinen Eltern auf ein Minimum reduziert (schließlich sind die ja schuld an seiner Krankheit) und gleichermaßen hat er sich in der neuen Stadt keinen neuen Freundeskreis aufgebaucht und sämtliche Alt-Kontakte pflegt er nicht mehr.
Sollte hier jemand sein, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder eine Idee, einen Rat hat wie man hier am besten weiter vorgehen kann/darf/soll - ich freue mich über jeden Ratschlag!
Besten Dank bis hierhin
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11.10.2007, 11:51
Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
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11.10.2007, 12:29Inaktiver User
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
Hallo,
Du schreibst "soll man ihn in seiner kleinen Welt allein lassen"...:
Woher weißt Du, dass diese Welt so klein ist??
Das klingt für mich etwas anmaßend - dafür, dass Ihr ja eben nicht mehr zusammen seid.
In der Psychotherapie werden (ich formuliere das jetzt etwas pauschal!) fast sämtliche Störungen des Selbstwertgefühls "narzisstisch" genannt; ob sich jemand über- oder unterschätzt - der Fokus liegt auf der Suche nach Bestätigung.
Von "Heilung" zu sprechen, finde ich etwas übertrieben; Dein "Mittherapierenwollen" allerdings auch.
Ich habe eher den Eindruck, Du möchtest Ihn als Partner zurück?
Entschuldige, wenn das jetzt etwas hart "rüberkommt"!
Gruß, T.
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11.10.2007, 13:08
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
da schließe ich mich tarasjugina vollkommen an.
dsmbk, für mich klingt das, als wolltest du mit aller gewalt die diagnose deines ex-freundes ignorieren und nicht wahrhaben. anstatt sie zu akzeptieren und den versuch zu machen, damit zu leben.
stattdessen gehst du her und gaukelst dir vor, dass "man" ihm etwas einredet und du die einzige bist, die ihn "retten" kann? sorry, aber das klingt mir deinerseits nach einem recht bedenklichen helfersyndrom. es kommt übergriffig rüber.
und das gesamte bild deines exfreundes, das du dir zurechtlegst, ist höchst bedenklich:
offenbar setzst du voraus, dass eine persönlichkeitstörung (übrigens haben die allermeisten menschen narzisstische anteile, - um hier mal ein wenig zu relativieren) automatisch heißen muss: der betroffene befindet sich dadurch am rande der gesellschaft. und weil du dich fürchtest, mit jemandem vom rande der gesellschaft zu tun zu haben, muss es so sein, dass er diese diagnose von bösen menschen eingeflüstert bekommt.
merkst du, dass du dir erklärungen zurechtlegst, ohne auf die ganz simple realität zu schauen?
sei froh, dass dein ex seine therapie durchzieht, dass er die diagnose akzeptiert (viele tun das nicht) und sich so konsequent um sich selbst kümmert!
du hilfst ihm mit deinen ansprüchen an ihn überhaupt nicht. im gegenteil.
und ich finde auch, es kommt anmaßend rüber, wenn du dich darin versuchst, mittherapieren zu wollen, noch dazu vernebelt von deiner nicht verständlichen befürchtung, es sei eventuell nicht die richtige diagnose gestellt worden.
kurz:
dir passt die diagnose "narzisstische persönlichkeitsstörung" nicht und du drehst dir die wirklichkeit mit ziemlicher gewalt anders
das ist respektlos deinem ex gegenüber
bemerkenswert auch, wie schon tarasjugina bemerkt hat: wer sagt, dass er in einer (bedauernswerten) kleinen welt lebt? ist es nicht eher so, dass du hier deine befürchtungen (persönlichkeitsgestörte sind arm dran und leben in einer eingeschränkten kleinen welt) auf ihn projizierst? damit hilfst du ihm kein bisschen, im gegenteil.
wie du helfen kannst? akzeptier, was er dir sagt, er geht seine krankheit offenbar positiv und aktiv an. frag ihn, wie er sich fühlt (wenn er das will), interessier dich für seine therapie, aber hör auf, ihn mit projizierten ängsten noch mehr zu verunsichern.
