Liebes Lottchen,Zitat von lilalottchen
es ist immer einfach, die Schuld bei anderen zu suchen. Dies macht dein Mann, ich bin kein Arzt, aber ich kenne mich mit dem Krankheitsbild Depression aus. Wenn sich ein Mensch in einer solchen befindet, ist er oft auch unfähig, zwischen der Realität und der eigenen Wahrnehmung zu unterscheiden. Was das heißt?
Dein Mann sieht nicht, dass du ihm Gutes tun willst. Er sieht alles negativ, also auch dich. Und wie leicht lassen sich negative Sachen finden, denn keiner ist ja perfekt. (zum Glück)
Er will dem Therapeuten nicht die wesentlichen Dinge sagen, er sperrt sich wahrscheinlich dagegen. Das ist SEINE Sache. DEINE Sache ist es nicht, daran kaputt zu gehen.
DU hast deine Welt, ER seine - vergiss das bitte nicht. Bei euch ist meiner Meinung nach dringend eine Abgrenzung nötig.
Es ist schön und gut, dass du ihm helfen willst, aber du bist nicht seine Krankenschwester (hört sich jetzt hart an, ich weiß).
Versuche für dich eine Zeit zu finden, in der es du dir gut gehen lassen kannst. Du kannt ihn auch nicht jeder Zeit kontrollieren, wenn er dies nötig hat, muss er in ein Krankenhaus.
Tu dir was Gutes, grenze dich von ihm ab. Du hilfst ihm nicht unbedingt weiter, wenn du diesen Kreislauf zulässt. Er wird dann nichts gegen seine Krankheit tun, weil - so ist es doch gut für ihn.
Du kannst dich ja mit deinem Hausarzt oder einem Therapeuten absprechen.
Aber schau zu, dass du an dieser Beziehung nicht kaputt gehst.
Und bitte lass dir nicht von irgendjemandem Schuld einreden.
Mit Begriffen wie Schuld etc... kommt man hier eh nicht weiter, das ist meine Erfahrung, es hält auf und vergiftet die Beziehungen.
Ich wünsche dir viel Kraft.
Ganz liebe Grüße
Annette
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15.11.2006, 11:05Inaktiver User
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
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15.11.2006, 11:09
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
hallo felix, ich finde es aber auch ein bißchen einfach zu sagen...wenn ich eine psychische erkrankung bekomme, dann ist meine mann, mein kind, mein hund oder wer auch immer schuld und gibt mir das recht, meine symptome auszuleben, wie es mir beliebt.
wenn die nicht SO wäre, müsste ich ja nicht SO reagieren.
nun weiss ich aber auch, dass man bei einigen erkrankungen einfach *keine wahl* hat, sich zu *verhalten*
Die gefühle schwappen über einen und man sieht einfach zu, wie man da wieder raus kommt....auch über die grenzen anderer.
natürlich können bestimmte verhalten der umwelt die haut zusätzlich noch dünner machen...dinge, die einen in einem *gesunden* zustand schon auf den keks gingen, erlebt man noch verstärkter...aber trotzdem...sätze wie:
*So wie du es beschreibst, bist du der Auslöser für seinen burn out, seine Agression. *
sind ein schlag in jedes gesicht eines angehörigen, der mit einem psychisch kranken zu tun hat.
lieben gruß
lill
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15.11.2006, 11:12Inaktiver User
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
@Felix. Vielleicht liegt das an deiner Art zu posten? Ich würde auch nicht unbedingt auf so ein Schreiben eingehen.
Zitat von Inaktiver User
Und noch eines. Ich bin immer froh, wenn ich merke, dass sich Nichtbetroffene mit Themen wie Depression etc beschäfigen -
willst du diese Menschen jetzt von diesem Thema ausschließen?
Gruß Annette
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15.11.2006, 11:42Inaktiver User
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
Da gibt es eine, die ein Problem hat und die anderen halten ihr Händchen. Es bilden sich persönliche Allianzen und verschliessen sich vor der Realität.@Felix. Vielleicht liegt das an deiner Art zu posten? Ich würde auch nicht unbedingt auf so ein Schreiben eingehen.
Und noch eines. Ich bin immer froh, wenn ich merke, dass sich Nichtbetroffene mit Themen wie Depression etc beschäfigen -
willst du diese Menschen jetzt von diesem Thema ausschließen?
