Hallo, ich bin nicht sehr therapieerfahren, mache derzeit eine Verhaltenstherapie, und komme mit einigen Dingen nicht zurecht.
Wollte mal fragen, ob jemand mir das erklären kann, mein nächster Termin ist erst wieder in drei Wochen.
So ist eins meiner Probleme, dass ich mich von anderen immer zurückgewiesen fühle, was gesunde Menschen in so einer Situation niemals empfinden würden.
Jetzt merke ich, dass ich mit meinem Verhalten die Therapeutin nerve, und fühle mich zurückgesetzt, ich habe Termine abgesagt weil ich die Situation nicht aushalte und hypersensibel reagiere. So hat sie bei einer Termin Absprache laut überlegt, was sie dann zu der Zeit mit Ihren Kindern macht, mir aber letztendlich den Termin gegeben.
Ich habe den Termin dann angesagt, weil ich das unerträglich fand, ich bin einfach niemand, der gerne seine Interessen über die andrer stellt.
Kann sie mich denn nicht mit ihren Familien Problemen in Ruhe lassen? Wenn ich das nicht gewusst hätte, hätte ich ja auch nicht so reagiert. Jedenfalls hat sie meine Nachfolge Termine anderweitig vergeben, und wir streiten uns gerade rum, wann mein nächster Termin sein kann. Uns ich fühle mich degradiert, aber das versteht sie nicht.
Ist es zuviel verlangt, wenn ich am liebsten GAR nichts von ihr als Mensch wissen wollen würde? Weil sich bei mir sonst Das Kopfkino einschaltet?
Ist es zuviel verlangt, dass ich mir wünschen würde, dass sie auf meine spezifischen Probleme auch "außerhalb" eingeht, wie zum Beispiel bei einer Vereinbarung eines Termins?
Hast jemand ähnliche Probleme?
Ich würde am liebsten alles hinschmeißen.
anfangs lief alles so gut, dann hat sie einen Fehler gemacht, den Sie auch zugegeben hat, und jetzt Eiere nur noch rum und bin unglücklicher als zu Anfang.
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Ergebnis 1 bis 10 von 41
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14.03.2014, 11:27
Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
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14.03.2014, 16:27Inaktiver User
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
Hallo me-arrepiento,
natürlich gehören persönliche Probleme Deiner Therapeutin nicht in eure therapeutische Beziehung. Aber so wie ich es verstanden habe hat sie bei der Terminvereinbarung nur laut gedacht und erzählt sonst nichts von ihren persönlichen Schwierigkeiten. Richtig?
Wichtig ist das Du genau das aufgreifst und in die therapeutische Arbeit einbringst was Dir mit ihr Probleme macht und das mit ihr klärst. Das wäre eine Chance für Dich diese Themen, die sich sicherlich auch in anderen Lebensbereichen zeigen, zu bearbeiten. Du nimmst an das Du sie nervst und interpretierst Deinen Ängsten entsprechend in ihr Verhalten etwas hinein was vielleicht gar nicht da ist. Sprich es an.
Ich kenne mich mit Verhaltenstherapie nicht aus und weiß daher nicht wie dort gearbeitet wird. Deine Therapeutin sollte aber bereit sein Dich ernst zu nehmen und das Thema mit Dir zu bearbeiten auch wenn sie selbst involviert sprich Auslöser ist. Letzteres ist ganz häufig so und eigentlich sehr gut, weil so die wunden Stellen der Klienten zu Tage treten.
Sprich mit ihr bevor Du hinwirfst. Weglaufen kennst Du bereits oder? Kein Mensch wird sich zu 100% so auf Dich einstellen können und wollen, dass Du keine Probleme mit Dir bekommst. Und ein Therapeut schon mal gleich gar nicht. Das ist nicht seine Aufgabe.
VG DakiniGeändert von Inaktiver User (14.03.2014 um 16:36 Uhr)
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14.03.2014, 16:36Inaktiver User
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
Außerhalb einer Therapiestunde auf deine Probleme einzugehen ist nicht Sinn und Ziel einer Therapie - außer bei einer Krisenintervention in einer akuten Phase, allerdings muss "Gefahr in Verzug" oder der Verdacht auf eine Suizidgefährdung bestehen, bei dem Hausarzt und Polizei informiert werden müssen.
