Hallo Zusammen,
eine gute Freundin von mir benötigt eine Therapie.
Sie ist auf der Suche - wir wohnen ländlich- aufgrund Ihrer Symptome sieht sie sich nicht in der Lage, in die nächste Großstadt zu fahren, wo das Angebot größer sein könnte.
Alle Therapeuten hier in erreichbarer Nähe sind voll...Wartelisten bis zu 6 Monaten
Diese "Abfuhren" hindern sie daran, weiter zu suchen..oder einen weiteren Weg auf sich zu nehmen.
Allein der Angang ( anrufen, nachfragen, Abfuhr) kostet sie MegaKraft
Wie kann man das überbrücken..? Zur Zeit geht es ihr sehr schlecht...Wir Freundinnen können Sie nur stützen, aber wirklich helfen auch nicht...aber Sorgen machen wir uns.
Kurz zur Diagnose ( was ich ungefähr weiß )
-Burnout/schwere Depression
-kurzer Aufenthalt in einer Tagesklinik
-Entlassung mit der Auflage eine Therapie zu beginnen ( bloß wie?)
- danach Wiedereingliederung Teilzeit i.d. Berufsalltag
- sie nimmt Medis, aber Genaues kann ich dazu nicht sagen
Ich danke für einen Gedankenaustausch...
Viele Grüße
polilla
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 19
-
23.08.2012, 18:54
Warteliste bei Therapeuten endlos....
-
23.08.2012, 19:10Inaktiver User
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
Zunächst bei der Tagesklinik anrufen und nachfragen, ob sie wieder kommen kann.
Ansonsten die nächste Klinik für Neurologie und Psychiatrie oder Psychosomatik anrufen und fragen ob sie eine Kriseninterventionsstelle/Notfallambulanz haben.
Bei ihrem Hausarzt oder Psychiater vorsprechen, die Problematik schildern, evtl. können diese als Kollegen bei einem Therapeuten einen Ersttermin vereinbaren.
Ihr könntet ihr helfen, indem ihr beim sozialpsychiatrischen Dienst anruft, dazu solltet ihr ggf. Diagnose und Medikamente kennen.
Viel Erfolg.
-
23.08.2012, 21:15
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
Sie sollte sich nicht so schnell von den Wartezeiten abschrecken lassen! Die können (!) bei passendem Engagement auch mal zu ein, zwei Monaten zusammenschrumpfen.
Zum Hintergrund: Es gibt eine Menge Leute, die bei Therapeuten anrufen - aber eigentlich nicht wirklich an sich arbeiten wollen (sind noch nicht so weit/es gibt gerade wichtigere Baustellen/werden von Verwandten, Partner gedrängt etc.). Die lassen sich prima mit der Ansage einer solchen Wartezeit aussieben.
Ich würde hartnäckig bleiben und versuchen, zumindest probatorische Sitzungen zu bekommen, dabei auch zeitliche Flexibilität signalisieren. Ein halbes Jahr zu warten, um dann mit den probatorischen Sitzungen zu beginnen und zu bemerken, dass die Beziehung zwischen Klient und Therapeut nicht stimmt ist ohnehin großer Quatsch und geradezu tragisch.
Wenn aber diese 5 Stunden für beide Seiten gut verlaufen und der Therapeut den Eindruck gewinnt, dass da jemand ernsthaft etwas verändern will und die gemeinsame Arbeit dadurch erfolgversprechend erscheint - dann geht die Therapie häufig schneller los als beim ersten Telefonat angekündigt. Das ist meine Erfahrung.
-
23.08.2012, 21:18Inaktiver User
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
Eventuell kann auch eine kirchliche/religiöse Lebenshilfeeinrichtung helfen.
Hier in Bayern kann man sich beispielsweise an die katholische Lebenshilfe wenden, auch wenn man weder katholisch ist oder noch einer anderen Glaubensrichtung angehört oder auch mit Religion gar nichts am Hut hat.
Es gibt da speziell ausgebildete Mitarbeiter, die der Schweigepflicht unterliegen und die als sogenannte 'Spitzenabschneider' arbeiten. Soll heißen, dass der Mensch in Not erstmal sein Herz und seine Seele ausschütten kann und der Mitarbeiter zunächst die ganz schlimme Brisanz durch geschulte Gespräche und geschultes Zuhören nimmt.
Die Mitarbeiter stehen in vielen Fällen mit niedergelassenen Psychologen mehr oder weniger in Kontakt und können häufig dem Menschen einen geeigneten Psychologen empfehlen bzw. die Weiterbehandlung ankurbeln.
Soweit ich weiß, braucht dann deine Freundin eine Überweisung vom Hausarzt. Eventuell kann der Hausarzt eine Empfehlung für einen Psychologen aussprechen, vielleicht sogar selbst vorfühlen.
Ansonsten, so, wie Sariana schon schrieb.
Viel Glück für deine Freundin, es ist gut, dass du dich um sie kümmerst
,
Gruß, Preciosa
-
24.08.2012, 09:26
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
6 Monate Wartezeit, da wäre ich froh, wenn das nur 6 Monate wären... hier: bis zu 2 Jahre und Ende offen. Selbst die Rehanachsorge, die eigentlich sofort nach der Reha stattfinden sollte zur Überbrückung bis zur Ambulanten Therapie hat 9 (!!!) Monate Wartezeit...
Immer wieder nachfragen, Sozialpsychiartischer Dienst, Tagesklinik, Akutklinik (die haben auch Ambulanzen)... das wäre mein Tipp. Über den sozialpsychiartischen Dienst (gehört zum Gesundheitsamt) ging es bei mir ratzfatz... innerhalb von 4 Wochen hatte ich einen ambulaten Therapeuten.
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
-
24.08.2012, 12:26
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
Ich habe von meiner Krankenkasse die Adresse von Therapeuten bekommen, die sich frisch selbstaendig gemacht haben. die haben in aller Regel keine Warteliste.
Ansonsten wurde ja schon alles aufgezaehlt
-
25.08.2012, 10:24
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
Hallo Zusammen,
vielen Dank für die zahlreichen Ratschläge.
Generell war ich mir überhaupt ganz unsicher wie man sich als Außenstehende verhält. Ich habe überhaupt keine Ahnung wie die Vorgehensweise hier ist und wohin man sich weiter noch wenden könnte.
Ich denke eben auch, dass sie sehr viel runterspielt. Auch beim Hausarzt wird sie nicht alles offen sagen, wie schlecht es ihr wirklich geht. Das es ihr sehr viel schlechter geht, als wir erahnen.
Und sie blickt eben als "Betroffene" noch weniger durch den Dschungel durch wie wir als "Gesunde".
Ich weiß auch nicht, inwieweit man sie an die Hand nehmen sollte oder überhaupt kann. Viele sagen, die Betroffenen müssen alles selbst in die Hand nehmen, man darf es ihnen nicht abnehmen. Das finde ich sehr sehr schwierig. Für mich beißst sich da die Katze in den Schwanz
Ich für meinen Teil kann da nicht unbeteiligt zusehen.
Vielen Dank für`s Erste
polilla
-
25.08.2012, 13:09Inaktiver User
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
Du kannst ihr die Vorschläge geben die hier gemacht wurden und ihr Unterstützung anbieten z.B das Du sie mal irgendwo hinbegleitest, hinfährst am Anfang soweit das möglich für Dich ist.
-
26.08.2012, 20:41
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
Ich würde mich da auch nicht von den Wartezeiten abschrecken lassen, psychische Krankheiten sind langwierig, die Therapiedauer kann Jahre betragen, da sind sechs Monate wenig dagegen, wenn auch ärgerlich.
-
28.08.2012, 13:49
AW: Warteliste bei Therapeuten endlos....
Hallo Quirin,
ja, ich wäre da auch hartnäckiger. Das macht es auch so schwer, das zuzuschauen :-(
Aber ich muss auch als Außenstehende akzeptieren, dass Depressionskranke sich natürlich selbst nicht so organiseren können, wie jmd ohne derlei Beschwerden. Sie hat ihr Tempo. Und wenn sie hört, dass es nicht gleich klappt, ist der kurze Motivationsschub gleich wieder vorbei.
Für den Anruf selbst, den Angang anzurufen wollen, die Liste zu nehmen, braucht sie schon sehr lang.
Der Zeitpunkt, die Stimmung muss passen.
Vor einigen Jahren hab ich mal eine Familienberatung in Anspruch genommen....allerdings auf eigene Kosten...das ging sehr flott...
Aber eine derartige private Überbrückung ist zur Zeit für sie überhaupt nicht drin.
vg polilla


Zitieren