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  1. Inaktiver User

    Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    Hallo ,
    zu meinem grossen Entsetzen habe ich gestern erfahren,
    dass meine langjährige (kennen uns seit der Schule) Freundin
    in die geschlossene Abteilung eines Psych.Krankenhauses eingeliefert wurde.
    Ich muss dazu schreiben, dass wir die letzten Monate nur ziemlich sporadischen Kontakt hatten, es passte in mancher Hinsicht nicht mehr so, zumal es mir nicht gut ging und sie ein Mensch ist, der gern dominiert und andere Meinungen und Ansichten oft abschmettert.
    Das letzte Mal telefonierten wir Anfang März, wie sie mir ihr LEID KLAGTE über ihre Selbständigkeit und wie schwierig ihr Sohn derzeit wäre, beginnende Pubertät, ansonsten war sie eigentlich wie immer, ich habe mich danach nicht mehr bei ihr gemeldet. Regelmäßig getroffen, wie sonst, haben wir uns diesen Winter nicht, teils auch aus Zeitgründen.
    Nun mache ich mir Vorwürfe, ihre Lage nicht erkannt zu haben,bzw das ich sie doch vernachlässigte, zuletzt.
    Ist hier jemand, der weiß ob ich so an meine Freundin heran kommen kann, sie also ggf besuchen könnte ? Muss ich da von irgendwo her die Erlaubnis holen, dass ich diese Abteilung aufsuchen darf ?
    Kommen Briefe dort an ?? Bzw. werden diese ausgehändigt und wo könnte ich etwas über ihr Befinden erfahren ?
    Würde ihr gern zur Seite stehen und habe momentan keine Ahnung wie.
    Ihr Mann hat am Telefon nichts weiter erzählt, nur das sie Anfang der Woche dort eingeliefert wurde, allerdings war der Sohn mit im Raum.
    Ich mache mir Sorgen, zumal sie noch nie psychisch krank war....

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    AW: Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    .
    Nun mache ich mir Vorwürfe, ihre Lage nicht erkannt zu haben,bzw das ich sie doch vernachlässigte, zuletzt.


    Ist hier jemand, der weiß ob ich so an meine Freundin heran kommen kann, sie also ggf besuchen könnte ?

    Muss ich da von irgendwo her die Erlaubnis holen, dass ich diese Abteilung aufsuchen darf ?
    Kommen Briefe dort an ?? Bzw. werden diese ausgehändigt und wo könnte ich etwas über ihr Befinden erfahren ?
    Würde ihr gern zur Seite stehen und habe momentan keine Ahnung wie.

    Ich mache mir Sorgen, zumal sie noch nie psychisch krank war....
    Liebe Sinn-sucht,

    WIE wolltest du denn ihre Lage erkannt haben, und was hättest DU tun wollen, können, sollen?
    Gar nichts!
    Du hättest nur zuhören können und dich "sorgen" um etwas,
    was DU nicht und auf keinen Fall verhindern kannst!
    Mach dir bitte, wenn möglich, keine Vorwürfe,
    die nutzen dir nichts und deiner Freundin auch nicht.
    Sie ist jetzt dort, wo sie "wahrscheinlich" kompetente Hilfe bekommt, ohne dass sie erst noch lange suchen und sich quälen muss?

    Als ich in die Psychatrie ging, habe ich alle meine Freunde gebeten, mich dort nicht zu besuchen!
    Ich wollte das nicht, und sie haben sich dran gehalten,
    wofür ich sehr dankbar bin ...auch heute noch!
    DAS war es, was mir den Weg erleichtert hat, damals.
    Es war mir schon zuviel, dass meine Kinder täglich aufschlugen und auch meine Mutter anreiste, um mich zu unterstützen.
    Bei was eigentlich?
    Ich habe damals angedroht, die Klinik zu verlassen, wenn sie sich nicht zurückhalten und ihre Besuche einstellen.
    Man hätte mich sogar gehen lassen, weil ich offiziell "freiwillig" dort angetreten bin.
    MIR haben die Besuche nichts gebracht, ausser noch mehr Kummer und Sorgen.
    (Aber auch das ist individuell verschieden, jeder empfindet das anders.
    Ich bin da kein Massstab.)
    Ich brauchte meine ganze Kraft für mich selbst und hatte weder die Ausdauer noch die Kraft,
    mich und meinen Zustand zu erklären und "andere" zu beruhigen,
    dass ja alles gar nicht so schlimm sei, etc.pp.
    Mein "Zustand" war schlimm und ich auch!
    Ausserdem war ich dort tatsächlich das erste Mal in meinem Leben mit mir selbst beschäftigt.

