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  1. Registriert seit
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Zitat Zitat von Joaquin_ Beitrag anzeigen

    Ausbildungsnachweise habe ich nie angefordert oder gesehen. Aber selbst wenn, ich kenne mich damit nicht aus und insofern könnte man mir *alles* zeigen.

    Und das interessiert dich auch nicht?

    Du öffnest dich in - wie ich annehme - durchaus sehr persönlichen Belangen und es ist nicht relevant, ob der, dem du dich öffnest und von dem du dir - wie ich auch annehme - Hilfe für ein besseres Leben erwartest, dazu fachlich überhaupt in der Lage ist?

    Warum nicht?

    Es ist z. B. unabdingbar, dass ein Therapeut (Ausbildung erstmal egal) in der Lage ist, seine eigenen persönlichen Erfahrungen und Gefühle sauber von denen der Probanden zu trennen. Das ist schwer. Das wird nicht in die Wiege gelegt.
    Daran muss man immer arbeiten.

    Denn wenn das nicht sortenrein getrennt wird, dann kommt es zu etwas, was ich durchaus als ein missbräuchliches Verhalten bezeichnen würde.

    Beispiel: Jemand hat unheimlichen Kummer mit der Schwiegermutter. Der Mann verhält sich indifferent und lässt die Frauen es unter sich ausmachen (sagt er).
    Ein häufig vorkommendes Problem. So häufig, dass der Therapeut es vielleicht aus eigenem erleben kennt. Und in dem Fall ist es egal, ob der Therapeut bei sich daheim der Mann, die Ehefrau oder die Schwiegermutter ist.

    Wenn er, der Therapeut jetzt nicht in der Lage ist, seine eigenen Befindlichkeiten aus seinen eigenen Leben bei sich zu lassen, sondern sie mit ins Spiel bringt: also wie auch immer emotional Partei ergreift für wen auch immer, dann ist das zum Nachteil des Probanden.
    Das muss einem bewusst sein und das muss man können.

    und daher ist es sehr empfehlenswert, sich die Ausbildung anzusehen und ggfs. erläutern zu lassen.
    Nicht, weil alle approb. Therapeuten so super sind und alle nach HPG Totalausfälle.
    Nein, weil man dann auch mehr auf Augenhöhe ist und weil die Art und Länge der Ausbildung zumindest die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass bissl was hängen bleibt.

    (sieht man übrigens schon bei jedem Yogalehrer )


  2. Registriert seit
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Und das interessiert dich auch nicht?
    Ehrlich gesagt nur zweitrangig. Wichtiger war mir bisher immer, wie gut fühle ich mich da aufgehoben, subjektiv.
    Und das war auch bisher immer gut.
    Du öffnest dich in - wie ich annehme - durchaus sehr persönlichen Belangen und es ist nicht relevant, ob der, dem du dich öffnest und von dem du dir - wie ich auch annehme - Hilfe für ein besseres Leben erwartest, dazu fachlich überhaupt in der Lage ist?
    Ich kenne mich mit den fachlichen Dingen nicht aus und wenn mir jemand dann sagt, dass er eine XY-Ausbildung mit so-und-so-viel Stunden gemacht hat, weiß ich nicht unbedingt, ist das eine gute Ausbildung oder Humbug, sind das genug Stunden oder zu wenig.


    Es ist z. B. unabdingbar, dass ein Therapeut (Ausbildung erstmal egal) in der Lage ist, seine eigenen persönlichen Erfahrungen und Gefühle sauber von denen der Probanden zu trennen. Das ist schwer. Das wird nicht in die Wiege gelegt.
    Daran muss man immer arbeiten.
    Ja, klar, und bisher dachte ich auch, dass er das kann .
    Jetzt zweifele ich daran etwas. Vielleicht nimmt er dem Teilnehmer übel, dass er bei ihm nicht so ein Erfolgserlebnis haben kann, weil es halt wie gesagt keinen so richtig durchschlagenden Erfolg gibt.


  3. Registriert seit
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    gelöscht, doppelt


  4. Registriert seit
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Zitat Zitat von Joaquin_ Beitrag anzeigen
    Vielleicht nimmt er dem Teilnehmer übel, dass er bei ihm nicht so ein Erfolgserlebnis haben kann, weil es halt wie gesagt keinen so richtig durchschlagenden Erfolg gibt.
    das lasse ich mal so stehen.

    Verlass dich auf dein Gefühl, Joaquin. Das sagt dir wie du weitermachen sollst.

  5. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Zitat Zitat von Joaquin_ Beitrag anzeigen
    Vielleicht nimmt er dem Teilnehmer übel, dass er bei ihm nicht so ein Erfolgserlebnis haben kann, weil es halt wie gesagt keinen so richtig durchschlagenden Erfolg gibt.
    Unabhängig davon, ob das nun in der geschilderten Therapie so ist oder nicht, denn das kann ich virtuell nicht ausreichend einschätzen: solche Phänomene in der Therapie fallen unter die Begriffe Übertragung/Gegenübertragung (transference/countertransference).

