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  1. Registriert seit
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    Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Hallo zusammen,

    nachdem meine erste Psychotherapie vor einigen Jahren leider erfolglos war, habe ich kürzlich eine neue Psychotherapie begonnen und mich dieses Mal für eine andere Therapieform entschieden. Nun würde es mich interessieren, ob es hier jemanden gibt, der auch verschiedene Therapieformen ausprobiert hat, welche ihm besser weitergeholfen hat und warum.
    Dankeschön :-).

    Liebe Grüße
    Wuckerzatte


  2. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    ich hatte schon systemische Gesprächstherapie, bei verschiedenen Leuten - mir scheint, dass es persönlich mit dem oder der Therapeutin gut passt, sei wichtiger, als welche Methode angewendet wird.

    hoffe du findest jemanden Gutes :-)

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  3. Inaktiver User

    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Also dass die TherapieFORM weniger wichtig ist als die CHEMIE zwischen Therapeut und Klient. Wenn die passt, ist es fast egal ob Analyse, VT oder tiefenpsychologisch.
    Viel Erfolg beim Finden eines guten Therapeuten!


  4. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Danke für eure Antworten. Bei mir war es so, dass zwischen meinem ersten Therapeuten und mir die Chemie gepasst hat, aber ich hatte die meiste Zeit das Gefühl, dass wir nur nett plaudern. Einen roten Faden konnte ich nicht wirklich erkennen. Als ich ihm das sagte, meine er sinngemäß, dass ich die Themen mitbringe und es in der Hand habe, was in der Therapie passiert. Leider tritt mein Problem, weshalb ich mich in Therapie begeben habe, nur phasenweise auf, d.h. seit Jahren geht es mir mal ein paar Monate sehr schlecht, dann wieder ein paar Monate gut usw. Das habe ich dem Therapeuten auch gesagt. Während ich dann in der Therapie war, ging es mir die meiste Zeit einigermaßen gut (was auch daran liegen konnte, dass ich die Hoffnung hatte, dass mir nun jemand helfen könnte). Wenn der Therapeut mich dann gefragt hatte, was ich heute mitgebracht habe, habe ich über aktuelle Probleme (z.B. Arbeit) geredet. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass dadurch mein eigentliches Problem vernachlässigt wird, aber er meinte, dass vermutlich alles miteinander zusammenhängt.

    Da ich nach einem Jahr Therapie so gut wie gar nicht weitergekommen bin (abgesehen davon, dass ich ein paar interessante, allgemeine Lebenstipps bekommen habe), frage ich mich schon, wo der "Fehler" liegt:

    1.) Habe ich nicht genug darauf geachtet, dass mein eigentliches Problem besprochen wird?
    2.) Passt die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nicht zu mir?
    3.) War der Therapeut einfach nicht gut?

    Falls 1.) oder 2.) zutrifft, hätte das ein guter Therapeut dann nicht merken und mich darauf hinweisen müssen?

    Ich habe schon öfter von anderen gehört, dass bei dieser Therapieform wenig gelenkt wird und der Patient auf vieles selbst kommen muss. Was ist aber, wenn der Patient (obwohl er ein intelligenter und reflektierter Mensch ist) nicht selbst darauf kommt? Ist es aus psychotherapeutischer Sicht dann tatsächlich sinnvoller, den Patienten 50 Stunden "absitzen" und im Nebel rumstochern zu lassen, als ihm ein paar klare, deutliche Worte zu sagen und Tipps zu geben?

    (Ich übertreibe jetzt absichtlich ein wenig. Natürlich war es nicht so, dass ich gar keine Tipps bekommen habe.)

    Würde mich über ein paar Anregungen freuen.


  5. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Wuckerzatte Beitrag anzeigen
    Falls 1.) oder 2.) zutrifft, hätte das ein guter Therapeut dann nicht merken und mich darauf hinweisen müssen?
    ich denke, ja - aber solche Leute sind nicht leicht zu finden.



