freddimaus – ein Mann zieht es in die Sümpfe
Vor einiger Zeit haben wir ein Porträt von freddimaus veröffentlicht. Dieses kam bei einigen Leserinnen der Bri-Com so gut an, dass wir uns entschlossen haben, ein Interview über Promis mit einem der wenigen männlichen Schreibern der Sümpfe zu machen. Als wir freddimaus fragten, ob er zu einem zweiten Gespräch bereit wäre, stutze er kurz, sagte dann aber freudig zu: „Warum nicht?“
Freitag, an einem regnerischen Augusttag: Wieder betreten wir die herrliche Altbauwohnung in Eimsbüttel und wie beim letzten Mal riechen wir köstliche Düfte aus der Küche. Der Hausherr grinst: „Sie müssen denken, dass wir verfressen sind, aber Sie kommen tatsächlich immer dann, wenn wir abends Gäste haben.“
Gut sieht er aus: leicht gebräunt, erholt, entspannt und erwartungsvoll schaut er uns an. Wir entschließen uns das Interview in der geräumigen Wohnküche zu führen. freddimaus versorgt uns mit leichtem Gebäck und selbst gemachter Limonade.
Schildern Sie uns doch bitte, wie es Sie in die Sümpfe der Bri-Com verschlagen hat!
freddimaus: „Zwei Sachen vorweg: Ich bin eigentlich ein kulturell interessierter und belesener Mensch. Und ich liebe Promigeschichten, Trash-TV und ähnliches. Das sollte sich eigentlich gegenseitig ausschließen, tut es aber nicht.
Nun gut, ich habe seit Jahren die Bunte und Gala im Abo und lese natürlich auch Zeitschriften wie Vanity Fair, OK, Intouch, etc. Und im TV bleib ich öfters bei Exklusiv und Leute heute kennen. Irgendwann ist man dann als Leser bzw. Seher in diesem Kosmos drin und durchschaut auch die Mechanismen.
Ich möchte Ihnen an 2 Beispielen verdeutlichen, wie ich den Weg in die Sümpfe gesucht und gefunden habe.
1. Sie lesen zum gefühlten 375. Mal folgenden Artikel: ‚Gut sieht Sabine Christiansen aus: Erholt, braungebrannt und ungewöhnlich leger strahlt sie an der Seite ihrer großen Liebe!’
Entweder denken Sie: ‚Stimmt, die Sabine. Endlich hat sie ihre große Liebe gefunden. Und gut schaut sie aus.’
Oder Sie denken: ‚Mist, die Ex-Stewardess, Ex-Tagesschausprecherin, Ex-Talkmasterin nervt immer noch. Warum merkt eigentlich niemand, dass sie aussieht wie eine schlecht frisierte und schlecht gelaunte 57jährige Arztgattin, die schon morgens nen Sektchen trinkt und die Hälfte des Jahres auf Mallorca gelangweilt Golf spielt?’
2. Sie lesen folgendes: „Veronica Ferres. Der Name ist Programm: Diva, Quoten-Queen, Charity-Lady, Expertin für die schwierigsten Rollen. Sie strahlt an der Seite ihres Mannes, dem Marketingfachmann …..“
Entweder denken Sie: ‚Gut, dass wir so eine gute Schauspielerin haben, die dabei so natürlich ist. Und schlank ist sie geworden.’
Oder Sie denken: ‚Wenn ich noch eine Artikel über die Kartoffelnase lesen muss, schrei ich. Sie hat das Talent eines Schmetterlingfurzes und das Aussehen einer Sumpfkuh.’
Wenn Sie zweimal das 2. gedacht haben, sind Sie bereit für die Sümpfe. Ich bin übrigens über einen Maria-Furtwängler-Strang – der ich neutral gegenüber stehe – zu den Mitlästerinnen in der Bri-Com gelandet. Ich fühl mich da sehr wohl, es macht Spaß.“
Antworten
Ergebnis 71 bis 80 von 149
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26.08.2008, 12:15
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
Geändert von freddimaus (26.08.2008 um 12:21 Uhr)
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26.08.2008, 12:17
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
Sie haben es gerade schon gesagt: Lästern ist ein großes Thema in den Sümpfen. Gibt es Grenzen?
freddimaus: „Aber sicherlich. Und zwar die des guten Geschmacks. Wenn bei einem Promi das Schicksal grausam zuschlägt, dann bewegt uns das auch. Darüber macht man keine Witze. Momentan gehen unsere guten Wünsche an Paul Newman, der den Kampf gegen seinen Krebs wohl aufgegeben hat, an Christina Applegate, die den Kampf gegen ihren Krebs aufgenommen hat und Petra Schürmann, die nun nach ihrer Tochter und ihrer Sprache auch ihren Mann verloren hat. Das ist übrigens ein Schicksal, das mich sehr berührt und fassungslos macht.“
Wir atmen alle etwas durch und rühren gedankenverloren in unserer Limonade.
