Bin verwirrt.
Habe selbst einen Beruf, in dem ich jeden Tag mit Menschen zu tun habe und die Ausbildung enthielt auch einen Teil Psychologie. Lebenserfahren bin ich auch.
Ich weiß, dass Menschen in diesen Berufen privat oft ganz anders sind, als sie es eben von Berufs wegen sein müssen.
Schon klar: Therapeuten sind also von Berufs wegen Frauenversteher.
Fand den PT vom ersten Augenblick an gut und war froh darüber.
Es ist doch besser, wenn ich zu einem Menschen gehe, der mir liegt und gut aussieht, als zu einem unsympathischen.
Bin immer noch dort und es war eigentlich mit ihm vereinbart, dass ich eine Verhaltenstherapie mache.
Habe jetzt viel im Internet recherchiert über die Beziehung zwischen PT und Patient, das
Machtgefälle und auch das Thema verliebt in den PT oder andersherum.
Es gibt die These, dass ich als Patientin abbrechen sollte.
Oder ich mich offenbaren könnte/sollte, damit er mir klar macht, dass das nix wird, was ich aber ganz bestimmt nicht mache und
außerdem wohl den Grundsatz, dass der PT, wenn er in den Patient verliebt sein sollte entweder die Therapie abbrechen (wer sägt sich bitte den wirtschaftlichen Ast selbst ab, auf dem er sitzt ?) oder sich selbst deshalb supervisieren lassen muss.
Grenzüberschreitungen seitens des PT sind natürlich ein Tabu, Berufskodex und so.
Also, es ist so:
Dieser PT ist klug genug, die Grenzen nicht zu überschreiten, da er ganz bestimmt nicht seine Existenz aufs Spiel setzt.
In der Grauzone sehe ich jedoch das Flirten angesiedelt, da das ja auch nicht so richtig greifbar ist.
Warum ich nun darauf komme, dass von seiner Seite aus m. E. nach auch mehr ist, als eben das „normale“ Verhältnis:
Er versucht mich massiv zu beindrucken, eben genau so, wie es ein Mann, den ich z. B. abends kennen lerne es auch tut.
Und er erzählt persönliche Dinge über sich.
Da ich ihn außerhalb ja nicht kenne, wäre es schon auch möglich, dass er über eine solche Persönlichkeit verfügt (z. B. alle Frauen beeindrucken zu müssen, einfach gerne über sich reden und es also nichts mit meiner Person speziell zu tun hat) – nur müsste er das von Berufs wegen ja professioneller weise unterlassen.
Jetzt soll ich (??) entscheiden, wann die Therapie anfängt.
Schlussfolgerung meinerseits: Könnte ja sein, dass er auch in mich verliebt ist und es ihm deshalb am liebsten wäre, wenn ich nicht mehr seine Patientin bin.
Dann muss nicht er die Sache abbrechen und begründen, sondern ich.
Habe bei der Internetrecherche außerdem oft gelesen, dass Patientinnen berichtet haben, der PT habe es von Anfang an gewusst, dass sie in ihn verliebt sind.
Was kann ein PT tatsächlich z. B. an der Körpersprache und am nonverbalen Verhalten der Patienten erkennen?
Weiß nicht mehr, was ich machen / denken soll.
Wer kennt das alles auch aus eigener Erfahrung?
Gibt es vernünftige Literatur darüber?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
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22.10.2013, 21:36
Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?

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22.10.2013, 21:41
AW: Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?
Dein Posting verwirrt mich. Bist du schon in Therapie? Und wie lange? Oder hat die Therapie noch gar nicht angefangen? Und wie schnell hast du dich in ihn verliebt?
Ansonsten ist es wohl eher häufig, dass sich Patienten in ihre Therapeuten verlieben. Übertragung. Auch Gegenübertragung durch den Therapeuten ist nicht eben selten.__________________________________________________
Go ask Alice.
I think she'll know.
White Rabbit - Jefferson Airplane
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22.10.2013, 21:49
AW: Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, worauf Du hinaus willst!
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22.10.2013, 21:52
AW: Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?
@uppla:
Sorry, bin eben auch total verwirrt.
Nein, die Therapie hat noch nicht begonnen.
Bin trotzdem beim PT seit ca. einem 3/4 Jahr in Behandlung, weil ich eine Krankheit habe, die sich körperlich äußert; nach Meinung meines Facharztes auch wohl psychische Komponenten hat bzw. eine Wechselwirkung zwischen Psyche und körperlichen Reaktionen besteht.
Na ja, fand ihn schon beim ersten Kontakt toll. So nach dem 3. Mal war ich verliebt.
Was genau ist Übertragung und Gegenübertragung?
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22.10.2013, 21:56
AW: Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?
Wie kann man bei einem Psychotherapeuten in Behandlung sein, ohne das eine Psychotherapie beginnt?
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cb...Psychoanalyse)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gegen%C3%BCbertragung
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22.10.2013, 21:59
AW: Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?
Hmm.. verstehe ich nicht so ganz. Wie kann man beim Psychotherapeuten in Behandlung sein ohne in Therapie zu sein? Oder ist er Psychiater? Das verwirrt mich.
Das finde ich ganz schön flott. Jemand toll finden ist eine Sache, nach drei Terminen verliebt zu sein erscheint mir seltsam.
Übertragung sind positive Empfindungen, die der Patient auf den Therapeuten überträgt, quasi als Stellvertreter. Umgekehrt gibt es das beim Therapeuten auch: Gegenübertragung.
Ich denke, wenn du wirklich tiefere Gefühle für ihn hegst, wirst du keine Therapie machen können. Der entscheidende Unterschied: ist man verliebt, möchte man sich selbst in beste Licht rücken, läuft Gefahr "Schwächen" zu verstecken oder Eigenschaften zurückzuhalten, die man für weniger attraktiv hält. Für eine Therapie braucht man aber Offenheit und den Willen auch das anzusprechen, was vielleicht unangenehm ist.
Dir bleibt also nur: neuen Therapeuten suchen oder dich outen, wenn du denkst, dass es der richtige Therapeut ist und mit ihm gemeinsam ergründen, wie es zu deinen Gefühlen kam und ob sie vielleicht ein Teil deines Problems sind usw...__________________________________________________
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White Rabbit - Jefferson Airplane
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22.10.2013, 22:04
AW: Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?
>>Übertragung sind positive Empfindungen, die der Patient auf den Therapeuten überträgt, quasi als Stellvertreter<<
Übertragung sind Empfindungen/Erfahrungen (positiv oder auch negativ und alles was dazwischen ist), die der Patient auf den Therapeuten überträgt, quasi als Stellvertreter.
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22.10.2013, 22:06
AW: Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?
wenn du denkst, dass es der richtige Therapeut ist und mit ihm gemeinsam ergründen, wie es zu deinen Gefühlen kam und ob sie vielleicht ein Teil deines Problems sind usw...
Das ist in Verhaltenstherapien nicht üblich.
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22.10.2013, 22:10
AW: Verliebt in den Therapeuten - wer kennt das?
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22.10.2013, 22:18


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