Burn out gibt es auch bei Singles, die können ihre Existenzängste aber nicht auf Partner abschieben.
Bei partnerschaftlichen Beziehungen werden diese Existenzängste aber auf den Partner problematisiert. Dieser hat einen entscheidenen Anteil an dem Wohlbefinden. Ist eine Partnerschaft eben dadurch im Ungleichgewicht, dass sich der "Kranke" benachteiligt fühlt, wird er dies bei jeder Kleinigkeit zum Ausdruck bringen. Es ist ein Tropfen, der ihm schon immer zuwider war, den er Geschluck hat, der das Fass mal wieder zum Überlaufen bringt. Lottchen sollte das Verhalten ihres Mannes als das ehrliche ungeschminkte Verhalten werten und sich Gedanken machen, was er in all den Jahren unterschwellig akzeptiert hat. Wenn sie sich aus dem Problem zurück zieht ihr Verhalten nicht überdenkt, wird er ewig sagen können, vorallem wenn er wieder gesund ist, dass er Recht hatte und sie als Ehefrau wahrlich nicht die richtige Stütze war.
Meine sagte mal in meiner kranken Phase sehr treffend:
"Ich lasse mir unsere Ehe nicht kaputt reden." Sie hat sich alles gegönnt, sie hat alles bekommen, ich bin auf der Strecke geblieben und als ich sie wirklich brauchte war ich ihr zuviel.
Nun lebe ich ohne "Ballast" besser denn je. Ich kann mich verwirklichen, Fehler machen, wann und wie ich sie machen will. Ich kann mich frei bewegen, frei atmen ohne zugeschnürrt zu sein mit der Selbstverpflichtung eine oberflächlich harmonische Ehe zu führen.
Felix
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15.11.2006, 11:44
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
felix..ohne dir zu nahe treten zu wollen...aber wenn ich lese was du schreibst, habe ich den eindruck, dass du die verantwortung, die DU für dein leben hast, noch nicht wirklich übernommen hast.
lieben gruß
lill
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15.11.2006, 11:56Inaktiver User
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
@Felix. Ich will hier wirklich niemandem zu nahe treten.
Jeder hat seine eigene Wahrheit, aber JEDER ist auch für sein Leben verantwortlich.
Ich war lange Single und lebe jetzt in einer Partnerschaft.
Was ich aber auf keinen Fall will, dass mein Partner die Verantwortung für mein Leben übernimmt.
Es ist immer die einfachste und bequemste Art zu sagen, dass jemand anders schuld ist. Habe ich auch lange genug gemacht.
Das bringt aber NICHTS. Die anderen Menschen um dich herum werden sich nicht ändern, auch wenn du gegen eine Wand rennst. Du musst lernen, damit umzugehen.
Und noch eines: Die Strangeröffnerin hat hier gepostet, weil sie Hilfe und Rat wollte. Ihr dann von vorneherein so etwas zu unterstellen, finde ich nicht gut. Händchen halten? Das sehe ich nicht so.
Übrigens: Schon mal über folgenden Punkt nachgedacht:
Was passiert, wenn man einem Depressiven in seiner Krankheit unterstützt, ihm sagt, du Armer, etc.. Meinst du, so baust du ihn auf?
Liebe Grüße
AnnetteGeändert von Inaktiver User (15.11.2006 um 12:10 Uhr)
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15.11.2006, 12:56Inaktiver User
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
Was in einer Partnerschaft existenziell ist, ist dass die Kompromisse nicht einseitig geführt werden und ich will, das eine neue Partnerin Verantwortung für mein Leben übernimmt, ansonsten könnte ich auch in den Puff gehen. Lieben und Leben heisst gegenseitige Verantwortungsübernahme, Empathie was hier immer so schön gefordert wird und blindes Vertrauen.Ich war lange Single und lebe jetzt in einer Partnerschaft. Was ich aber auf keinen Fall will, dass mein Partner die Verantwortung für mein Leben übernimmt.
Der "Kranke" kann nicht mehr sehen und sagen, dass auch ihn eine Schuld trägt. Aber wo begann die Schuldspirale ? Du bist auf einem großen See und ruderst der Abendsonne entgegen. Sie sagt: "mehr nach links", er sagt: "'ne wir müssen nach rechts" rudert aber nach links. es bildet sich ein Strudel, den du erst bemerkst, wenn du nicht mehr aus eigener Kraft heraus kommst, aber beide sitzen im gleichen Boot.