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11.10.2007, 13:43
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
hallo Dsmbk,
ich hatte mal einen ehemann,der litt an manischen depressionen.da gab es manchmal reaktionen auf unbedeutende ereignisse,so dass ich die welt nicht mehr verstand.von himmelhochjauchzend bis abgrundtief.ich habe ihn immer abwechselnd geliebt und gehasst.in seinem inneren war er wohl sehr einsam.er hing wie ein kleines kind an mir.da wir beide zu der zeit noch nichts von dieser erkrankung wußten,entschied ich mich nach jahren der hölle,mich zu trennen.das führte bei ihm zum zusammenbruch.er hat sich wohl wieder erholt,aber es besteht absolute kontaktsperre seit 15 jahren.er würde sonst wieder total ausflippen.
in einer nachfolgenden beziehung war ich mit einem narzissten zusammen.da lief ein anderes spiel.er war beruflich die ganze woche unterwegs.nach meinem ermessen auch weit überfordert.wir sahen uns daher meist nur an den wochenenden.wenn wir uns dann sahen war alles sehr harmonisch.meist kochte er was schönes und wir sprachen über uns.dann verschlechterte sich die stimmung,kippte auch manchmal
um und er wurde unausstehlich.meckerte an mir herum wegen lappalien,ich würde ihn nicht ernst nehmen,beschimpfte auch schon mal mein äußeres,wurde laut und agressiv.dann sehnte ich den montag herbei.das ging eine weile so,bis ich anfing von trennung zu reden und mich in partnerschaftsbörsen umzusehen.als er merkte,dass es ernst wurde,bettelte er, dass ich bei ihm bliebe.nachdem ich ein paarmal an den wochenenden nicht mehr zu hause blieb,zog er aus.
mit der beziehung und der gewalt beschäftigte ich mich aber weiter sehr intensiv.durch das internet und diverse foren,glaube ich herausgefunden zu haben,dass der ex ein narzisst ist.mit diesem hintergrundwissen ging ich dann wieder auf ihn zu,suchte gespräche und unternahmen wieder was zusammen.das wunder geschah,wir konnten plötzlich ganz anders miteinander umgehen.er war wie ausgewechselt.ich reagiere jetzt ganz anders auf seine provokationen und agressionen.er geht auch seit 1 jahr zu einer psych. beratung.dort wurde allerdings laut seiner aussage nicht über narzissmus gesprochen.
meine erfahrung mit psych.störungen ist daher, die betroffenen erstmal in ruhe zu lassen wenn man unsicher ist.damit tut man sich selber auch den größten gefallen.suchen die sich einen therapeuten ist es gut.dann kann man auch anfragen, ob man das problem gemeinsam anpacken soll.wenn die betroffenen das ablehnen muss das auf jeden fall akzeptiert werden.nur keinen druck ausüben.diese menschen können unglaublich schnell abstürzen mit folgen,die wir nicht ermessen können.
ich hoffe,dass dir meine erfahrungen etwas weiterhelfen zu verstehen.ganz liebe grüße von mir
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11.10.2007, 13:57Inaktiver User
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
schaue mal unter:
www.narzissmus.net
LG Daddel
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11.10.2007, 14:19Inaktiver User
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
Nach außen hin ist sowas nicht erkennbar, vor allen Dingen nicht wenn du nur gute Erfahrungen mit ihm gemacht hast. Nach außen hin ist eigentlich alles immer sehr harmonisch und gut.
Der Alltag machts dann schlimm.
Die Seite von Daddel ist sehr gut.
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11.10.2007, 14:31
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
tschuldigung, ich halte so eine Diagnose für Unsinn und den gutwilligen Probanden für total manipulierbar.
denn sobald er zum Therapeuten sagt, diese Interpretation meines Verhaltens kommt mir nicht schlüssig vor und trifft nicht zu, wird der Therapeut sagen: das ist eben der Widerstand Ihrer narzistischen Störung. Sie müssen MIR vertrauen.
das wirkliche Problem kann man aber erst am Ende einer Therapie erkennen, so wie man beim Bohren nach Gold erst nach erfolgreicher Suche sagen kann, wo die Goldader wirklich liegt.
aber auf jeden Fall wird der Therapeut viel Geld damit verdienen und nach Jahren hat sich nichts geändert ausser das, was sich sowieso im Leben des Patienten geändert hätte.
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11.10.2007, 14:53
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
Vielen Dank für Eure ehrlichen, offenen Einschätzungen! Ich weiß das sehr zu schätzen!
Ich will (muss) mich jetzt zwar nicht verteidigen aber ich denke, ich bzw. meine Worte sind an der ein oder anderen Stelle dann vielleicht doch etwas falsch rüber gekommen:
- ich meinte nicht, dass er mir leid tut in seiner kleinen Welt und dass es traurig ist und seine Welt schlechter wäre als meine! vielmehr habe ich Angst, dass er sich da gerade seinen eigene kleine Welt zusammenbastelt (er lässt offensichtlich niemanden an sich ran; weder Mutter, Vater, Freunde), sich selbst leid tut weil er krank ist und sich seinen Depressionen, seinem Leiden hingibt.
- mir ist auch klar, dass ich kein Therapeut bin und schon gar nicht will ich ihn selbst therapieren; vielmehr wollte ich hier nur zum Ausdruck bringen, dass ich diese Persönlichkeitsstörung so nicht sehe... Bedeutet aber auch nicht, dass ich "blind" bin / sein möchte und nichts davon wissen will, es nicht akzeptiere, etc.
ich stelle hier einfach nur Zweifel an, die - wie ich finde - immer berechtigt sein dürfen, v. a. wenn es um eine derartige, das Leben beeinflussende Diagnose geht...oder sollte man nicht nach dem Prinzip der "Mehr-Ärzte-Diagnose" oder "Zwei-Meinungen-sind-besser-als-eine" handeln dürfen und auch mal etwas in Frage stellen!?
- ich möchte mir hier nichts anmaßen, keine Diagnosen stellen, nicht etwas verschönigen, mir nichts vorgaukeln, nicht übergreifen, nicht ignorieren und schon gar nicht möchte ich respektlos sein! Alles was ich will, ist auch etwas in Frage stellen zu dürfen, zu hinterfragen WEIL mein Ex mir gegenüber eben nicht und zu keiner Zeit bislang den GERINGSTEN Eindruck erweckt hat an einer derartigen Störung zu leiden!
Ich kenn ihn so gut um zu wissen, dass er leicht beeinflussbar ist. ich weiß, dass er gutgläubig ist, ich weiß, dass er sehr leicht verletzbar ist und ich weiß auch, dass er sich von seiner Familie im Stich gelassen fühlt und noch vieles mehr...aufgrund all dieser Tatsachen habe ich einfach Angst, dass es ihm durch eine Therapie eventuell sogar schlechter gehen könnte.
Gleichzeitig vertrete ich aber auch die Meinung, dass jeder auf eine eigenen Art und Weise "gestört" ist...sonst wären wir ja keine Persönlichkeiten, keine Individuen und was für den einen "normal" ist muss für den anderen noch lange nicht normal sein...etc...
ich selbst war auch vor Jahren in therapeutischer Behandlung und weiß nur zu gut, dass wenn man labil & anfällig ist, vieles glaubt und sich das ein oder andere Mal vielleicht sogar verirrt - "unter" Medikamenteneinfluss ist es dann noch eine ganz andere Geschichte - und daher weiß ich auch, dass ich es mir damals recht einfach gemacht habe: ich habe mich hinter meine "Krankheit" versteckt, sie als Entschuldigung benutzt um mein Leben nicht endlich selbst in die Hand nehmen zu müssen und die Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen...undsoweiterundsofort....
....heute sehe ich das alles anders und bin froh, dass ich es "raus aus meiner kleinen Welt" geschafft habe...viel zu viel Zeit habe ich hier verloren....vielleicht rührt hier auch meine Angst, mein Mißtrauen oder mein "Helfersyndrom" her
und was die simple Realität angeht: wer garantiert denn, dass diese Diagnose zu 100% richtig ist??? Haben sich Ärzte nicht auch schon mal geirrt???
alles was ich sehe im Augenblick sehe, ist ein kaputter Mensch, der leidet, der in der Vergangenheit lebt, sich selbst leid tut, keine sozialen Kontakte mehr pflegt und dabei das hier & jetzt und heute vergisst...von einer Zukunft träumt, die nur aus purem Glück besteht! Aber wo gibt es das?? Ich denke, Glück sind einzelne Momente! Schön, wenn sich diese häufen und es damit län - aber sorry, ich denke kaum, dass ein Mensch immer nur glücklich sein kann! Aber genau danach strebt er! Ist das nicht Selbstbetrug????
Natürlich möchte ich nichts tun, was sein Leiden verstärkt...deswegne hier die offene Fragenstellung und mein Ratholen ehe ich es schlimmer als besser mache...
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11.10.2007, 20:03
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
Hallo DSMBK,
warum sollen die Ärzte sich irren. Die narz. Pers. Störung ist vielseitig. Ich empfehle dir sehr das Buch von P. Röhr Narzissmus.
Letztlich ist diese Störung schwer therapierbar. Die meisten Narz. verlassen die Therapie, wenn es ihnen besser geht.
Ich war über 20 Jahre mit einem krankhaften narzissten verheiratet. Wo viel Licht da viel Schatten. So war er. Meistens sind Narz. sehr charismatisch. Mein Mann war /ist beruflich auch sehr erfolgreich. Problematisch war seine Bestätigungssucht. Er brauchte immer den Kick. (zum Schluß , Sexsucht). Weiterhin problematisch seine Liebesunfähigkeit. Nach dem Lesen des o. g. Buches war mir klar, es gibt keine einfache Lösung.
- Ja sicherlich haben wir alle narz. Anteile. Wir leben in einer narz. Gesellschaft. Alles ist auf äußeres ausgerichtet. Der krankhafte Narzissmus unterscheidet sich aber im Ausmaß.
