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  1. User Info Menu

    Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    Hallo,

    ich habe folgendes problem: ich befinde mich gerade in einer verhaltenstherapie, hauptsächlich weil mein vater sehr krank war und vor einigen monaten verstarb und ich während seiner krankheit starke psychosomatische beschwerden bekam.
    im laufe der therapie wurden meine familienverhältnisse untersucht und hier einiges "aufgedeckt".
    ich habe das problem, dass ich mit einigem, was meine therapeutin meint oft nicht so übereinstimme. muss dazu sagen, dass sie sehr jung ist, nur ein paar jahre älter als ich, also so mitte 30.
    ich möchte ja grundsätzlich offen und flexibel sein und auch lernen zu sein, aber manche dinge/beispiele, die sie nannte, waren einfach dumm und zeugten von mangelnder bildung/erfahrung.
    auch in der trauerarbeit konnte/kann sie mir überhaupt nicht helfen (so mein gefühl), da sie so etwas nicht annähernd durchlebt hat (spüre ich). desweiteren gibt sie mir oft "hausaufgaben" auf und vergisst dann, sie in der nächsten stunde zu besprechen.
    grundsätzlich ist sie mir sehr sympathisch, sie ist nett,fröhlich, offen, ehrlich. daher bin ich auch spontan am anfang bei ihr geblieben. und nun wäre ein wechsel ja nicht gerade unkompliziert...
    ich bin nur oft unsicher: inwieweit sollte man sich dinge "sagen lassen" von einem therapeuten, auch wenn man im ersten moment nicht seiner meinung ist? (denn wer in therapie geht, muss ja bereit sein, gewisse dinge an seinem verhalten und denken zu ändern, sonst machts ja keinen sinn).
    wenn ich nicht zu jeder zeit von der allumfassenden kompetenz meiner therapeutin überzeugt bin, ist es dann die richtige?
    wäre für erfahrungsberichte auf diesem gebiet sehr dankbar.

    VG
    rosa

  2. Inaktiver User

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    Die Chemie muss zwischen Therapeut und Klient stimmen-- sonst geht es nicht!

    Das bedeutet der erste Eindruck- sowie die Zeit danach!
    Der sich natürlich auch im Laufe der Zeit verändern kann!

    Wenn die Therapeutin nicht viel älter ist, muss das nicht bedeuten, daß sie nicht fähig ist!
    Auch muss man nicht alles erlebt haben, um einem anderen dahingehend zu helfen!! ( was müssten da manche Therapeuten durchgemacht haben )

    Es kann durchaus sein, daß Aussagen kommen,die man selber so nicht teilt!
    Man darf nicht hergehen und denken, daß der Therapeut nun Alles weiss und damit auch jede Lösung hat!

    Ich würde mir solche Antworten anhören und für mich genau überlegen, ob das in Frage kommt oder nicht!
    Einfach als Frage, die ich mir selber vielleicht nie gestellt habe!

    Wenn man diese Aussage für sich total ablehnt-- dann würde ich das genau so ansprechen!
    Warum keine Diskussion draus werden lassen??
    Vielleicht versucht sie nur Deinen Horizont zu erweitern...indem man mal aus einem anderen Winkel betrachtet??

    Wenn das allerdings überhaupt nichts bringt- Du weiterhin das Gefühl hast, daß Dir das nichts bringt.......dann würde ich tatsächlich über einen Therapeutenwechsel nachdenken!

    es geht um DICH- und DU willst weiterkommen!
    Ich weiss nicht, wie schwer das ist- aber möglich ist es allemal!

    Denke, es ist schwer, wenn man zu Jemandem ein freundschaftliches Verhältnis aufbaut ( wie es hier wirkt)......aber Du mehr suchst, als ne Freundin

    Ehrlich sein- auch zu diesem Thema kann unterm STrich nur gut tun!......in der Hoffnung, daß sie damit umgehen kann

    Kenzia

  3. User Info Menu

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    hallo kenzia,

    vielen dank für deine antwort....hast du selbst auch erfahrung oder bist du auf dem gebiet tätig?

    nein - ein freundschaftliches verhältnis haben meine therapeutin und ich nicht...soweit ist es dann doch noch nicht...sie ist auch sonst (pünktlichkeit etc) soweit professionell.

