+ Antworten
Seite 6 von 7 ErsteErste ... 4567 LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 62

  1. Registriert seit
    13.04.2017
    Beiträge
    319

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Hallo ihr lieben... Die letzten Tage gingen schnell vorbei Und ich hatte gestern und vorgestern viel zu arbeiten...

    @kenzia: Etwas Zeit hilft mir immer, intensiver über Gesagtes nachzudenken. Ja, es stimmt, dass ich versuche mein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit Im Zaum zu halten. Es gibt leider außer mir selbst nicht wirklich viele Menschen, die das gut finden was ich mache. Ich habe wie gesagt zwei Menschen, denen ich wirklich vertraue. Das hat sich in den letzten zwei Jahren stark verändert. Ich möchte viele Kontakte nicht mehr, die ich früher hatte, dadurch bin ich natürlich ein Stück einsamer geworden. Erklärt wohl, warum ich irgendwie die Bestätigung meiner Therapeutin auch brauche. Sie ist eben eine sehr enge Bezugsperson.

    Ich habe am Mittwoch meine Therapeutin auf die beiden Punkte angesprochen. Sie war sehr lieb und verständnisvoll. Über die Aussage "Ihnen ist ihre Frisur wichtiger als eine Familie" War sie selbst sehr verwundert und meinte, dass sie das so bestimmt nicht gesagt hat. Sie wirkte da auch ehrlich bestürzt.
    Sie hat wieder betont Dass sie mich gern emotional unabhängiger sehen würde.
    Wir kamen dann auch auf die Begriffe Übertragung und Gegenübertragung zu sprechen, das passte gut. :-)
    Obwohl die gesamte stunde sehr schön war, erwische ich mich immer wieder dabei zu denken, dass das alles nicht echt ist. Es ist echt traurig, was meine Mutter da alles kaputt gemacht hat. Ich hatte auch vor der Stunde richtige Panik, sie überhaupt darauf anzusprechen, weil ich sorge habe, dass sie mich dann abweist.
    Ich find das alles wahnsinnig anstrengend. :-(


  2. Registriert seit
    03.07.2005
    Beiträge
    36.079

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Zitat Zitat von BunterMensch Beitrag anzeigen
    Obwohl die gesamte stunde sehr schön war, erwische ich mich immer wieder dabei zu denken, dass das alles nicht echt ist.
    Kennst du den Spruch "fake it till you make it" - also tu so als ob - bis es dir mit der Zeit zur zweiten Natur wird.

    Wenn das Schöne hier gespielt, falsch, seltsam erscheint - macht nichts. Es ist trotzdem schön. Und du hast jedes Recht, das zu geniessen.

    Es ist echt traurig, was meine Mutter da alles kaputt gemacht hat.
    ja. das ist es - aber du bist dabei, dich davon unabhängig zu machen, und dir selbst aufzubauen, was deine Mutter nicht geben konnte. Nichts ist für immer und ewig verloren, auch wenn du eine schlechtere Startposition hast als viele andere. einfach weiter machen und einen Schritt am andern, dann geht es vorwärts.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao
    Geändert von Bae (13.05.2018 um 08:38 Uhr)


  3. Registriert seit
    13.04.2017
    Beiträge
    319

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    Immer, wenn ich etwas tue, was mir lobenswert scheint - lobe ich mich halt selbst. "Super Sache, hast du echt gut hingekriegt, ich bin richtig stolz auf dich! WUnderbar, weiter so!" - und ich klopf mir dabei auch gern mal selbst auf die Schulter.
    (...)

    ich praktiziere Akupressur Therapie und bin da in der glücklichen Lage, dass ich die Behandlungen (wozu auch psychotherapeutische Werkzeuge gehören) immer mit den Kolleginnen aus der Klasse zu üben. sprich, wir therapieren uns gegenseitig.
    von daher: ja, dass es menschlich passt, finde ich hilfreich. und wichtig.

    und ja, ich muss auch meine Schwächen in einer Therapie zeigen können, daran leiden können, darüber mosern können... manchmal muss es einfach raus. Alle Enttäuschung, aller Schmerz, alle Trauer über Dinge, die hätten sein können, aber die nicht gewesen sind.
    (...)

