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    AW: Mit Frust umgehen

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Um beim Thema zu bleiben,wieviel Möglichkeiten haben Menschen,bei Menschen, welche keine Interpretationen zulassen.
    "Keine Interpretation" gibt es nicht- irgendeine Zuordnung treffen wir immer.
    Wir wollen und müssen letztlich, was an Informationen auf uns zukommt, einordnen- ein rein biologischer Vorgang, dem sich keiner entziehen kann.

    Wenn jemand nur EINE Interpretation zulässt und keinen Spielraum möglich sein lässt - dann haben wir das, was wir ganz oft erleben, einen Konflikt oder Schwierigkeiten.
    Weil jeder nur seinen Gedanken für richtig hält und nur das stimmen kann.......sehr sehr oft- weit gefehlt!

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Das ist doch dann der Sprachmechanismus, warum Menschen wiederum in Kategorerien eingeteilt werden oder Charakterisiert werden.
    Nein - wir kategorisieren und charakterisieren immerzu- jede Info, die in unser Gehirn reinkommt, ob mit Sprache oder ohne.
    Dann ist das Wort "Sprachmechanismus" ein weites Feld- reden wir doch mit unserem ganzen Körper! Aussprache, Betonung, Körperhaltung, Stimme- wie auch unsere innere Ausrichtung- spiegeln sich alles in der Sprache wieder.
    Insofern ja- wenn wir reden, steckt immer ganz viel von dem Redner drin.
    Neben dem Empfänger, der diese ganzen Infos nur mit seinen Filtern übersetzen kann


    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Die Frage ist doch auch mehr, was braucht derjenige, der sich in solche Auseinandersetzungen begibt. Was will wer erreichen.
    Von wem sprichst du jetzt? Von dem, der als Kotzbrocken beschrieben wird oder der, sich über ihn aufregt?

    Gerade hier wird die Definition von Kotzbrocken sehr wichtig, denn es gibt zB Menschen, die generell einen harten, herben Ton an sich haben. Die sind einfach so und wer diese Menschen noch nicht kennt- könnte so eine Definition haben.
    Alle, die diese Menschen kennen, verstehen aber, dass es keinesfalls ein Kotzbrocken ist sondern nur die Art. Und derjenige hat es auch nicht böse, angreifend oder sonst negativ gemeint.

    "erreichen" will jeder etwas, wenn er spricht- aber was das ist- ist von außen nur zu erahnen.
    Ob derjenige selbst weiß, was er will, wenn er spricht- ist die andere große Frage

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Meist erreicht doch die Sprache mehr die Emotionen als die Sachlichkeit bei fortgeschrittener Auseinandersetzung
    Keine Ahnung......vielleicht ist es auch so, dass wir- einmal auf der "Ärgerspur" - alles nur dahin deuten und ein klarer - sachlicher- Blick immer schwieriger wird.
    Da wir gerne aneinander vorbei reden, steigt dann noch der Ärger, weil wir nicht richtig verstanden werden.
    Die Sprache kann also durchaus gleich bleiben- aber wir "hören" im Ärger anders hin- davon kann sich auch keiner frei machen.

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Was ist überzeugender: Die Sachlichkeit oder die Emotion während einer Auseinandersetzung? So dass es wieder Verständnis füreinander geben kann.
    Ich glaube, dass das Verständnis zuerst einmal in uns selbst stattfinden muss und mit Sprache oder Austausch zum Gegenüber gar nichts zu tun hat.

    Wenn ich mich ärgere, kann ich hinschauen, was mich genau geärgert hat- worum geht es bei mir?
    Das mache ich ganz für mich und rede dabei nicht.

    Ebenso kann ich auf den anderen schauen und mich fragen, was seine Gründe sein könnten?
    Und vielleicht weiß ich, dass der Chef massiv unter Druck steht oder der Arbeitskollege Angst um seinen Job hat- die Nachbarin mit der Pflege der Mutter überfordert ist, oder oder oder.......und auch da spreche ich mit niemandem sondern es bleibt in mir.

    Verständnis hat mit Verstehen zu tun und genau das fehlt uns gerne- sowohl auf den anderen aber auch auf uns selbst bezogen.
    Geändert von kenzia (07.04.2020 um 15:24 Uhr)

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    AW: Mit Frust umgehen

    =kenzia;34619099]Gibt es sowas wie eine "klare Aussage"?
    Klar gibt es klare Aussagen.

    Am einfachsten ist eine rein sachliche Aussage zB "das Gras ist grün".
    Doch auch bei rein sachlichen Aussagen kommt es zu Interpretationen. So dürfte die rein sachliche Aussage "die Kartoffeln sind in der Mitte nicht durch" in der Köchin das eine oder andere "auslösen"


    Du könntest auch sagen "Die Kartoffel ist innen noch roh" beides klare Aussagen. Interpretationen sollen ja nicht die Aussage als gegenstandslos betrachten, sondern dem Inhalt die Möglichkeit geben, noch mehr Inhalt zu geben.


