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  1. Registriert seit
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    Existenz-/ Psychologische-Krise

    Guten Abend,
    meine Name ist Tim, ich bin 22 Jahre alt und benötige die Meinung/en von fremden, neutralen Personen.

    Ich befinde mich seit einigen Monaten in einer psychischen Krise, in der ich das Gefühl habe, dass mir mein Leben, vor allem jedoch ich mir selbst entgleite.

    Mit 17 begann ich eine Ausbildung, von der ich dachte, dass sie mein Leben erfüllen wird. Dies war auch für die 3 Ausbildungsjahre der Fall. Ich konnte selbständig arbeiten, konnte andere Azubis nach recht kurzer Zeit einarbeiten und erbrachte Spitzenleistungen, vor allem jedoch dadurch, dass ich neue Unternehmensstrategien und bessere Arbeitsabläufe sowie neue Marketing-Ideen ausarbeitete. Natürlich war das nicht bei jedem Kollegen gerne gesehen, wodurch ich nach kurzer Zeit mit einigen Kollegen aneckte und dadurch lernen musste, mich dem anzupassen und lieber nichts zu tun. Nach besagter Ausbildung blieb ich bis heute im Unternehmen auf freiberuflicher Basis tätig (ca. 1 Jahr), übernahm jedoch ein neues Tätigkeitsfeld, welches mich überhaupt nicht ausfüllt. Ich zwinge mich morgens aufzustehen, leide an Appetitlosigkeit und stelle sowohl mich als auch den gelernten Beruf in Frage. Kurzum: Es macht mich unglücklich. Besonders mit einer Mitarbeiterin, welche ständig unqualifizierte, psychologische Ratschläge erteilt (ich glaube, sie „leidet“ am Dunning-Kruger-Effekt), verwickele ich mich öfter in größere Streitigkeiten.
    Meine-Netto-Monatseinnahmen liegen im oberen Durchschnitt, sodass mich auch das nicht reizt, es weiterhin auszuführen. Doch irgendwie habe ich Angst zu kündigen. Angst davor zu scheitern.

    Nun; Beruf wechseln wäre prinzipiell kein Problem, jedoch weiß ich nicht welchen. Es gibt unzählige Möglichkeiten und Dinge die mich interessieren, sodass ich aus der Vielzahl an Berufen nicht weiß, welchen ich wählen soll. Ich habe Angst, dass ich diesen nach kurzer Zeit wieder aufgeben muss.

    Hinzu kommt, dass ich einige mehr Probleme mit meinen Gedankengängen habe. Meine schulischen Leistungen waren schlecht, mir wurde oft suggeriert, ich wäre „dumm“; was im Nachhinein betrachtet (glaube ich jedenfalls), an meinem Selbstwertgefühl einiges getan hat.

    Ich dachte schon öfters daran zu einem Psychologen zu gehen, doch immer wenn ich kurz davor war, redete ich mir ein, dass doch alles okay ist und andere Menschen eher Schwierigkeiten haben und meinen Termin eher bräuchten.

    Ich fühle mich einfach seit Monaten so, dass ich jeden Tag einen Schritt nach vorne gehe und drei wieder zurück. Ich stelle mir immer vor, ich wäre in einem Labyrinth und würde einfach den Ausgang nicht finden. Sowohl Seelisch als auch Körperlich befinde ich mich innerlich kurz vor einer psychischen Erkrankung (oder habe sie bereits?), sodass ich sehr unglücklich bin und hierdurch hoffe, auf andere Meinungen von mir fremden Personen.

    Im voraus herzlichen Dank, Tim


  2. Registriert seit
    21.04.2014
    Beiträge
    12.408

    AW: Existenz-/ Psychologische-Krise

    Wenn du morgens mit Fieber, Kopf und Gliederschmerzen aufwachst, dich also krank fühlst... gehst du doch vermutlich auch zum Arzt, obwohl es Menschen gibt, die deutlich kränker sind, oder?

    Vermutlich schon.

    Das Gleiche gilt für einen Termin beim Psychologen.

    Und beruflich... gibt es die Möglichkeit, über berufsbildende Schulen, FH Abschluss in ein Aufgabengebiet zu kommen, was dir eher liegt?

  3. Inaktiver User

    AW: Existenz-/ Psychologische-Krise

    Hallo Themenstarter,
    ich glaube, auch Du gehörst zu den Menschen, die manchmal als "bunte Zebras" bezeichnet werden. Ich habe mir angewöhnt zu denken - Dummheit ist eine Gottesgabe- aber nicht in meiner Gegenwart. Soweit zum Dunning-Krueger-Effekt.

    Du hast - ohne formale Qualifikation - beruflich in kurzester Zeit viel gewuppt und auch sozial viel gewuppt - gelernt, wo du dich verstecken musst . Klasse, Lob und Anerkennung. Jetzt wäre es schön, wenn Du einen funktionierendes Peergroup-Netz hättest - Leute auf deinem Niveau, mit deinem Tempo und und und.

    Möglicherweise kann dich ein Therapeut anregen um den Weg zu Dir - den Du gerade gehen wilst, aber nicht findest - zu gehen. Möglicherweise können Dir Bü+cher helfen. Nein - ich weiss nicht, welche Bücher - vielleicht Biografien, Vielleicht Philosophie-Bücher - mein derzeitiges Lieblingsbuch ist von Philip Hübel - da könnte ein Wegi in die nächste öffentliche Bücherei hilfreich sein.

    Du hast hier in der community mit einem Gejspräch angefangen - mach das weiter, vielleicht kommt hier was heraus, was dir hilft oder suche anderswo nach Menschen, die keine Angst vor deinem Sein haben und die mit Dir auf Augenhöhe reden.
    Dir alles Gute- Der-Die-Das allesch

  4. Inaktiver User

    AW: Existenz-/ Psychologische-Krise

    Hört sich für mich nach Depression an....

    Sich Dir bitte fachliche Hilfe!

    Alles Gute!

  5. Inaktiver User

    AW: Existenz-/ Psychologische-Krise

    Hallo Tim,

    was mir aufgefallen ist, dass du am Anfang geschrieben hast, dass du in deiner Ausbildung sehr wohl den richtigen Beruf erwischt hast: siehe "Ich konnte selbständig arbeiten, konnte andere Azubis nach recht kurzer Zeit einarbeiten und erbrachte Spitzenleistungen, vor allem jedoch dadurch, dass ich neue Unternehmensstrategien und bessere Arbeitsabläufe sowie neue Marketing-Ideen ausarbeitete". Es hört sich so an, dass dieses Aufgabengebiet dir viel Spaß gemacht hätte. Erst nach dem deine Kollegen wohl gegen dich vorgegangen sind, hast du "gelernt zu schweigen und sich anzupassen, hast dir ein anderes Tätigkeitsfeld gesucht. Ich glaube hier liegt der Hund begraben. Du hast dir es selbst verboten, dem nachzugehen, was dir Erfüllung bringt. Und jetzt weißt du logischerweise nicht, wohin sonst. Wenn der richtige Weg gesperrt ist, bleiben nur falsche übrig.

    Ich denke, es würde dich befreien, wenn du das was damals mit Kollegen vorgefallen ist, aufarbeiten würdest. War das eine Art Mobbing? Wenn du willst, kannst du es hier erzählen, wenn nicht bei einem Psychologen. Und glaub mir, was du Gerade erlebst, ist wichtig genug, um sich einen Termin zu gönnen. Ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst, habe selbst etwas ähnliches erlebt, es ist echt kein schöner Zustand, der dringend Hilfe bedarf.

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