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15.11.2006, 13:34Inaktiver User
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
Du machst einen Fehler, wenn ich in dieser Kategorie schreiben darf. Du gehst von deinem Fall aus, wie es bei dir war. Das hast du ja im Forum geschrieben. Doch dies nun hier anzuführen, finde ich nicht richtig.
Zitat von Inaktiver User
Der Kranke kann nicht mehr sehen, okay. Aber der Kranke muss dahin geführt werden, dass er wieder gesund wird.
Daher kann ich nicht nachvollziehen, wie du zu der Vermutung kommt, dass hier die Schuld bei der Partnerin liegt.
Er ist unglücklich, also ist sie schuld. Neee, so läuft das nicht.
Und dennoch: Jeder ist für sein Leben verantwortlich. Es liegt an ihm zu entscheiden, was er will und was nicht.
Und ich habe geschrieben, dass es nicht sinnvoll ist, hier nach Schuld zu suchen. Es ist ein Leichtes zu sagen: Du hast das falsch gemacht, Du bist schuld, dass ich krank bin etc....
Hilft nicht, zumal es nicht richtig ist.
Der Partner hier ist krank.Er ist verantwortlich,dass er wieder gesund wird. Wie? Das ist wichtig. Nimmt er die Hilfe an, blockiert er sie?
Felix, ich weiß, wovon ich spreche. Doch ich will mich jetzt nicht mehr dazu äußern, da ich doch die Strangeröffnerin wieder zu Wort kommen lassen will.
Liebe Grüße Annette
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15.11.2006, 13:43
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
Sehr gute Beiträge, Lill und Annette!
Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen (Karl Kraus)
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15.11.2006, 14:17Inaktiver User
AW: Leben mit einen depressiven, an burnout erkrankten Menschen
Ich hab' schonmal geschrieben, dass es nicht reicht die Symptome zu behandeln. Die Ursachen müssen abgestellt werden.Der Kranke kann nicht mehr sehen, okay. Aber der Kranke muss dahin geführt werden, dass er wieder gesund wird.
Daher kann ich nicht nachvollziehen, wie du zu der Vermutung kommt, dass hier die Schuld bei der Partnerin liegt.
Er ist unglücklich, also ist sie schuld. Neee, so läuft das nicht.
Du glaubst zu wissen, dass du Recht hast und ich glaube, dass ich das Problem intensiver als du erfahren habe. Ich wünsche dir diese Erfahrung nie machen zu müssen. Cipramil reicht da nicht mehr aus.
Im letzten Block der Strangeröffnerin hat sie jeden Satz mit "ICH" geschrieben. "Ich will .(für mich).... in 14 aufeinanderfolgenden Sätzen.
Und in zwei Sätzen Satz:Was will ich eigentlich damit sagen?
Ich weiss nicht weiter! Ich habe bald keine Kraft mehr, ständig einzustecken. Ich will ihm helfen und zur Seite stehen, aber ich habe auch Gefühle und Bedürfnisse, die seit Monaten zurückstehen. Ich möchte nicht mehr die Zielscheibe für seine angestauten Aggressionen sein und ich möchte nicht mehr permanent gesagt bekommen, dass ich der letzte Dreck bin. Ich möchte, dass er wieder gesund wird und wieder Lust am Leben bekommt. Er soll wieder lachen und lernen, Dinge zu akzeptieren, die er nicht ändern kann. Ich will keine Angst mehr vor dem Wochenende haben. Ich will selber wieder mal eine Nacht durchschlafen, meine Migräneanfälle loswerden. Ich möchte, dass sich mal wieder jemand um mein Wohlbefinden sorgt und ich ihn nicht noch verteidigen muss gegenüber meinen Freundinnen, die durchaus sehen, dass es mir selber mittlerweile nicht so gut geht. Ich weiss, dass er krank ist, und dass mein gesunde Mann ein lebensfroher, gebildeter, warmherziger, harmoniebedürftiger und liebevoller war. Ich will wie ein gleichberechtigter, wertvoller Mensch behandelt werden.
Ich möchte das er gesund wird (für ihr oder sein Wohlbefinden?)
mein Mann war mal anders (so will sie ihn wieder haben. für ihr Wohlbefinden ?)
FelixGeändert von Inaktiver User (15.11.2006 um 14:30 Uhr)


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