    ich sollte vielleicht wirklich mal einige dinge offen ihr gegenüber ansprechen, aber hab da auch sorge, dass sie sich in ihrer kompetenz etc. angegriffen fühlen könnte...? oder mir dann gleich unterstellt, dass dies alles ja teil meines "psychischen" problems allgemein sei. ich weiss nicht.

    die letzte stunde hatten wir eine relativ hitzige diskussion, wobei ich versucht habe, sehr höflich zu bleiben, sie jedoch das wort "streit" erwähnte. ich versuche schon dankbar zu sein, wenn leute versuchen, meinen horizont zu erweitern (deshalb habe ich mich ja auch wie gesagt in therapie begeben). nur ging es um moralische themen, recht und unrecht; sie meinte, dies sei kulturell bedingt und so würde es z.b. in arabischen ländern akzeptiert werden, wenn flugzeuge in hochhäuser fliegen. jetzt nur als beispiel dessen, was ich bisher meinte, dass ich einige aussagen von ihr nicht gelten lassen will in solchen situationen, da ich nicht denke, dass dies für arabische länder generell gilt.
    ich habe - gerade auch nach dem tod meines vaters - relativ viel über religion und philosophie gelesen. sie scheint nicht so der typ zu sein. und manchmal ist dies mir dann unangenehm, wenn ich merke, dass ich ihr da manchmal überlegen zu sein scheine. ich weiss nicht, ich glaube, ich vermisse dann etwas weisheit bei ihr.
    und es kommt mir dann vor, als ob ich ihr etwas "beibringe", dabei bin ich doch die "patientin".
    aber vielleicht ist dies alles im bereich des "normalen" verhältnisses, das zwischen therapeut und patient ensteht. ich weiss es nicht.

    VG
    rosa

  4. Inaktiver User

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    hallo rosa!

    ich habe erfahrung- und bin nicht "tätig" in dem bereich

    Es kann tatsächlich sein, daß Du in manchem mehr weisst, als sie!
    Menschen mit Erfahrung zeichnet oft aus, daß sie nicht mehr mit dem "absolutistischen Gedanken " rumrennen- sondern gelernt haben, daß es mehr gibt als schwarz und weiss!

    Ich denke, die oberste Stufe ist, sich dann in einer Diskussion nicht so "reinzuhängen"......sondern den anderen seine Meinung zu lassen-- warum auch nicht-- wieso sollte ICH die ändern können???

    Deine Sorge, daß sie sich in ihrer Kompetenz angegriffen fühlt ist vielleicht nicht unberechtigt!
    Ebenso die Möglichkeit-- sie ist auch nur ein Mensch - daß sie das Ganze dann so verdreht ( das hat sie Dir dann wieder voraus!), daß DU dann als die dastehst, der die Kompetenz fehlt!!

    Du kannst dem aber aus dem Weg gehen, indem Du nicht IN einer Diskussion sowas anbringst- sondern in einem nüchternen Gespräch!
    Zumindest kann sie dann nicht argumentieren, es wäre DEIN Problem!

    Man kann nüchtern ja durchaus ansprechen......und wird sehen, wie sie reagiert!
    Ganz ehrlich- ein guter Therapeut kann durchaus Kritik einstecken!
    Wenn sich ein Therapeut vom Klienten angegriffen fühlt- dann ist der richtige Weg, bei sich selber zu schauen WARUM das einen so "ankratzt"-- denn man MÜSSTE da ja aussen vor bleiben können!!

    Kann sicher nicht jeder........es ist ja auch bewiesen, daß sehr viele in diesem Bereich arbeiten, weil sie genug mit sich selber zu tun haben!- was zum Nachempfinden sehr gut sein kann- aber nicht immer sein muss

    Du kommst mir durchaus sicher genug vor, daß Du bei einem Ansprechen auch mit ihren evtl. Ablehnungen klar kommen kannst!

    Ein Therapeut kann einen sicher bewusst reizen, um einem etwas "zu entlocken"........aber er muss immer noch Herr der Lage bleiben!

    Vielleicht einfach auf Dein Gefühl hören.....
    Bisher hat Dir die Therapie doch auch was gebracht- oder??
    Siehst Du noch ein Weiterkommen??

