Hallo,
der Titel ist ein wenig blöd, aber genau diese Frage steht für mich im Raum - beginne ich ab August eine Gesprächstherapie als Selbstzahler oder fahre ich 10 Tage in den Urlaub.
Mir geht es seit geraumer Zeit nicht so gut. Liegt viel an äußeren Umständen und einigen vergangenen Dingen und ich habe das Gefühl, ich muss diese Dinge dringend angehen. Aufgrund der Wartezeiten hab ich mich entschieden, die Beratungen (so nennt es sich wohl eher als Therapie) selbst zu zahlen.
Nun könnte ich aber auch mit einer neuen Freundin 10 Tage in den Urlaub fahren. Beides kann ich mir nicht leisten.
Was für den Urlaub spricht:
Ich war seit Jaahren nicht mehr allein für mich im Erholungsurlaub, nur immer bei meinem Freund, der im Ausland lebt. Ich glaube, der Tapetenwechsel würde mir guttun.
Auch weil ich mal wieder sehen will, ob ich gute Dinge auch ohne meinen Freund erleben kann. Das ist für mich ganz essentiell. Derzeit assoziiere ich alles Gute in meinem Leben mit der Beziehung, dabei haben er und ich einige schwerwiegende Probleme und ich kann mich schwer lösen, weil ich das Gefühl habe, dann bricht alles Gute weg.
Mein Freundeskreis hat sich durch Hochzeiten und Kinder leider ziemlich dezimiert. Ich bin oft einsam (deshalb hänge ich auch an meinem Freund) und jetzt hab ich eine nette Kollegin kennengelernt, die auch eine Freundin werden könnte. Allerdings hab ich Angst, dass sie sauer reagiert, wenn ich die Urlaubspläne ( war ihre Idee) wieder cancle.
Für die Beratung spricht, dass diese wahrscheinlich nachhaltiger ist, als ein 10tägiger Urlaub.
Wie seht ihr das?
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Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: Therapie oder Urlaub?
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27.06.2017, 09:00
Therapie oder Urlaub?
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27.06.2017, 09:11Inaktiver User
AW: Therapie oder Urlaub?
Da es weder für eine gelungene nd nachhaltige Beratug noch für einen guten Erholungseffekt durch Urlaub gibt kannst Du eigentlich nur Deiner Intuition folgen oder ein Geldstück werfen.
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27.06.2017, 09:15
AW: Therapie oder Urlaub?
Ich habe mich nicht weiter in dein Für und Wider reingelesen. Das musst du selber wissen.
Ich selber würde den Urlaub antreten und das Verfahren einhalten, welches du für die Therapie über die Kasse vor zu nehmen hast.
Das dauert lange, aber nicht ewig und du bekommst die Therapie bezahlt.
Etwas anderes käme für mich nicht in Frage.
Psychotherapie ist wichtig und zum Glück auch anerkannt bei den Krankenkassen. Ich war sogar schon im Krankenhaus (12 Wochen) und zur Reha, neben den Therapien. Und ich bin so glücklich über diese wetvolle Hilfe, die man heute erhält.
Auf Urlaub zu verzichten ist aber keine Option für mich! Denn Therapie ist Arbeit und kostet Kraft!
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27.06.2017, 09:48
AW: Therapie oder Urlaub?
Also generell finde ich es schwierig, mit jemandem, den man noch nicht so gut kennt, gleich einen zehntätigen Urlaub zu machen. Zumal wenn du jetzt schon Angst hast, dass sie sauer wird, wenn du nicht mitfährst. Du solltest dich doch nicht zu einem Urlaub gezwungen fühlen.
Dinge ohne deinen Frend erleben sollte doch auch im Alltag möglich sein, vor allem wenn ihr nich zusammen lebt? Evtl. ein neues Hobby, neue Leute kennen lernen...
Meine Priorität wäre in der Situation tatsächlich die Therapie. Ist zwar tatsächlich in gewisser Weise Arbeit, aber uzmindest langfristig ist bei mir der Erholungseffekt größer gewesen als bei einem zeitlich begrenzten Urlaub.
