Deshalb ist es sinnvoll psychische Störungen zu entstigmatisieren.
Psychische Störungen sind so normal und häufig wie körperliche Erkrankungen auch.
Ich habe mehrere diagnostizierte psychische Krankheitsepisoden hinter mir, man hat zwar mal versucht mich zu stigmatisieren, aber ohne Erfolg. Ich habe keinerlei anhaltend Einschränkungen in meiner Lebensgestaltung oder Berufliche Laufbahn hinnehmen müssen.Wer also einmal in einer, bei genauerer Betrachtung durchaus "normal" nachvollziehbaren Ausnahmesituation, situationsadäquate Gefühlsausbrüche oder Verhaltensweisen zeigt, läuft
Gefahr , dass eine vorübergehend , systemisch-bedingte (!) Krise als dauerhaftes behandlungsbedürftiges psychisches Defizit eingestuft wird.
Dieses "Labeling" führt m.E dazu, dass Menschen, die an Belastungsgrenzen leben, auf die Schiene "psychisch-Krank" geschoben werden, und dadurch andere positivere Entwicklungsmöglichkeiten verhindert werden, weil psychosoziale Interventionsmaßnahmen
die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten schon stark beschneiden.
Nur weil "Hilfe" draufsteht, muss noch lang keine nachhaltige Hilfe drin sein. Vielfach geht es m.E auch nur darum Randgruppen oder als Querulanten denunzierte Mitmenschen, sozial und wirtschaftlich so zu stellen, dass sie gesellschaftlich keinen Störfaktor mehr darstellen.
Und ich kenne auch niemanden mit "meinen" Diagnosen der Einschränkungen von außen hinnehmen musste.
Grüße
Luftpost
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20.11.2015, 21:52
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
Geändert von Luftpost (20.11.2015 um 22:06 Uhr)
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20.11.2015, 21:52
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
Doch, auch das geht. Du kannst mit einem gebrochenen Bein sogar rennen, wenn du dir selber nur genügend Adrenalin in die Blutbahn ausschüttest.
Psychische Gesundung ist ein psychischer Prozess, der in diesem Falle mithilfe des Hundes stattgefunden haben mag. Hier ist kein Widerspruch zu sehen.
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20.11.2015, 21:57
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
Geändert von Luftpost (20.11.2015 um 22:07 Uhr)
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20.11.2015, 22:00
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
Ich bin ein bisschen entsetzt, dass hier tatsächlich die Existenz psychischer Erkrankungen angezweifelt wird. Und dass psychische Erkrankungen von der Seite her als Erkrankungen angesehen werden, die immer in der Psychiatrie und immer mit Medikamenten „behandelt“ werden. Die allermeisten psychisch Erkrankten sehen niemals eine Psychiatrie von innen und wären da auch vollkommen fehl am Platze. In der Regel – aber nicht immer – ist der Weg aus der psychischen Erkrankung heraus der Weg der Psychotherapie. Es gibt aber auch Fälle, in denen keine psychischen Ursachen vorliegen, sondern körperliche, wie zum Beispiel ein Mangel an Botenstoffen. Medikamente können aber auch bei Vorliegen psychischer Ursachen in akuten Krisen erstmal eine psychische Stabilisierung herbeiführen.
Wer einen Selbstmordversuch überlebt, landet selbstverständlich erstmal in der geschlossenen Psychiatrie, um ihn selbst zu schützen. Ist er stabilisiert, dann kann er wieder raus und seine Probleme mit Hilfe der Therapie angehen.
Die Nicht-Akzeptanz der prinzipiellen Existenz psychischer Erkrankungen mit psychischen Ursachen bei psychisch Erkrankten mit psychischen Ursachen ist eine hinreichende Bedingung zum Vorliegen einer Therapieresistenz. Wo keine Einsicht in die psychische Erkrankung, da auch keine Therapiemöglichkeit.
