Hallo,
ich muss Euch hier mal mein Problem schildern. Ich weiß nicht mit wem ich darüber reden könnte, mit niemandem eigentlich, aber hier ist ja vielleicht jemand, der zumindest eine Meinung hat zu dem was mit mir los ist.
Allllso...
Die Frage ist, ob ich vielleicht mal zu einem Psychologen gehen sollte.
Ich frage mich einfach, wieso das alles bei mir so läuft wie es läuft, aber mal konkret...
Erstens: Mein "Mann". In seiner früheren Beziehung war er sehr großzügig. Er hat seiner langjährigen Freundin sozusagen alles hinten und vorn reingesteckt, ihr jeden Monat einen festen Betrag überwiesen weil sie nicht arbeitete, ihr Schmuck gekauft u.s.w. und sogar eine kleine Wohnung. Er wurde von ihr verlassen.
Mit mir geht er ganz anders um. Wenn wir in einem Restaurant sind wartet er manchmal sogar, dass ich bezahle. Ich habe mit ihm natürlich darüber geredet. Er zuckt nur mit den Achseln und weiß nicht was ich meine .... Wenn wir in den Urlaub wollen buche und zahle ich. Er zahlt dann zwar auch immer mal was aber das meiste bleibt an mir hängen. Er verreist auch nicht so gern aber mit wem soll ich sonst wenn nicht mit ihm? Und er meint immer wenn ich weg will soll ich mich darum kümmern.
Meine Schwester: Ist ein paar Jahre jünger als ich und öfter mal zusammen mit unserer Mutter bei mir, oftmals gleich für ein paar Tage.
Dann heißt es oft "Wollen wir nicht hier und da mal hin fahren?"
Mache ich gern, weil ich auch lieber raus gehe als zu Hause zu sitzen aber immer ist es so, dass wir z. B. mit meinem Auto fahren, dass ich fahre, dass ich das Essen bezahle und Eintrittsgelder und so auch noch. Ok, ich verfüge auch über mehr Geld, aber ich bin immer erstaunt, dass beide runter gucken wenn der Kellner mit der Rechnung kommt u.s.w. und sie sagen noch nicht mal danke.
Ich kann denen das aber irgendwie auch nicht an den Kopf hauen.
Jetzt werde ich in einiger Zeit umziehen. Vielleicht tut der Abstand zu bestimmten dingen ganz gut. Niemand kann natürlich helfen, alle haben plötzlich gerade in dieser Zeit schon andere Dinge vor.
Ich frage mich was das alles ist, ob ich mich vielleicht einfach von allem komplett lossagen sollte. An irgend etwas muss es doch aber liegen, dass alle mich so "behandeln".
Es ist auch sonst ganz oft so, dass ich etwas für andere tue. Eigentlich war es irgendwie schon immer so. Mir hat nie jemand etwas geschenkt, ich meine jetzt so, nicht Kindergeburtstag oder so.
Ich denke, ich wirke nach außen wie eine total mitten im Leben stehende Frau. Scheinbar denken auch alle von mir, dass ich einen Goldesel habe.
Da das nicht nur aus einer Richtung kommt muss es doch an mir liegen. Ob bei so etwas ein Psychologe helfen könnte? Oder was meint Ihr überhaupt dazu?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 11
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18.09.2009, 18:24
Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
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20.09.2009, 11:25
AW: Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
57 mal
wurde mein Beitrag bislang gelesen.
Geantwortet hat niemand.
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20.09.2009, 11:39
AW: Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
Ich habe ihn jetzt auch gelesen und kann dazu bloss sagen: man müsste dich mal persönlich kennenlernen, um dir einen Eindruck schildern zu können und vielleicht ergibt sich daraus eine Antwort, warum es so läuft wie es läuft.
Anscheinend haben manche Menschen eine bestimmte Aura.
Bei mir ist es z.B. so, dass ich mit den dollsten Krankheiten zum Arzt gehen kann und trotzdem meinen die immer, es regelt sich bei mir alles von selbst. Krankgeschrieben werde ich auch bloss, wenn ich es einfordere.
Sogar meine Freunde haben schon gesagt, dass sie das sehr merkwürdig finden und den/die Ärzte nicht verstehen.
Ich bin inzwischen soweit, dass ich denen die Diagnose nahelege, das gewünschte Medikament vorschlage und ob ich krankgeschrieben werden möchte.