Gibt es Dauerbrenner bzw. Personen, über die man immer spricht bzw. schreibt?
freddimaus: „Sicherlich. Da ist zum Beispiel Boris Becker, über den man leider immer wieder was lesen und hören muss. Er forciert es natürlich auch, oder warum glauben Sie, dass er seine intime Verlobung an einem Wochenanfang publik gemacht hat? Doch nur, damit am Donnerstag alle wichtigen Blätter darüber schreiben. Boris ist das traurige Beispiel eines Ex-Stars, der beharrlich an seiner medialen Wichtigkeit festhält. Dabei müssten ihm doch die Quoten seiner TV-Sendung zeigen, dass sich nun wirklich nicht mehr viele für ihn interessieren bzw. ernst nehmen.
Im Herbst wird es wieder eine mediale Großkampagne über Frau Ferres geben, da dann ein Dreiteiler mit ihr auf RTL anlaufen wird. Entweder wir nehmen alle 2 Wochen Urlaub und fahren dahin, wo es keine Medien gibt oder wir müssen dadurch.“
Weitere Evergreens?
freddimaus: „Der Adel natürlich. Hier vor allem die Grimaldi-Sisters, das verschrobene englische Königshaus, die traurig-dürre Laeticia, der ständig gutgelaunte Wonneproppen Maxima und Bald-Fürstin?-Charlene!“
Gibt es Promis, die Sie persönlich nicht interessieren?
freddimaus: „Aber sicher. Da gibt es zum einen die, bei denen ich mich weigere, sie als Promi zu sehen. Dieser schreckliche Friseur Udo Walz zum Beispiel. Oder Barbara Becker. Oder Ursula Kaven. Oder…ach, da gibt es so viele. Und dann die, die tatsächlich superlangweilig erscheinen: Mariella Ahrens, die ja jetzt Gräfin ist oder die Bogners.“
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26.08.2008, 12:19
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
Bei soviel Wissen und Interesse: Warum schreiben Sie nicht für die Bunte?
freddimaus lacht: „Dafür müsste ich ja nach München ziehen und das will ich nun wirklich nicht. Außerdem bin ich zu jung für die Redaktion und mein Schreibstil ist nicht antiquiert genug. Und ich müsste ja dann tagtäglich Patty sehen und auch das will ich nicht wirklich.“
Dann die Gala vielleicht?
freddimaus: „Das schon eher, allein wegen der tollen Kantine von G+J. Aber selbst ich könnte nicht Woche für Woche epische Artikel über Brangelina, TomKat und die Beckhams schreiben. Hubbs…da sind ja noch 3 Evegreens. Über die wird immer geschrieben, immer.
Aber mal ernsthaft – ich bin sehr glücklich in meinem Beruf und sehe die Promis und die Sümpfe als private Passion.“
Kommt es in de Sümpfen denn auch mal zu Meinungsverschiedenheiten?
freddimaus: „Natürlich, es wäre ja auch komisch, wenn nicht. Ich finde zum Beispiel Prinzessin Stephanie von Monaco zauberhaft und wundervoll. Andere bezeichnen sie als Lederhaut.“ freddimaus beugt sich vor und flüstert verschwörerisch: „Alles Neid.“ Dann lacht er laut: „Gerade das ist es ja, was es auch in den Sümpfen so spannend macht.“
Abschließende Frage: Könnten Sie ohne die Sümpfe?
Schockierter Blick von freddimaus: „Na ja…eher schwer. Mir würde schon viel fehlen. Aber diese Frage stellt sich zum Glück nicht, obwohl ich schon eine Verwarnung habe. Das war ne ganz blöde Sache.“
Wir verlassen die Wohnung von freddimaus nicht nur mit dem Wissen, dass dort die Liebe zu Hause ist, sondern auch geballtes Promiwissen!