    Kenzia

  5. Inaktiver User

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Deine Sorge, daß sie sich in ihrer Kompetenz angegriffen fühlt ist vielleicht nicht unberechtigt!
    Ebenso die Möglichkeit-- sie ist auch nur ein Mensch - daß sie das Ganze dann so verdreht ( das hat sie Dir dann wieder voraus!), daß DU dann als die dastehst, der die Kompetenz fehlt!!
    nur soweit: dann hast Du ein sicheres Zeichen, dass es ihr (noch) an Professionalität fehlt

    Ganz ehrlich- ein guter Therapeut kann durchaus Kritik einstecken!
    Wenn sich ein Therapeut vom Klienten angegriffen fühlt- dann ist der richtige Weg, bei sich selber zu schauen WARUM das einen so "ankratzt"-- denn man MÜSSTE da ja aussen vor bleiben können!!


    Kann sicher nicht jeder........es ist ja auch bewiesen, daß sehr viele in diesem Bereich arbeiten, weil sie genug mit sich selber zu tun haben!- was zum Nachempfinden sehr gut sein kann- aber nicht immer sein muss
    wenn sie das nicht außen vor lassen können sind sie fehl am Platz

    Vielleicht einfach auf Dein Gefühl hören.....
    Bisher hat Dir die Therapie doch auch was gebracht- oder??
    Siehst Du noch ein Weiterkommen??
    davon würde ich die Entscheidung (Wechsel?) abhängig machen

  6. User Info Menu

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    hallo kenzia, hallo kurzmalda,

    danke nochmal für eure beiträge.

    ob mir die therapie bisher was gebracht hat, ist schwer für mich einzuschätzen.
    nach dem tod meines vaters wie gesagt, konnte mir meine therapeutin überhaupt nicht helfen, da musste ich alleine durch. manche ihrer bemerkungen haben mich damals sogar geärgert, und ich erkannte an ihren bemerkungen, dass sie so eine trauer noch nicht durchlebt hat.

    es ist eher so, dass sie dinge sagt, die dann irgend etwas in mir im nachhinein ausgelöst haben (was auch z.T. sehr heftig und schwer für mich war). Sie hat aber nach so einer sitzung (einmal haben wir z.B. meinen Vater "hergeholt" nach dessen tod) nie in der anschliessenden stunde gefragt, wie es mir danach erging.
    ich hatte oft das gefühl, dass die dinge, die sie bei mir durch z.B. bemerkungen auslöste, nicht von ihr geplant wurden.
    mit der verarbeitung, d.h. mit meiner z.T. heftigen reaktion darauf musste ich dann alleine klarkommen.

    es ist auch so, dass sie generell bei vielen problemen die flipchart herausholt und dann irgendwelche übungen mit mir durchspielt. die helfen mir gewisserweise schon. jedoch denke ich, dass die meisten menschen mit ähnlichen probleme zu kämpfen haben (ängste, kommunikationsschwierigkeiten, unsicherheiten, selbstwertgefühl etc.) und dass dann bei dieser flipchart methodik für jeden etwas dabei ist.
    jedoch kam es mir manchmal schon ein wenig arg nach "schulbuch-mässig-vorgehen" vor.

    ich hatte davor 2x eher schlechte erfahrungen mit therapeuten. die eine war anaytisch orientiert und hat mich oft mit grossen, vorwurfsvollen augen angesehen. die andere war noch jünger als ich und hat bei allen dingen, die ich (auch mal kritisch sagte) mein grundsätzliches psychisches problem als grund genannt.
    bei beiden bin ich nicht lange geblieben. daher wie gesagt war ich froh, eine therapeutin gefunden zu haben, die mir zumindest sehr sympathisch war/ist.
    nur wie gesagt, muss ich schon manchmal über ihre methodiken/professionalität zweifeln.

    was mich auch ein wenig gewundert hat, ist, dass wenn stunden ausfallen und wir uns dann u. U. erst nach 3 wochen wiedersehen, kein wort des bedauerns von ihr fällt. dabei frage ich mich dabei schon, ob kontinuität in der therapie so überhaupt gewährleistet werden kann.

    momentan hatten wir in der letzten stunden ziele für meine therapie definiert. das hatten wir auch schon mal zuvor getan. ich konnte dann aber keinen eindeutigen strang erkennen. es wurde halt immer gerade aktuelle probleme von mir besprochen, wenn ich in die stunde kam.
    ich weiss eben nicht, ob es nun anders werden wird und es wirklich ein weiterkommen geben wird. wenn nicht, wäre ich schon ziemlich enttäuscht von diesem therapie-gehabe. bisher wie gesagt, hatte ich noch nicht den eindruck, wirklich entscheidende hilfe bekommen zu haben durch einen therapeuten. aber vielleicht liege ich da falsch und erwarte zuviel? oder bin doch nicht so therapie-bedürftig wie ich denke, ich weiss es nicht.

    wann bekommt man denn frühestens wieder eine therapie genehmigt? nach 2 jahren? weiss das jemand?