Wie soll die Therapeutin denn deiner Meinung nach ihre Leistung am Telefon abrechnen?
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14.03.2014, 17:13Inaktiver User
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
@ ich würde am liebsten alles hinschmeißen....
Ich habe mein ganzes Berufsleben mit Kindern und Eltern zu tun, von denen etliche Einzel- und/ oder Familientherapien gemacht haben und machen. Da bekommt man so einiges mit, bzw. werden wir Pädagogen auch manchmal mit einbezogen oder gebeten, Stellungnahmen abzugeben.
1. Um Probleme therapeutisch lösen zu können, bedarf es einer gewissen Zeit- das geht nicht von heute auf morgen, Geduld ist angesagt. Therapie ist kein Schalter, den man umlegt und es klappt schon alles.
2. ANFANGS geht IMMER alles gut, bis es dann irgendwann anfängt weh zu tun. Dann wollen viele aufgeben und finden dafür auch immer einen guten Grund!
Aber:
Therapie ist ein langwieriger, oft auch unangenehmer, schmerzhafter Prozess!
Ich würde es wie folgt versuchen zu vergleichen:
Du hast ständig leicht ziehende Zahnschmerzen, in der Nacht rumort es besonders.
Nach einer gewissen Leidenszeit gehst Du dann doch zum Arzt.
Aber -oh Schreck -es ist eine langwierige Wurzelbehandlung nötig, die jedes mal extrem schmerzt.
Zudem kannst Du nach so einer Behandlung kaum etwas essen, weil Dein ganzer Mund verschwollen ist.
Du bist total verärgert und verlierst das Vertrauen in den Arzt, weil die Beschwerden nicht nur nicht besser sondern schlimmer werden! Du fragst Dich, ob Du die Behandlung nicht besser abbrechen sollst, weil es nichts bringt!
Stopp: Das machst Du natürlich nicht, weil Du weißt, dass die Zahnbehandlung notwendig ist, damit Du schlussendlich wieder schmerzfrei bist.
Ich würde Dir also raten, weiter zu machen, aber durchaus Dein ungutes Gefühl mit der Therapeutin besprechen!
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14.03.2014, 17:48
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
Ist es möglich, dass das ein Test deiner Psychologin war? Schließlich machst du die Therapie aus dem Grund, weil du dich von Verhaltensweisen zurückgesetzt fühlst, die andere nicht kratzen.
Ich würde mir ihr über deinen Ärger sprechen.
Und dass sie bei einer Terminvergabe laut gedacht hat, finde ich nicht schlimm und hat nichts damit zu tun, dass sie ihre Persönlichkeit auf unangemessene Art einbringt.
Es ist eh unmöglich, dass ein Therapeut seine Persönlichkeit nicht mit einbringt, schließlich ist er/sie auch ein Mensch (und macht Fehler) und kein Roboter.
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14.03.2014, 18:27
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
Hallo!
Dakine, Ja, es ist richtig, sie hat laut gedacht, und sonst geht es durchaus um mich.
Und ich würde es auch ansprechen, falls der Termin in drei Wochen klappt. Das ganze ist durchaus mein wunder Punkt, schrieb ich ja auch. Meine Gedanken gingen auch dahin, wenn ich es nicht mit IHR besprechen kann, mit wem denn dann? Ja, weglaufen kenne ich. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass etwas schon so kaputt ist, dass es sich nicht mehr kitten lässt.
Sariana, wir haben nicht telefoniert, akut bin ich auch nicht. Ich hätte es nur irgendwie gebraucht, dass sie mir widerspricht uns mich in meinem eigenen Sumpf hängen lässt, in dem ich mich gewühlt habe.
Renate-Alice, dass ist ja mein Dilemma. Ich weiß einfach nicht, was OK ist und was nicht, es gibt nirgends eine Gebrauchsanweisung wie man sich als Patient Verhalten soll. Was man von einem Therapeuten erwarten kann und was nicht. Sie weiß aber ganz genau, wie sich ein Patient Verhalten soll. Vielleicht ist sie tatsächlich total relaxt ob meiner Reaktionen, weil sie das von 1000 andren Patienten kennt. Aber ICH kenne sowas nicht, die mich bricht gerade eine Welt zusammen, als wenn ich mir meine letzte Chance auf Hilfe auch noch verbockt hätte.
Tigerschnecke, ich glaube nicht an einen Test sondern an eine Retourkutsche. "Bist du nicht nett zu mir dann vergebe ich halt deine Termine".
Ich habe das Gefühl, mir ginge es besser wüsste ich nichts von ihr. Sie ist ja nicht meine Freundin.
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14.03.2014, 18:55Inaktiver User
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
Nebenbei: Du glaubst, du würdest die Therapeutin nerven.Jetzt merke ich, dass ich mit meinem Verhalten die Therapeutin nerve, und fühle mich zurückgesetzt,
Zum Rest deines Eingangspostings: Da läuft mMn ganz klassisch genau das ab, was du ändern möchtest.
Und ja, wenn man zum ersten Mal so richtig schön innerhalb der Therapie über sein Problem stolpert, kommt der Gedanke hoch "ist ja alles genau wie "draußen", was soll das denn, das soll mir helfen?" und der wunsch, alles hinzuschmeißen.
Und genau da fängt die therapeutische Arbeit erst an. Stell dich der Situation, stell dich deinen Gefühlen und arbeite daran - soweit meine Empfehlung.
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14.03.2014, 19:28Inaktiver User
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
Du suchst nach Strategien um Dich zu schützen und um ja nichts falsch zu machen. Du kannst nichts falsch machen! Zeig Dich und Deine Gefühle! Wage es!
Das kleine Männchen in Deinem Ohr welches Dir einredet
es sei eine Retourkutsche und das Du nun jegliche Chance auf Hilfe verbockt hättest ist nichts anders als Deine Angst. Steigere Dich nicht weiter hinein indem Du Dir ständig Geschichten darüber erzählst und vermutlich auch welche aus der Vergangenheit zur Bestätigung hervorholst. Jetzt ist jetzt und jetzt kannst Du Deine Annahmen und Glaubensüberzeugungen überprüfen aber dafür musst Du Dich öffnen um ihr und Dir eine Chance auf Veränderung geben zu können.
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14.03.2014, 19:29
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
Mit Test meinte ich das "laut Denken". Sie hat dich genau der Situation ausgesetzt, in der du eben anders als andere reagierst.
An eine Retourkutsche glaube ich nicht. Wenn sie nur halb so professionell ist, wie es ihr Job fordert, wird sie das nicht machen. Warum auch? Ich finde, da unterstellst du ihr was.
Die Situation der Therapeuten ist eben so, dass sie sich vor Patienten kaum retten können und es irre schwierig ist, einen Termin zu bekommen. Es gibt Wartelisten, da warten Patienten über ein Jahr auf den ersten Termin. Von daher brauchst du dich nicht wundern, wenn es mit der Terminabsprache schwierig ist.
Was weißt du denn von ihr? Dass sie Kinder hat? Na, das macht eine Freundschaft noch nicht aus.
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14.03.2014, 20:54Inaktiver User
AW: Wie viel Persönlichkeit des Therapeuten darf mit in die Therapie?
Das finde ich einen wichtigen Hinweis, dem ich mich gerne anschließen möchte.
Die Therapie schafft ja gerade den geschützten Raum (ja, geschützt, obwohl es sich manchmal nicht so anfühlt), in dem man authentisch sein kann, soll, muss - damit die Therapie etwas bringen kann. D.h., man kann nichts "falsch" machen. Natürlich macht man sich gewissermaßen "seelisch nackig", aber wo das "Draußen" aus Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und/oder Unwissen dieses "nackte Innere" verletzt, setzt die Therapie da - hilfreich - an. Das fühlt sich mitunter recht unangenehm an, aber auch Physiotherapie kann weh tun und heilt dennoch.


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