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Thema: Depression

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    Erleuchtung Depression

    Hat jemand bei Depressionen gute Erfahrungen mit einer Psychotherapie gemacht? Ich habe gehört, dass Verhaltenstherapie das Mittel der Wahl ist, bin aber skeptisch, weil ich mehr vom Tiefenpsychologischen Ansatz (Ursache-aufdeckend) halte.
    Kann jemand auch eine Privatklinik empfehlen?
    Danke!

  2. Inaktiver User

    AW: Depression

    Hallo Humerusfraktur,

    seit Mai 2005 bin ich wegen Depressionen in psychotherapeutischer Behandlung. Die ambulante Therapie wurde von Ende Juli bis Anfang Oktober durch einen stationären Klinikaufenthalt unterbrochen. Meine Thrapeutin und auch die Kinik verfolgen den verhaltenstherapeutischen Ansatz.

    Für mich die verhaltenstherapie das Mittel erster Wahl. Ich bin ein kopfgesteuerter, pragmatischer Mensch und möchte meine Befinden hier und jetzt verbessern. Es ist zwar hilfreich die Ursachen ungünstigen verhaltens und Denkstrukturen zu kennen, die zur Depression führten, eine Veränderung muss jedoch in der Gegenwart geschehen.
    Die Verhaltenstherapie ist ein Hilfsmittel, eine Veränderung des Denkens und des Verhaltens zu erlernen. Das Wissen um die Ursache alleine genügt nicht um eine Veränderung herbeizuführen.

    Bei mir war die Frage nach der Ursache einfach zu beantworten. Es war also nicht nortwendig, mich intensiv mit der Erforschung der Ursachen zu beschäftigen. Wichtiger war es, mich mit den Auswirkungen zu befassen, deswegen favorisiere ich dir Verhaltenstherapie.

    Nun ist aber jeder Fall individuell verschieden. Aus meinen positiven Erfahrungen mit der Verhaltenstherapie eine allemeingültige Empfehlung abzuleiten, wäre sicherlich falsch. Jeder Betroffene muss für sich selbst entscheiden, welcher Ansatz für ihn hilfreich erscheint und welcher nicht.

    Liebe Grüße
    Christiane

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    AW: Depression

    Ich würde eher eine tiefenpsychologische Therapie empfehlen.
    Es wurde eine Untersuchung gemacht die aufzeigt das die Verhaltenstherapie nur kurzfristig hilft, da sie nicht das Problem bei der Wurzel packt. Viele der Patienten hätten wieder Ängste und Depressionen bekommen, da eingeübtes Verhalten nicht das wahre Problem löst. In "Psychologie heute" wird eine Mischung von Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie empfohlen.
    Mir half eine analytische philosophisch orientierte Therapie, die etwas von Freud und Jung beinhaltet, die auch da hinschaut wie das Ich im Menschen verletzt, eingeschränkt oder vernachlässigt wurde, die auch Erkenntnisse vermittelt.


    Lightness

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    AW: Depression

    Hallo Hum,

    ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Allerdings hängt der Erfolg einer Therapie vor allem vom Therapeut-Patienten-Verhältnis ab. Man sollte auf jeden Fall wechseln (geht in den ersten 5 Stunden), wenn man sich in irgendeiner Form unwohl bei jemandem fühlt.

    Einen Klinikaufenthalt, also ein Herausreißen aus dem Alltag, halte ich nur bei schweren Fällen für angebracht (also bei Selbstmordgefährdung). Ansonsten soll es besser sein, in der gewohnten Umgebung gesund zu werden, weil bei Beendigung der Therapie die Umstellung von Klinik auf Wieder-Alltag wegfällt. Zudem kann man so in der Therapie aktuelle Erlebnisse miteinbeziehen.


    LG
    Soki
    6. Monat

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    AW: Depression

    Hallo Humerusfraktur,
    meines Erachtens ist es eine Sache, was du für dich als therapeutisch richtig denkst und was in unserem "Gesundheitssystem" als solches vermittelt und auch bezahlt wird.

