Liebe TE,
wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es dir um vertiefte Selbsterfahrung und nicht darum vorhandenes seelisches Leid zu lindern.
In diesem Fall kannst du, wie es bereits einige zuvor schon geschrieben haben, je nach deinen finanziellen Möglichkeiten auf eigene Kosten eine Einzel- oder Gruppentherapie (etwas günstiger) bei einem Psychotherapeuten/ einer Psychotherapeutin deiner Wahl machen. Ein Vorteil gegenüber einer Psychotherapie auf Krankenkassenkosten ist der, dass du in der Wahl des Psychotherapieverfahren nicht auf die drei Richtlinienverfahren (Analytische Therapie, Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) beschränkt bist, sondern auch Verfahren wie Körpertherapie, systemische Therapie oder Gesprächspsychotherapie etc. in Frage kommen und deine Therapie "Privatsache" bleibt und dann z.B. nicht angegeben werden muss bei Abschluss einer BU-Versicherung o.ä.
Wenn es aber doch eher so sein sollte, dass dich etwas psychisch sehr belastet (Leidensdruck) und du damit alleine nicht zurecht kommst, dann besteht grundsätzlich auch ein Anspruch auf krankenkassenfinanzierte Psychotherapie.
In den genannten probatorischen Sitzungen schauen sowohl TherapeutIn als auch PatientIn, ob für sie "die Chemie" stimmt und der/die TherapeutIn prüft, ob eine psychische Störung vorliegt, die voraussichtlich durch das angebotene Psychotherapieverfahren gebessert werden kann oder ob eine andere Empfehlung ausgesprochen werden muss.
Hör dich doch mal in deinem Umfeld nach Erfahrungen mit Psychotherapie und TherapeutInnen um und frag auch, ob jemand seine Therapie selbst bezahlt hat (als Selbsterfahrung).
Herzliche Grüße
Marlenchen
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Ergebnis 21 bis 30 von 40
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17.12.2015, 13:32
AW: Ab wann oder: Wie viel Leid muss sein?
Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere.
(Satre)
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17.12.2015, 14:29
AW: Ab wann oder: Wie viel Leid muss sein?
Aufgrund von Schlafproblemen habe ich von meinem Neurologen, der auch Psychiater ist, eine Überweisung zur einer Traumtherapeutin gefordert. Es hat eine 3/4 Stunde gedauert bis er die rausgerückt hat. Ich hätte aber auch von meinem Hausarzt eine Überweisung bekommen. Diesen Arzt habe ich gewechselt und jetzt auch einen besseren gefunden

Bei einer Psychologischen Psychotherapeutin gibt "Probesitzungen", um zu klären, ob ihr miteinander und wie ihr arbeiten könnt, dann wird bei der KK ein Antrag auf Therapie gestellt. Den Antrag stellt die Therapeutin. Sie wird den Antarg möglicherweise so stellen, dass sie dich als Patientin nimmt und auch dementsprechendn Gründe aufführt (nähere Nachfragen an mich bitte per PN).
2013 hatte ich einer Therapeutin, der ich nach dem Lesen der Bücher von Alice Miller, per Zettel die Therapie gekündigt habe, mir eine Traumatherpeutin gesucht und ich weiß, dass ich dort gut aufgehoben bin.
Erfahrung macht kluch
Geändert von linsemo (17.12.2015 um 14:44 Uhr)
Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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17.12.2015, 18:57
AW: Ab wann oder: Wie viel Leid muss sein?
Um auf dieses Thema von "Wieviel Leid" einzugehen, sag mein Empfinden mir , dass dann Hilfe in Anspruch genommen werden sollte, wenn Leid zur Qual wird und man nicht alleine herausfindet oder unfähig ist die Leidensqualität und -Quantität zu ertragen.Und wenn du damit zu tun haben solltest wird wohl jeder Psycho Therapeut der noch Kapazitäten frei hat eine KK finanzierten Therapie empfehlen. Wollt ich jetzt einfach loswerden, da ich deine Thema-Eröffnung und dein Anliegen irgendwie sehr außergewöhnlich finde. Die meisten wollen eine Therapie in Anspruch nehmen, weil sie nicht klar kommen.
Ich selbst bin seit Jahren in einer Gesprächstherapie mit meinem Psychodoc und freue mich sehr über die Tendenz, dass man sich zusammen nicht mehr auf das konzentriert, was schon geschehen ist - sondern auf das was noch nicht geschehen ist - also vor allem auf Neues. Und da das natürlich alles Gegenwarts bezogen ist, kommen automatisch Persönlichkeitsanteile oder auch die inneren Kritiker zum Vorschein und kann besprochen werden, da es meist auf aktuelle Situationen bezogen ist. Ich möchte diese Gespräche nie missen müssen. Ich kann dir sowas nur empfehlen.
