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  1. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Eine Art psychotherapeutischer Hausarzt, der mit dem Patienten das Problem und die Vor- und Nachteile der Therapieverfahren im Bezug auf das Problem des Patienten erörtert, der fehlt einfach.
    Warum sollte das fehlen? Das ist doch sehr wohl möglich, sich das Problem des Klienten anzuhören, und darauf hin zu entscheiden, welches Verfahren am vielversprechendsten scheint.

    Es ist auf alle Fälle möglich, dass ein Therapeut sagen kann, ob und wie die eigene Methode hilfreich ist in Bezug auf das Problem. Wenn ein Therapeut das nicht kann, bleibt man besser weg.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  2. Avatar von taggecko
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zumindest in D tun sich schon viele Hausärzte schwer mit dem Unterschied Psychiatrie versus Psychotherapie. Eine Beratung über unterschiedliche psychotherapeutische Methoden kann da nicht geleistet werden.


  3. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Ich habe nun die 3. Sitzung der kognitiven Verhaltenstherapie hinter mir und habe irgendwie das Gefühl, dass mir bei meinem Problem niemand helfen kann. Die Tipps, die ich dort bekommen habe, sind meiner Meinung nach (ähnlich wie bei der letzten Therapie, die immerhin 50 Stunden gedauert hat) eher für kleinere bis mittlere Alltagsprobleme oder festgefahrene Denkweisen mit nicht allzugroßer Auswirkung gedacht. Mein Problem ist aber eine sehr negative Grundeinstellung zum Leben allgemein, die sich mit den genannten Tipps, die ich schon 100x gehört und ausprobiert habe, nicht ändern lässt. Mittlerweile ist es sogar so, dass richtig wütend werde, wenn ich in der Therapie irgendwelche banalen Tipps bekomme. Ich denke dann, mein Problem wird nicht ernst genommen bzw. so hingedreht bis es in irgendeine (falsche!) Schublade passt und komme mir veräppelt vor. :-( Habt ihr vielleicht eine Idee für mich?


  4. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Was wünscht du dir denn von der Therapie?
    Was möchtest du denn bewirkt haben.
    Wie stellst du dir HILFE vor?
    Soll der Therapeut dir sagen, was du machen sollst?

    Ich finde es schon einen Fortschritt, dass du wütend werden kannst ...bringst du das auch zum Ausdruck?
    Sagst du das dem Therapeuten?
    Oder schluckst du es runter?

    In meiner Therapie ging es hauptsächlich um meine Gefühle, die ich vorher nicht mal benennen konnte ...
    ich wusste gar nicht mehr, dass ich Gefühle habe ...und zwar alle, die "man" haben kann....

    Deine "Wut" oder deinen Ärger beim Therapeuten zu zeigen, davon sprechen ...das ist schon mal ein Anfang!
    Und das nach der 3.ten Sitzung ...da geht noch mehr ...ganz bestimmt!

    Lyanna
    Es ist immer JETZT


  5. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Wuckerzatte Beitrag anzeigen
    Mein Problem ist aber eine sehr negative Grundeinstellung zum Leben allgemein, die sich mit den genannten Tipps, die ich schon 100x gehört und ausprobiert habe, nicht ändern lässt.
    sich verändern ist immer ein Schleifen an vielen Details.

    Grundsätzlich würde ich bei einer negativen Grundeinstellung erst mal die Analyse machen, wie sich das äussert (hast du wohl gemacht?) - also zum Beispiel hast du festgestellt, um mal was Simples zu erfinden, dass du dazu neigst, immer dann, wenn jemand das schöne Wetter lobt, zu sagen "wir werden dafür büssen müssen!" - was ein Ausdruck deiner negativen Grundeinstellung ist.

    Immer, wenn du dich dabei ertappst, das zu tun - oder es tun zu wollen - kannst du es ändern. Du kannst lernen, den Impuls zu unterdrücken, etwas Negatives zu sagen. Du kannst lernen, etwas positives zu sagen.

