+ Antworten
Seite 1 von 5 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 47

  1. Registriert seit
    17.02.2019
    Beiträge
    19

    Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Hallo.
    Ich ( w. 16 1/2 Jahre alt, 1.71m groß und derzeit 54 kg) leide seit zwei Jahren unter Magersucht bw. den Folgen davon. Nachdem ich das erste Mal aus der Klinik ( niedrigstes Gewicht 42.5 kg bei einer damaligen Größe von 1.69 m) entlassen wurde, wog ich 50 kg und nahm noch bis 56 kg zu, fühlte mich damit richtig wohl und hatte wieder Kraft, Sport zu treiben, am Leben teilzunehmen, feiern gehen, ect. Doch dann bekam ich Anfang September 2018 enorme Fressanfälle, nahm bis 62 kg [ und manchmal sogar mehr zu :( ] und fühlte mich überhaupt nicht mehr wohl. Auch der Sport litt unter meinem psychischen Desaster und damit kam ich dann gar nicht mehr klar, bis ich anfing, wieder abzunehmen, zog das bis vor vier Tagen dann auch durch. Gelangte dann an ein Gewicht von 52.8 kg und merkte, dass es langsam wieder in die andere Richtung ging. Also beschloss ich mich ( da ich nicht nochmal magersüchtig werden wollte, außer an Momenten, wo ich einfach nicht mehr konnte) wieder normal zu essen. Doch das artete völlig aus, ich bin seit vier Tagen nur am Fresssen und schaff es nicht aufzuhören. Ich fühle mich einfach nur fett, schäbig , ekelig und trau mich gar nicht mehr aus dem Haus und hab auch sonst an nichts mehr Lust. Ich treffe keine Freunde mehr, da ich mich für mein Fressen schäme. Wohne noch bei meinen Eltern, doch auch diese bekommen mich nur selten zu sehen, da ich nicht mehr mit Ihnen esse, weil ich mich dafür schäme. Habe schon längere Zeit überlegt, wieder in eine Psychatrie zu gehen,habe den Gedanken aber dann beideite geschoben, denn dort würden sie mich nicht aufnehmen,da ich für eine Magersüchtige mittlerweile ( und das macht mich auch fertig, denn ich war immer die Magersüchtige bei den Anderen) zu viel wiege, depressiv bin ich wahrscheinlich nicht genug und Binge Eating würden die Ärzte wahrscheinlich auch nicht diagnostizieren ( auch wenn ich es eigentlich habe).
    Habt ihr irgendwelche Tipps für mich oder Erfahrungen,denn ich möchte auch niemandem in der Psychatrie einen Platz wegnehmen, der diesen vielleicht dringender brauchen kann als ich, da ich ja eigentlich keine zu diagnostizierende Krankheit habe.


    Bitte keine blöden Antworten und sorry, dass dieser Text so lange geworden ist.

  2. Avatar von jofi2
    Registriert seit
    11.03.2015
    Beiträge
    17.549

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Klingt so, als,ob es jetzt in Richtung Bulimie ginge - aber bitte: Das ist eine vage Vermutung, keine Diagnose.

    Hat die Klinik, in der Du warst, eine Ambulanz, bei der Du Dich wieder vorstellen könntest?
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)


  3. Registriert seit
    17.02.2019
    Beiträge
    19

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Ja, hat sie.

  4. Avatar von jofi2
    Registriert seit
    11.03.2015
    Beiträge
    17.549

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Zitat Zitat von sunshine223 Beitrag anzeigen
    Ja, hat sie.
    Dann nix wie hin!
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)


  5. Registriert seit
    22.02.2015
    Beiträge
    908

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Hast du denn keinen ambulanten psychotherapeuten, der dich betreut? Das fände ich schon fast fahrlässig. Und sind deine Eltern nie in die Therapie mit eingebunden worden? Wurde besprochen, was deine Magersucht ausgelöst hat, was für innere Konflikte dazu führen, dass du dir essen verbietest, wurden Rituale für zu Hause besprochen, gemeinsames Essen, etc.? Hast du Ressourcen gelernt, um sie in wiederkehrenden Situationen anzuwenden? Und so weiter.

    Wenn du das in der Psychiatrie alles nicht mit auf den Weg bekommen hast, dann war das nicht der richtige Ort für dich. Ich würde dir eine psychosomatische Klinik, Schwerpunkt essstörungen, empfehlen. Außerdem brauchst du dringend einen psychotherapeuten, zu dem du die nächsten Jahre 1-2x wöchentlich gehst. Wende dich wegen beiden Sachen an deinen Hausarzt!

