Hi.
also ich war zwar nicht bei einem Psychotherapeuten aber bei einem therapeutischen Berater und mir ist Ähnliches passiert.
das war das erste Gespräch, und da wurde es schon sehr emtional für mich, ich hatte auch Tränen. Es ging um meinen ExFreund und starke Liebe. Er hat mir auch Komplimente gemacht während dem Gespräch. Eigentlich waren 2 Stunden vorgesehen, er hatte die Zeit überschritten, es wurden dann 2,5 Stunden. Zum Schluss wollte ich mich mit Hand bei ihm verabschieden, und er sagte sowas wie "auch wenn du so berührungsscheu bist, man kann sich auch umarmen". Ok ich hatte ihn umarmt, habe mir nichts bei gedacht in dem Moment, aber dann hatte er mich näher und länger zu sich gedrückt, es war ein komisches Gefühl, da ich in dem Moment keinen Trost brauchte, aber ich kann mir auch nicht vorstellen dass er sowas extra machte,denn er scheint einen seriösen Eindruck zu machen.
Ich weis nicht warum er so gehandelt hat. Was würdet ihr davon halten? Zudem muss ich sagen, ich weiß dass er mit all seinen Klienten sehr familiär umgeht, mit Duzen und sowas.
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Thema: Darf ein Therapuet so was?
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21.01.2011, 14:08Inaktiver User
AW: Darf ein Therapuet so was?
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21.01.2011, 17:36
AW: Darf ein Therapuet so was?
Ich finde das unprofessionell aus mehreren Gründen.
Erstens ist es eine Grenzüberschreitung, physischen Kontakt mit dem Klienten aufzunehmen. Ich persönlich mache das nur in Ausnahmefällen (z.B. kürzlich bei einer tief verzweifelten Frau in einer suizidalen Krise, die sich zusammenrollte und keine Worte mehr fand - und auch da nur mit Anfrage, ob das ok ist, und nur eine vorsichtige Berührung am Arm, und nicht lange. Da wußte ich die Pat. aber auch einzuordnen und konnte einschätzen, daß es vermutlich für sie hilfreich sein würde). Man kann auch anders signalisieren, daß man da ist und emotional zugänglich ist und sich kümmert.
Zweitens kann es sein, gerade bei bereits traumatisierten Personen und Personen, die bei Nähe einen Kontrollverlust erleben, daß eine Berührung ganz viel auslöst und ggfs verschlimmert.
Drittens ist es unprofessionell, sich als Behandler selbst als Privatperson in die Therapie einzubringen. Sog. Selbstenthüllung ist nicht nur nicht weiterführend sondern in der Behandlung bestimmter "Störungen" therapieverschlechternd.
Viertens ist es unprofessionell,den gesetzten Rahmen der Therapie (Setting, Ort, Dauer) zu sprengen. Eine Stunde ist mit 50 min ausreichend lang, 2 Stunden finde ich bereits außergewöhnlich. Wenn auch diese Zeit nicht eingehalten wird, spricht das weder für den Überblick noch die fachliche Kompetenz des Behandlers.
Und das absolute NO-GO ist die Ausnutzung des professionellen Verhältnisses für private Kontakte. Das fängt bei der Aufwertung des eigenen Narzißmus durch die Zuneigung und ggfs. Liebe, die einem Patienten entgegenbringen, an. Und darf NIE soweit gehen, eine private, eventuell noch erotisch geladene Ebene aufzubauen Das ist ein Übergriff! Der kann für labile Klienten lebensbedrohlich werden.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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21.01.2011, 17:48Inaktiver User
AW: Darf ein Therapuet so was?
Ich finde das auch unprofessionell. Während meiner Therapie wäre mein männlicher Therapeut niemals auf so eine Idee gekommen. Ich auch nicht, obwohl es ein gutaussehender Mann ist, der sich sicher etwas dabei gedacht hat, im Warteflur große Bilder von seiner Frau und seinen Kindern aufzuhängen.