    Warum empfindest du andere Konzepte als Provokation? - solange du die nicht selbst umsetzen musst... darf doch jeder nach seiner eigenen Fasson glücklich werden...?

    (...)
    Eine mögliche Übung wäre, dass du dir jeden Tag ein bisschen Zeit nimmst - muss nicht viel sein, können ein paar wenige Minuten sein - wo du dich bewusst darauf konzentrierst, weich, sanft, lieb und zart mit deinem eigenen kindlichen Anteil zu sein. Nimm - geistig - dein inneres Kind in den Arm, lächle es an, lobe es, frage es was es braucht und wünscht, und erfülle - im Rahmen des Möglichen - diese Wünsche.
    Liebe Bae, danke für deine vielen Hinweise. Ich glaube auch, dass es bei mir sehr stark darum geht, mir selbst gegenüber eine richtig gute Mutter zu sein. Also so gefühlsmäßig. Also mich gut um mich und meine Bedürfnisse zu kümmern und zu schauen, dass ich das bekomme, was ich wirklich brauche. Oft lebe ich mein Leben nur mit dem Motto: Einfach irgendwas tun.
    Ich finds ja selber bäh, aber es ist halt so drin. Noch, hoff ich.

    Provokation? Ja, das geht mir irgendwie schon immer so. Menschen, die Vollzeit arbeiten (Finde ich zuviel), die ein Haus bauen (Die Finanzierung ist mir in der Regel unerklärlich), die Kinder bekommen (hat mich noch nie gereizt)... Das sind alles Dinge, die Menschen in meinem Alter jetzt so tun. Und irgendwie provoziert es mich und ich habe ständig das Gefühl, mich dafür erklären zu müssen, dass ich das nicht tue. Das nervt mega. Ich verlange ja auch nicht von jedem eine Erklärung für diese aus meiner Sicht total verrückten Pläne, wo ich ständig sehe, dass das nach hinten losgeht.
    Ich muss aber dazu sagen, dass das schon wesentlich besser geworden ist. Also dass ich das heute schon leichter beobachten kann und mich besser im Griff habe. In meiner Familie war ich immer die, die da halt eine andere Meinung hat und irgendwie wurde sich gemeinsam darüber lustig gemacht.
    Das habe ich leider viel zu lange mitgemacht. Und deswegen steckt mir das noch so in den Knochen.


  4. Registriert seit
    13.04.2017
    Beiträge
    319

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Kennst du den Spruch "fake it till you make it" - also tu so als ob - bis es dir mit der Zeit zur zweiten Natur wird.

    Wenn das Schöne hier gespielt, falsch, seltsam erscheint - macht nichts. Es ist trotzdem schön. Und du hast jedes Recht, das zu geniessen.

    ja. das ist es - aber du bist dabei, dich davon unabhängig zu machen, und dir selbst aufzubauen, was deine Mutter nicht geben konnte. Nichts ist für immer und ewig verloren, auch wenn du eine schlechtere Startposition hast als viele andere. einfach weiter machen und einen Schritt am andern, dann geht es vorwärts.

    gruss, barbara
    Hihi, ja, den kenn ich. Danke für die Erinnerung.
    Meine Eltern waren eigentlich fast immer unglücklich und haben so getan, als wären sie happy.
    Ist irgendwie manchmal schwierig für mich, das zu unterscheiden. Ich möchte halt nicht irgendwas tun, und nur so tun, als wäre es das was ich möchte.
    Ich sehe halt leider immer noch nicht so klar.

    Ich habe schon viel geschafft, das weiß ich.
    Fühl dich umarmt, deine lieben Worte helfen sehr.


  5. Registriert seit
    13.04.2017
    Beiträge
    319

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Danke für eure vielen Ideen!

