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    Psychotherapeutensuche Erfahrungen

    Hallo liebe Community,

    ich möchte hier gerne meine Erfahrungen bei der Suche nach einem Psychotherapeuten schildern. Ich würde mich über euer Feedback sehr freuen. Was haltet ihr von den Erstgesprächen/probatorischen Sitzungen? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Welche besonders positiven/negativen Erfahrungen habt ihr mit Psychotherapeuten gemacht? Lieben Dank!

    Auflistung Erfahrungen mit Therapeuten im Erstgespräch/probatorische Sitzungen bei ca. einem Jahr Suche. Frankfurt am Main, Zeitraum ca. März 2020 - Januar 2021, Diagnose: Depression


    1. Therapeut (männlich), 5. probatorische Sitzung

    Ich hatte einen Interviewbogen ausgefüllt, den wir zusammen in der Sitzung durchgegangen sind. Dazu war auch ein Teil davon über Sexualität. Diesen Teil habe ich nicht ausgefüllt. Ich sagte dem Therapeuten, dass ich keine Probleme mit meiner Sexualität habe und ich nicht deswegen einen Therapeuten aufsuche. Wenn ich ein Problem damit hätte, würde ich mir bevorzugt eine weibliche Therapeutin aussuchen. Ich bat den Therapeuten um Verständnis.

    Antwort des Therapeuten: Haben Sie sich schon einmal prostituiert? Ich habe die Frage verneint und habe zuerst gar nicht realisiert, dass es eine Grenzüberschreitung war. Später habe ich ihn in einer weiteren Sitzung zur Rede gestellt. In der darauffolgenden Sitzung hat er sich zuerst entschuldigt und im Anschluss eine Anmerkung gemacht, dass ich ja sehr empfindlich darauf reagiert hätte und ob ich sexuelle Phantasien gehabt hätte. Das habe ich verneint und habe das Thema damit beendet. Das Vertrauensverhältnis war zerrüttet und somit erfolgte keine Behandlung mehr bei ihm.


    2. Therapeut: (männlich), 2. Sitzung

    Ich musste zwischendurch auf die Toilette. Als ich zurückkam habe ich mich entschuldigt, dass es etwas länger gedauert hat, da ich einen leichten Waschzwang habe.

    Antwort des Therapeuten: Bezieht sich der Waschzwang auch auf Ihre Sexualität?


    3. Therapeut (weiblich) 3. Sitzung

    Durch längere Isolation schilderte ich der Therapeutin, dass ich die Befürchtung habe, dass ich die gesellschaftlichen Normen vergessen habe und Angst davor habe mich nicht mehr sozialkonform einfügen zu können.

    Antwort der Therapeutin: Es ist ganz normal, dass man nach längerer Isolation ein wenig schrullig wird.


    4. Therapeut (weiblich) 3. Sitzung

    Ich habe finanzielle Probleme, die mich zusätzlich belasten.

    Antwort der Therapeutin: Haben wir das nicht alle?


    5. Therapeut (männlich), Erstgespräch

    Ich hatte Kaffee angeboten bekommen und trank diesen. Der Therapeut echauffierte sich darüber, dass meine Stimme zu hoch sei und er sie sich kaum anhören konnte. Hinzu kritisierte er meine Sitzhaltung und wie ich den Kaffee trank. Er machte eine Bemerkung darüber, dass das wahrscheinlich mit ein Grund war, dass Menschen sich von mir abwenden. (Ob ich ihn darauf aufmerksam gemacht habe, dass sich Menschen von mir abwenden, weiß ich nicht mehr).

    Was glaubt ihr, inwieweit die Therapeuten einen Behandlungsfehler begangen oder Grenzen überschritten haben, die über das subjektive Empfinden hinausgehen? Ich freue mich über eure Rückmeldung.

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    AW: Psychotherapeutensuche Erfahrungen

    Komisch. So etwas hatte ich noch nie.

    Die Frage war immer, was führt sie hier her? Und da habe ich auch genau das Problem, was sich mir stellt, genannt. Daran würde ich gerne arbeiten und mein Ziel ist dies, das, jenes.....

    Darauf wurde immer eingegangen. Deine geschilderten Sachen hier habe ich noch nie erlebt.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

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    AW: Psychotherapeutensuche Erfahrungen

    Das mit den männlichen Therapeuten ist schon heftig.

    Ich war immer bei Frauen, weil ich solchen Dingen aus dem Weg gehen wollte.

    Ich habe für mich festgestellt: Weibliche Therapeuten sind auch nur Menschen wie alle anderen auch. Ich habe da auch Erfahrungen gemacht:

    Das Erste was sie erzhählen: Mein Sohn, meine Tochter = Kindergequatsche. Interessiert mich nicht. Einmal habe ich einfach einen Zettel in den Briefkasten geworfen, auf dem stand, dass ich die Therapie beende. Heute weiß ich, sie wollte, dass ich wütend werde, sie hat mich herausgefordert und ich war beleidigt, weil ich mir geschlagene 15 Minuten einen Monolog über die Grüne Soße anhören 'musste'. Heute würe ich aufstehen und gehen oder sagen das es reicht. Sie kam grundästzlich 5 Minuten zu spät in die Praxis. Als ich dann 7 Minuten zu spät war der Fall geklärt. Hat sie nicht mehr gemacht, aber sie hat gegrinst. Heute weiß das einzuordnen.

