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  1. Registriert seit
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    AW: Histrionische Tochter

    Gerne animosa.
    Diese Gespräche hier mit Euch helfen mir enorm. Vielen Dank an alle Damen, die hier mitschreiben💐.
    Im Moment bin ich in einem Wechselbad der Gefühle. Gestern verzweifelt, heute zornig. Zornig über ein sehr geliebtes Kind, das mit Werten und Achtung aufgewachsen ist. Sie hat einfach absolut kein Recht mir Schaden zuzufügen. Absolut keiner. Und wo es halt doch passiert, bringt man es wieder in Ordnung, oder probiert es zumindest. Aber wie schon gesagt, wo kein Leidensdruck da ist, passiert halt auch nichts.Ich glaube wirklich nicht das ich den ersten Schritt, machen sollte. Ausserdem glaube ich das sie eine Wohnung sucht, mit Hilfe Ihres Vaters. Auch gut.

  2. Avatar von animosa
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    AW: Histrionische Tochter

    Kann ich auch so bestätigen. Meine Tochter war ein Wunschkind und ist mit ganz viel Liebe aufgewachsen. Ich kann nur entgeistert schauen, wenn irgendwer meint, ihr hätte es an irgendetwas gefehlt.

    Gefehlt haben kann ihr vielleicht ein Geschwisterkind. Eben auch nur vielleicht. Da hört man ja auch viel, von Geschwisterkrieg.

    Auch wenn in der Kommunikation nicht alles exakt gelaufen ist oder läuft, sehe ich da keine Begründung drin. Dafür sind ihre Reaktionen viel zu krass und zu extrem. Wir haben immer signalisiert, dass wir gesprächsbereit sind. Wir sind überhaupt nicht autoritär. Das ist meine Tochter aber uns gegenüber. Da haben wir dann natürlich irgendwann mal ein Stopschild vorgehalten.
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

  3. gesperrt
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    AW: Histrionische Tochter

    Gaaanz und mit aller Vorsicht: ganz viel Liebe kommt beim Kind nicht zwangsläufig auch so an. Ich schreibe das aus eigenem Erleben. ich WEISS, dass meine Mutter alles für mich getan hat - bis auf eines: sie hat mich nie wirklich verstanden. was aus ihrer Sicht nötige erzieherische Korrekturen waren, war ein Trimmen auf ihre Maximen, ihre Vorstellungen. Denen ich (natürlich) nie genügen konnte, wir sind einfach grund(!)verschieden, vielleicht wie Pferd und Zebra oder Pferd und Esel. ich hätte vielleicht Wölfe vertreiben können, aber niemals ein Dressurpferd sein
    und, ja, ich hab so im mittleren Teen-Alter auch mal so einen Spruch losgelassen. ich kann mich noch erinnern (ich schämte mich gleich dafür), aber ich stand mit dem Rücken zur Wand. An den eigentlichen Konflikt, der das Ganze umgab, der Auslöser war, hab ich keine Erinnerung mehr.

  4. Avatar von animosa
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    AW: Histrionische Tochter

    @Ila

    Ich habe es schon oft in diesem Zusammenhang geschrieben: Meine Mutter hat auch Einiges anders gemacht und verstanden, als dass es mir gut getan hätte.
    Nie im Leben hätte ich mich an ihr so gerächt. Warum denn auch? Ich kann doch verstehen dass das nicht alles böser Wille war. Vielleicht war böser Wille dabei. Aber eben auch nur vielleicht. Ich kann es nicht beweisen und ich bin mir auch überhaupt nicht sicher. Eine andere Generation. Ich kann das verstehen und begreifen und ich muss überhaupt niemanden dafür bestrafen und schon gar nicht meine Eltern. Ich mache das Beste aus meinem Leben. Und ich bekomme Therapie. Ich bin glücklich, dass wir hier heute Therapie bekommen. Ich bin so dankbar dafür.
    Alles keine Erklärungen!

  5. gesperrt
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    AW: Histrionische Tochter

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    @Ila

    Ich habe es schon oft in diesem Zusammenhang geschrieben: Meine Mutter hat auch Einiges anders gemacht und verstanden, dass es mir gut getan hätte.
    Nie im Leben hätte ich mich an ihr so gerächt. Warum denn auch? Ich kann doch verstehen dass das nicht alles böser Wille war.
    Ja, ich verstehe es auch, aber dazu musste ich richtig - RICHTIG - erwachsen werden. und vor allem: Distanz herstellen (was sie absolut nicht wollte).
    Ich kenne jetzt eure Situation nicht: ist es wirklich Rache? oder vielleicht doch Verteidigung einer Selbstbestimmung, so fehlgeleitet die auch sein kann? Auch ein Versuch der Distanzierung? Ja, ich finde auch, das professionelle Hilfe eine Hilfe ist.
    Erklärungen? Schwierig.