    VG und euch meinen dank.
    rosa

  7. Inaktiver User

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    Liebe Rosa,

    grundsätzlich ist es wichtig, dass die Chemie zwischen dem Klienten und dem Therapeuten stimmt.

    Das therapeutische Anliegen ist Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, Denkanstösse zu vermitteln, die Problematik, welche auch immer vorliegen mag, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und ggf. eine neue Sichtweise zu entwickeln.

    Die Trauerarbeit kann dir deine Therapeutin nicht abnehmen,
    ich weiß, wovon ich spreche, ich habe vor ein paar Wochen meine Mutter verloren. Ein Therapeut kann dich begleiten, indem er dir zuhört, dir hilft das "Durcheinander" der Gedanken und Gefühle zu ordnen, ggf. das Wichtige vom weniger Wichtigen zu unterscheiden.

    Wenn es um konkrete Trauerarbeit geht, dann wird dir ein darin ausgebildeter Therapeut eher eine Unterstützung sein, doch auch dieser wird dir deine Arbeit, deinen Umgang mit dem Verlust und der Trauer ebenfalls nicht abnehmen.

    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass deine Therapeutin dir für deine aktuelle Situation Lösungsvorschläge anbieten möchte, indem sie dich nach deinen aktuellen Problemen fragt.

    Vielleicht ein Denkanstoss für dich:
    Was erwartest du von einer therapeutischen Begleitung?

    Soll der Therapeut/die Therapeutin deine Probleme für dich lösen oder willst du aus deinen Problemen Aufgaben machen, die es für dich zu lösen gilt?

    Alle guten Wünsche auf deinen Weg.

    Sariana

  8. User Info Menu

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    hallo sariana,

    ich weiss mittlerweile, dass einem ein therapeut bei der trauerarbeit nur bedingt helfen kann. ich habe in der zwischenzeit auch eine trauergruppe für junge hinterbliebende gefunden. das hat mir SEHR geholfen.
    ich hatte anfangs kurz nach dem tod meines vaters ein gespräch mit einer hospizhelferin, was mir auch sehr half. DAHER war ich etwas enttäuscht anfangs über ein paar bemerkungen meiner therapeutin. einmal meinte sie z.b., dass es nichts nützen würde, mich zu trösten, da es mich nicht "weiterbringen" würde. ABER in der anfangszeit nach dem tod meines vaters wäre ich für trost sehr dankbar gewesen. an solchen reaktionen habe ich gemerkt, dass sie damit nicht umgehen konnte. ich erwarte dabei nicht von einem therapeuten, dass er mir die trauer abnimmt.

    was mich generell einfach verwirrt ist, dass wir schon öfter ziele definieren, oder allgemein drüber reden, worum es mir in der therapie geht. aber dann immer wieder "abdriften". wenn ich "hausaufgaben" bekomme, wird nicht danach in der nächsten stunde gefragt. wenn wir meinen vater "herholen" (was ein harter brocken ist), "vergisst" sie zu fragen, wie es mir danach geht.
    es kommt mir oft etwas lari-fari vor.

    ich denke, ich würde mir bei ihr etwas mehr _wachsamkeit_ wünschen. und eventuell etwas mehr tiefe: worte, kommentare, die wachrütteln, anstatt mir gängige verhaltensmuster an der flipchart zu erklären, die ich so überall nachlesen kann. aber vielleicht erwarte ich zuviel???? ich weiss es nicht. es wäre interessant, andere erfahrungen zu hören.

    VG
    rosa

  9. Inaktiver User

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    Liebe Rose,

    Danke für deine Reaktion auf meinen Kommentar.

    Was mir so zwischen den Zeilen auffällt (ich kann auch gänzlich falsch liegen ), möchte ich mal so einfach in den Raum stellen.

