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  1. User Info Menu

    Psychotherapie abbrechen?

    Hallo,

    ich habe mich letztendlich schon entschieden, meine Therapie nicht weiterzumachen, dennoch wollte ich vorher eure Meinungen wissen. Vielleicht sehe ich ja irgendwas falsch.

    Ich habe mir vor 2 Monaten eine Therapeutin (Psychoanalyse) gesucht, weil ich in den letzten 10 Jahren einige aufwühlende Dinge erlebt habe (Trennungen, Jobwechsel, größerer Unfall, Krankheit in der Familie) und ich die mal mit jemandem besprechen wollte. Im Großen und Ganzen geht es mir zwar gut, aber ich hab einfach gemerkt, ich trage da ein Päckchen mit mir rum und jedes weitere Problem wird dann zu einer noch größeren Last.

    Ich habe mich ehrlich gesagt, im Vorfeld kaum mit den verschiedenen Therapieformen beschäftigt, hab einfach ein paar Therapeuten abtelefoniert und nach Sympathie und freiem Platz entschieden.

    Ich hatte jetzt 6 Sitzungen. Die ersten 3 waren noch okay, was soll man da auch erwarten. Mir war die Therapeutin auch sympathisch. Aber seit den letzten 3 Sitzungen kommen mir immer mehr Zweifel. Sie geht kaum auf die letzten 10 Jahre ein, sondern analysiert fleißig in meiner Kindheit rum, will mein "inneres Kind" heilen und redet mir (seit der letzten Sitzung extrem) ein, dass meine ganze Kindheit lieblos gewesen ist und dass ich so werden musste, wie ich bin - und damit auch die letzten 10 Jahre so kommen mussten, wie sie waren - weil ich eben so lieblos aufgewachsen wäre.

    Das sehe ich aber nun gar nicht so. Es war nicht alles rosig in meiner Kindheit, aber ich hab ein liebevolles Verhältnis zu meinen Eltern und ich finde ihre Aussagen total ätzend.

    In der letzten Sitzung hat sie mir dann auch vorgeworfen, ich selbst wäre auch emotionslos (nein!!!), weil ich ihr eine negative Episode von früher erzählt habe und dabei nicht geheult oder sonstwas gemacht habe, was in ihren Augen, der Geschichte angemessen gewesen wäre. "Leider" war mir eben auch nicht zum Heulen.

    Jedenfalls sehe ich kaum Sinn darin, weiterzumachen. Jedenfalls nicht mit ihr und/oder auf diese Weise.

    Kennt jemand solche Bedenken? Waren sie gerechtfertigt oder sehe ich irgendwas komplett falsch?

  2. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    Das ist schwierig zu beantworten..ich finde aber, wenn DU dich dort nicht wohl fühlst, solltest du dir einen anderen Therapeuten suchen. Zwischen Patient und Therapeut sollte die Chemie stimmen....

  3. User Info Menu

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    Wenn du dich da nicht wohlfühlst und die Therapeutin alles auf die Kindheit schiebt, dann ist es besser, wenn du dir jemand anderen suchst. Obwohl ich manchmal glaube, bei Therapeuten ist die Kindheit alles schuld, auch wenn es aktuelle persönliche Probleme gibt. Alles kommt aus der Kindheit *Ironie*. Das kann einem ziemlich auf den Wecker gehen. Auch wenn anfänglich eine Sympathie da war/ist kann sich das ändern und man paßt nicht mehr zusammen. Habe da auch einige Erfahrungen. Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich jemand anderen sucht.
    Geändert von linsemo (24.11.2016 um 09:26 Uhr)
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  4. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    Ja, das ist das Werkzeug jeder Psychotherapie.
    Dieses Wühlen in der Kindheit.
    Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit. Mein Gott, unsere Eltern waren alle keine Pädagogen (was eventuell schlimmer gewesen wäre :-), aber sie haben alles mit Liebe gemacht.
    Mein Therapeut wollte da auch ran.
    Ich war aber wegen andere Dinge aus der Spur (Suizid Geliebter, Tod Bruder, Trennung) und wollte da ein wenig Ruhe reinbringen für mich.
    Als mein Therapeut auch mit der Kindheit anfing, habe ich ihm gesagt, dass ich eine gute Kindheit hatte und darüber müssen wir nicht reden.
    Er hat sich dann demensprechend "angepasst". Natürlich ging es ab un d zu darum, wie Probleme in der Familie gelöst wurden, wo meine Stellung innerhalb der Familie war. Weil dadurch ja Muster geprägt wurden.
    Aber er hat akzeptiert, dass ich keinen Schaden genommen hatte.
    Zuerst 3 probatorische Einstimmungsitzungen und dann nach 7 "richtigen" Sitzungen habe ich auch gesagt, es ist genug. Er hätte gern noch 2 Jahre Tiefenanalyse gemacht, klaro, ist ja sein Beruf.
    Aber ich habe ihm gesagt, dass ich mich so mag, wie ich bin. Und die anderen Menschen auch.