    Du bist es wert, dass du dir Hilfe holst!

    Du nimmst niemanden den Platz weg. Diese Plätze sind für Menschen wie dich. Menschen, die Hilfe brauchen und wollen! Bitte "gönn" dir das. Sei es dir JETZT wert, bevor es wieder richtig kippt.

    Kannst du versuchen mit deinen Eltern zu reden? Oder mit einer anderen vertrauensperson? Einer Tante, Lehrerin oder so?

    Es gibt nichts, wofür du dich schämen brauchst. Du hast eine Krankheit, so wie andere sich das Bein gebrochen haben, und benötigst Unterstützung.


  6. Registriert seit
    17.02.2019
    Beiträge
    19

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Ich weiß, es ist jetzt vielleicht eine doofe Frage, aber ich bin mir echt nicht sicher: Aus welchem Grund würden die mich denn dann nehmen?


  7. Registriert seit
    17.02.2019
    Beiträge
    19

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Sorry. Die vorherige Antwort ear eigentlich für @ jofi2 gedacht.


  8. Registriert seit
    17.02.2019
    Beiträge
    19

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    @jubido ja ich bin in ambulanter Psychotherapie, aber das bringt nicht so viel, da ich dort nicht weiterkomme, weil meine Psychotherapeutin überhaupt nicht auf mich eingehet und dann nur dolche Kommentare abgubt wie : " Lass doch mal locker mit dem Gewicht, das eine Kilo mehr oder weniger ist doch auch egal" , es ist dann genau DAS Kilogramm, was ich dann sehe, dass zu viel ist und von daher komme ich da nicht weiter. In der Psychatrie haben wir öfters Familiengrspräche gehabt, aber da es meinem Vater sehr schwer fällt Gefühle auszudrücken, sind wir da auch nicht wirklich weitergekommen...

  9. Avatar von jofi2
    Registriert seit
    11.03.2015
    Beiträge
    17.549

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Jubidu, nach dem was sunshine schreibt, befindet sie sich in einer Phase, in der sie sofort Unterstützung braucht.
    Davon abgesehen finde ich Deine Vorschläge richtig, aber das dauert und sollte parallel zu einer Akut-Intervention (wenn die nicht nötig ist werden die es sunshine in der Ambulanz schon sagen) angeleiert werden.

    Außerdem wissen wir doch gar nicht, wie sunshines Klinikaufenthalt verlaufen ist, welche Angebote ihr gemacht wurden und welche sie angenommen hat.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)


  10. Registriert seit
    22.02.2015
    Beiträge
    908

    AW: Magersucht und ihr weiterer Verlauf

    Also natürlich hast du die Diagnose Magersucht weiterhin. Deshalb gehörst du auch in therapeutische Behandlung. Möglicherweise bist du mit dem aktuellen Gewicht kein Fall für die notfallmäßige Aufnahme in der Psychiatrie. Dann kann man immer noch eine geplante Aufnahme besprechen. Entweder auf einer psychotherapiestation oder eben in einer Psychosomatik.

    Wenn du im ambulanten Rahmen wieder rückfällig geworden bist reicht das als Grund. Wahrscheinlich steckt bei dir ja auch noch eine Art Depression dahinter.

    Wenn deine Therapeutin nicht hilft, versuche zu wechseln. Hier muss einfach die Ebene stimmen. Du kannst dazu die Krankenkasse anrufen und fragen ob das prinzipiell geht und unter welchen Voraussetzungen.
    Klar ist aber, dass ein Therapeut nicht immer das sagt, was man hören will. Das ist grade die challenge. Sprich es an. Übe mit ihr deine Grenzen zu kommunizieren, dich zu wehren, anzuecken. Dazu dient der therapeutische Rahmen auch. Da geht es nicht um liebevolles quatschen, da geht es um die Substanz. Und die tut weh.

    Und was deine Eltern angeht fehlt mir jedes Verständnis. Dann soll dein Vater halt lernen zu reden. Und sich mal belesen, Interesse zeigen, selber zur Therapie gehen. Deine Erkrankung ist potentiell lebensbedrohlich. Wenn das nicht reicht, dass sich Eltern den ars.. aufreißen, was dann?
    Du scheinst schließlich offen, gewillt gesund zu werden siehst, wo und wann du abrutschst. Das ist mehr, als viele andere mitbringen. Du hast die Chance dass in den Griff zu bekommen. Lass dich da nicht in eine Ecke drängen.

+ Antworten
Seite 1 von 5 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •