bei den Versuchen, meinem Sohn zu helfen, zur Seite zu stehen, ihm irgendwie noch einen Halt in seinem Leben zu geben.
Mein Sohn ist 22 Jahre alt und wohnt mit seinem beiden jüngeren Brüdern, seit meiner Trennung vor 4 Jahren, noch bei mir.
Er war damals, vor der Trennung, schon sehr labil, und hatte Kontakt mit Drogen.
Hasch und wie ich später erfuhr auch irgenwelche Pillen.
Durch die Trennung und den Umzug verstärkte sich das.
Die Folge war, Schulabbruch während der 11, da ein zweites Sitzenbleiben in der Oberstufe drohte. Was dann ja eh zu einem Abgang geführt hätte.
Dann folgend immer wieder Kurzzeitjobs, die er nicht lange durchhielt.
Weiterer exesiver Drogenkonsum.
Auf Druck von mir ging er zu einer Drogenberatung, und bekam dadurch seinen Drogenkonsum in den Griff.
Brach dann den Kontakt jedoch, meines erachtens zu früh, ab da er meinte. Ich kann mir nun selber helfen.
Er suchte sich einen 400 Euro Job, den er auch bisher noch hat.
Drogen sind momentan, oder seitdem kein Thema mehr für ihn. So sagt er zumindest.
Ich war allein schon froh, dass er diesen Job wenigstens nun behielt. Er hat ihn auch heute noch.
Sah es jedoch nur als Übergangslösung an, damit er wieder Fuss fassen konnte, und sich überlegen kann, wie es nun auf Dauer weitergeht.
Das geht nun seit fast 1 1/2 Jahren so.
Er geht zur Arbeit, aber der Rest ist Lethargie, Selbstzweifel, Antriebslosigkeit. Das sind seitdem seine Begleiter.
Er ist sehr sprunghaft in seinen Gemütszuständen. Sehr oft voller Selbstzweifel, fast schon Depressiv.
Dann wieder voller Ideen und Tatendrang. Kann jedoch nichts davon umsetzen.
Gesprächen mit mir geht er weitestgehend aus dem Wege, mit den Worten " Mir kann keiner helfen, ich muss das allein schaffen"
Weiss jedoch nicht wie.
Nachts läuft er viel durchs Haus und tagsüber vergräbt er sich, wenn er daheim ist, in seinem Zimmer.
Auch höre ich ihn öfters weinen.
Wenn ein Gespräch zwischen uns Zustande kommt, so endet es oft in seiner Wut auf sich selbst, gefolgt von Tränen der Hilflosigkeit.
Es tut mir so weh, ihn so zu sehen. Meine Angst um ihn wird immer größer, auch die Angst, dass er sein Leben beenden könnte..
Dererlei Gedanken sind ihm nicht fern, auch daß weiss ich.
Ich fühle mich so hilflos. Einerseits will ich ihm keinen übermässigen Druck geben.
Andererseits kann es so nicht weitergehen.
Auch seine Brüder, vor allem der Jüngste, leiden unter dieser Situation.
Sein Vater, sieht es als ein nicht so schwerwiegendes Problem an. Jedoch hat er auch kaum noch Kontakt zu ihm.
Ich habe das Gefühl ich brenne dabei aus.
Zusätzlich zu meinen eigenen Problemen, sind immer diese Gedanken um meinen Sohn.
Vor allem die Nächte machen mir sehr zu schaffen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Weiß auch nicht an wen ich mich da wenden könnte.
Ich setze ihm Grenzen, keine Frage. Doch wie weit kann ich da gehen.
Ich kann ihn doch nicht einfach vor die Tür setzen. Da dieser Ort hier, seine einzige Konstante momentan ist. Und er sich ja eh schon sehr einsam und allein, eingesperrt in sich (seine Worte) fühlt.
Ratlos, hilflos,verzweifelt und ausgebrannt.......so kann ich nicht weitermachen.
Hat jemand ähnliches erlebt, oder weiß einen Rat für mich ?
Antworten
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Thema: Ich brenne aus !