    Einen Anspruch an die Vorgehensweise eines Therapeuten hat wohl im Grunde genommen jeder Klient.
    Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass mancher Klient im persönlichen Gespräch ganz anders rüberkommt als im Email- und/oder schriftlichen Kontakt.

    So habe ich erlebt, dass mein Gegenüber sachlich und rhethorisch im RL sehr kompetent ist, seine Gedanken, seine Emotionen jedoch eher in Schriftform vermitteln kann. Nicht selten überkommt einen das Gefühl, es mit zwei völlig unterschiedlichen Menschen zu tun haben - es handelt sich allerdings um eine Person.

    Ich kenne weder dich noch deine Therapeutin, könnte mir jedoch vorstellen, dass sie dich einfach nicht "knacken" kann und so das Mittel der paradoxen Intervention anwendet.

    Du willst Tiefe, kommst ggf. jedoch völlig verkopft rüber, du willst Verständnis, lässt alles mit dir machen, sie soll in dich "reinschauen", doch du lässt alles über dich ergehen, du machst nicht wirklich "auf".

    Zum Öffnen gehört auch mal ein Wutausbruch, ihr zeigen, dass es dir stinkt - und zwar gewaltig, wenn sie dir die Muster an den Flipchart malt.

    Ich kenne auch nicht deine ursprüngliche Problematik, deshalb ist es auch ein "Schuß ins Blaue".
    Einen depressiven Verstimmungszustand hat jeder Mensch einmal. Wenn es sich allerdings um eine tieferliegende Problematik handelt, dann neigen Klienten dazu, sich unverstanden zu fühlen, ihren Unmut jedoch nicht zu äußern, weil ihnen der Arzt/Therapeut ja helfen soll und einen Helfer "verärgert" man nicht.

    Das ist ähnlich, wie wenn man überbehütet wird und eigentlich kaum noch Luft zu atmen bekommt. Mama meint es in ihrer Fürsorge ja nur gut, wie kann sich Kind dann dagegen auflehnen?

    Wenn sich Kind dann jedoch mal auflehnt, bekommt es "Undank" vorgeworfen.

    Menschen mit diesem Muster aus der Kindheit tun sich sehr schwer, sich gegen etwas aufzulehnen, was ihnen zu viel wird. Sei es in einer Partnerschaft, in der Berufswelt und eben in einer therapeutischen Situation.

    LG Sariana

  10. User Info Menu

    AW: Wieviel Einigkeit mit Therapeutin ist notwendig?

    hallo sariana,

    das ist ja eine interessante theorie!!!

    einerseits hoffe ich, dass du vielleicht ein wenig recht hast (mit der paradoxen intervention). denn das würde zumindest heissen, dass sich meine therapeutin viele gedanken über ihre methoden macht und alles bewusst einsetzt bei mir (was ja eines der dinge ist, die ich oft bezweifeln muss). wie gesagt, vieles kommt mir lari-fari bei ihr vor.

    andererseits wäre mir der gedanke um diese verzwickten psychologischen zusammenhänge auch wenig wenig unheimlich. und ehrlich gesagt, so wie ich sie kenne, glaube ich nicht, dass dies auf sie so zutrifft.

    es ist einfach so: einerseits möchte ich ihr vertrauen, möchte immer mitarbeiten, wirklich um ergebnisse bemüht.
    andererseits werde ich stutzig, wenn ich "schwächen"/"fehler" bei ihr bemerke und muss über ihre professionalität zweifeln. ich bin nicht grundsätzlich gegen die flipchart oder irgendeine vorgehensweise. nur fehlt es mir oft an tiefe oder konsequenz in der beschäftigung damit.

    ich denke, sie ist wohl nicht die ideale therapeutin für mich. wenn ich dies früher gemerkt hätte, hätte ich die therapie sicherlich abgebrochen und die therapeutin gewechselt. nun ist es fraglich, ob dies noch rentabel wäre. (ich habe wenn ich richig bin noch max. 10 stunden)

    ich werde auf jeden fall versuchen, ein paar dinge nächste woche anzusprechen, habe aber sicherlich angst davor, sie zu kränken und unser "arbeitsverhältnis" dadurch unnötig mehr zu belasten.
    aber so wie ich dich verstehe, wünschen sich therapeuten eher solche "offenen" reaktionen???

    LG
    rosa

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