    Ich selbst hatte das Glück vor 6 Jahren an eine Psycho-therapeutin zu geraten, die an sich auch als Verhaltens-therapeutin im Telefonbuch stand.
    Ich habe sie ( da ich selbst etwas background habe) frei heraus gefragt, nach welchen weiteren Methoden sie arbeitet.

    Ich hatte alles Glück der Welt, sie machte u.a tiefenpsychologisch- orientierte Körpertherapie und EMDR.

    Diese beiden Methoden i.V. mit kleinen Verhaltenstherapeutischen Ansätzen würde ich heute als sehr bestimmend für meine Genesung und meinen weiteren Lebensweg bezeichnend.

    Äusserst wichtig ist auch, was weiter oben schon mal zu lesen war, dass die Therapeuten-Klienten-Beziehung stimmt.
    Es ist wichtig Mut zu haben und einen anderen Th. zu suchen, wenn du merkst, dass die Chemie und das Vertrauensverhältnis nicht stimmen. Es lohnt sich! Ich habs ausprobiert!

    ICh wünsch dir viel Glück
    feuermohn
    nach dem hinfallen immer wieder aufstehen

  6. Inaktiver User

    AW: Depression

    Hallo Sonnenkind,

    Zitat Zitat von Sonnenkind23
    Einen Klinikaufenthalt, also ein Herausreißen aus dem Alltag, halte ich nur bei schweren Fällen für angebracht (also bei Selbstmordgefährdung). Ansonsten soll es besser sein, in der gewohnten Umgebung gesund zu werden, weil bei Beendigung der Therapie die Umstellung von Klinik auf Wieder-Alltag wegfällt. Zudem kann man so in der Therapie aktuelle Erlebnisse miteinbeziehen.
    diese Aussage möchte ich so nicht stehen lassen. Ein Klinikaufenthalt kann sehr wohl auch ohne akute Suizidgefahr angesagt sein, wenn die Intensität der ambulanten Therapie nicht genügt, eine Verbesserung herbeizuführen oder eine medikamentöse Einstellung erforderlich ist.
    Das "Rausreissen" aus dem Alltag ist für den Betroffenen eher hilfreich, weil damit auch die alltäglichen Verpflichtungen entfallen und somit mehr Zeit bleibt sich um die eigene Genesung zu kümmern. Natürlich bleibt auch bei einem Klinikaufenthalt der Kontakt zur "normale Umgebung" im Rahmen von Belastungserprobungen (Wochenende zuhause, Besuch am Arbeitsplatz, und ähnliches) bestehen. Diese Belastungerprobungen sind ein Teil der Therapie.

    Zudem gibt es ja noch einen Mittelweg, zwischen stätionärem Klinikaufenthalt und der ambulanten Therapie: die Tagesklinik. Die tagesklinische Betreuung findet von 8 Uhr bis 16 Uhr statt, die restliche Zeit verbringt man im normalen Umfeld.

    Es hängt von der schwere der Depression ab, welche Maßnahme notwendig und somit "besser" ist. Eine pauschale Aussage, so wie du sie triffst, läßt starke (und unbegründete) Berührungsängste vermuten. Diese Ängste sind zwar weit verbreitet, aber nicht unbedingt zweckdienlich.

    Liebe Grüße
    Christiane

  7. User Info Menu

    AW: Depression

    Hallo,

    nur kurz dazu:

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Eine pauschale Aussage, so wie du sie triffst, läßt starke (und unbegründete) Berührungsängste vermuten. Diese Ängste sind zwar weit verbreitet, aber nicht unbedingt zweckdienlich.
    Mit Angst hat das bei mir nichts zu tun, lediglich mit Meinungsbildung. Die Argumente leuchten mir ein.

    Weiterhin kann man auch zu Hause die Arbeitsbelastung verringern bzw. aufheben.

    Und zuguterletzt: Natürlich hängt die Vorgehensweise von der Indikation ab.


    LG
    Soki
    6. Monat

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