Hallo zusammen,
hat jemand schon mal Erfahrung mit einer psychosomatischen Tagesklinik gemacht?
Ich habe diverse Probleme (bin auch leicht depressiv) aber mein Hauptproblem sind massive Trennungsprobleme (Hyperventilieren bei Trennung) und Trennungsängste (mindestens einmal wöchenentlich Alptraum wegen Trennung). Bin in einer nicht so einfachen Beziehung und weiß nicht was diese noch bringt. Ein Gedanke an Trennung treibt mir grad die Tränen in die Augen.
Eine Therapie hatte ich schon mal angefangen aber nach 31 Stunden + 5 Probesitzungen abgebrochen, weil die Chemie zwischen mir und der Therapeutin nicht gestimmt hat und weil ich null Erfolg sah.
Sie hatte mir mal eine psychosomatische Klinik mit ca. 4 - 8 Wochen Aufenthalt vorgeschlagen das wollte ich aber nicht aus diversen Gründen. Weg von zu Hause (bekomme nach 2 Wochen Urlaub schon Heimweh. Deshalb habe ich an eine psychosmatische Tagesklinik gedacht weil da kann man abends heim in seine gewohnte Umgebung.
Jetzt meine Frage: Habt Ihr damit Erfahrung? Was wird dort gemacht? Was haltet ihr davon?
Das ist momentan noch meine einzige Hoffnung. Ich mache jetzt schon Jahre daran rum und jede Trennung wird schlimmer. Ohne Beruhigungsmittel (Tranquilizer) geht bei mir dann gar nichts.
Auch so habe ich oft leicht depressive Phasen. Kapsle mich oft ab, habe kaum soziale Kontakte. Bei Streit mit Freund heule ich tagelang. Alles was ich tue ist für mich ein muss und mein Tagesablauf ist immer der Gleiche: Arbeit, Sport, Haushalt, Lesen oder Fern sehen. Leute treffe ich kaum. Da gibt es so vieles was ich gerne ändern würde und einfach nicht schaffe.
Momentan stelle ich immer mehr fest, dass ich mich selber nicht mag und ich denke dass da vielleicht auch ein Großteil meiner Probleme liegt. Sport mache ich z. B. nur weil ich abnehmen will...
Kleinigkeiten wie z. B. (jetzt etwas arg überspitzt dargestellt) wasche ich mir heute jetzt die Haare weil ich Morgen eventuell keine Zeit habe oder kann ich morgen Joggen wenn es regnet oder Hoffentlich habe ich Morgen Zeit zum saugen sind für mich schon ein Problem. Schlimm, ja ich weiß. Das möchte ich weg bekommmen. Manchmal denke ich, ich funktioniere einfach nur und kann das Leben nicht mehr genießen. Dann diese Trennungsangst....
Wäre nett wenn ihr mir vielleicht Eure Erfahrungen mitteilen könntet.
Danke.
Sorry, ist jetzt länger geworden als ich wollte. Freue mich auf Eure Antworten auch wenn ich ein bischen Angst habe dass meine letzte Hoffnung zerstört wird.
martiniblanc
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Thema: Psychosomatische Tagesklinik
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25.01.2006, 17:43
Psychosomatische Tagesklinik
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25.01.2006, 17:51
Re: Psychosomatische Tagesklinik
hallo martiniblanc,
ich habe dir eine pn geschrieben.
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25.01.2006, 18:46Inaktiver User
Re: Psychosomatische Tagesklinik
Hallo!
Meine Tochter hat in etwa die gleichen Ängste und Sorgen gehabt wie du.
Als sie in ein Hospital sollte, war es für sie auch schlimm.
Aber nach 3-5 Tagen begann in ihr eine positive Veränderung.
Wenn du in ein Hospital gehen möchtest, dann schau es dir erst an.
Wenn es dir "gefällt", dann laß es doch auf einen Versuch ankommen.
Da du ja nicht zwangseingewiesen bist, kannst du jederzeit nach Hause gehen. Aber gib dir und den Mitarbeitern des Hospitals eine Chance. Sie wollen dir doch nur helfen. Meiner Tochter wurde geholfen.
Übrigens erklärte die Bezugsschwester, dass "Heimweh" ein Zeichen von Unsicherheit ist. Man ist weit weg von der Sicherheit der Familie. Man denkt alleine schaff ichs nicht; und ich brauche die Rückendeckung der Familie oder Freunde.
Doch im Hospital ist man nie allein. Auch Nachts kann man mit den Pflegern/Schwestern reden.
Liebe Grüße von Majolika
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28.01.2006, 10:22Inaktiver User
Re: Psychosomatische Tagesklinik
hallo martiniblanc,
ich war 6 monate in so einer klinik. es war eine tagesklinik, d.h. abends und nachts war ich zuhause. ich habe ähnlich probleme gehabt wie du. ein anzeichen, das man nicht loslassen kann, und denkt ohne den anderen kann man nicht überleben. ich habe in der zeit viel gelernt. gruppentherapie, begleitende gespräche und der umgang mit den anderen war sehr heilsam für mich. nach der tagesklinik habe ich eine therapie einmal wöchtenlich begonnen, wo ich gelernt habe, allein mein leben leben zu können, selbstbewusst zu sein, mein selbstwertgefühl aufzubauen und vieles mehr.
der klinikaufenthalt ist jetzt 3 jahre her und die therapie habe ich vor 1/2 jahr beendet. mir gehts gut ich kann sagen, dass ich werkzeuge in die hand bekommen habe um im alltag damit umgehen zu lernen. ich kann es nur empfehlen. denn es bringt einem weiter wenn man bereit ist zu lernen. muster zu durchbrechen und man sollte es sich wert sein.
gruß
t.
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03.08.2006, 22:22
AW: Psychosomatische Tagesklinik
hallo martiniblanc,
bin gerade auf deinen beitrag gestossen - warst du inzwischen in einer klinik und kannst etwas darüber sagen?
meine therapeutin, zu der ich einmal pro woche gehe, meint, dass das bei meinem "zustand" viel zu wenig wäre und ich solle in eine klinik gehen.
würde mich freuen, wenn du oder jemand der schon mal in einer tagesklinik war, etwas über seine erfahrungen schreiben würde - weiß nämlich nicht so genau, was ich mir darunter vorstellen soll.
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05.08.2006, 11:38
AW: Psychosomatische Tagesklinik
Liebe Martiniblanc,
Ich kenne einige die waren in einer Tagesklinik. Denen gefiel es ganz gut. Ich hatte auch mal Depressionen und sollte in eine Tagesklinik ich durfte sie mir anschauen, musste dann aber doch nicht hin, weil es mir etwas besser ging. In den Tageskliniken haben sie Gruppengespäche und Einzelgespräche, dann machen sie viel Ergotherapie, da kannst du töpfern, malen, basteln, Mandalas malen. Dann bieten sie Sport an. Sie machen auch Gehirngymnastik/Spiele damit man wieder besser denken und sich konzentrieren kann.
Da man abends und am Wochenende wieder zu Hause ist, fuehlt man sich nicht so isoliert oder "eingesperrt". Man hat immer noch seine gewohnte Umgebung.
Lightness
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05.08.2006, 19:53Inaktiver User
AW: Psychosomatische Tagesklinik
hallo martiniblanc,
ich hatte auch vor ca. 7 jahren über eine gewisse zeit ganz schwere depressionen und wußte überhaupt garnicht mehr, wies weitergehen sollte, bin dann zu einem mir bekannten psychologen gegangen und als ich die 1. therapiestunde bei ihm hatte, hab ich sofort nach ein paar sätzen total angefangen zu heulen, er wußte schlichtweg garnicht, wo er dann bei mir überhaupt ansetzen sollte, dann hat er mir vorgeschlagen, mich über ca. einen monat krankzuschreiben und in dieser zeit sollte ich in eine tagesklinik gehen. tja hätt ich auch sofort gern getan, nur arbeite ich in einer kleinen privaten firma, wo sie wirklich auf mich angewiesen sind und von daher hätte ich mir schon rein zeitlich nicht erlauben können über einen ganzen monat nicht zu arbeiten, hab dann weiter 1x wöchentlich ne gesprächstherapie gemacht, die mir auch auf jd. fall was gebracht hat... eine freundin von mir war aber mal in einer tagesklinik und die erste woche fand sie ganz anstrengend- danach wurde es jedoch besser, sie hatte gesprächstherapie, bwegungstherapie und yoga, malen etc....
sich da zu öffnen, ist wohl nicht für jeden gleich ganz einfach, aber dadurch das diese art therapie derart intensiv ist, sieht man wohl dann relativ schnelle erfolge, was ja bei ner therapie 1x wöchentlich dementsprechend länger dauert. sie meinte jedoch danach zu mir, daß es ihr sehr viel gebracht hätte, auch mal zu reflektieren und alte verhaltensmuster zu durchbrechen.
also, ich denke, das ist eine ziehmlich gute maßnahme, falls man die möglichkeit dazu hat...
ich wünsche dir viel glück!!!
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06.08.2006, 16:09Inaktiver User
AW: Psychosomatische Tagesklinik
Hallo RainyNight,
der Aufenthalt in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Tagesklinik bedeutet, du würdest zuhause schlafen und das Wochenende verbringen, und wärst von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr in Behandlung, vergleichbar einem geregeltem Arbeitstag. Das Behandlungsprogramm ist zeitlich konzentrierter und somit intensiver als bei einem stationären Aufenthalt. Die tagesklinische Behandlung ist geeignet für Patienten mit Depression, Ängsten und anderen psychischen Beeinträchtigungen, die jedoch in der Lage sein müssen einem geregeltem Tagessablauf nachzugehen. Akut selbstmordgefährdetet oder geistig schwer behinderte Patienten wirst du dort nicht antreffen.
Die Aufenthaltsdauer in der Tageskinik richtet sich, wie beim stationären Aufenthalt, nach dem Genesungsfortschritt den Patienten. Es ist von einer Behandlungsdauer von mindestens 6 bis 8 Wochen auszugehen.
Das Therapieangebot der Tagesklinik richtet sich nach der Ausrichtung der Klinik. Dies setzt sich meist aus Ergotherapie, Einzel- und Gruppengesprächstherapien, Verhaltenstraining, Bewegungstherapie, Musiktherapie, und weiteren Therapieangeboten zusammen.
Alternativ wäre auch ein stationärer Klinikaufenthalt denkbar, das käme auf die Schwere deines Zustandes und die Belastungen in deinem privatem Umfeld an. Was für dich die bessere Alternative ist, solltest du mit deiner Therapeutin besprechen. Sie verfügt über genügend Erfahrungen um dich zu beraten.
Falls du Berührungsängste haben solltest, vereinbare einen Termin in der Tagesklinik oder in der stationären Klinik. Nachem du dir die Klinik angeschaut hast, werden deine Ängste geringer sein. In einer modernen Psychiatrie wird nämlich versucht, eine angenehme Athmosphäre zu schaffen. Während meines Klinikaufenthaltes im letzten Jahr, fühlte ich mich eher wie bei einer Jugendfreizeit, als in einer Klinik.
Geschlossene Stationen sind natürlich nicht so angenehm und komfortabel. Schlimmstenfalls wäre dort ein kurzzeitiger Aufenthalt zur Krisenintervention erforderlich.
Sollte für dich der Aufenthalt in einer Tagesklinik eine Alternative darstellen, so wird dein Zustand so stabil sein, dass eine Krisenintervention nicht erforderlich sein wird.
Ich wünsche dir den Mut, dich ernsthaft mit dem Vorschlag deiner Therapeutin auseinanderzusetzen. Es ist immer noch ein Tabo-Thema, aber der Klinikaufenthalt hilft dir schnellstmöglich deinen Zustand zu verbessern. Perfekt geheilt bist du hinterher nicht, aber du wirst eine neue Lebensqualität empfinden.
LG
Christiane
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06.08.2006, 22:54
AW: Psychosomatische Tagesklinik
hallo christiane,
danke für deine detaillierte beschreibung - war mir eine große hilfe.
ich denke, ich werde mir die klinik anschauen und mir dann einen ruck geben.
lg
sabine
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15.11.2007, 20:03
AW: Psychosomatische Tagesklinik
Hallo! Ist ja schon ein alter Beitrag aber passt zu meiner Situation und Frage. Was ist denn bei Dir passiert? Kannst Du etwas berichten von der Klinik?


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