  6. Avatar von animosa
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    AW: Histrionische Tochter

    Meine Mutter hat neulich einen Brief geschrieben. Damit möchte sie mir helfen, vor allem wenn sie nicht mehr auf der Welt ist.

    Sie hat darin beschrieben, mit wie viel Liebe wir unser Kind aufgezogen haben. Sie kann es als Außenstehende schon beurteilen. Und sie hat beschrieben, wie traurig sie darüber ist, dass unsere Tochter sich so verhält. Die Verwandtschaft ist erstarrt. Keiner versteht das. Meine Geschwister sind sprachlos.

    Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch. Man kann mit mir reden. Meine Tochter hat sich dafür entschieden, gar nicht mit mir zu reden.

    Sie hat Psychologie studiert. Ich habe nicht studiert, bin ihr nicht mal gewachsen.

    Neulich war sie ja zu Hause. Ich habe ihr signalisiert, dass ich ihr alles verzeihe. Ich habe sie in den Arm genommen und geweint. Geweint habe ich ausversehen. Tränen mag sie gar nicht. Deswegen habe ich auch nur ganz unauffällig geweint. So dass nur die Augen etwas feucht waren. Ich meine mehr, ich habe innerlich geweint.

    Sie hat meine Liebe angenommen. Sie hat viel mit mir geredet, hat meine Nähe gesucht.Ich musste dann allerdings den Konflikt ansprechen. Und da ist sie wieder ausgeflippt. Diesmal hat sich alles gegen meinen Mann gerichtet. Ihm hat sie jetzt richtig Schaden zugefügt. Vorher war ich es, der sie Schaden zufügen wollte. Sie wollte mich sogar tot sehen.

  7. Avatar von animosa
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    AW: Histrionische Tochter

    Zitat Zitat von ilazumgeier Beitrag anzeigen
    Ich kenne jetzt eure Situation nicht: ist es wirklich Rache? oder vielleicht doch Verteidigung einer Selbstbestimmung, so fehlgeleitet die auch sein kann? Auch ein Versuch der Distanzierung? Ja, ich finde auch, das professionelle Hilfe eine Hilfe ist.
    Erklärungen? Schwierig.
    Ich wäre froh, wenn meine Tochter endlich richtig selbstständig wäre. Sie studiert seit Jahren im Ausland. Wenn sie auf Semester Ferien nach Hause kam, spielte sie sich hier immer sehr autoritär auf. Ich sagte ihr, dass das nicht geht. Wenn sie ihren (diesen) Lebensstil leben möchte, dann muss sie sich eine eigene Bleibe suchen, auf eigenen Beinen stehen.

    Naja, jetzt hat sie sich richtig ins Aus geboxt. Sie hat sich von der gesamten Familie los gesagt. Natürlich frage ich mich ständig, wie sie jetzt lebt, wo sie ist. Und weißt du wie oft mir ihre Kindheits-Bilder durch den Kopf gehen? Das ist unheimlich schmerzhaft.

  8. Avatar von animosa
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    AW: Histrionische Tochter

    Das ist ja hier nicht mein Strang. Ila, ich kann dir auch eine private Nachricht schicken. Dann verstehst du vielleicht besser.

    Ich kann Rose nur raten, bevor sie die Kommunikation mit ihrer Tochter wieder aufnimmt, soll sie die schriftliche Entschuldigung verlangen von ihr. Das kann noch einmal sehr wichtig werden.


  9. Registriert seit
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    AW: Histrionische Tochter

    Ähhhh. Gründen wir jetzt eine Selbsthilfegruppe hier?

  10. Avatar von jofi2
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    AW: Histrionische Tochter

    Da scheint es Töchter mit histrionischer Persönlichkeitsstörung zu geben. Und die hat keineswegs nur soziale Ursachen.
    Ich finde es völlig daneben, hier die Anteile der Mütter ausbuddeln zu wollen. Die haben erst mal das Problrm, mit der Situation klarzukommen.
    Das gehört in professionelle Hände, und selbstverständlich muss man sich auch als Eltern schützen.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)

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