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20.09.2009, 11:40Inaktiver User
AW: Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
Du hast selber beschrieben, daß Du Dich gegen dieses Verhalten auch nicht offen zur Wehr setzt.
Ob es nun die finanzielle "Ausbeutung" ist oder die Unterstützung und Hilfestellung, Du wirst es nicht auf der Stirn geschrieben haben, daß es Dir dabei schlecht geht und Du Dich ungerecht behandelt fühlst.
Zwei Fragen, auf die ich keine Antwort benötige, sie sind als Gedankenanregung gedacht:
1.Was macht es denn für Dich so schwierig, dieses Problem anzusprechen?
2. Inwiefern genießt Du doch dieses Gefühl, finanziell besser gestellt zu sein und gebraucht zu werden?
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20.09.2009, 12:38Inaktiver User
AW: Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
Hallo, jetzt schreibe ich auch mal etwas zu deinem Beitrag. ICh kenne dieses Problem, wenn auch nciht von meiner Seite aus. Ich werde auch immer von meinen Eltern oder den Eltern von Freundinnen eingeladen, eigentlich ist es immer etwas unangenehm, bes. wenn man weiß, dass diese Leute keinen Goldesel daheim haben. Allerdings bin ich mometnan finan. so schlecht gestellt, dass ich dieses unangenehme Gefühl oft überwinde und auch den Blick senke, wenn die Rechnung kommt. Das erklärt nat. in keinster Weise das Verhalten von deinem Mann oder deiner Familie. Dass sie nicht einmal danke sagen, finde ich schon arg... Denn das sollte doch drin sein oder sehen sie es so, dass wenn sie bei dir sind, du alles zahlst und wenn du zu Besuch bist, tun sie das selbe?
Verdient dein Mann eigentlich mehr als du? Ansonsten solltest du vllt. ansprechen, dass du dir das ganze etwas ausgewogener wünscht und dann konkrette Taten walten lassen. Männer hören manchmal nur auf Taten.
Bei mir war oft das Problem, dass mein werter Herr das alles zu ausgeglichen gesehen hat, ich verdiene sehr viel weniger als er.... er hat mich dann schon mal eingeladen, aber immer mit dem Hintergedanken: das nächste Mal bist du dran. Also es steckte immer die Erwartung drin. Gut, das hat sich jetzt geändert, aber wirlich auch erst nachdem ich aktiv geworden bin.
lg
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20.09.2009, 12:45Inaktiver User
AW: Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
In einer Therapie könntest Du
- Dein Problem konkretisieren (worum geht es hier im Kern?)
- lernen, Deine persönlichen Grenzen zu definieren, im Alltag wahrzunehmen und für andere deutlich spürbar zu setzen
- Strategien entwickeln, die Dich dabei unterstützen, gut für Dich zu sorgen
- lernen, Verantwortung für Dich und Dein Wohl zu übernehmen
Eine Therapie wird Dich dazu ermutigen, selbst die Ärmel aufzukrempeln, und Dinge aktiv anzugehen und zu verändern.
Das klingt schon so, als könnte es für Dich ganz hilfreich sein, nicht?
Grüssle
Seawasp
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20.09.2009, 18:25
AW: Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
Ich danke Euch, dass Ihr geantwortet habt.

Ja, wahrscheinlich sollte ich einfach mal einen Psychologen aufsuchen und ein Gespräch führen.
Mein Mann verdient ziemlich viel mehr als ich übrigens. Das weiß meine Familie auch und alle denken wohl, dass sein Gehalt mal eben gleich auf meinem Konto landet. Ich habe ja schon immer mal angedeutet, dass dem nicht so ist, dann heißt es "Ach komm. Tu mal nicht so."
Ansprechen kann ich es aber nicht so direkt. Aber ich frage mich eigentlich auch warum nicht. Ich genieße es nicht irgendwie die zu sein, bei der es scheint, als hätte sie mehr. Meine Mutter hat mindestens genau so viel wie ich, das weiß ich.
Naja, ok, es hilft schon wenn man selbst etwas mehr darüber nachdenkt. Werde mal sehen wo ich einen Psychologen finde.