    Also von Seiten des Klienten der Übertragung von früheren Beziehungsmustern und dazugehörigen Gefühlen auf die Beziehung zum Therapeuten und von Seiten des Therapeuten die reaktive Gegenübertragung von eigenen Beziehungsmustern und Gefühlen auf die Beziehung zum Klienten.

    Das muss nicht nur bei negativen Gefühlen so sein, also zum Beispiel Ärger auf den Klienten, der mir das Erfolgserlebnis verweigert oder Scham beim Therapeuten, weil er es nicht hinbekommt, den Klienten zu "heilen".

    Auch die Idealisierung ("Sie verstehen mich so gut wie noch kein Therapeut vor ihnen") und Verliebtheit von Seiten des Klienten müssen als Übertragung verstanden werden, um für den Klienten nutzbar/ zugänglich gemacht werden zu können.

    Sonst bedient der Therapeut die Muster und kann nicht mehr ausreichend helfen, sie zu sehen und zu verändern (einfach ausgedrückt). Im schlechtesten Fall schadet er dem Klienten.

    Je weniger strukturstark der Klient ist (zum Beispiel Persönlichkeitsproblematik bis -störung), je weniger stabil und je mehr frühere Erfahrungen mit Grenzüberschreitung bestehen, desto anfälliger ist der therapeutische Prozess für diese Phänomene.

    Daher brauchen Therapeuten Selbsterfahrung, Erfahrung mit Therapien sowie Supervision.

    (Unter anderem) das spricht dafür, dass der Therapeut weiß (weil eine anständige Diagnostik gemacht wurde), was die Problematik beim Klienten ist. Auch eine Absprache bzwErarbeitung, welches Ziel die Therapie haben soll, ist wichtig.


  6. Registriert seit
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Konfrontationstherapie in hartnäckigen Fällen, dass ist kein Vorführen sondern Spiegel hinhalten....
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  7. Avatar von agathe13
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen
    Konfrontationstherapie in hartnäckigen Fällen, dass ist kein Vorführen sondern Spiegel hinhalten....
    ich weiß, dass es so etwas wie "Provokative Therapie" gibt - meinst du so etwas?
    Die Gruppe ist aber so nicht ausgerichtet.
    Aber wenn sie es wäre: würdest du sagen, so wie das gelaufen ist, wäre das in so einem Rahmen okay?


  8. Registriert seit
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Das, was Mary beschreibt und sich das Zunutze machen dieses Effekts für ein positives Therapieziel bedeutet, dass der Therapeut das bewusst und verantwortungsvoll macht - und den Probanden gegebenenfalls darüber aufklärt. Nach einem "Plan" einer geordneten Vorgehensweise. So wie man halt auch Medikamente oder Maschinen oder was weiß ich einsetzt in anderen Kontexten. Dass man weiß was man da grad tut. Nicht als Affekt.

    Es bedeutet nicht, dass der Therapeut sich unreflektiert und affektiv abreagiert, weil ihm grad sonst was quer sitzt. Und dann denkt "mei, bissl öffentlich nieder machen und dumm anreden, kann man auch als therap. Intervention verkaufen".

    Und die anderen in der Gruppe kuschen dann eh, weil sie Angst haben, als Nächste dran zu sein.


    Ach ja... Der formellen Vollständigkeithalber, @Agathe und @Joaquin.
    Therapie ist nix so aus der Hüfte geschossenes. Da gibt es doch sicher Dokumentation, oder?
    Der Therapeut wird ja die Gruppensitzungen "planen" und im Nachgang auswerten und das schriftlich, oder?

    Also so eine Dokumentation: "Ausgangslage - Handlung A, weil..... (belegt durch xyz). Dann Folge B, weil Handlung A .....
    Jetzt dann: C, weil ....

    Verstehst? Wenn man "nur" gelegentlich zusammen sitzt und reih um drüber redet, was alles so ist und wie es einem so geht und dann einer auf einmal einen Koller kriegt und rumpöbelt, weil ihm einer der Gruppe eh unsympathisch ist und überhaupt....

    Das ist keine Therapie. Das kannst billiger und evtl. zielführender in jedem x-beliebigen Verein haben.


  9. Registriert seit
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    i
    Aber wenn sie es wäre: würdest du sagen, so wie das gelaufen ist, wäre das in so einem Rahmen okay?
    Agathe, was ist denn dein Anliegen?
    Willst du hören, das war alles nicht so schlimm, das war schon okay vom Therapeuten?

    Euer/Dein Bauchgefühl sagt doch ganz klar, was Sache ist.


  10. Registriert seit
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    AW: Verhalten eines Psychotherapeuten - unethisch, unprofessionell?

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    ich weiß, dass es so etwas wie "Provokative Therapie" gibt - meinst du so etwas?
    Die Gruppe ist aber so nicht ausgerichtet.
    Aber wenn sie es wäre: würdest du sagen, so wie das gelaufen ist, wäre das in so einem Rahmen okay?
    Ja klar, warum denn nicht? Wer will den hier wirklich sagen wie was richtig ist ein so einem Gruppe-Gesprächs-Therapierahmen!!!!
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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