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  1. Moderation
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Mal als Risikobetrachtung:

    Option 1: Du bist einem Freund ein Freund, hörst zu, sagst, was du siehst (auf eine Art, die der andere hoffentlich annehmen kann), bis authentisch im Ausdruck deiner Gefühle, und für deine eigenen Interessen einstehst (z.B. indem du sagst, daß du nichts von Verschwörungtheorien/Panikgerede hältst und dir das nicht ständig anhören möchest) und damit einen Orientierungspunkt bildest, der sonst vielleicht fehlt, und wenn er um Rat oder Hilfe fragt, die anbietest, die du geben kannst und willst. (z.B. "Das klingt nicht gut und ich denke, du solltest zum Arzt gehen." Oder "Brauchst du jemanden, der dich fährt, möchtest du, daß ich mitkomme?")

    Option 2: Du informierst dich was das Internet denkt was du denken könntest welche Störung jemand von deinen Freunden haben könnte und versuchst ihn der Therapie zuzuführen oder sie bereitzustellen von der das Internet denkt, das könnte irgendwie helfen. Wenn er dann nicht tut wovon du denkst, daß es richtig ist, entwickelst du Ressentiments oder fühlst dich als Versager, oder beides.

    Ich würde mal sagen, Option 1 ist wesentlich weniger fehleranfällig und macht das Leben für alle Beteiligten besser! Du leihst dir ja auch keinen grünen Kittel und behauptest, der Blinddarm müsse raus.

    Je weniger du urteilst, desto mehr wird dir erzählt.

    Wenn Mord- oder Selbstmorddrohungen oder andere gewalttätige und gemeingefährliche Pläne kommen, fällt es allerdings dir zu, Schaden zu verhindern, indem du Hilfe oder Unterstützung holst. Nicht, in dem du den Menschen in die Besenkammer einsperrst!

    ***

    Ich habe die "Lust am Weltuntergang" oft bei Leuten mit Depressionen erlebt. Ich kann mir vorstellen, daß man da so runter ist, daß die Zombie-Apokalypse eine Erleichterung wäre, weil sie die Welt und das innere Emfpinden der Welt besser zursammenbringt als eine Realität, in der die meisten Leute Gründe finden, morgens aufzustehen. Aber das ist jetzt meine, sagen wir mal, sehr küchenpsychologische Interpretation, eine Art, einen Sinn zu bauen. Das würde ich keinem Betroffenen so erzählen, außer er wüßte das wirklich zu schätzen.

    ***

    carstenausk, die Annahme, daß nur ungebildete Leute seltsame Dinge glauben, ist in der Beobachtung nicht haltbar. (Ich habe nie so viele Leute mit komplett schrägen Interpretationen der Welt getroffen wie im Studium...) Da verbaut man sich selber die Wahrnehmung, wenn man denkt, "bei seinem Hintergrund kann der das doch gar nicht glauben."
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    Geändert von wildwusel (26.10.2019 um 12:18 Uhr)

  2. Avatar von guerteltier
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Warum möchtest Du unbedingt helfen?
    Diese Frage finde ich sehr seltsam. Ich halte es für normal, dass einen das Leid seiner Freunde nicht kalt lässt und man als halbwegs mitfühlender Mensch gerne helfen möchte.

    Und als langjährige Betroffene kann ich sagen dass die Tatsache, dass man so ein Thema selbst engen Freunden gegenüber verschweigt nicht daran liegt, dass man keine Hilfe möchte, sonder dass man sich schämt bzw. eventuell auch weil man das Ausmaß der Probleme selber nicht wahrhaben möchte.

    Allerdings muss ich mich ansonsten dem Tenor der anderen hier anschließen: ich glaube es ist sehr schwer zu erkennen, ob jemand ernsthafte psychische Probleme hat. Wobei ein (plötzlich eintretendes) total negatives Weltbild für mich schon ein Warnzeichnen ist.

