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Thema: Therapie


  1. Registriert seit
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    Therapie

    Ich bin vor 10 Jahren vergewaltigt worden. Ich konnte es noch niemandem erzählen. Es kommt jetzt aber alles wieder hoch. Ich glaube, ich schaffe das wirklich nicht alleine. Wie geht man vor, wenn man eine Therapie machen will? An wen wendet man sich? Ich weiß nicht, ob ich darüber reden kann...

  2. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Therapie

    oje

    Vielleicht findest du hier Informationen WEISSER RING e. V. Da gibt es auch Onlineberatung, falls du noch nicht bereit bist, mit jemanden zu sprechen.

    Sonst würde mir noch der Hausarzt einfallen, der sicher entsprechende Stellen und Adressen weitergeben kann. Gibt es einen psychologischen Notdienst bei dir in der Gegend?

    Ich wünsche dir viel Kraft, Mut und Entschlossenheit, damit du dich von diesem tragischen Vorfall befreien kannst.

    ... eventuell gibt es Selbsthilfegruppen die du im Netz finden kannst ...
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne

  3. Avatar von linsemo
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    AW: Therapie

    Oh Mann

    Guck mal hier

    bezahlt die Krankenkasse.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


  4. Registriert seit
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    AW: Therapie

    Weiß jemand, was das bedeutet:

    "Facharztpraxis für Psychotherapeutische Medizin (Zulassung für alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen) und für Psychiatrie und Psychotherapie (nur als Privatpraxis)"

  5. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Therapie

    Ich meine, das sind Fachgebiete mit unterschiedlicher Ausbildung und etwas anderen Ansätzen.

    Psychiatrie/Psychotherapie sind in diesem Fall selber zu bezahlen, die Psychotherpeutische Medizin übernimmt die Krankenkasse.

    Vielleicht schreibst du ein Mail hin und fragst nach, was in deinem Fall die beste Behandlungsmöglichkeit darstellt.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne

  6. Inaktiver User

    AW: Therapie

    Falls du noch jünger warst, als es passiert ist, eventuell Wildwasser-e.V.
    Es gibt auch bundesweit einige "Frauennotruf"-Telefone, die nächstgelegene Stelle findest du im Netz.
    Sicherlich können sie dir dort Ansprechpartner nennen.

    Sarolta


  7. Registriert seit
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    AW: Therapie

    Hallo Threadstarterin,
    zunächst mal ein banaler Hinweis: Du darfst jederzeit die Telefonseelsorge anrufen. Die sind nicht nur für Suizidgefährdete da - da kannst auch Du nachts um 3 "aufschlagen" und die hören dir zu - auch wenn du mit jemand schweigen willst !

    dann- um einen Therapiepaltz zu bekommen kannst du nach jetziger Rechtslage - ich gehe davon aus, daß Du in Deutschland lebst und gesetzlich versichert bist - einfach Theapeuten anrufen und eine Probestunde vereinbaren. Das geht auch mehrfach. Wenn Du einen Therapeuten - wobei vielleicht eine Frau viel besser wäre - gefunden hast, wird dieser - diese die bürokratsichen Geschichten mit Antragstellung bei der Krankenkasse usw. übernehmen.

    Wichtig - suche im Internet nach Therapeuten mit Kassenzulassung - nur bei diesen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Wahrscheinlicherweise ist eine tiefenpsychologisch orientierte Gesprächtheapie für dich die geeignetste Therapieform. Die Krankenkasse zahlt nur bei den drei Therapieformen Psychoanalyse, tiefenpsychologisch usw und Verhaltenstherapie.

    Ich habe eine Frage an die BriCom Community, die Du noch nicht gestellt hast- gibt es gute Bücher in denen Betroffene berichten, was ihnen nach einer Vergewaltigung geholfen hat ?

    Dir alles Gute. Ich hoffe, du bekommst bald Hilfe

    Der-Die-Das Allesch

  8. Avatar von NicNacNoc
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    AW: Therapie

    Zitat Zitat von schokokekse Beitrag anzeigen
    Wie geht man vor, wenn man eine Therapie machen will? An wen wendet man sich? Ich weiß nicht, ob ich darüber reden kann...
    Erst einmal: Es ist super, dass du dich entschlossen hast, das Thema nicht in dir gären zu lassen, sondern es zu bearbeiten. Dann kannst du es möglicherweise irgendwann insofern hinter dir lassen, als es nicht mehr wie schwerer Ballast auf deiner Seele lastet.