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26.08.2008, 12:23Inaktiver User
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
freddimaus:
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26.08.2008, 12:44Inaktiver User
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
[QUOTE=freddimaus]Bei soviel Wissen und Interesse: Warum schreiben Sie nicht für die Bunte?
freddimaus lacht: „Dafür müsste ich ja nach München ziehen und das will ich nun wirklich nicht. QUOTE]
EY

Ansonsten - schööööööön wie immer
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26.08.2008, 12:49
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
[QUOTE=Inaktiver User]
Das war jetzt für Hamburg und nicht gegen München gemeint *rausred*
Zitat von freddimaus
Ansonsten Dankeschön an dich und rose!
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26.08.2008, 13:37Inaktiver User
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
un'applauso a Freddimaus!
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26.08.2008, 14:06Inaktiver User
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
Mich interessiert ja eher die Verwarnung, Freddimaus!
Zaghaft drückt Freddimaus auf die Türklingel. In geschwungenen Lettern steht "Dr. Zeta" dort geschrieben. Er ist aufgeregt. Heute, endlich, nach sehr langer Zeit, wird er DER Zeta gegenüberstehen. Der Sumpf-Ikone und Hobby-Psychologin, mit der er heute zum ersten Mal leibhaftig sprechen darf. Über seine Verwarnung, die noch immer an seiner zarten Seele nagt. Die ihn manchmal schweißnaß nachts wachliegen läßt. An der seine Partnerschaft fast zerbrochen wäre.
Als Freddimaus endlich geöffnet wird, tritt er ein in eine elegante, kleine Marmorhalle. Alles ist sehr edel und in dezentem Grau gehalten. Man merkt sofort, daß sich Wohlstand und Geschmack hier auf elegante Weise vereinen.
Eine weiße Tür im Kolonialstil öffnet sich und Zeta tritt herein. Freddimaus ist sofort fasziniert. Die bernsteinfarbenen Augen von ihr haben einen grünen Schimmer, der die Augenfarbe je nach Lichteinfall mal grün und mal braun erscheinen läßt. Die geschwungenen Lippen in leuchtenen Himbeertönen und die perlweißen, ebenmäßigen Zähne fallen sofort auf. Alles an Zetas Gesicht strahlt. Sie begrüßt Freddimaus herzlich und drückt ihn spontan. Freddimaus ist kurz irritiert; so viel Wärme hatte er gar nicht erwartet.
Zeta führt ihn in ihr Arbeitszimmer. Interessanterweise ist es im englischen Landhausstil eingerichtet. Darauf angesprochen erklärt Zeta schelmisch, daß sie sich nicht für einen Stil entscheiden kann und daher jedes Zimmer anders eingerichtet ist.
Freddimaus fühlt sich sofort wohl. Die Rosenmuster beruhigen ihn, es herrscht eine behagliche Atmosphäre. Schaudernd erinnert er sich an einen anderen Therapieversuch, der in einer Kaschemme mit schäbigen 70-er Jahre-Möbeln und nicht identifizierbaren Flecken auf der Couch stattfinden sollte.
Erleichtert macht er es sich bequem auf der dunkelgrünen Ottomane. Zeta bietet ihm Tee und Gebäck an; auch hier gibt es nur erlesene Sachen. Der Tee wurde eigens aus England und Afrika eingeflogen, das Gebäck stammt aus der Hofbäckerei der Queen und wird täglich geliefert. Beherzt greift Freddimaus zu.
Eingelullt vom Gebäckduft und der Teewärme erzählt er mit stockender Stimme von seiner Verwarnung.
Zeta hört zu. Und sagt nichts. Allein ihre schimmernden Augen zeigen, daß ihr das Erlebnis von Freddimaus sehr nahegeht.
Gebannt lauscht sie und hört unglaubliches...
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26.08.2008, 14:12Inaktiver User
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
Zetalein, hasse Schmerzen, willze aufen Arm oder kannich sonzwas für Dich tun?
*alleTablettenrauskram*
Ich glaub, ich verkuppel bald mal eine der hier einsitzenden Userinnen mit wem Adliges.... hier in diesem Schrank.
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26.08.2008, 14:22Inaktiver User
AW: Der Selbstbeweihräucherungs-Strang *ironie*
Sorry, aber für die Schranknummern sind Heidi Klum und ihr Brecher und Stecher namens Seal zuständig...
Zitat von Inaktiver User

Mein Chef ist gerade nicht da und ich habe Langeweile *flüster*


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