    Was ist aber, wenn der Patient (obwohl er ein intelligenter und reflektierter Mensch ist) nicht selbst darauf kommt? Ist es aus psychotherapeutischer Sicht dann tatsächlich sinnvoller, den Patienten 50 Stunden "absitzen" und im Nebel rumstochern zu lassen, als ihm ein paar klare, deutliche Worte zu sagen und Tipps zu geben?
    Ein Therapeut sollte vor allem die guten Fragen stellen. zum Beispiel "letztes Mal haben Sie X gesagt, heute sagen Sie das Gegenteil von X, das ist ein Widerspruch - was sagen Sie dazu?" - der Therapeut soll nicht sagen "so ist es", aber der Therapeut soll merken, wo es klemmt, wo es hakt, und darauf hinweisen: hier klemmt es, da hakt es, und dann kann der Klient darüber nachdenken und so kommt man in die Tiefe.


    Es ist durchaus nicht falsch, mit aktuellen geringen Problemen anzufangen - aber der Therapeut soll trotzdem nicht das übergreifende Thema aus den Augen verlieren, und immer wieder die Verbindung schaffen.

    Aber eben - Leute, die das gut können, sind nicht leicht zu finden.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  6. Avatar von Simpleness2
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Wuckerzatte Beitrag anzeigen
    Da ich nach einem Jahr Therapie so gut wie gar nicht weitergekommen bin (abgesehen davon, dass ich ein paar interessante, allgemeine Lebenstipps bekommen habe), frage ich mich schon, wo der "Fehler" liegt:

    1.) Habe ich nicht genug darauf geachtet, dass mein eigentliches Problem besprochen wird?
    2.) Passt die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nicht zu mir?
    3.) War der Therapeut einfach nicht gut?
    Letzteres....! Es ist der Job des Therapeuten, tiefer zu blicken, Dein eigentliches Problem zu erkennen, aufzugreifen, indem er entsprechende Fragen stellt, die zu einem Erkenntnisprozess, zur einer Lösung und Aufarbeitung führen.


  7. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Wuckerzatte Beitrag anzeigen
    1.) Habe ich nicht genug darauf geachtet, dass mein eigentliches Problem besprochen wird?
    2.) Passt die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nicht zu mir?
    3.) War der Therapeut einfach nicht gut?
    Ich denke eher, dass 1.) und 3.) zutrifft.
    Es ist deine Aufgabe, die Themen, die dich belasten, in die Stunden zu bringen und zu beschreiben, wie du dich dabei fühlst, was deine Gedanken sind etc. pp. Und der Therapeut hat auch nicht nur dazusitzen, sondern sein Wissen anzuwenden und dir zu helfen, deine Gedanken und Gefühle zu verstehen.

    Ich mache seit fast 3 Jahren eine tiefenpsychologische Analyse und sie hat mir sehr viel gebracht. Zu Beginn war alles sehr oberflächlich. Wir haben über meine persönliche Geschichte gesprochen, wie es als Kind Zuhause war, wer mich geprägt hat und und und. Mit der Zeit wurde ich - auch mir gegenüber - offener und konnte meine Gedanken und Gefühle, die ich in schlimmen Zeiten hatte, besser kommunizieren. Wir haben darüber gesprochen und herausgefunden, woher diese Gedanken und Gefühle kommen.
    Zu verinnerlichen, dass diese Gedanken ("Ich bin egal.") einfach mal nicht der Wahrheit entsprechen, ist eine Arbeit, die aus eigener Kraft stattfinden muss. Das kann dir niemand abnehmen. Ich gehe allerdings davon aus, dass du das weißt. :-)

    In meiner Therapie spreche ich auch über aktuelle Probleme auf Arbeit, Zuhause, in der Bahn; nur eben alles mit dem Fokus auf Gedanken und Gefühle. In den richtigen Momenten springt dann mein Therapeut ein und bringt sein Fachwissen mit ein, damit ich verstehe, wieso ich so gefühlt und gedacht habe.

    Das sind meine bisherigen Erfahrungen. Eine andere Therapieform habe ich bisher noch nicht aktiv ausprobiert.

  8. Inaktiver User

    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Wuckerzatte Beitrag anzeigen
    Da ich nach einem Jahr Therapie so gut wie gar nicht weitergekommen bin (abgesehen davon, dass ich ein paar interessante, allgemeine Lebenstipps bekommen habe), frage ich mich schon, wo der "Fehler" liegt:

    1.) Habe ich nicht genug darauf geachtet, dass mein eigentliches Problem besprochen wird?
    2.) Passt die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nicht zu mir?
    3.) War der Therapeut einfach nicht gut?
    3.
    Ein Jahr ohne Erfolg bedeutet, dass hier etwas grundsätzlich schief läuft.

    Ein guter Therapeut oder Coach beginnt immer mit einer Zielklärung: Was will der Klient erreichen? Woran können Erfolgsschritte auf dem Weg dorthin gemessen werden?
    Desweiteren erwarte ich, dass der Therapeut oder Coach seine Methode offenlegt. Ich schreibe, dass dies meine Erwartung ist, weil über diesen Aspekt kein allgemeiner Konsens besteht. Meine Meinung ist, dass der Klient darum bitten sollte, wenn der Therapeut das nicht von selbst tut. Ich als Coach lege meine Methoden immer sofort auf den Tisch.
    Schon ab dem 2. Termin muss es Feedbackschleifen geben, damit sowohl Therapeut als auch Klient immer wissen, wo auf dem Weg zur Zielerreichung der Klient gerade steht und ob die Richtung überhaupt noch stimmt. So kann gegengesteuert werden, wenn Fortschritte ausbleiben.

    Ich stimme TTT zu, dass stimmige Chemie der bei weitem wichtigste Erfolgsfaktor ist.
    Doch hier liegt auch ein Fallstrick: Gegenseitige Sympathie alleine stellt nicht sicher, dass man sich nicht in Endlosschleifen, Nebenkriegsschauplätzen, freundlich-zugewandtem Geplauder verliert. Die Lösung: Feedbackschleifen (nicht nur auf Zielerreichung sondern auch auf das Ziel selbst bezogen) und ggf. Methodenwechsel


  9. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Wenn du eine analytische Psychotherapie machst, dann ist das erste Jahr nicht unbedingt von großen Fortschritten geprägt.

    Die Chemie ist wichtig, aber auch die Therapieform. Nicht jedem liegt jede Therapieform. Es sind teilweise auch vollkommen unterschiedliche Ansätze.
    Geändert von Quirin (18.09.2018 um 17:24 Uhr) Grund: exaktere Begriffsverwendung


  10. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Kognitive Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie setzen an konkreten Wirkmechanismen an. Die analytische Psychotherapie eignet sich gut für diffusere Störungen, bei denen konkrete Wirkmechanismen nicht ganz so offensichtlich sind.

    Was besser für dich ist, ist auch eine Frage der Symptomatik, aber mindestens ebenso geht es darum, was dir besser liegt. So ist in den ersten beiden Verfahren der Umgang mit dem Therapeuten konfrontativer, beim letzten dagegen gar nicht. Wenn der Umgang mit Konfrontation zum Kernproblem gehört, dann sind diese Therapieformen unter Umständen problematisch. Ich empfehle, sich hier entsprechend schlau zu machen.

    Zu behaupten, im ausgehenden 20. Jahrhundert hätte es einen dogmatischen Richtungsstreit zwischen den Therapieformen gegeben, bei der von zwei Therapeuten unterschiedlicher Richtung (verhaltenstherapeutische gegen psychoanalytisch geprägte Verfahren), die man eine Stunde in einen Raum sperrt, nur einer lebend wieder rausgekommen wäre, wäre so nicht richtig. Denn es wäre eine starke Untertreibung. Keiner von beiden wäre lebend wieder rausgekommen. Das sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt.

    Daraus folgt auch unmittelbar, dass nicht wenige Psychotherapeuten selber einen an der Waffel haben. Das ist auch insofern verständlich, da eigene psychische Probleme bei nicht wenigen Studierenden der Psychologie der Grund für die Studienwahl sind. Auch das sollte man immer im Hinterkopf haben.

    Ich möchte die Psychotherapie damit nicht schlecht reden, ganz im Gegenteil, ich halte sie fast für die wichtigste Therapieform aus dem medizinischen Spektrum. Aber man kann nicht einfach so zu einem Therapeuten gehen, wie man mit einem gebrochenen Bein zum Orthopäden geht. Es ist eher so, dass du etwas hast, aber nicht weißt, was, und dich nun selber entscheiden musst, ob du zum Chirurg, zum Orthopäden oder zum Onkologen gehen sollst. Und der schneidet dann an dir rum, gipst dein Bein ein oder verpasst dir ne Chemotherapie. Eine Art psychotherapeutischer Hausarzt, der mit dem Patienten das Problem und die Vor- und Nachteile der Therapieverfahren im Bezug auf das Problem des Patienten erörtert, der fehlt einfach.

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