    Googele mal "Kassenärztliche Vereinigung + dein Bundesland". Die kassenärztlichen Vereinigungen haben eine Suchmaske, unter der du die für deinen Wohnort infrage kommenden Therapeuten finden kannst, die mit den Krankenkassen abrechnen (d.h.: dir entstehen keinerlei Kosten). Mit den aufgeführten Therapeuten kannst du, wie allesch es schon aufgeführt hat, einfach Kontakt aufnehmen und eine erste Sitzung vereinbaren. Es besteht die Möglichkeit, bis zu 5 Sitzungen als sogenannte probatorische Sitzungen laufen zu lassen. Das bedeutet, dass das quasi eine Art "Probezeit" für dich und den Therapeuten ist, um herauszufinden, ob die Chemie stimmt. Ein Therapeut muss nicht super sympathisch sein, du solltest aber in diesen fünf Sitzungen den Eindruck gewinnen, dass du dich irgendwann so weit öffnen kannst, dass eben auch das Schmerzhafte in deinen Erfahrungen thematisiert werden kann. Wenn die probatorischen Sitzungen um sind, übernimmt der Therapeut das ganze Antrags-Gedöns, du bekommst dann irgendwann die Kostenzusage. Wichtig ist noch zu wissen, dass dies erst mal eine Zusage für eine begrenzte Anzahl von Therapiesitzungen ist, die aber bei Notwendigkeit erweitert werden kann.

    Seit gut einem Jahr gibt es außerdem die Möglichkeit der therapeutischen Sprechstunde. Therapeuten bieten eine Kurzsitzung an, um zu eruieren, ob und in welchem Umfang ein Therapiebedarf besteht. Ruf dazu einfach mal deine Krankenkasse an und frag nach, wer das wann anbietet.

    Dann finde ich die hier bereits aufgeführten Hinweise auf die Beratungsstellen wichtig, um vielleicht auch noch weitere Optionen (Opferentschädigung u.ä.) abzuklären. Manche haben auch Psychologen im Team, sodass man schon mal vorsichtig vortasten kann. Ergänzend zu den hier bereits genannten: Schau mal, ob es in deiner Nähe eine Frauenberatungsstelle gibt, die oft an den Frauenhäusern angegliedert sind.

    Alles Gute für dich!

    P.S.: Neben den klassischen Gesprächstherapien (siehe allesch´Posting) gibt es noch weitere Therapieformen, die nonverbal ablaufen: Kunsttherapie, Bewegungstherapie, tiergestützte Therapie u.a.. Da die Wirksamkeit von den Krankenkassen noch nicht anerkannt ist, werden die Kosten dafür jedoch nicht übernommen, d.h. du müsstest es selber zahlen. Anbieter gibt es eine Menge, auch hier wirst du auf dein Bauchgefühl hören müssen, ob du Vertrauen aufbauen kannst. Der Vorteil ist eben, dass es weniger über die rational gesteuerten Gesprächsführung geht ("nicht darüber reden können") als mehr um das Fühlen und Ausdrücken.
    Diese Therapieformen finden sich oft auch in stationären Therapien (d.h. du gehst für einige Wochen in eine Therapiestation einer entsprechenden Klinik). Überlege dir, ob das eventuell auch für dich in Frage kommen könnte.
    Was, wenn ich nie erlöst werde?

    Was, wenn ich längst erlöst bin?

    - Cheryl Strayed, "Wild" -
    Geändert von NicNacNoc (29.05.2018 um 08:02 Uhr) Grund: Ergänzung


  9. Registriert seit
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    AW: Therapie

    Moin,

    mit den weiteren Therapieformen: Kunsttherapie, Bewegungstherapie, tiergestützte Therapie u.a.. wäre ich vorsichtig. Nicht weil, sie schlecht sind, sondern weil sie oft von Heilpraktikern für Psychotherapie ausgeübt werden. Die sind viel schlechter ausgebildet als richtige Psychotherapeuten und überschätzen sich gerne auch mal, wie ich es selbst erleben musste. Und, Du musst es dann auch noch selbst bezahlen, weil die GKV das nicht übernimmt.

    Ich will die Page nicht überstrapazieren, aber den Text hierhin zu kopieren ist glaube ich nicht erlaubt:
    Was genau sind Heilpraktiker und Heilpraktiker fur Psychotherapie? - Psychotherapie-FAQ.de hat die Antworten


    Meine Empfehlung für Dich: Suche Dir über die Kassenärztliche Vereinigung (wie NicNacNoc schon schreibt) einen PT für Psychoanalyse oder Tiefenpsychologie, der/die mit dem Thema umgehen kann, zur Langzeittherapie. Damit Du im Hier und Jetzt wie freue am Leben hast. - Leider gibt es keine Therapie die Geschehenes vergässen lässt, auch kein EMDR.

    Ich fühle mit Dir. Grüße und viel Kraft und Mut für Dich!
    Samu

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