    Wenn du das erst mal bei kleinen Dingen beherrschst, und es klappt, kannst du später zu grösseren wichtigeren Themen übergehen. Aber erst mal an relativ banalen Dingen zu üben, ist eine gute Idee.

    Ausnahme: wenn deine negative Grundeinstellung dir ernsthafte Probleme schafft - also wenn du zB die Miete deiner Wohnung nicht zahlst, weil du in deinem Pessimismus findes,t das lohne sich sowieso nicht - das wären dann Dinge, die notfallmässig gleich sofort angegangen werden müssen. Aber wie ich verstehe, ist die Situation nicht so dramatisch, sondern einigermassen stabil? einfach in Negativität stabil

    Habt ihr vielleicht eine Idee für mich?
    konkrete Beispiele wären hilfreich. Eienrseits ein Beispiel dafür, wo deine negative Grundeinstllung dir Lebensqualität klaut; andererseits ein Beispiel, wie so ein blöder Tip, der nichts nützt, denn aussieht. Ich finde es sonst schwer, mir eine Vorstellung dessen zu machen, was dich beschäftigt.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  6. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Was wünscht du dir denn von der Therapie?
    Was möchtest du denn bewirkt haben.
    Wie stellst du dir HILFE vor?
    Soll der Therapeut dir sagen, was du machen sollst?

    Ich finde es schon einen Fortschritt, dass du wütend werden kannst ...bringst du das auch zum Ausdruck?
    Sagst du das dem Therapeuten?
    Oder schluckst du es runter?

    In meiner Therapie ging es hauptsächlich um meine Gefühle, die ich vorher nicht mal benennen konnte ...
    ich wusste gar nicht mehr, dass ich Gefühle habe ...und zwar alle, die "man" haben kann....
    Lyanna
    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    sich verändern ist immer ein Schleifen an vielen Details.

    Grundsätzlich würde ich bei einer negativen Grundeinstellung erst mal die Analyse machen, wie sich das äussert (hast du wohl gemacht?) - also zum Beispiel hast du festgestellt, um mal was Simples zu erfinden, dass du dazu neigst, immer dann, wenn jemand das schöne Wetter lobt, zu sagen "wir werden dafür büssen müssen!" - was ein Ausdruck deiner negativen Grundeinstellung ist.

    Immer, wenn du dich dabei ertappst, das zu tun - oder es tun zu wollen - kannst du es ändern. Du kannst lernen, den Impuls zu unterdrücken, etwas Negatives zu sagen. Du kannst lernen, etwas positives zu sagen.

    konkrete Beispiele wären hilfreich. Eienrseits ein Beispiel dafür, wo deine negative Grundeinstllung dir Lebensqualität klaut; andererseits ein Beispiel, wie so ein blöder Tip, der nichts nützt, denn aussieht. Ich finde es sonst schwer, mir eine Vorstellung dessen zu machen, was dich beschäftigt.