    Und helfen kann man leider nur bedingt. Außer zuhören und natürlich helfen, wenn konkrete Hilfe vom Betroffenen gewünscht wird.

  3. Moderation
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    Und als langjährige Betroffene kann ich sagen dass die Tatsache, dass man so ein Thema selbst engen Freunden gegenüber verschweigt nicht daran liegt, dass man keine Hilfe möchte, sonder dass man sich schämt bzw. eventuell auch weil man das Ausmaß der Probleme selber nicht wahrhaben möchte.
    Nach meiner Erfahrung ist gibt es da eher folgende Gründe:
    - Man möchte nicht der Quotenkranke und das Projekt sein, sondern weiterhin als Mensch und als Freund und als Individuum wahrgenommen werden.
    - Man möchte sein Leben in dem Freundeskreis so weit wie möglich normal weiterführen.
    - Man sieht nicht, in welcher Form Freunde helfen könnten...
    - ... und fürchtet, daß sie auf "Hilfen" verfallen, die komplett unhilfreich und kontraproduktiv sind.
    - ... so zum Beispiel, in jeder frohen Minute, die einem mal passiert. anzunehmen, einem sei der Ernst der Lage nicht ausreichend bewußt
    - ... oder glauben, einen therapieren zu müssen und einen verachten, wenn sie es nicht können.
    - Man schätzt die Lebenssituation und emotionale Leistungsfähigkeit von Freunden nicht so ein, daß sie eine zusätzliche schwere Belastung aus zweiter Hand brauchen oder verkraften können.
    - Man möchte seine Entscheidungen und die Art, wie man sein Leben führt, nicht diskutieren.

    Ich habe da in der Vergangenheit eine Menge Mist gebaut, weil ich dachte, das Leben verhielte sich wie ein moralisch aufbauender Kurzroman.
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  4. Avatar von Akzent
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Zitat Zitat von Biggi58 Beitrag anzeigen

    Sie redet ständig darüber, das die Wirtschaft zu Grunde geht , alle Banken vermutlich nächstes Jahr pleite sind, die Amis die Welherrschaft übernehmen usw. Alles so Theorien, die sie zum Teil von irgendwelchen extremen Youtube Rednern hat
    Da ich halt überhaupt keine Ahnung hab vom wirtschaftlichen, hab ich immer Gedacht, sie wird schon recht habe, da sie sich von morgens bis abends damit beschäftigt.
    Das sich über jemanden sorgen machen wird gerne recht oberflächlich benutzt und deine Reaktion auf ihre Weltwirtschaftliche Ansicht aus Unwissenheit gibt dir auch nicht zu denken.Du benutzt die Weltuntergangsstimmung eines anderen Menschen eher inflationär. Ihr wäre es vielleicht wichtig gewesen darüber von dir Informationen zu bekommen. So eine Reaktion kann man nicht erzwingen. Insofern frage ich dich ab wann würdest du dir denn über eine Freundin richtige Sorgen machen.
    Vielleicht ist sie in die Klinik gegangen wegen einer Darmuntersuchung oder was hat man sonst noch so wie vielleicht BlinddarmOP.und du meinst, es sein wegen psychischer Instabilität.



  5. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    Diese Frage finde ich sehr seltsam. Ich halte es für normal, dass einen das Leid seiner Freunde nicht kalt lässt und man als halbwegs mitfühlender Mensch gerne helfen möchte.
    Ich finde die Frage angebracht, denn Hilfe ist immer auch etwas egoistisches. Und das meine ich nicht wertend.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



  6. Registriert seit
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Ich habe es immer bemerkt in meinem Umfeld, wenn jemand psychische Probleme hatte.
    Ich würde aber jetzt deswegen nicht so weit gehen, zu behaupten, dass ich es auch in der Zukunft immer bemerken würde.
    Schließlich kann ich z. B. jetzt nicht wissen, ob von denen, die ich jetzt für gesund halte, einige nicht doch Probleme haben.