    Es liegt in Deiner Hand, abzubrechen oder mit der Therapeutin ein klärendes Gespräch zu führen.
    Es ist ja nicht einfach, einen Therapeuten zu finden. Stell Dich auf die Hinterbeine. Und wenn sie darauf beharrt, kannst du ja immer noch abbrechen.

  5. User Info Menu

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    seltsam, was du berichtest.

    gerade in einer psychoanalyse geht es darum, den klienten "kommen" zu lassen. von "freier assoziation" wird gesprochen und nur sporadisch eingegriffen. auch "vorwürfe" werden nicht gemacht, und ich kann mir kaum vorstellen, dass die analytikerin wirklich so mit dir gesprochen hat.

    aber wir waren nicht dabei, und wenn du dich dort unwohl und nicht ernst genommen fühlst und dort nicht mehr hin möchtest (und sei es, dass du noch nicht so weit bist, über deine kindheit zu sprechen), so ist das ernst zu nehmen, und sie ist JETZT wenigstens nicht die richtige für dich.

    du könntest ihr aber noch eine chance geben und ihr genau das sagen, was du uns geschrieben hast, und schauen, was dann passiert: geht sie auf deinen wunsch ein, ist sie vielleicht doch die richtige.

  6. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    Zitat Zitat von NervRoSine Beitrag anzeigen
    Ich hatte jetzt 6 Sitzungen.
    Damit wärst du ja noch innerhalb der probatorischen Sitzungen, die (finanziert von der Krankenkasse) stattfinden bevor man sich für oder gegen einen Therapeuten entscheidet. Oder wurde von der Therapeutin schon ein Antrag gestellt bzw. hat die Kasse bereits die Therapie genehmigt?

  7. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Damit wärst du ja noch innerhalb der probatorischen Sitzungen, die (finanziert von der Krankenkasse) stattfinden bevor man sich für oder gegen einen Therapeuten entscheidet. Oder wurde von der Therapeutin schon ein Antrag gestellt bzw. hat die Kasse bereits die Therapie genehmigt?
    Nö das ist genau 1 Sitzung zuviel. Die probatorischen gehen bis einschließlich Sitzung Nr. 5.

    Ich sehe das Problem hier.
    Ich habe mir vor 2 Monaten eine Therapeutin (Psychoanalyse) gesucht, weil ich in den letzten 10 Jahren einige aufwühlende Dinge erlebt habe (Trennungen, Jobwechsel, größerer Unfall, Krankheit in der Familie) und ich die mal mit jemandem besprechen wollte. Im Großen und Ganzen geht es mir zwar gut, aber ich hab einfach gemerkt, ich trage da ein Päckchen mit mir rum und jedes weitere Problem wird dann zu einer noch größeren Last.
    So wie du das schreibst bist du nicht wirklich psychisch krank. Ok es gab eine schwierige Ereignisse, aber dir geht es einfach darum da mal drüber zu sprechen. Aber dafür ist eine Psychotherapie nicht da.

    Ergo sucht die Therapeutin nach etwas was nicht da ist. Viele Ereignisse brauchen einfach Zeit in der Verarbeitung. Da ändert auch eine Psychotherapie nichts dran. Wenn die krankhaften Komponenten fehlen kann eine Therapeutin nicht helfen.