    gruss, barbara
    Ich freue mich, von euch zu lesen und werde nun versuchen, das Ganze möglichst genau zu schildern. Es ist so, dass mich das Thema "Tod" schon immer sehr beschäftigt (ohne konkreten Grund). Dies wirkt sich auf unterschiedliche Art und Weise aus. Mal steigere ich mich in den Gedanken hinein, was nach dem Leben wohl sein wird. Alle Möglichkeiten (es ist nichts, man kommt immer wieder auf die Welt, man ist für immer an einem anderen Ort) finde ich unheimlich, es dreht sich dann alles in meinem Kopf, mein Herz schlägt schneller und ich bekomme eine Panikattacke. Ich habe dann das Gefühl, ich bin in einem Endloskreislauf gefangen und kann gar nichts dagegen tun. Ich versuche, mich möglichst selten in diese Gedanken reinzusteigern, was einigermaßen gut klappt; deswegen habe ich diese Panikattacken auch selten. Das Thema Tod ist aber trotzdem immer irgendwie präsent. Für mich ist das ganze Leben sinnlos, weil man eh eines Tages sterben muss und man ja auch nicht davon ausgehen kann, dass man uralt wird. Wenn ich Freunden davon erzähle, stoße ich nur auf Unverständnis und bekomme Dinge zu hören wie: "Mach Dir nicht so viele Gedanken", "Unternimm halt was Schönes und lenk Dich ab" oder "Wenn Du tot bist, bekommst Du nichts mehr mit". Aber wenn man - so wie ich - alles hinter einem Schleier wahrnimmt und das ganze Leben irgendwie irreal findet, klingen solche Sprüche wie blanker Hohn.
    Mein letzter Therapeut hatte übrigens die Diagnose "Phobische Störung" aufgestellt und mein aktueller Therapeut "Dysthymie". Dazu sei noch gesagt, dass ich den Alltag (zumindest vordergründig) recht gut bewältigen kann. Ich habe einen guten Beruf und unternehme 2-3x pro Woche Dinge, die mir im Rahmen meiner Möglichkeiten eine minimale Freude bereiten (Essen gehen, Kino, wandern). Trotzdem bin ich oft nur halb anwesend und verspüre ein Schweregefühl im ganzen Körper.
    Gefühle (auch Wut) kann ich meiner Meinung nach gut zeigen. Dem aktuellen Therapeuten habe ich bis jetzt noch nicht gesagt, was mich ärgert. Der Ärger kam erst nach der letzten Sitzung auf. Werde dies dann beim nächstes Mal ansprechen.


  7. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Sterblichkeit und Sinn des Lebens, das sind in der Tat große Brocken.

    warum sollte das Leben sinnlos sein, bloss weil man eines Tages stirbt?

    warum wäre ein Leben, in dem man uralt wird, besser als ein kurzes Leben?

    wenn du Gott wärst und ein Universum schaffst, wie würdest du das einrichten und warum?

    vielleicht gibts in diesen Fragen ein paar Denkanstöße, wer weiss

    gruss, Barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  8. Inaktiver User

    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Wenn du eine analytische Psychotherapie machst, dann ist das erste Jahr nicht unbedingt von großen Fortschritten geprägt.
    Ja eben. Das ist aus meiner Sicht die Krux.

    Abgesehen von der Frustration und der Energieverschwendung auf Seiten des Patienten, ist das ein Wahnsinn im Kontext Volksgesundheit: So lange Therapien stehen nur sehr wenigen zur Verfügung, oft denen, die die Zeit, das Geld und die Muse haben. Für Traumatisierte gibt es noch die Traumatherapie. Für die Mehrzahl derjenigen, die eine Therapie bräuchten, gibt es erst mal Wartelisten.

    Meine therapeutische Sozialisation erfolgte in der Ecke lösungsorientiert, Kurzzeittherapie, NLP, etc.
    Das ist natürlich eine andere Welt.
    Aber ich habe immer wieder erfahren, was geht, und auch, wie schnell etwas gehen kann.
    Und höre parallel ständig Berichte wie die der TE über längliche Prozesse, die nichts, aber auch gar nichts bewirken.

    Zur Verhaltenstherapie:
    Dieser Ansatz ist m.E. klasse, um Verhalten zu ändern, und langfristig eine zugrundeliegende Haltung. In der Tat ist das meine bevorzugte Methode, wie ich persönlich bei mir selbst Weiterentwicklung im Sinne von Haltungs-Änderung (bemerkbar in Verhaltens-Änderung) erreiche.
    Nicht gut finde ich, wenn dieser Ansatz therapeutisch überhöht wird, wie offensichtlich bei der TE. Verhaltenstherapie ist nicht die eierlegende Wollmilchsau, mit der alles angegangen werden kann.

    @Wuckerzatte, kennst Du den Parallelstrang "Lebensmüdigkeit"? Wenn nicht, schau mal rein, da schildern viele User ähnliche Zustände - das könnte Dich bei der Einordnung, was mit Dir los ist, weiterbringen.