Wie sieht es denn mit einer kassenfinanzierten Therapie aus, wie von animosa vorgeschlagen?
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27.06.2017, 10:27
AW: Therapie oder Urlaub?
wieso kann der therapeut nicht den normalen kassensatz mit deiner kasse abrechnen und du zahlst nur die differenz zum "selbstzahler" aus eigener tasche drauf ?
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27.06.2017, 10:44
AW: Therapie oder Urlaub?
Soweit ich weiß, werden nur Verhaltenstherapie und Psychoanalyse über die Kasse bezahlt und beide Verfahren hab ich für mich ausgeschlossen. Ich brauche jmd. zum Reden, jmd. der objektiv ist und Hilfestellungen geben kann. Ich habe mich für eine systemische Therapeutin entschieden und die zahlt die Kasse nicht.
Ob die Kollegin wirklich sauer wäre, kann ich nicht sagen. Es ist leider nur meine Erfahrung, dass jeder bei Absagen immer gleich beleidigt war und die Gründe dafür zweitrangig waren. Ich bin da ein gebranntes Kind und fände es schade, wenn die beginnende Freundschaft wieder im Sand verlaufen würde.
Schwierig zu beschreiben, warum ich alles Gute mit meinem Freund verbinde. Es ist der Ausbruch aus dem Alltag, der Tapetenwechsel, den ich stark mit ihm verbinde. Mein Alltag ist ein Hamsterrad und er ist meine Ladestation. Leider schaffe ich es nicht (mehr, früher war das anders), mich aus mir selbst heraus zu motivieren. Weil ich eben schon lang nichts mehr für mich getan habe.
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27.06.2017, 11:07
AW: Therapie oder Urlaub?
Erfahrungsgemäß hast du bei einer systemischen Beraterin nicht sofort den kompletten Kostenaufwand, sondern kannst deine Sitzungen nach Bedarf und finanziellen Mitteln so legen, dass es für dich Sinn macht und bezahlbar ist. Wenn du das so kalkulierst, kämst du dann eventuell mit einer Startsitzung vor dem Urlaub hin, dann Urlaub und danach dann z.B. alle 3-4 Wochen die Sitzungen bei der Therapeutin. Auf die Art würden sich die Kosten verteilen und du könntest eventuell beides realisieren?
Die Freiheit findet dort ihre Grenzen, wo die Freiheit des Nächsten beginnt.
© Horst-Joachim Rahn (*1944)
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27.06.2017, 11:59
AW: Therapie oder Urlaub?
Danke für den Tipp, leider lässt mein Budget für das Restjahr nur entweder oder zu.
Der Urlaub reizt mich sehr, aber ich denke, ich werde die Therapie wählen.
Meine Hoffnung wäre ja, dass so ein Urlaub mich wieder erdet, weil er mich rausholt und mir wieder neue Perspektiven plastisch (nicht nur theoretisch) vor Augen führt.
Aber ich weiß nicht, ob ich nicht schon zu sehr down bin. Dann ist einige Wochen nach dem Urlaub alles beim Alten.
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27.06.2017, 13:08
AW: Therapie oder Urlaub?
rosine, es gibt aber auch verhaltenstherapeuten, die systemisch arbeiten! ich bin mir recht sicher, dass du nicht auf ein eigenfinanziertes coaching ausweichen musst, weil du systemisch beraten werden möchtest.
fordere mal bei deiner krankenkasse die liste der kassenzugelassenen therapeuten an und telefonier' die durch und stell gezielt die frage, ob sie einen systemischen ansatz verfolgen.
mich hat das leben gelehrt, dass es sehr oft möglich ist A) und B) zu bekommen!
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27.06.2017, 13:18
AW: Therapie oder Urlaub?
Auch Psychotherapeuten an Beratungsstellen haben sehr oft eine systemische Ausbildung. Dort sind die Kosten auch recht überschaubar und vom Einkommen abhängig.


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