Wenn du dich sonst gut augehoben gefühlt hast, kannst du ja wieder hingehen und es ansprechen. Je nachdem, wie die Reaktion ausfällt, kannst du dann entscheiden.
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26.01.2011, 12:31
AW: Darf ein Therapuet so was?
Das war ja bereits das zweite Mal, dass er ohne wirklich zwingenden Grund körperliche Nähe zu Dir gesucht hat. Ein Therapeut sollte in der Lage sein, zu trösten, ohne gleich zu umarmen! Das ist definitiv zuviel. Und dann vorher auch noch zärtlich die Hand streifen geht gar nicht.
Würdest Du denn sagen, dass Dich die Therapie bei ihm weiterbringt? Wenn ja, dann solltest Du auf jeden Fall Deinen Unmut über dieses Anfassen äußern. Er hat diese Grenze zu respektieren. Versucht er dann irgendwie, Dir Dein Unbehagen deswegen auszureden oder als unberechtigt hinzustellen, dann ist das ein Alarmzeichen, dass er Deine Grenzen nicht respektiert! Dann bist Du bestimmt nicht gut bei ihm aufgehoben.Geändert von Latona (26.01.2011 um 12:34 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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07.02.2011, 22:44Inaktiver User
AW: Darf ein Therapuet so was?
Hallo
Es ist keine Frage von "dürfen". Jeder Therapeut arbeitet anders. Ich persönlich würde keinen Patienten umarmen. Das würde mir über die professionellen Grenzen gehen. Eine Berührung an der Hand, eine kurze Berührung an der Schulter... das kann vorkommen wenn man jemand Mitgefühl ausdrücken möchte.
Auf jeden Fall muss man ansprechen wenn man sich unwohl fühlt. Auch wenn man an sich ein eher körperlicher Mensch ist und Nähe gerne mag, muss man das noch lange nicht vom Therapeuten wollen. Ein Arzt umarmt ja auch nicht. Sprich es einfach an, sag dass dir das zu nahe ist. Und wenn er nicht reagiert oder es wieder tut, dann geh. Die Beziehung muss stimmen, sonst bringt die ganze Therapie nix.
Nur Mut... :)
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07.02.2011, 22:47Inaktiver User
AW: Darf ein Therapuet so was?
Entspannungsübungen sind übrigens durchaus oft Teil einer Therapie... da würde ich nicht sofort von einer bösen Absicht ausgehen...
vieles was Therapeuten tun kommt einem zunächst komisch vor... hat aber seinen Sinn :)
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11.02.2011, 06:15Inaktiver User
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11.02.2011, 10:49
AW: Darf ein Therapuet so was?
Mir sträubt sich da auch alles. Nach dem ersten Gespräch, sprich, ihr seid euch noch in vielen Dingen sehr fremd. Er hat deinen Wunsch, Abstand zu halten (Hand reichen zum Abschied), ignoriert und dir eine Situation aufgezwungen, die du nicht wolltest. Die Aussage dazu ("Auch, wenn du berührungsscheu bist...") empfinde ich als wertend und so, als ob er das Wissen über dich, das er gewonnen hat, jetzt ausnutzt, um Druck aufzubauen in die Richtung "stell dich nicht so an!". Ich persönlich würde die Therapie bei diesem Mann beenden, meine Krankenkasse über die Gründe informieren und um mir jemand anderen suchen. Es geht um dich und das, was DU willst und brauchst, nicht um was, was der Therapeut glaubt, daß du brauchst.
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11.02.2011, 17:13Inaktiver User
AW: Darf ein Therapuet so was?
...welche Therapiemaßnahmen zum Ansatz kommen ,wird vorab klar mit dem Patienten abgesprochen, wenn der Bedarf im Aufnahmegespräch geklärt ist, inwieweit Gesprächs- oder andere Therapien sinnvoll angebracht seien und diese werden dem Patienten empfohlen, er äußert sein Einverständnis und erst dann erfolgt evtl. auch der Körperkontakt im Rahmen einer Therapie...
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11.02.2011, 19:12
AW: Darf ein Therapuet so was?



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