    Natürlich sehe ich es im Nachhinein so, dass da Menschen waren,
    denen was an mir lag!
    (War schon nicht schlecht, es irgendwann mal so sehen zu können, aber es hat gedauert.)
    Ich wollte dort "eigentlich" ganz für mich sein, was aber so nicht möglich war,
    da genau dort generell ein reges Treiben herrscht.

    Ich weiss ja nun nicht, weshalb deine Freundin in der Psychatrie ist?
    Burn out, Nervenzusammenbruch, Sucht, Suizidversuch, ach, es gibt 1000 Sachen,
    weswegen jemand in die Psychatrie geht (gehen muss).
    Kannst du den Grund nicht von ihrem Mann erfagen?

    Du kannst auch in der Klinik anrufen und fragen, ob du sie besuchen darfst und ob sie das möchte?
    Die Schwestern werden dir das beantworten, wenn sie deine Freundin gefragt haben.
    Ausserdem gib es auch in der Psychatrie Telefon.
    Vielleicht kannst du ja deine Freundin telefonisch erreichen?
    Wenn sie mit dir reden will oder kann, wird sie es tun.
    Sei jedoch nicht allzu verwundert, wenn sie nicht reden will.
    Das hat nicht unbedingt etwas mir dir zu tun ...

    Schreiben kannst du ihr auch.
    Wenn es die Heilungschancen nicht gravierend behindert, so bekommt sie auch die Post.

    Ob und inwiefern Kontakte nach aussen den Patienten behindern,
    entscheiden allerdings "erstmal" die Ärzte, Therapeuten, Psychologen.

    Ruf doch einfach mal an auf der Station, auf der deine Freundin liegt.
    Dann wirst du ja erfahren, ob sie Telefon hat und sprechen möchte.
    Ansonsten erkundige dich im Stationzimmer.
    Die helfen dir dort auch weiter.

    Geschlossene Psychatrie hört sich meist schlimmer an, als sie ist.

    Jedenfalls ist es meine Erfahrung, dass ich den Weg dahin nicht missen wollte.
    Dort bekam ich die Grundlagen, um den Rest meines verbleibenden Lebens einigermassen wuppen zu können!

    Alles Liebe für dich und Genesung für deine Freundin

    Lyanna
    Geändert von Lyanna (27.03.2010 um 15:41 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Geschlossene Psychatrie hört sich meist schlimmer an, als sie ist.

    Jedenfalls ist es meine Erfahrung, dass ich den Weg dahin nicht missen wollte.
    Dort bekam ich die Grundlagen, um den Rest meines verbleibenden Lebens einigermassen wuppen zu können!
    Das kann ich nur unterschreiben.
    Briefe, Päckchen usw. werden ausgehändigt.

    Zudem gibt es auch auf den geschl. Stationen ein Stationstelefon für Patienten.
    Ruf doch einfach mal in der Klinik an, die werden dir schon alle nötigen Auskünfte ( Besuch, Tel-Kontakt usw.) mitteilen.

    Ich wollte in den ersten Wochen keinen Besuch, denn diese Zeit der " Ruhe vor draussen" brauchte ich einfach.

    Ich wünsche deiner Freundin alles Gute

  4. Inaktiver User

    AW: Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    Liebe Lyanna, liebe Alissa,
    danke für eure hilfreichen Antworten !
    Inzwischen konnte ich in Ruhe mit dem Mann meiner Freundin telefonieren, es sind mehrere Gründe, die bei ihr zu einem Totalzusammenbruch (nervlich), mit mehrfacher Suizidankündigung führten. Ich bin geschockt :-((
    Auch habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen, weil ich doch bei unserem letzten Telefonat ziemlich kurz angebunden war ...(hatte wirklich keine Zeit) und nicht zurück rief. Letzteres hätte ich wenigstens tun können, denn so ganz "fit" klang das alles irgendwie nicht, was sie erzählte.
    Meine Freundin ist ein sehr selbstbewusster, aktiver und extrovertierter Mensch, da muss schon länger was im Argen gelegen haben... Irgendein "Signal" habe ich wohl übersehen oder nicht sehen wollen, klar habe ich, so gesehen,keine Mitschuld, aber gut fühle ich mich dabei einfach nicht. Denn nach so vielen gemeinsamem Jahren sollte man sich doch nicht einfach ausklinken, nur weil, es einem selber nicht so doll geht.....
    Derzeit sind, laut Ehemann, noch keine Besuche möglich, auf jeden Fall rufe ich an, lasse Grüsse ausrichten und schreibe .Ich hoffe so sehr, dass ihr dort geholfen werden kann...
    lieben Gruss
    S.