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04.05.2009, 19:25Inaktiver User
Ich brenne aus !
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05.05.2009, 19:03
AW: Ich brenne aus !
Hallo Fiese.Liese,
ich hatte gehofft, du bekommst eine bessere Antwort als die, die mir einfällt!
Hast Du schon mal überlegt, einen Therapeuten zu suchen? Für Dich?
Du befindest Dich in einer so schwierigen Situation, da kann doch ein wenig professionelle Unterstützung hinfreich sein, oder?
Ich wünsche Dir viel Kraft und einen guten Weg in eine bessere Situation für Dich und Deinen Sohn!
Iris
Ich nehme mal an, Dein Sohn ist entweder in Therapie oder er lehnt das zur Zeit für sich selbst ab, oder?
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06.05.2009, 09:56
AW: Ich brenne aus !
Liebe Fiese.Liese,
ich habe es jetzt zum dritten Mal gelesen, habe immer gedacht "sei still, das weiß sie selbst ..."
Aber ich glaube, dass Dein Sohn nicht 'fast schon depressiv' ist, sondern ausgeprägt.
Und dass der, der Euch helfen kann, ein Arzt ist; ein konkreter jetzt ansprechbarer Arzt, nicht eine Therapie in sechs Monaten oder so.
Es ist doch dumpf gesagt kein Wunder, dass Du das nicht aushältst, wenn es ihm so miserabel geht.
Ich verstehe den Gedanken "jetzt muss ich erst an mich denken, sonst habe ich keine Kraft, etwas für ihn zu tun" - aber ich glaube, hier wird es "so herum" nicht funktionieren.
Wo steckst Du, - schreibst Du noch was?
Mit guten Wünschen; T.
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06.05.2009, 15:29Inaktiver User
AW: Ich brenne aus !
Erst einmal danke ich Euch beiden für die Rückmeldung

Ich bin noch hier, lese mich durch diverse Stränge, in denen es um Probleme mit älteren Kindern geht.
Ich denke auch, dass mein Sohn schon sehr ausgeprägte depressive Tendenzen zeigt.
Nur ist für ihn, momentan, das Thema Therapeut keines.
Er hat im Zuge seines Drogenproblems Kontakt zu einem gehabt, diesen jedoch fallen gelassen, da er meinte das bringt ihn nicht weiter.
Sein Ziel ist es, eine Ausbildung zu machen.
Ziele hat er ja, nur an deren Umsetzung scheitert es.
Er ist nicht belastbar und konfliktscheu. Stellt sich ihm etwas in den Weg, so zieht er sich zurück, gibt auf.
Eigentlich braucht er jemanden, der ihn quasi an die Hand nimmt und ihm Wege, Möglichkeiten aufzeigt. Und ihn auch dabei unterstützen kann, nicht sofort wieder den Kopf in den Sand zu stecken, wenn sich ihm Widrigkeiten in den Weg stellen.
Ich kann ihm das nicht geben, und will es auch nicht. Das muss schon eine professionelle Hiilfe sein.
Ich habe die letzen beiden Tage damit verbracht, alte Kontakte aufleben zu lassen, um mir Vorschläge, Meinungen und auch Rat zu holen.
Auch für mich denke ich, ist eine Unterstützung sehr wichtig.
Denn, egal was sich ihm anbietet, er muss agieren, handeln, Termine einhalten und hinter allem stehen.
Wenn dem auf Dauer nicht so ist, weiss ich nicht, wie damit umzugehen ist.
Ich werde mich wieder melden, es tut schon gut, dieses alles mal aufgeschrieben zu haben. Damit ist nun der erste Schritt getan worden, und ich muss sehen, wie es nun weiter geht.
Aktiv, und nicht mehr passiv. Er, wie auch ich.
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07.05.2009, 10:45
AW: Ich brenne aus !
Okay, ich gebe es zu, ich habe an Medikamente gedacht.
Damit er fähig wird, etwas zu beginnen ...