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20.11.2015, 22:16
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20.11.2015, 22:28
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
Das ist so nicht korrekt. Die Mehrheit der psychisch Erkrankten wird von Hausarzt oder niedergelassene Facharzt für Psychiatrie mit Medikamenten behandelt. Nur eine Minderheit kommt in den "Genuss" der Psychotherapie.
Psychische Störungen gehen immer mit körperlichen Fehlfunktionen einher. Stichwort: Körper und Seele sind eins. Eine Henne-Ei-Diskussion bringt da wenig.Es gibt aber auch Fälle, in denen keine psychischen Ursachen vorliegen, sondern körperliche, wie zum Beispiel ein Mangel an Botenstoffen. Medikamente können aber auch bei Vorliegen psychischer Ursachen in akuten Krisen erstmal eine psychische Stabilisierung herbeiführen
Aber auch jemand dessen psychische Erkrankung körperliche Ursachen hat, bleibt oftmals in der Krankheit wenn die körperliche Ursache abgestellt ist, z.B. Depression bei schwerer körperlicher Erkrankung, Depression bei Kortisoneinnahme, Psychose durch Alkohol oder illegale Drogen.Die Nicht-Akzeptanz der prinzipiellen Existenz psychischer Erkrankungen mit psychischen Ursachen bei psychisch Erkrankten mit psychischen Ursachen ist eine hinreichende Bedingung zum Vorliegen einer Therapieresistenz. Wo keine Einsicht in die psychische Erkrankung, da auch keine Therapiemöglichkeit.
Grüße
Luftpost
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20.11.2015, 22:29
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
danke, quirin. so wahr!
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21.11.2015, 14:40
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
Die Depression bei einer schweren körperlichen Erkrankung ist keine psychische Erkrankung mit körperlichen Ursachen, sondern mit psychischen. Die körperlichen Vorfälle (z. B. eine Querschnittslähmung vom Hals abwärts) bedingen z. B. ein Trauma, das die psychische Ursache der Depression ist. Entsprechnd ist die Behandlung, solange man Querschnittslähmung nicht heilen kann, eine Psychotherapie. Eine körperliche Ursache wäre eine Störung des Stoffwechsels, die direkt Halluzinationen oder Depressionen auslöst. Kortison, Alkohol und Drogen könnten darunter fallen, hier würden dann vermutlich eher nur Medikamente helfen. Da es allerdings auch Mischformen oder die dem Drogenkonsum zugrundeliegende psychische Erkrankung sein können, ist das schnell sehr vielschichtig. Alkohol und diverse Drogen sind bei entsprechender Dosierung neurotoxisch, so dass es zu bleibenden Schäden kommen kann.
Es gibt durchaus Fälle, in denen jemand nie wieder von seinem Tripp runterkommt. Es hat schon seinen Grund, weshalb viele Drogen verboten sind.Geändert von Quirin (21.11.2015 um 14:48 Uhr)
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21.11.2015, 14:45
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
Zum einen ist ein Facharzt für Psychiatrie keine Psychiatrie, zum anderen ist das eben häufig dann auch eine Falschbehandlumg oder der Tatsache geschuldet, dass viele psychisch Erkrankte es ablehnen, psychisch erkrankt zu sein, und lieber eine Pille schlucken, die sie funktionieren lässt. Irgendwann macht es dann aber mal bumm, denn viele, aber nicht alle Medikamente decken die Erkrankung nur zu, beseitigen sie aber nicht, so dass sie sich einen anderen Weg sucht.
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21.11.2015, 14:56
AW: Gibt es wirklich Psychisch Kranke oder sind diese Krankheiten erfunden?
Da möchte ich dir widersprechen, man schluckt nicht Pillen weil man ablehnt und nicht akzeptiert, dass man psychische Störungen hat, sondern weil die Medikamente helfen den biochemischen Stoffwechsel im Hirn zu regulieren, ein besseres Gefühl geben und so manche Probleme und Gedanken erst gar nicht auftauchen lassen. Weil damit das biochemische Verhältnis wieder stimmt. Das einzige Problem dabei ist das für sich richtige Medikament zu finden. Es gibt mittlerweile gute Psychopillen.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee



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