    Die Gründe, sich angesprochen zu fühlen, sind so vielfältig wie die Menschen.
    Ein und derselbe Satz kann heute humorvoll aufgenommen werden und morgen denselben Menschen verletzen. Das kann sogar stündlich anders verstanden werden, weil wir doch auch im Laufe eines Tages schwankend in unserem Dasein sind (müde oder hungrig bin ich anders unterwegs als ausgeschlafen und satt- um nur zwei Aspekte zu nennen).
    Für mich haben die Sätze immer noch die Bedeutung, die sie inhaltlich hergeben können. Allein die Vielfalt und Zugewinn an weiteren Sätzen ermöglicht diese Veränderung . Der Ursprungssatz meiner Meinung nach erstmal nicht. Denn dabei bleibt es doch in der Kommunikation nicht stehen. Der fortlaufende Verlauf von Aussage 1 + die Anhänge sozusagen können im Dialog zur veränderten Stimmung führen.

    Verstehe ich richtig, wenn du hungrig bist verstehst du eine Aussage anders, als wenn du satt bist Gut zu wissen.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee

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    AW: Mit Frust umgehen

    Ich glaube, dass das Verständnis zuerst einmal in uns selbst stattfinden muss und mit Sprache oder Austausch zum Gegenüber gar nichts zu tun hat.
    Verständnis für etwas haben oder Verstand entwickeln und fordern stelle ich mir ohne Sprache fast unmöglich vor.


    Verständnis hat mit Verstehen zu tun und genau das fehlt uns gerne- sowohl auf den anderen aber auch auf uns selbst bezogen.
    Du kannst auch etwas verstehen, was du nicht verstehst. Dann verstehst du es eben nicht. Ist auch ein Verständnis. Also in dem Sinn, du verstehst, das du das (entsprechende) nicht verstehst.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee

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    AW: Mit Frust umgehen

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen

    Ebenso kann ich auf den anderen schauen und mich fragen, was seine Gründe sein könnten?
    Und vielleicht weiß ich, dass der Chef massiv unter Druck steht oder der Arbeitskollege Angst um seinen Job hat- die Nachbarin mit der Pflege der Mutter überfordert ist, oder oder oder.......und auch da spreche ich mit niemandem sondern es bleibt in mir.

    Verständnis hat mit Verstehen zu tun und genau das fehlt uns gerne- sowohl auf den anderen aber auch auf uns selbst bezogen.
    Um das zu verstehen, was du in deinem Beispiel verstehst, wird es dir einfach gemacht, da du die Information darüber hast.

    Verstehen geht nicht ohne Information. Womit wir wieder bei Sprache sind. Ohne die geht es kaum. Selbst die Steinzeitler hatten ihre Informationssprache, die Bewegung in ihr Leben brachte.

    Also alles in sich selbst als Verständnisprodukt zu sehen (ohne Sprache/system, wie du erwähntest) und zu suchen, ist unvollständig und die Gefahr der Entwicklung ist gestört.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee

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    AW: Mit Frust umgehen

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen


    Wenn ich mich ärgere, kann ich hinschauen, was mich genau geärgert hat- worum geht es bei mir?
    Das mache ich ganz für mich und rede dabei nicht.
    Wie kann dich dann dein Gegenüber verstehen, wenn du sprachlos dabei bleibst?

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
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    AW: Mit Frust umgehen

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Klar gibt es klare Aussagen.
    Und- man kann zu jeder Aussage eine Interpretation finden, wenn man will. Ich habe das Beispiel ja aufgezeigt.

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Interpretationen sollen ja nicht die Aussage als gegenstandslos betrachten, sondern dem Inhalt die Möglichkeit geben, noch mehr Inhalt zu geben.
    Bestenfalls ist das so, das stimmt.
    Tatsächlich interpretieren wir sehr viele Aussagen in eine komplett andere Richtung. So kann die Aussage "die gekochte Kartoffel ist innen drin roh" zu einem handfesten Ehestreit werden, weil die Frau "hört", sie sei keine gute Hausfrau oder sonstwas....von den Beispiel wird es in Deutschland täglich unzählige geben

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Verstehe ich richtig, wenn du hungrig bist verstehst du eine Aussage anders, als wenn du satt bist Gut zu wissen.
    Aber sicher- vor allem die Sätze "das Essen ist fertig" oder "das Essen ist noch nicht fertig"

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    AW: Mit Frust umgehen

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Verständnis für etwas haben oder Verstand entwickeln und fordern stelle ich mir ohne Sprache fast unmöglich vor. .
    Ok- gehen wir mal auf Null.
    Natürlich unterliegt unser Denken der Sprache. Wie wir reden so denken wir auch. Insofern ist unsere Art von Sprache immens wichtig.
    Ich stimme dir also zu, dass Denken genauso von Sprache geleitet ist.