LG Shalima
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12.10.2007, 11:05
AW: Narzissmus - kann/will ich nicht glauben???
Nun habe ich mich mal wieder durch einige Internetseiten gewühlt - fühlten Dank @Daddel für den Link, wirklich eine sehr informationve Seite!
@concordia:
Danke, dass Du Deine Geschichte zu offen mit mir teilst! Ich weiß das sehr zu schätzen! Jeder Gedanke, jede Erfahrung, jeder Hinweis bringt mich ein Stück weiter!
@nadine75:
Du schreibst nach außen hin sei das nicht erkennbar, erst im alltag wird es schlimm.
Gut, es stimmt, dass ich diese Störung zum aktuellen Zeitpunkt nicht erkennen kann aber ich habe davor auch drei Jahre mit ihm zusammen gelebt. Während dieser Zeit konnte ich keine dieser "massiven Störungen" erkennen die auf sämtlichen Internetseiten erwähnt sind.
Es heißt der Kranke sei: verloren, traurig, verwirrt, neidisch, gierig, wütend und leide unter diesen Emotionen. Ich selbst bin oft auch traurig, wütend, fühle mich in dieser Welt verloren, bin verwirrt, neidisch wenn auch nicht gierig - natürlich leide ich dann auch unter diesen Emotionen in dem Moment ABER leide nun deswegen unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung!? Ich denke nicht!
Desweiteren sind Anzeichen/Verhaltensstörungen wie
- Gewalttätigkeit
- Aggresivität
- Verachtung
- Hass
- ausgeprägter Egoismus
- Einforderung von Liebesbeweisen
- Ungerechtigkeit
- Stalking, Manipulation oder dergleichen
NIE ein Thema in unsere damaligen Beziehung gewesen!
Im Gegenteil:
- Vielmehr bekam ich ständig Liebesbeweise von ihm
- ich habe NIE unter der Beziehung gelitten
- es war NIE Gewalt im Spiel
- ich war ihm nie emotional, intelektuell oder finanziell oder sozial "unterlegen"
- durch ihn habe ich nur noch mehr Stärke & Selbstbewusssein aufgebaut
- ich war meist die Stärkere in der Beziehung und habe ihn auch nicht "verehrt"
Ich bin noch mehr erschrocken, als ich Beiträge von Betroffenen & Angehörigen gelesen habe -diese teilweise schrecklichen Erfahrungsberichte kann ich nicht auf diese Beziehung übertragen.
Und genau hier lag auch mein ursprünglicher Gedanke zugrunde, aufgrund dessen ich auch diesen Strang eröffnet habe:
Einerseits die Frage, ob so eine Störung tatsächlich innerhalb dieser drei Jahre unserer Beziehung so versteckt/unterdrück/noch nicht "ausgebrochen" gewesen sein könnte, dass ich es nie bemerkt habe und auch so, dass ich es heute nicht nachvollziehen kann???
Andererseits, die Tatsache der Angst, dass ein - zugegebenermaßen psychisch eventuell labiler weil sehr emotionaler, sensibler Mensch - sich hier hinter einer Diagnose "verstecken" kann und aufgrund zahlreicher Lektüre zu diesem Thema sich evenutell zu einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung hin entwickelt!? Bedeutet er "redet" sich wase ein - Vielleicht um Aufmerksamkeit & Liebe der Eltern (speziell des Vaters) zu gewinnen, die er all die Jahre nie bekommen hat?
Auch wenn es hier so rüber kommen mag, als würde ich es einfach nicht wahr haben wollen - ich versuche nur einfach meine Eindrücke von unseren letzten Gesprächen, unserem Treffen zu verarbeiten und sehe diese eben in überhaupt keinem Konsens mit der Diagnose...erst als er wieder bei seinem Therapeuten war, war er plötzlich kurz darauf wie ausgewechselt, als spräche ein anderer Mensch, als würde man ihm die Worte vorgeben!
Aber sollte es natürlich so sein und er leidet tatsächlich unter der Störung, selbstverständlich müsste ich das dann respektieren und dann stellt sich eine andere Frage:
Wie gehe ich damit um? Stoppe ich jeden Kontakt und ziehe mich zurück? Oder will/braucht er meine Unterstützung???
Ich danke Euch ganz herzlich für Eure bisherigen Antworten! Dies ist mir ein sehr großes Anliegen, schließlich war / ist der Mann die Liebe meines Lebens und ich hatte die schönste Zeit meines Lebens mit ihm - und auch, wenn diese Zeit niemals mehr kommen wird, will ich doch wissen, dass es ihm bestmöglich geht!


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