  8. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nö das ist genau 1 Sitzung zuviel. Die probatorischen gehen bis einschließlich Sitzung Nr. 5.
    Bei der Psychoanalyse hat man aber Anspruch auf bis zu 8 probatorische Sitzungen (bei den anderen Therapieformen sind es nur 5).

  9. User Info Menu

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    Ich zahle die Therapie selbst, was auch ein Grund ist, weshalb ich darüber nachdenke, das Ganze so früh wie möglich abzubrechen. Wenn es mir gut tun würde, würde ich mir das selbstverständlich leisten, das war ja die Intention, aber mittlerweile tut es mir um das Geld leid.

    Ergo sucht die Therapeutin nach etwas was nicht da ist. Viele Ereignisse brauchen einfach Zeit in der Verarbeitung. Da ändert auch eine Psychotherapie nichts dran. Wenn die krankhaften Komponenten fehlen kann eine Therapeutin nicht helfen.
    Letztendlich sehe ich das auch so, aber ich habe eben gemerkt, dass ich über Dinge sprechen will, ein wenig Trost finden möchte, vielleicht Impulse bekommen möchte, wie man mit Schicksalsschlägen besser umgehen kann und wieder ein wenig Kraft tanken. Aufarbeiten eben. Ist dafür eine Therapie ungeeignet?

    gerade in einer psychoanalyse geht es darum, den klienten "kommen" zu lassen. von "freier assoziation" wird gesprochen und nur sporadisch eingegriffen. auch "vorwürfe" werden nicht gemacht, und ich kann mir kaum vorstellen, dass die analytikerin wirklich so mit dir gesprochen hat
    Doch, hat sie und zwar genauso. Was du beschreibst mit dem Kommen lassen, habe ich auch schon gehört, aber wie gesagt, ich weiß nicht so recht, nach welchen Theorien sie arbeitet und wie das aussehen sollte.

    Als ich ihr erzählt habe, dass ich traurig bin, dass ich mit 36 immer noch keinen Mann habe und keine Kinder, hat sie gesagt, ich würde ja gar keine Kinder wollen, sonst hätte ich längst welche. Auf meinen Einwand, ich hätte lang studiert und eben keinen Mann gefunden, mit dem ich Kinder wollte (oder die mit mir und ich eben auch nicht alleinerziehend sein wollte), meinte sie, dass würde ich mir nur einreden. Wer Kinder will, bekommt welche.

    Also, sie stülpt mir ihre Meinung ziemlich über oder versucht es zumindest und das nervt mich.

    Ich werde abbrechen und mir in Ruhe - dann auch über die Kasse - vielleicht einen anderen Therapeuten suchen. Oder was ganz anderes machen. Eigentlich mag ich mich nämlich auch so, wie ich bin

    Danke für eure Kommentare.

  10. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie abbrechen?

    Als ich ihr erzählt habe, dass ich traurig bin, dass ich mit 36 immer noch keinen Mann habe und keine Kinder, hat sie gesagt, ich würde ja gar keine Kinder wollen, sonst hätte ich längst welche. Auf meinen Einwand, ich hätte lang studiert und eben keinen Mann gefunden, mit dem ich Kinder wollte (oder die mit mir und ich eben auch nicht alleinerziehend sein wollte), meinte sie, dass würde ich mir nur einreden. Wer Kinder will, bekommt welche.

    Na das ist ja mal ein Herzchen...
    Ich hatte vor 20 Jahren mal mit ein Kinderpsychologin genau einmal zu tun....mein Sohn lag im Krankhaus, 8 Jahre alt, man wußte damals nicht was er hatte....er wurde ohne mein Einverständnis von so einer Psychologin abgeholt und zu seinen Essgewohnheiten befragt.
    Mein Sohn aß zu dieser Zeit sehr gerne als Nachtisch Babygläschen so Obstbrei. Da erklärte mir diese Frau, ich würde sie ihm absichtlich geben weil ich würde ja wollen, das er noch ein Baby ist..ohne Worte.

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