  5. Inaktiver User

    AW: Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    Selbst wenn es Dir aufgefallen wäre - Du hättest ihr in keinem Fall helfen können oder ihre Einlieferung verhindern! Sowas gehört immer in professionelle Hände!

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    AW: Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    Hallo Sinn-Sucht,

    Auch habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen, weil ich doch bei unserem letzten Telefonat ziemlich kurz angebunden war ...(hatte wirklich keine Zeit) und nicht zurück rief. Letzteres hätte ich wenigstens tun können, denn so ganz "fit" klang das alles irgendwie nicht, was sie erzählte.
    Mach Dir da mal bitte keine Vorwürfe.

    Wenn ein Mensch sich zurückzieht, mal eine Weile (nach außen hin) nicht so gut drauf ist und dergleichen, kommt man in der Regel nicht gleich auf die Idee, daß eine wirklich schwere Krise vorliegen könnte.
    Als meine Schwester letztes Jahr in eine Beziehungs - und generelle Lebenskrise gestürzt ist, hat mich das in dem Ausmaß auch sehr überrascht - sie hatte vieles einfach niemandem erzählt, nicht gewollt, nicht gekonnt. Sie hatte sich freiwillig in die Psychiatrie begeben und danach einige Wochen in einer speziellen Klinik verbracht, heute geht es ihr recht gut - das nur, um Dir mal Mut zu machen.

    Meine Freundin ist ein sehr selbstbewusster, aktiver und extrovertierter Mensch, da muss schon länger was im Argen gelegen haben...
    Och, das gibts häufig, auch ein selbstbewußter Mensch kann ins Schleudern geraten - nur gerade denen merkt mans oft nicht so schnell an. ´
    Eine "starke Frau" tut sich mitunter besonders schwer, nach außen hin Schwäche, Ängste und Probleme zu zeigen.

    Irgendein "Signal" habe ich wohl übersehen oder nicht sehen wollen, klar habe ich, so gesehen,keine Mitschuld, aber gut fühle ich mich dabei einfach nicht. Denn nach so vielen gemeinsamem Jahren sollte man sich doch nicht einfach ausklinken, nur weil, es einem selber nicht so doll geht..
    Ich würd sagen, so wie Du es beschreibst, habt ihr beide Euch voneinander abgeklinkt. Das ist nicht schön, und darauf kannst Du/könnt Ihr beide in Zukunft ein Auge haben, aber Deine Freundin ist nicht in der Psychiatrie, weil Ihr beiden wenig Kontakt hattet in der letzten Zeit - da gehört schon mehr dazu.

    Wenn Du magst, nimm es als einen Anlaß für etwas mehr Achtsamkeit im Alltag, anderen und DIR selber gegenüber

    Was den Kontakt mit Deiner Freundin angeht, lieber langsam und stetig als zuviel auf einmal. Und nicht enttäuscht sein, wenn nicht gleich etwas zurückkommt - ich habe mich in meiner Hilflosigkeit oft darauf beschränkt, meiner Schwester Kärtchen zu schicken, mit liebevollen Gedanken an sie, oder mal eine Tafel besondere Schokolade, so Kleinkram eben - einfach nur, damit sie weiß, daß ich sie trotz all ihrer Sorgen lieb habe und für sie da bin.

    Und lalunanubia hat recht, Deine Freundin braucht einfach professionelle Hilfe im Moment und ist dort sicher bestens aufgehoben.

    Lieben Gruß und alles Gute für Euch beide
    Geändert von Schmitti (29.03.2010 um 15:33 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Selbst wenn es Dir aufgefallen wäre - Du hättest ihr in keinem Fall helfen können oder ihre Einlieferung verhindern! Sowas gehört immer in professionelle Hände!
    Ja, das stimmt, aber es hat mich eben sehr mitgenommen,
    dass ich in letzter Zeit öfters mal "kurz angebunden" war oder
    nicht rückgerufen habe, als ich ihren Anruf auf dem Display bemerkt hatte Andererseits hat sie in den letzten Monaten nie was verlauten lassen, wenn wir mal zusammen waren, wie schlecht es ihr offensichtlich ging. Mittlerweile habe ich ihr 2 Mal einen Brief geschickt,
    weitere Kontakte sind derzeit (noch) nicht möglich.

  8. Inaktiver User

    AW: Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    @ Schmitti : danke für deine lieben und einfühlsamen Worte !
    Es ist genau so, wie du geschrieben hast !

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    AW: Freundin in geschlossener Psychiartrie !

    Gern geschehen
    Weißt Du denn inzwischen ungefähr, was Deiner Freundin fehlt?

    Lieben Gruß!

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