    Ich bin jetzt auf jeden Fall ein Stück weiter. Ich merke nach wie vor, dass sie mir irgendwie unsympathisch ist. Aber gerade die letzte Stunde hat mir gezeigt, dass sie sich wirklich bemüht mir zu helfen und mich zu verstehen. Sie ist im Alter meiner Mutter Und ich meine sehr oft Anteile von ihr in ihr zu sehen. Das tut weh und dann möchte ich irgendwie am liebsten wegrennen.

    Irgendwie bin ich mir aber sicher, dass ich bei ihr dahingehend richtig bin. Nicht alle Frauen sind wie meine Mutter, genau dahin möchte ich ja kommen.


    Liebe Grüsse
    BM

  6. Avatar von chaos99
    Registriert seit
    23.08.2017
    Beiträge
    7.404

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Hast Du ihr das schon gesagt?
    Chaos
    .................................................. ....................
    Permanente Nettigkeit ist ein Symptom. (Dr. House)

  7. Inaktiver User

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Hallo Bunter Mensch,

    mir persönlich ist es sehr wichtig, dass wir, meine Therapeutin und ich, uns sympathisch sind.
    Ich finde, das sollte als Basis einer Therapie schon sein.
    Es ist ein Vertrauensverhältnis und die Beziehung zwischen Patient und Therapeut vertieft sich ja auch im Laufe einer Therapie. Es werden Probleme angesprochen, die nicht einfach sind und oftmals auch einen Perspektivwechsel des Patienten erfordert oder dass man über seinen eigenen Schatten springt. Dafür braucht es aber eine gute Basis, finde ich, sonst habe ich nicht das Gefühl, dass meine Therapeutin mir wirklich Rückhalt gibt.
    Ob man dann wirklich alle Ansichten teilen muss? Nein, glaube ich nicht.
    Man hat ja auch unter Freunden verschiedene Ansichten und mag sich trotzdem.
    Kommt natürlich darauf an, was einem selbst im Leben wichtig ist.
    Mal als Beispiel: wenn die Therapeutin Fleisch isst, du selbst bist aber Veganer :-)
    Das würde ja eher nicht deine Therapie berühren...
    Was anderes ist es natürlich, wenn die unterschiedlichen Ansichten dein Problem berühren.
    Oder auch, wenn die Therapeutin sich selbst nicht richtig abgrenzen kann.
    Ich hatte z.B. vor Urzeiten mal eine Gruppentherapie. Da kam auch das Thema zur Sprache: Kinder oder nicht.
    Ich sagte, dass für mich Männer als Partner ausgeschlossen sind, die schon grundsätzlich gegen Kinder sind, weil das für mich zu einer Partnerschaft dazugehörte.
    Sie meinte aber: wenn man sich in jemanden verliebt, der aber später erst sagt, dass er keine Kinder haben möchte?
    Da hatten wir dann eine Grundsatzdiskussion...
    Wohlgemerkt, ich sprach ja nur von mir - ich verlange das ja nicht von jedem Menschen, dass er Kinder haben will...

    Nein, ich finde nicht, dass man so oft wie möglich wechseln sollte. So kämest du doch nie an eine Vertiefung der Themen.
    Das sage ich, obwohl ich auch dazu neige, bei Schwierigkeiten wegzulaufen ;-)
    Ich meine, wie gesagt, eine gute Basis ist wichtig. Herausforderungen gibt es trotzdem genügend :-)
    Und ich würde meine Bedenken immer auch direkt ansprechen.

    Sarolta

  8. Inaktiver User

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Zitat Zitat von BunterMensch Beitrag anzeigen
    Sie ist im Alter meiner Mutter Und ich meine sehr oft Anteile von ihr in ihr zu sehen. Das tut weh und dann möchte ich irgendwie am liebsten wegrennen.
    BM
    Das würde ich ihr an deiner Stelle genauso sagen.
    Ich kann das übrigens sehr gut verstehen.
    Ich habe auch ein Mutter-Thema - und mit einer Therapeutin im gleichen Alter könnte ich auch Probleme bekommen.
    Es sei denn, sie entspräche meiner Vorstellung einer wirklich guten Mutter :-)