  9. Avatar von Simpleness2
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    [
    QUOTE=Wuckerzatte;33674033]Es ist so, dass mich das Thema "Tod" schon immer sehr beschäftigt (ohne konkreten Grund). Dies wirkt sich auf unterschiedliche Art und Weise aus. Mal steigere ich mich in den Gedanken hinein, was nach dem Leben wohl sein wird. Alle Möglichkeiten (es ist nichts, man kommt immer wieder auf die Welt, man ist für immer an einem anderen Ort) finde ich unheimlich, es dreht sich dann alles in meinem Kopf, mein Herz schlägt schneller und ich bekomme eine Panikattacke. Ich habe dann das Gefühl, ich bin in einem Endloskreislauf gefangen und kann gar nichts dagegen tun. Ich versuche, mich möglichst selten in diese Gedanken reinzusteigern, was einigermaßen gut klappt; deswegen habe ich diese Panikattacken auch selten.
    Wurde denn nie Ursachenforschung betrieben? Wann taucht das auf?

    Das Thema Tod ist aber trotzdem immer irgendwie präsent. Für mich ist das ganze Leben sinnlos, weil man eh eines Tages sterben muss und man ja auch nicht davon ausgehen kann, dass man uralt wird. Wenn ich Freunden davon erzähle, stoße ich nur auf Unverständnis und bekomme Dinge zu hören wie: "Mach Dir nicht so viele Gedanken", "Unternimm halt was Schönes und lenk Dich ab" oder "Wenn Du tot bist, bekommst Du nichts mehr mit". Aber wenn man - so wie ich - alles hinter einem Schleier wahrnimmt und das ganze Leben irgendwie irreal findet, klingen solche Sprüche wie blanker Hohn.
    Du wünscht Dir Verständnis und Mitgefühl.

    Das von mir fettmarkierte in Deinem Text hat mich aufhorchen lassen, denn es steht für mich dafür, dass Du Probleme damit hast "mit der Welt" in Kontakt zu treten, sonst würdest Du nicht immer wieder unter einer "Glashaube" stehen, die eine Art Schutz darstellt. Es könnte auch bedeuten, dass Du Phasen hast in denen Du dissoziierst.
    Ich nehme an, dass auch Deine Körperwahrnehmung beeinträchtigt ist. Wer so in der "Welt" steht, fühlt sich nicht verbunden. Wer sich nicht verbunden fühlt, in Kontakt mit sich und anderen sein kann - für den erscheint das Leben sinnlos. Es gibt nichts was nährt, was wirklich Freude bereitet.
    Unbewusst ängstigt Dich dieser Zustand. Und möglicherweise entsteht genau daraus die Angst vor dem Tod, die eigentlich (richtig übersetzt) Angst vor dem Leben ist.

    Ich empfehle Dir Übungen zur Körperwahrnehmung, Achtsamkeitstraining wie z.B MBSR, ergänzend zur Therapie.
    Geändert von Simpleness2 (23.09.2018 um 20:01 Uhr) Grund: Ergänzt


  10. Registriert seit
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    AW: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vs. Kognitive Verhaltenstherapie

    Aus der Sicht eines Atheisten: Wir kommen einfach auf die Welt, und wir vergehen irgendwann wieder. Dazwischen sind wir da. Einen höheren Sinn gibt es nicht, und es gibt auch niemand (Gott, Götter), der einen höheren Sinn hineinlegt.

    Was kannst du jetzt machen? 80 Jahre bibbernd im Bett rumhocken und dich vor dem wahrscheinlich Unausweichlichen fürchten, dem Tod?

    Oder du sagst zu dir: Wenn es gut läuft, hab ich 80 gute Jahre. Und das Leben bietet dir alle Möglichkeiten, dass du auf dem Totenbett zu dir selbst und allen Anwesenden sagst: „War echt ein geiles Leben!“ In einem liberalen Land wie dem unseren, das von relativ enormem Wohlstand für alle geprägt ist, stehen dir alle Tore offen!

    Hinter deiner Todesangst stehen wahrscheinlich Verlustängste. Der Ausblick auf ein geiles Leben soll dir Mut machen, die Ursachen anzugehen.

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