    Eine andere Dame: Sobald ich anfing zu sprechen, fing sie an zu gähnen. Ständiges Dazwischengequatsche. Eine Story hat sich dann wiederholt. Sie hatte eine Schale mit einer Kerze drin im Raum stehen. Die Schale sah aus wie die Schale eines aufgebrochenen Eis und ich sagte, das würde mir gut gefallen, darauf erfolgte ein 15 minütiger Monolog wie die Schale zustande gekommen ist. Das war schon interessant aber man hätte es in 2-3 Sätzen sagen können. Oft passierte es, dass mir erst zu Hause Sachen aufgefallen waren, die mir echt gestunken haben und habe dann eine Mail geschrieben. Die Therapie habe ich auch abgebrochen. Sie war Trauma-Therapeutin und ich wollte ein Trauma auflösen, das hat auch geklappt.

    Das beste war, ich hatte Rückenschmerzen, sie sagte dazu etwas und ich habe darauf geantwortet, was es ist. Die Antwort war dann 'Sie sei Ärztin sie kennt sich aus'. Ja ist klar.

    Es hat dann gereicht. Das Tauma war gelöst, mehr wollte ich nicht.

    Ich habe dann erfahren, dass ich Skoliose habe, daher die Rückenprobleme. Seitdem ich jeden Tag Übungen mache geht es besser. Dazu kam, ich hatte einen völlig verhärteten Rücken. Eine Osteopathin hat das festgestellt. Seitdem ich jeden Tag mit einer Faszienrolle daran arbeite, sind meine Probleme und mein verqueres Denken weg. Das war für mich sehr erstaunlich wie alles zusammenhängt.
    Geändert von Klecksfisch (23.05.2021 um 11:37 Uhr)
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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    AW: Psychotherapeutensuche Erfahrungen

    Zitat Zitat von Spadina Beitrag anzeigen
    Komisch. So etwas hatte ich noch nie.

    Die Frage war immer, was führt sie hier her? Und da habe ich auch genau das Problem, was sich mir stellt, genannt. Daran würde ich gerne arbeiten und mein Ziel ist dies, das, jenes.....

    Darauf wurde immer eingegangen. Deine geschilderten Sachen hier habe ich noch nie erlebt.
    Ich auch nicht.

    5 Therapeuten in 25 Jahren zwischen München und Tel Aviv und derzeit in Wien (home of therapy )

    3 weiblich, 2 männlich - immer zufällig, wobei mir weibliche lieber sind.

    zu meiner Sexualiät wurde immer in der Therapie gesprochen. Gehört für mich auch dazu. Nicht weil ich da Probleme hätte, sondern weil sie essentiell zum Leben dazu gehört.

    Diagnosen: Posttraumatische Belastungsstörung, gen. Angststörung, Alpträume....

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    AW: Psychotherapeutensuche Erfahrungen

    Ich glaub, du hast einfach Pech gehabt und "deinen" Therapeuten noch nicht gefunden.

    Verliere nicht den Mut
    Überlege, wie lange es oft dauert, bis man einen gescheiten Friseur oder Vermieter findet.

    Such weiter und gibt nicht auf!

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    AW: Psychotherapeutensuche Erfahrungen

    Therapeut 1 - eindeutige Grenzverletzungen und das im geschützten Raum der Therapie in dem du erfahren können musst, dass deine Grenzen geachtet werden.

    Therapeut 2 - ebenfalls eindeutige Grenzverletzungen usw

    Therapeut fünf - der mit dem Kaffee - Ein Therapeut hat weder die Stimmlage ( er ist kein Schauspiellehrer) noch das zusammengekauerte Sitzen usw. negativ zu beurteilen. Auch der eindeutig kein angemessenes Setting

    Therapeutin 3 - finanzielle Probleme - wer nicht die hat ihre Probleme - wichtiger genommen, die hat deine neben der seelischen Schieflage außerdem noc hbestehenden Problem als "FliegenschissE" abgewertet - keine therapeutisch zugewandte Haltung.

    Therapeutin 4 -da musste ich das jettz schnell nachlesen - aber auch die war sehr unprofessionell um das freundlich zu sagen.

    Dir TE - achte auch in der Therapie auf deine Grenzen. Das ist eigentlich ein saudoofer Ratschlag, denn Therapeutenverpflichten sich Patienten nicht abzuwerten, keine bewussten vorsätzlichen Grenzverletzungen zu machen. Achte dauch darauf, dass du das bekommst für das du zahlst ( deine Krankenkasse zahlt für dich ) - der Therapeut nimmt das Geld, weil er sich zum Zuhören verpflichtet, weil er sich verpflichten glaubwürdig rüberzubringen dass er an allem was du sagst interessiert bist, der Therpeut bringt seine eigenen Befindlichkeiten nicht ein.