    Ich finde, Erfahrung ist wichtig und ein gewisses Einfühlungsvermögen.
    Dazu gehört auch, dass man nicht nur auf die Wörter, die der andere spricht, achtet, sondern dass man offen ist für alle Signale, die der andere aussendet.
    Das kann der Blick sein, der Ton, die Art, wie er auf etwas reagiert, wie er etwas bewertet. Wann, was er sagt und tut usw.
    Und auch Zeit kann manchmal eine Rolle spielen.
    Bei den meisten Menschen konnte ich schon beim ersten Kontakt merken, dass hier etwas nicht so ganz stimmen kann, bei anderen waren 3-4 Begegnungen nötig.

    Außerdem sind die Übergänge von gesund auf krank fließend und nicht klar zu trennen.
    Würde ich alle, die irgendwelchen Verschwörungstheorien glauben oder zumindest für plausibel halten, für psychisch krank halten, dann ....

    Was ist krank?
    Ist jemand, der bei Umarmungen irgendwie steif wirkt, so, als würde er/sie es nur ertragen, krank? Hat er ein Problem dabei, was er aber nicht anzusprechen wagt?
    Ist jemand, der Blickkontakten möglichst ausweicht, krank?
    Ist jemand, der sich andauern negativ zu allem äußert, krank?
    Muss man halt im Einzelfall beurteilen, im direkten Kontakt und nicht pauschal.
    Nicht zuletzt muss man sich auch selbst hinterfragen, ob man mit der Feststellung, jemand sei psychisch krank, nicht daneben liegt. Ob man nicht irgendwelchen Glaubenssätzen aufsitzt, ohne auf sein Gespür zu achten.

    Was das Helfenwollen betrifft: Egoistisch ist es nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn es einem Mitgefühl entspringt. Wenn dem Helfenwollen also ein Gefühl vorausgeht.
    Man sollte aber auch seine Möglichkeiten realistisch einschätzen können.
    Helfen muss nicht gleich heilen bedeuten.
    Man kann aber in kleinen, unscheinbaren Schrittchen jemanden ein wenig aufbauen, seinen Glauben an sich selbst unterstützend wirken, ihm zeigen, dass man ihn schätzt (wenn es echt ist), zuhören usw.

  7. Avatar von Akzent
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Hat ein Helfen wollen wirklich etwas mit Gefühl zu tun. Ist dieses HelfenGefühl nicht nur wegen der Sensibilität da, und auch wegen dieser Empathischen Vorlage, die ja so gerne als besondere Verhaltensweise gelten möge. Und die meisten so sein wollen.

    Mitgefühl mit passendem Wissen über eine Problemlösung ist günstiger bei Übereinstimmung für beide. Gefühl zu etwas ist doch meist erst eine unübersichtliches Merkmal, dass ein weiteres Eindringen in die Materie erfordert und dazu braucht es Wissen und Vertrauen.


    Geändert von Akzent (27.10.2019 um 04:54 Uhr)

  8. Moderation
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Ich will helfen, weil es mich unglücklich macht, wenn meine Freunde unglücklich sind.
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  9. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich will helfen, weil es mich unglücklich macht, wenn meine Freunde unglücklich sind.
    Hervorhebung von mir

    Das meinte ich mit egoistisch. Und das ist ja auch in Ordnung so. Man sollte sich klarmachen, dass Hilfe immer auch mit einem selbst zu tun hat und nie völlig uneigennützig ist. Und in manchen Situationen kann es passieren, dass die Hilfe, die man bereit ist zu geben, vielleicht gar nicht gewünscht wird. Das sollte man bei seinen Hilfsangeboten berücksichtigen.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.


  10. Moderation
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    AW: Wie bei Bekannte/ Freunde psychische Erkrankungen erkennen um evtl zu helfen

    Und wenn einem klar ist, was man selber fühlt und aus welchen Motiven man engagiert ist, fällt es viel leichter, die passenden Handlungen (oder Handlungsmaximen) zu finden.
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