Nimm' es nicht als übergriffig, sondern den Gedanken als eine Möglichkeit von denen, die sich Dir jetzt - so klingst Du - zeigen.
.. hm, gibt es vielleicht Angehörigengruppen, wenn jemand in der Familie Depressionen hat? Gruß, T.
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07.05.2009, 11:56Inaktiver User
AW: Ich brenne aus !
Liebe Liese,
meine Tochter ist 20... und ich konnte ihr in ihrer schwarzen Zeit nicht helfen, das kam von aussen.
Als die Kids klein waren, konnten wir ihr Aua wegpusten, Pflaster draufkleben, Gespenster verjagen....
Nu sind sie gross. Und leben mit Gespenstern, die wir als Mütter nicht verjagen können.
Sie brauchen andere Gespensterjäger. Das siehst du ganz richtig (denk ich). Aber wie kriegen wir die Gespensterjäger an die Kids ran? Guck mal, wer aus deiner Verwandtschaft / Bekannten / Freunden einen Draht zu ihm haben könnte.
Ich bin selber Patentante von einem Jungen, an dem die Mutter verzweifelt und hab einen ganz anderen Zugang zu ihm.
Wir als Mütter sind zu dicht dran und unser Herz schmerzt so sehr, wenn unsere Kinder leiden.
Es gibt eine liebevolle Frage, die dem Andern seine Würde und seine Eigenverantwortung lässt: "Was kann ICH tun, um dich zu unterstützen?"
Und es gibt eine Frage an dich selbst: "Was brauch ich an Hilfe und Unterstützung, um mit der Situation so umzugehen, dass ich nicht selber dabei draufgehe?"
Ich wünsch dir Kraft, liebevolle Menschen und kreative Ideen!
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19.07.2009, 15:43Inaktiver User
AW: Ich brenne aus !
Da bin ich wieder.
Medikamente die bekommt er nun. Er befindet sich seit über einer Woche in der Psychatrie. Geschlosse Abteilung.
Es gab keine andere Möglichkeit mehr.
Er hat ein ausgeprägte Psychose, Wahnvorstellungen mit einhergehender Agressivität und auch Depressionen.
Die letzen Wochen vorher gingen wir, ich wie auch er, durch die Hölle.
Ich weiß nicht wie es nun weitergeht, erst einmal sehe ich es als einen Schritt an in die, hoffentlich, richtige Richtung.
In mir sind viele Gedanken, Hoffnung aber auch Zweifel.
Angst vor dem was noch kommen wird.
Geduld, die brauche ich nun. Das positive ist, dass mir der Druck genommen wurde, der auch unser Zusammenleben sehr negativ beinflusste.
Als nächsten Schritt für mich sehe ich jemanden zu finden, der mir dabei hilft, dass alles zu bewältigen. Meine Gedanken zu ordnen und mich zu unterstützen in dem was nun weiter geschieht.
Ich weiß nur noch nicht an wen, welche Stelle ich mich da wenden kann.
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19.07.2009, 16:00Inaktiver User
AW: Ich brenne aus !
Hallo Fiese.Liese!

Mein erster Gedanke war, dass Du Dich an die Telefonseelsorge wenden könntest, um Dir Ansprechpartner in Deiner Nähe nennen zu lassen. Ich bin sicher, dass sie Dir weiterhelfen können.
Alles Liebe für Dich und Deinen Sohn!
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19.07.2009, 16:01
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19.07.2009, 23:24
AW: Ich brenne aus !
um in dieser schwierigen situation etwas für dich ganz persönlich zu tun, würde ich mir an deiner stelle eine selbsthilfegruppe suchen. es gibt speziell welche für angehörige psychisch kranker menschen. ich glaube, es tut sehr gut, sich mit menschen auszutauschen, die ähnliche erfahrungen gemacht haben. schon allein deshalb, um zu sehen, dass es nicht gut ist, zuviel verantwortung auf sich zu laden. es ist auch so schon genug kummer. google mal nach "kiss selbsthilfe"

alles gute für dich und deinen sohn, fiese.liese!Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“


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