    Übrigens von der sog. provokatorischen Therapie - mit diesem Argument rechtfertigen einige therapeuten ihre Übergriffe - halte ich nix mit x

    Übrigens- du musst dem Therapeuten Nr. 6 - 7 - 8 nicht in der ersten Stunde sagen, dass du diese verdammten negativen Erfahrungen machen musstest. Du bist seit längerem auf der Suche nach einem therapeipaltz - bis jetzt hast du keinen gefunden. Punkt. Und eines - wenn dein Bauchgefühl dir schon in der ersten Stunden, in der zweiten Stunden sagt, "dem kann ich nicht vertrauen". Schreib ihm nach der Stunde eine Mail / einen Brief " Ich werde keine Therapie bei ihnen machen."

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    AW: Psychotherapeutensuche Erfahrungen

    Liebe Di-Di-Di,

    vielen lieben Dank für deine lange und ausführliche Antwort. Es hat mir wirklich sehr geholfen und mich in meiner Meinung bestätigt. Auch ich halte nichts von der provokatorischen Therapie. Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele dieser Therapeuten selbst eine Therapie brauchen, obwohl sie diese ja bereits in ihrer Ausbildung absolvieren mussten. Aber wie in jedem Berufsfeld gibt es viele dunklen Flecke und ich habe scheinbar die meisten davon getroffen!

    Letztendlich hat mir die Suche nach einem Therapeuten mehr geschadet, als dass es mir geholfen hat. Denn wie du schon sagtest, möchte man sich in einem geschützten Raum (das sollte Psychotherapie doch eigentlich sein) sicher fühlen. Leider haben mich die meisten davon in vielerlei Hinsicht wieder destabilisiert. Manchmal hatte ich danach, auch wenn es nur ein Erstgespräch war, tagelang mit den Grenzüberschreitungen zu kämpfen. Mir tun die Patienten leid, die am Ende bei diesen Therapeuten bleiben, weil sie nicht bemerken, dass die Therapeuten schädigend für sie sein könnten.

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    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich glaub, du hast einfach Pech gehabt und "deinen" Therapeuten noch nicht gefunden.

    Verliere nicht den Mut
    Überlege, wie lange es oft dauert, bis man einen gescheiten Friseur oder Vermieter findet.

    Such weiter und gibt nicht auf!
    Vielen Dank

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    AW: Psychotherapeutensuche Erfahrungen

    Ich wurde in der Reha einem männlichen Therapeuten zugewiesen. Der hat sich gleich mit Begeisterung auf mein Sex- und Beziehungsleben gestürzt, obwohl das mit meinem Problem, weshalb ich in Reha war, gar nichts zu tun hatte. Lesen die keine Akte?! Später habe ich dann erfahren, daß er nebenher eine Privatpraxis für Sexualtherapie hat. Bei mir hatte er es jedenfalls verschissen, ich habe blockiert und gekontert, die ganze Reha war im Eimer.

    Dann war noch bei einer auf Schmerzerkrankungen spezialisierten Psychologin. Das ganze war sehr unprofessionell, manchmal hat sie mich angeschaut und gesagt, sie wüsste jetzt auch kein Thema, über das wir sprechen sollen. Oder nach 10 Minuten die Sitzung beendet, obwohl sie wusste, daß ich eine 50km Anfahrt hatte.
    Als Krönung des Ganzen kam mal der Spruch "Sie sind ja intelligenter als Sie aussehen". Ich war so perplex, daß ich nur gelacht habe, aber im Nachhinein hatte ich mich sehr geärgert. Und die Therapie beendet.

    Ich denke, man braucht einen guten Selbstschutzmechanismus, wenn man sich zu Psychoterapeuten begibt.
    “You are the sky. Everything else- it’s just the weather.”

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    Therapeut 1 und 2 begehen Grenzverletzungen.
    Therapeutin 3 legt dich in der Schublade "schrullig" ab, ich finde das unprofessionell.
    Therapeutin 4 - finanzielle Probleme - die Therapie soll in einem sicheren Rahmen stattfinden und zu einem sicheren Rahmen gehört finanzielle Sicherheit. Es gehört zur Therapie, dir dabei zu helfen, wie du zu dieser Sicherheit kommst.

    Therapeut 5 versucht dir zu erklären, dass er dich nicht therapieren kann. Das kann passieren.

    Bisher hattest du kein Glück bei der Therapieplatzsuche nach dem richtigen Therapeuten. Aber alle bieten die Möglichkeit, dass du dir in Ruhe eine passende Antwort überlegen kannst, falls du wieder einmal in so eine Situation gerätst.

    Wegen deiner Unsicherheit, dass du dich wegen deiner Isolation gut in Gesellschaft einfügen kannst, gibt es auch Soziotherapie. Das wäre für dich eine Variante, zusätzlich zur Psychotherapie oder als Überbrückung, bis du einen passenden Therapeuten gefunden hast.
    Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

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