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  1. Registriert seit
    13.04.2019
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    Angst vor Nähe

    Kurz die Eckdaten: Ich lerne eine Frau kennen vor ca. 2 Jahren, Altersunterschied 10 Jahre, wir haben beide eine Tochter aus früheren Beziehungen im Alter von 23 Jahren, Fernbeziehung, was aber für beide erstmal kein Problem ist.

    Es ist wie so oft Liebe auf den ersten Blick für beide und wird auch so kommuniziert. Nun ja am Anfang haben alle die rosarote Brille auf. Aber dann gibt es Auffälligkeiten, die mich nachdenklich machen und auf die ich keine Antworten finde. Ganz zu Beginn unserer Beziehung gab es eine Situation, wo ich Sie besuchen wollte, war von beiden Seiten so geplant, Koffer gepackt, alles ok, wir telefonieren am Abend zuvor, sprechen über belanglose Sachen und plötzlich kippt die Stimmung von einer Sekunde auf die andere und die Frau meint, ich solle nun doch nicht kommen, von jetzt auf gleich.

    Ich war fassungslos, habe es nicht verstanden, mir den Kopf zerbrochen, ob ich etwas Falsches gesagt habe, konnte aber keine Erklärung finden. Am nächsten Tag kommt eine Nachricht, wenn ich reden möchte könnte ich doch kommen, was ich auch tue. Nach langer Zugfahrt komme ich an, wir begegnen uns, als sei nichts geschehen und verbringen schöne Tage und Nächte, auf meine Nachfrage, was los war bekomme ich keine klare Antwort, sie weiß es selber nicht genau. Das Leben und die Liebe entwickelt sich, wir verleben schöne Urlaube und Wochenenden, aber es gibt immer wieder Auffälligkeiten, die mir Sorge machen.

    So verbringen wir ein paar schöne Tage an der Ostsee, einen kleinen Urlaub, den ich ihr geschenkt habe und irgendwann kommt das Gespräch auf das Geld, was ich meiner Tochter zum Studium gebe, ein Thema, was eigentlich nur mich und meine damalige Frau etwas angeht und auch klar geregelt ist, ich höre hier aber bei ihr einen langen Vortrag was ich mir hier klar machen müsste etc. ??? also fast unverständlich und in einem vollkommem vorwurfsvollen Ton. Eine weitere Situation: Wir treffen uns in einer Stadt, gehen an einem wunderschönen Sonntag an einen See, tolles Wetter, viele Leute unterwegs, dort angekommen, gehen wir zum See und dann in eine Richtung, einfach so.
    Erneut kippt nach wenigen Minuten die zunächst freidliche und ganz harmonische Situation:"Warum gehen wir da lang?". Ich bin erschrocken, wir hätten auch in die andere Richtung gehen können, aber egal. Sie versteht nicht warum wir hier "ziellos" entlanglaufen, an einem wunderschönen, sonnigen Tag, wo viele Menschen spazieren gehen und die Natur genießen, also der Tag war fertig. Dazu muss man wissen, das die Frau eine schwierige Kindheit hatte, früh schwanger wurde und sehr wenig Unterstützung und Liebe erfahren hat. Sie schreibt mir unendwegt, wie sehr sie mich liebt, schickt whatsapp- Nachrichten mit entsprechenden Nachrichten und Symbolen etc. wir telefonieren fast jeden Abend.

    Aber auffallend sind immer wieder starke emotionale Stimmungsschwankungen, wir waren auf dem Weg in einen Urlaub in einem Hotel am Flughafen, da gab es Probleme mit ihrem Laptop, irgend etwas lies sich nicht herunterladen für ihre Fortbildung, da ist sie derart wütend geworden, das die Rezeption im Zimmer angerufen hat weil sich andere Gäste über die Lautstärke beschwert haben, so etwas habe ich noch nie erlebt, plötzliche heftige Stimmungsschwankungen, ohne sich zu kontrolieren und die Situation realistisch einzuordnen. Und jetzt kommt es: Sie schreibt mir: "Ich bin immer ängstlich vor Bindung", "ich vertraue nur schwer", "ich soll nicht an ihrer Liebe zweifeln, auch wenn sie hart rüberkommt". "Sie versteht nicht was mit uns passiert, warum liebt man mich?, dabei läuft ihr eine Träne über das Gesicht, "ich bin noch nie so verwöhnt worden" wie von dir, aber auch "ich bin noch nie verlassen worden, ich verlasse immer vorher!!!!