    Ich meinte nun aber das laute Aussprechen von Worten und um etwas zu verstehen, muss das niemand!

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Du kannst auch etwas verstehen, was du nicht verstehst. Dann verstehst du es eben nicht. Ist auch ein Verständnis. Also in dem Sinn, du verstehst, das du das (entsprechende) nicht verstehst.
    Sehr philosophisch und ich stimme dir zu- allerdings ist hier das Problem, dass wir ja ganz oft nicht wissen, dass wir nicht wissen
    wir kennen doch den Klassiker im Streit, bei dem wir WISSEN, was der andere denkt und meint- obwohl wir es tatsächlich nicht wissen sondern nur unterstellen.
    Wenn ich hergehe und sagen kann "ich weiß nicht, warum du so schlecht gelaunt bist"- dann weiß ich nichts und weiß das- diese Haltung finde ich sehr gut, denn es entspricht doch schlicht der Realität.

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    AW: Mit Frust umgehen

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Verstehen geht nicht ohne Information. Womit wir wieder bei Sprache sind. Ohne die geht es kaum. Selbst die Steinzeitler hatten ihre Informationssprache, die Bewegung in ihr Leben brachte.

    Also alles in sich selbst als Verständnisprodukt zu sehen (ohne Sprache/system, wie du erwähntest) und zu suchen, ist unvollständig und die Gefahr der Entwicklung ist gestört.
    Ein wirkliches Verstehen, warum der andere so reagiert, wie er es tut- kann ich erst bekommen, wenn ich ihn frage- das stimmt.
    Gleichzeitig sind wir alles Menschen und wir haben alle einen reichhaltigen Fundus an Erfahrungen- und damit letztlich sehr viele Informationen von jedem Gegenüber in uns.
    Man nennt das empathisch vermuten und es bedeutet, dass ich mich in den anderen hineindenke und mir klar wird, warum er so ist wie er ist.
    Diese Fähigkeit, die wir alle in uns haben, ermöglicht ein Erfassen der Situation für den anderen und damit auch, was er zB sagt.

    Ein Stück weit, nutzen wir diese Fähigkeit ununterbrochen- so wundern wir uns nicht, wenn jemand "aua" Schreit, der sich gerade in den Finger geschnitten hat oder vor Freude rumspringt, wenn er gerade überrascht worden ist. Das Verhalten oder Worte dazu sind uns vertraut und verständlich- da muss kein Mensch nachfragen um abgesichert zu wissen.

    Das dieses Vermuten störanfällig ist- das ist mal ganz sicher so und doch genau DIE Quelle für ganz viele Konflikte!
    Wir glauben zu wissen- unterstellen und dann gehts los........ wir sind uns also oft zu sicher, dass Richtige zu wissen.

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    AW: Mit Frust umgehen

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    O

    Ich meinte nun aber das laute Aussprechen von Worten und um etwas zu verstehen, muss das niemand!
    Im Dialog ist es schon sehr freundlich, wenn die Sprache gesprochen wird. Alles andere wäre unfäir. Wird nicht, so wie du dir deinen Teil denken mags, ohne dein Gegenüber zu informieren, beginnt vermutlich mit Sicherheit die Interpretation für den anderen. Interpretationen ohne Information in einem Gespräch, was willst du damit erreichen? Selbst empathisches Verhalten ohne Sprache hat für mich nicht den Wert für eine besondere Bezugsoption.

    Wenn ich hergehe und sagen kann "ich weiß nicht, warum du so schlecht gelaunt bist"- dann weiß ich nichts und weiß das- diese Haltung finde ich sehr gut, denn es entspricht doch schlicht der Realität.

    Manchmal reicht es in der Tat aus, gut zu wissen, dass jemand schlecht gelaunt ist.(Aber mehr um demjenigen aus dem Weg zu gehen, falls keine Auseinandersetzung nötig ist. Ist es nötig, kann man darauf hinweisen.) Und nur weil es der Realität enspricht, ist es noch lange keine Einstellung, mit welcher man gerne umgeht.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
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    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Das dieses Vermuten störanfällig ist- das ist mal ganz sicher so und doch genau DIE Quelle für ganz viele Konflikte!
    Wir glauben zu wissen- unterstellen und dann gehts los........ wir sind uns also oft zu sicher, dass Richtige zu wissen.
    Den Aufwand spare ich mir. Die Interpretation liefert doch die AussageQuelle von selbst. Eine Aussage ist eine Aussage.
    Und damit weiss ich doch was mein Gegenüber meint um miteinadner zu kommunizieren. Spicht er mehre Sprachen auf einmal ob verbal nonverbal oder anderes, welches ihm so in den Sinn kommt, wird es komplizierter und man kann sich die Einzelteile sortieren.

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