Ich ziehe demnächst in eine andere Stadt und zwar allein für 2 Jahre. Wer weiß, möglicherweise hilft das sogar. Die neue Stadt ist Kiel und ich war neulich mal mit meiner Schwester dort zur Wohnungsbesichtigung. Fand ich ja gut, dass sie überhaupt mitgekommen ist, deshalb habe ich auch nichts gesagt. Wir waren dann noch an der Förde. Da gab es ein schönes Bistro, Restaurant oder so, Luv glaube ich. Wir hatten dort etwas gegessen und kalr, sie war ja nun mit meinetwegen aber ich habe jetzt durch den Umzug wieder so hohe Kosten, denkt mal nicht, dass sie mal gesagt hat "Heute lade ich dich ein." Nee nix. Ich könnte sie ja mal direkt fragen wieso das immer so ist. Ich frage mich echt wieso ich das nicht kann.
Wünsche Euch alles Liebe.
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21.09.2009, 11:03Inaktiver User
AW: Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
Ich kann mir vorstellen, daß Dir das sogar sehr hilft. Du wirst Dir hier ja ein komplett neues soziales Netz aufbauen und das bietet natürlich die Chance für eine Verhaltensänderung.Ich ziehe demnächst in eine andere Stadt und zwar allein für 2 Jahre. Wer weiß, möglicherweise hilft das sogar.
Ich wünsche Dir einen tollen Start bei uns Fischköppen und eine richtig gute Zeit.
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21.09.2009, 11:11Inaktiver User
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16.11.2009, 19:30
AW: Weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie brauche
Ich kann dir diese Frage nicht beantworten, aber ich kenne dein Problem, und zwar nur zu gut.
Mir ging es auch so, dass ich immer für andere da war, und für meine Freunde und Familie mein letztes Hemd geben hätte, aber ich habe davon nichts zurückbekommen. Mir ist der Kragen geplatzt, als meine über alles geliebte Oma gestorben ist, und meiner besten Freundin am Telefon nichts anders dazu einfiel als "du kannst dich ja melden, wenn es dir wieder besser geht". Vorher waren auch schon diverse Dinge vorgefallen, wie z.B. dass ich einen Umzug mit nur einem Helfer durchziehen musste, weil alle anderen kurzfristig abgesagt hatten (ich hatte eigentlich sechs feste Zusagen), oder dass ich mich mit 39° Fieber in den Supermarkt geschleppt habe, weil niemand die Zeit hatte, mir nach Feierabend kurz ein paar Orangen und Katzenfutter zu besorgen.
Ich habe damals nächtelang im Bett gelegen, geheult, und mich gefragt, warum das so ist, bis, wie gesagt, nach diesem Spruch das Fass voll war. Ich habe dann einen Brief an meine 'Freunde' geschickt, in dem ich ihnen erklärt habe, dass ich mich von ihnen total im Stich gelassen fühle, und das schon über Jahre, und dass ich nicht verstehe, was ich getan haben könnte, um diese Behandlung zu verdienen... die Reaktionen darauf waren total geschockt, weil alle immer dachten, ich komme super klar, und weil ich mich vorher nie beschwert habe. Ich habe bei Absagen immer gesagt 'naja, ist schon ok', auch wenn ich einen dicken Kloß im Hals hatte. Und irgendwie habe ich immer gedacht, dass das doch mal jemand merken muss - hat aber keiner.
Ich weiß, dass ich ein Mensch bin, der sehr sensibel auf andere reagiert, und ich merke sehr schnell, wenn es jemandem nicht gut geht, oder jemand etwas gegen seinen Willen macht. Nur kann ich nicht erwarten, dass andere auch so sind. Das habe ich jetzt gelernt. Meine Freunde sind immer noch meine Freunde, aber ich habe mich verändert - ich sage jetzt, wenn ich traurig oder enttäuscht bin, und nehme nicht mehr alles einfach so hin. Außerdem habe ich gelernt, 'nein' zu sagen, und konkret anzusprechen, wenn ich etwas möchte, was sehr, sehr wichtig war, und seitdem geht es mir bemerkenswert besser.
Im persönlichen Gespräch hätte ich das nie geschafft, daher habe ich mich damals dazu durchgerungen, diesen Brief zu schreiben - ich hatte mich danach schon darauf eingestellt, die Hälfte der Leute nie wieder zu sehen, wurde dann aber äußerst positiv überrascht


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