    Ich antworte intensiv darauf, das führt hier zu weit, sie bedankt sich für meine wundervollen Worte, aber mir wird deutlich, sie bzw wir haben ein massives Problem. Hier ist ein Mensch hochsensibel, sehr empfindsam mit größter Angst vor wirklicher Nähe, Immer wenn aus einem Ich und einem Du ein wir werden könnte läuft sie davon, das habe ich ihr so gesagt, sie meinte "vielleicht hast Du recht", dann beendet sie die Beziehung, ganz plötzlich, kalt, dann heißt es: "es passt halt nicht". Dann geht das Spiel von vorne los, wieder Annäherung etc., aber immer wieder auch Vorwürfe, nachdem man anfangs fast idealisiert wurde , wird nun z.B. die Kleidung kritisiert, wenn ich sie dennoch benutze wird mir Ignoranz vorgeworfen. Also ein deutlich manipulatives Verhalten, was nicht akzeptabel ist. Eine andere Situation: Wir sind abends im Hotel am Flughafen essen, am nächsten morgen geht unser Flug, plötzlich beginnt sie ein Thema über die Regelung von Überstunden in unserem Unternehmen, also ein vollkommen belangloses Thema, wo ich den Eindruck bekam, es wurde fast provoziert, eine bizarre Diskussion. Irgendwann wurde es mir zu blöd, ich habe ihr hier eine Grenze aufgezeigt, das ich da nicht weiter diskutieren werde, dann wollte sie den Zimmerschlüssel für das Hotelzimmer, ich sage ich esse jetzt noch zu Ende und dann gehen wir zusammen, dass gab dann den endgültigen Knall, Urlaub erledigt. Zum ersten mal habe ich eine klare Grenze aufgezeigt und diese an sich harmose Kritik wurde von ihr wohl als Angriff auf ihre Person gedeutet, daher die harsche Reaktion.

    Sie wirkt nach Aussen sehr selbstbewusst, sie ist sehr attraktiv, aber kein Püppchen, ist sehr kommunikativ, spürt Stimmungen sehr schnell, geradezu intuitiv auf, hat nach meiner Einschätzung eine starke kognitive Empathie, kann sich aber nicht wirklich in einen anderen einfühlen mit Herz und Seele, irgendwie feht es an menschlicher Wärme, sie legt Wert auf teure und z.T. sehr teure Kleidung, Wäsche, Schuhe etc. arbeitet in entsprechenden Branchen, fragt mich dann immer ob mir dieses oder jenes gefällt, es kommt mir vor, als suche sie hier Bewunderung, als will man etwas kompensieren, aber Bewunderung ist ja keine Liebe. Sie will nicht die Kontrolle verlieren, aber wer liebt, will ja gerade dies nicht, der will loslassen.

    Mittlerweile hat sie die "Beziehung" erneut beendet, es reicht nicht als Paar durchs Leben zu gehen war die Begründung, gleichzeitig hält sie weiter intensiven whatsapp Kontakt zu mir, erkundigt sich, wie es mir geht nach der Trennung, aber zeigt auch hier wenig Empathie. Zwei Tage nachdem sie die Beziehung beendet hat werde ich gefragt: "Sie vermisst meine Unbeschwertheit". Da fehlen einem die Worte.

    Also ein ständiges auf und ab, für mich unglaublich anstrengend und sehr traurig, denn ansehen zu müssen, wie hier eine wunderbarer, liebevoller Mensch alles abwehrt nach dem er sich eigentlich zutiefst sehnt, nach Liebe und Geborgenheit, der aus welchen Gründen auch immer fast narzisstische Züge hat, bewundert werden will, selbstbewusst auftritt, und immer die Kontrolle behalten will, aber wahnsinnige Angst vor Nähe und Verletzung hat und in seinem Inneren doch sehr instabil ist, und einfach nicht Vertrauen kann, und überhaupt nicht weiß was er "Wert" ist, seinen "Selbstwert" nicht kennt.

    Für mich absolutes Neuland, hatte ich doch bisher nur langjährige Beziehungen seid meinem Studium incl. 20 Jahre Ehe, aber hier komme ich an meine Grenze. Mich würde interessieren, wer ähnliches erlebt hat.

    Wie seid ihr damit umgegangen?

  2. Inaktiver User

    AW: Angst vor Nähe

    Markus,
    in diesem Thread kann es nicht um deine Freundin gehen und ihre Befindlichkeiten. Es kann nur um die Auswirkungen ihrer Befindlichkeiten - ihrer Stimmungsschwankungen, ihres nicht-erwachsenen--verhaltens
    /(Ja mir liegt ein Wort auf der Zunge - und das spreche ich nicht aus) auf Dich und deine Wünsche an das Leben und an eine Beziehung gehen.

    Willst du mit der Frau so wie sie ist - und was du geschrieben hast ist grauslich - leben ? Dann machs.
    Willst du eine Beziehung die sich in Liebe vertieft und weiterentwickelt und die dich glücklich macht - dann renn weg so schnell wie du kannst. Eine Entscheidung - Dein Leben

  3. Inaktiver User

    AW: Angst vor Nähe

    Markus, glaubst du, du bekommst hier und drüben andere Antworten als unter „Beziehung im Alltag“?

  4. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
    Registriert seit
    21.06.2013
    Beiträge
    4.601

    AW: Angst vor Nähe

    Markus, es ist nicht üblich, in drei verschiedenen Unterforen genau dieselben Stränge zu eröffnen,
    ich habe das dem Team gemeldet, es werden also ziemlich sicher zwei wieder geschlossen.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin

  5. VIP Avatar von R-osa
    Registriert seit
    29.08.2009
    Beiträge
    16.281

    AW: Angst vor Nähe

    Da dieses Thema in mehreren Foren eingestellt wurde, schließe ich hier zu.
    Weiter diskutiert werden kann hier.
    Auf und ab in der Beziehung

    Beste Grüße
    R-osa VIP
    .
    Öffne die Augen und knutsche das Leben

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