Du sprichst von psychischer Gesundheit. Du könntest dich auch an einen Persönlichkeits-Coach wenden, gerade wenn man sich auch mit Persönlichkeitsanteilen beschäftigt. Es ist ja schon mehrfach erwähnt worden als Privatzahler kann man sich mit jedem Psycho-Therapeuten in Verbindung setzen und diese Interaktion in Anspruch nehmen.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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17.12.2015, 20:17Inaktiver User
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17.12.2015, 22:36
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18.12.2015, 06:44Inaktiver User
AW: Ab wann oder: Wie viel Leid muss sein?
Genau so wird oft Therapie begonnen- hatte ich ja schon geschrieben- wobei das keine Grundlage sein muss
, wenn man sich zu sich selbst auf den Weg macht.
Der Weg zurück in das Leben ist wesentlich länger, wenn ich erst alles eskalieren lasse.
Insofern geht es gar nicht um Leid sondern nur um den Wunsch, sich besser kennen zu lernen.
Da die Wartelisten bei Therapeuten und Psychologen oft lang sind- macht es dann erst recht Sinn sich alternativ umzusehen.
Bei Mustererkennung ist die Methode der Psychobioinik sehr zu empfehlen- dasselbe gibts bei Synergetik oder Innenweltreisen, die das als Grundlage haben- muss man nachfragen.
Ich würde tatsächlich bei diesen Wünschen sogar eher zu alternativen Bereichen gehen, da die Vielfalt sehr groß ist und sich zu entdecken auf viele Arten möglich ist. Noch dazu befruchtet oft gerade die Vielfalt die Wege, die zu einem führen.
lg kenzia
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18.12.2015, 09:42Inaktiver User
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18.12.2015, 14:11
AW: Ab wann oder: Wie viel Leid muss sein?
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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19.12.2015, 07:02Inaktiver User
AW: Ab wann oder: Wie viel Leid muss sein?
Ja- wobei meine Erfahrung ist, dass Geld immer dann DA ist, wenn man etwas wirklich WILL.
Ich hatte damals auch sehr wenig Geld, aber für meine Sitzungen hab ich echt gespart.
Gerade wenn man nicht akut in einen Prozess MUSS kann man doch den langsamen Weg wählen- was doch auch gut ist, da niemand drängelt und zB Erkenntnisse sich mit Ruhe ihren Weg bahnen können.
Bücher, die so einen Prozess unterstützen, kann man sich aus Büchereien leihen.
Hierbei geht es immer um Prioritäten und danach richtet man sich aus.
lg kenzia
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19.12.2015, 07:43
AW: Ab wann oder: Wie viel Leid muss sein?
Ich bin grundsätzlich nicht der Ansicht, dass schon das Kind in den Brunnen gefallen sein muss, ehe man sich professionelle Hilfe holt. Es reicht auch schon Muster/Symptome zu sehen, von denen man befürchtet, dass sie irgendwann zu Leid führen könnten, also die Lebensqualität stören (Störung) könnten.
(falls das jemand als Luxusproblem sieht: die Schäden, die aufgrund mangelnder Vorsorge(welcher Art auch immer) entstehen können, lassen sich volks- und betriebswirtschaftlich durchaus beziffern und sind immens)
Eine Diagnose dient in erster Linie dazu, um die Leistung abrechnen zu können. Aber sie ist erstmal nicht mehr als eine Ist-Beschreibung und daher auch nicht die Eintrittstür, die zu Hilfe überhaupt berechtigt. Die Eintrittstür ist die eigene persönliche Entscheidung. Daher kenne ich es auch so, dass da schon was gefunden wird, um die Kosten für die Maßnahme erstattet zu bekommen. Es ist eher das Laienverständnis eine Diagnose als etwas festzementiertes zu sehen. Im Grunde ist sie nur eine Art Wasserstandsmelder in einem Prozess, um es mal ganz platt und vereinfacht zu beschreiben.
Nun ist es natürlich nochmal eine andere Diskussion, was das dann hinsichtlich der völlig überlaufenen Therapeutenplätze und langer Wartezeiten bedeutet. Aber das sollte erstmal keine Grundlage für die Entscheidung sein, ob man professionelle Hilfe zulassen will oder nicht.
Ich habe schon einen langen Weg an Persönlichkeitsentwicklung hinter mir, in dem sowohl konventionelle als auch unkonventionelle Therapieformen und Coaching mir weiter geholfen haben. Ich entscheide das nach meiner aktuellen Lebenssituation, was ich brauche. Die kassenärztlichen Angebote habe ich letztlich immer in akuten Leidsituationen wahrgenommen. Aber ich erkenne heute auch früher, wann ich dazu neige in Katastrophen zu schlittern.
Derzeit häufen sich bei mir die Symptome eines Burnouts und deshalb habe ich jetzt, bevor alles noch mehr eskaliert, einen Termin bei einer psychologischen Beratungsstelle gemacht. Wartezeit 4 Wochen. Ich halte das gerade in der Prävention für eine gute Alternative. Das sind auch alles
klassische Therapeuten dort. ich sehe das nicht als zweite Wahl. Zumindest, wenns um den großen Bereich Lebensberatung geht. Die Kosten sind minimal, wenn sie überhaupt anfallen.Geändert von Amelie63 (19.12.2015 um 07:59 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.


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