    Sarolta


  9. Registriert seit
    15.06.2007
    Beiträge
    7.165

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Zitat Zitat von BunterMensch Beitrag anzeigen
    Ich merke nach wie vor, dass sie mir irgendwie unsympathisch ist.
    Das ist eine Aussage, die schon ernst zu nehmen ist.
    Bei allem "Mutterthema" und Übertragung/Gegenübertragung, bei Weglaufen wollen und aushalten sollen-- bei allem hin- und herdenken, bleibt am Ende dennoch das Fragezeichen, ob es vielleicht ja doch nicht so perfekt mit dieser Therapeutin ist?

    Ich möchte damit nur sagen- bleib einfach aufmerksam!
    Man kann wirklich alles so hindrehen, dass es einen Sinn ergibt und das das, was nciht gut schmeckt- aber doch oft sooo gesund ist lernen wir schon als Kind und so kann die unsympathische Therapeutin doch auch viel "gutes Eisen" (siehe Spinat) beinhalten!

    Es ist ja auch möglich, dass sie noch zuviel von der eigenen Mutter hat und diese Therapeutin vielleicht in 1-2 Jahren perfekter wäre. Vergleichbar wie mit der Hypersensibilisierung bei der zuviel, zuviel ist.

    Zitat Zitat von BunterMensch Beitrag anzeigen
    Aber gerade die letzte Stunde hat mir gezeigt, dass sie sich wirklich bemüht mir zu helfen und mich zu verstehen.
    Leider klingt das auch nicht wirklich rund und aus reiner Freundlichkeit wird so ein Verhältnis auch nicht besser.

    Keiner von uns kann das alles beurteilen- insofern bleib aufmerksam und offen, dann kannst du vermutlich das Beste aus allem für dich herausholen

  10. Inaktiver User

    AW: Sympathie in Psychotherapie

    Hallo BM,
    ich habe ja schon geschrieben, dajß ich Sympathie - gegenseitige - nicht für wesentlich für den Therapieerfolg halte sondern Kompetenz der Therapeutin. Ich habe das Gefühl, das deiner Therapeutin die Kompetenz für dich und deine Probleme - nun ja - etwas mangelt.
    Du schreibst . die Stunde habe dir gezeigt, dass sie sich wirklich bemüht mir zu helfen und mich zu verstehen. Den Satz finde ich ehrlich gesacht sch..... oder alarmieren.d Die T. hat sich wirklich angestrengt und nachgefragt und dann hat sie etwas verstanden, was ich noch nicht verstanden habe und das hat sie mir so gesagt, dajß sie mir damit geholfen hat das wäre eine Aussage, die auf eine gute kompetente Therapiebeziehung hindeutet.

    Wenn die T nur noch wenige Stunden dauert würde ich auf jeden Fall bei der Therapeutin bleiben. Aber mir nach jeder Stunden ausformulieren- schriftlich - was die Therapeutin hätte sagen müssen, damit es mir wirklich hilft, oder welche Punkte die Therapeutin gar nicht mal ignoriert hat. Wenn du noch Jahre Therapie hast - dann würde ich mal eine vorsichtige Anfrage bei meiner Kasse stellen, wie die zu einem Theraputenwechsel stehen. Vielleicht ist eine Therapeutin mit der Ausstrahlung / Aussehen / Alter deiner mutter einfach wegen deinerj Problematik nicht die geeignete Person. Hat die Therapeutin dieses Problem - ihre ähnlichkeit mit der Verursacherin deines Problems - schon von sich aus angesprochen ???

    Ich kann mich nur Kenzia anschliessen - bleib aufmerksam . Hier schriebst Du ja anonym - da kannst du die Dialoge zwischen dir und deiner Therapeutin immer wieder dem Forum zum Durchkauen und kommentieren geben. Dann bekommst du vielleicht Ideen / Anregungen wo die Beziehung "stolpert".

    Kenzia - Der Eisengehalt des Spinats war ein Kommafehler

+ Antworten
Seite 6 von 7 ErsteErste ... 4567 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •