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    ich grüble mich um Kopf und Kragen

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe seit einiger zeit ein Problem, dass ich ohne fremde Hilfe wohl nicht bewältigt bekomme: Ich grüble. Das ist an sich ja kein Problem, aber ich mache das wirklich immer und über alles ... Kann deswegen oft nicht einschlafen und habe das Gefühl, schöne Dinge gar nicht mehr genießen zu können weil ich mir immer alles zerdenke. Alternativ mach ich mir halt auch Gedanken darüber, ob mein Handeln richtig ist, ob ich damit keinem auf den Schlips trete und irgendwie versuche ich immer, es allen recht zu machen, was bestimmt auch seine Spuren bei mir hinterlässt.

    Aber damit ihr mal versteht, was ich so meine, hier mal ein paar Beispiele (sunny live sozusagen):

    Ich bin seit kurzem wieder in einer Beziehung ... und das freut mich wirklich und ich bin auch sehr froh, diesen Mann gefunden zu haben. Naja, sagen wir wieder gefunden zu haben, denn wir hatten es vor knapp zwei Jahren schon einmal probiert, da ist es aber an einigen Faktoren gescheitert, die wir in der Zwischenzeit aber so gut wie komplett ausgemergelt haben. Nun bin ich also glücklich und sollte mein neues Glück einfach mal genießen ... und was macht sunny? Zerbricht sich den Kopf darüber, ob er es wirklich ernst meint. Wenn er sich mal nicht meldet oder nur kurz angebunden ist, denk ich gleich, dass er nicht mehr will. Und von einigen Sprüchen von Bekannten und Verwandten ("Ich weiss ja nicht, ob das so ne gute Idee ist, es noch mal zu versuchen" und sowas in der Art) lass ich mich so aus der Ruhe bringen, dass ich tatsächlich drüber nachdenke. Und das ist nur wirklich Quatsch ... in meinem tiefsten Inneren weiss ich das, aber ich muss trotzdem drüber nachdenken :( Und der Gedanke, dass mein Schatz sich vielleicht doch anders entscheiden könnte, bringt mich fast um und macht mich traurig. Dazu kommt, dass er jetzt auch nóch im Krankenhaus war ... für mich persönlich total schlimm, auch wenn es zum Glück nciht so schlimm war. Ich glaub, das hört sich jetzt extrem nach Klammern an, oder? Und genau da will ich ja nicht ... dafür sehen wir uns auch zu selten.

    Ein anderes Thema, das mich total beschäftigt, ist meine Ma. Sie ist seit März diesen Jahren ziemlich krank und nun endlich in Kur. Die ganze Krankheit hat ziemlich an ihr genagt, so dass sie sich eigentlich nur noch streitet: Mit mir, mit ihrer Schwester, mit ihrem Mann, mit meiner Oma, einfach mit jedem. Und schon hab ich Angst, dass sie sich von ihrem Mann trennen will oder ich was falsch gemacht hab oder ... die Grübeleien sind da doch sehr vielfältig.

    Kann es sein, dass diese Grübeleien und die Angst, liebe Menschen zu verlieren, in meiner Kindheit liegen? Meine Ma ist mittlerweile zum dritten Mal verheiratet (mit ihrem persönlichen Rekord von 11 Jahren!) und die mittlere Ehe war für uns alles andere als schön. Kann das mein heutiges Verhalten geprägt haben?

    Jedenfalls hab ich jetzt drüber nachgedacht, mal mit nem Psychologen zu reden (hab gehört, man kann bis zu 5 "Schnuppersitzungen" machen). Einfach, um mal heraus zu finden, wieso ich mich in den letzten zwei bis drei Jahren so sehr zum Grübler und Zerdenker entwickelt habe. Wieso ich nicht einfach mal glücklich sein oder das beste hoffen kann? Wieso ich regelrecht darauf warte, dass etwas schief geht oder mich jemand nicht mehr mag? Und wieso ich es nicht sein lassen kann, es allen recht machen zu wollen statt mal in und auf mich selbst zu hören?

    Geht es jemandem hier genauso wie mir? Gibt es hier auch so Extrem-Grübler, die mir vielleicht ein paar Tipps geben können? Oder hat von Euch schon mal jemand diese 5 Schnupperstunden bei einem Psychologen in Anspruch genommen und kann mir berichten, ob die geholfen haben und vielleicht auch, ob man die Kosten selbst tragen muss.

    So, ich glaub, mehr fällt mir grad nicht ein. Würde mich sehr freuen, wenn ich ein paar Antworten bekomme ... kann ja nicht sein, dass Klein-sunny die Einzige ist, die sich mit sowas rumschlägt, oder?

    In diesem Sinne wünsch ich Euch noch nen schönen Tag!

    sunny

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    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    Hallo Sunny,

    Grübeln in gewissem Maße ist ganz normal und jeder hat mal Phasen, wo er mehr nachdenkt. Wenn Du es selbst aber als übermäßig und einschränkend für Dein Leben empfindest, kann professionelle Hilfe gut sein. Normalerweise erstatten die Krankenkassen das, Voraussetzung der Therapeut hat eine Kassenzulassung. Kläre das vor dem ersten Gespräch ab.

    Häufig ist eine Therapie auch erstmal ein langes Tal der Tränen ehe man Besserung erreicht. Deshalb kann ich dazu keine eindeutige Empfehlung geben. Wäge für Dich ab, wie hoch Dein Leidensdruck ist!

    Hoffe, das hilft Dir ein bißchen weiter. LG, Bibi

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    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    Hallo Sunny,

    Ja, das mit dem Grübeln und Zerdenken kenne ich auch sehr gut. Nur das sich das bei mir auf das ganze Leben bezieht. Aber in Beziehungen ist es bei mir auch so. Sobald mir etwas Gutes passiert, macht mich das ganz nervös. Ich glaube, man will sich so vor "bösen" Überraschungen schützen. Dummerweise kann man dann auch das Gute nicht mehr genießen.

    Ich mache jetzt seit kurzem eine Verhaltenstherapie. Was es genau bringt, kann ich noch nicht sagen, denn es ist ja erst in der Anfangsphase. Aber ich habe das Gefühl, dass dieser Schritt ganz gut ist. Der individuelle Zeitpunkt dafür muss reif sein.

    Wenn der Therapeut befindet, dass eine Therapie hilfreich wäre, wird ein Antrag gestellt, der in der Regel von der Kasse nicht abgelehnt wird. So genau kenne ich mich da aber nicht aus. Du könntest auch erst mal mit Deinem Hausarzt sprechen, wenn Du einen hast.

    Es muss nicht unbedingt sein, dass man erst durch ein Tal der Tränen geht bei einer Therapie. Es kommt auch auf die Therapieform an. Verhaltenstherapien sind in der Regel darauf ausgelegt, dass es einem bald besser geht. Man muss natürlich etwas Zeit investieren und auch mitarbeiten. Ich hoffe, ich konnte Dir damit ein bisschen helfen.

    Grüße, Cati

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    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    Hallo Bibi, hallo Cati,

    erst einmal vielen Dank für Eure Antworten!

    Nachdem mein Wochenende nicht wirklich angenehm und wiederholenswert war , habe ich mich nach einem langen Gespräch mit meiner Tante dazu entschlossen, heute bei einer Psychologin anzurufen und zu versuchen, so schnell wie möglich einen Termin zu bekommen. Da ich momentan schon durch ein Tal de Tränen gehe, kann es durch eine Therapie nicht schlimmer werden, ganz im Gegenteil. Meine Grübeleien nagen doch sehr an mir, wie sich einmal mehr heraus stellte ganz unbegründet. Aber allein seh ich keine Möglichkeit, das abzuschalten!

    Und dass ich Zeit investeieren muss, damit es mir besser geht ... das ist ja mal ganz logisch. Zeit ist bei mir in letzter Zeit immer Mangelware gewesen ... hab mir meine Wochen immer so zugepflastert mit Terminen und Unternehmungen, dass ich zwar immer gut abgelenkt aber dabei irgendwo auf der Strecke geblieben bin. Wird also Zeit, auch daran was zu ändern und meine Zeit sinnvoll für mein Wohlergehen zu nutzen.

    Nochmals danke für Eure Antworten!

    sunny

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    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    hast du einen termin bekommen ?
    wie gehts dir inzwischen?

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    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    Liebe Sunny!Ich versteh Dich nur zu gut...
    Dieses Buch hat mir ein bisschen geholfen:
    Susan Nolen- Hoeksema: "Warum Frauen zuviel denken, Wege aus der Grübelfalle!"
    lohnt sich auf jeden Fall!
    Für Dich alles Liebe!
    Ella

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    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    hallo zauber0815,
    hatte einen termin bei einer sehr netten therapeutin, allerdings hat sie keine therapie-plätze frei. bin jetzt also auf der suche nach einem therapeuten mit freien plätzen, denn die psychologin, bei der ich war, hat mir eine therapie empfohlen, da meine probleme tiefer liegen als wir die mit ab-und-an-gesprächen erreichen und bearbeiten könnten.

    zur zeit geht es mir eigentlich ganz gut. schon allein das analyse-gespräch bei der psychologin hat mir geholfen und meine gedanken in andere bahnen gelenkt. und an der beziehung zu meinem freund habe ich auch schon lang nicht mehr gezweifelt, was ja schon mal ein anfang ist. aber nichts desto trotz gehören die ursachen analysiert und ich will ja auch wege aus dieser falle raus finden, wenn es mal wieder schlechter geht.

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    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    hallo ella,

    danke für den buchtipp ... werde ich mir gleich mal aufschreiben, kann ja nie schaden, sich ein bißchen mit lektüre zum thema mit dem ganzen auseinander zu setzen.

    ist schon seltsam, dass das ein weiblches problem ist, oder? oder geben männer einfach nicht zu, dass sie auch grübler sind?

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    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    liebe sunny!
    Ich glaube nicht das männer so sehr zum grübeln neigen wie frauen... warum das so ist steht übrigens in dem buch erklärt ;-) ist zu kompliziert das jetzt zu schreiben. männer denken mehr als das sie grübeln, glaube ich wenigstens. wenn ich meinen freund frage ob er denn keine angst hat (eig. egal worum es geht, irgendein schönes grübelthema) sagt er bloß dass es doch keinen sinn macht sich die ganze zeit mit solchen fragen zu quälen. macht es ja eigentlich auch nicht, aber wenn man nicht sofort eine problemlösung findet, fängt man eben an zu grübeln und kann es nicht lassen bis man beinahe durchdreht... zumindest ist es so bei mir.
    wie gehts dir denn jetzt?
    lg
    ella

  10. Inaktiver User

    Re: ich grüble mich um Kopf und Kragen

    Hallo Sunny, dies ist meine erste Nachricht in diesem Forum.

    Ich kenne dein Problem sehr gut und vielleicht schreibe ich dir mal auf, was mir so hilft, wenn ich wieder ins Grübeln gerate .. in der Hoffnung, dass es dir wenigstens ein bisschen hilft.

    Wichtig ist, dass ich aus diesem Kreis herauskomme. Da reicht es manchmal schon, wenn ich etwas mache, sei es im Haushalt, sei es nach draußen zu gehen.... Auch versuche ich mir immer wieder positive Aspekte bewusst zu machen, mich also bewusst an schöne Sachen zu erinnern, an Sachen, die geklappt haben, an Momente, in denen ich mit meinem Freund glücklich war / bin ...
    Gespräche helfen auch.

    Ich habe gelernt, dass alles eine Frage der Perspektive ist und dass eine Sache mehrere Seiten hat.... Versuche sie von diesen Seiten zu betrachten. Das hat mir viel geholfen.... vielleicht hilft dieser Gedanke ja auch dir....
    Ich hoffe, dass du bald aus der Grübelfalle kommst und wünsche dir alles Gute...
    Annette


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