Hallo zusammen, bis jetzt habe ich immer nur mitgelesen,aber jetzt möchte ich selbst ein Thema ansprechen, welches mir im Moment alle Kraft raubt und großen Kummer macht. Ich bin weiblich, Anfang 50 und arbeite seit einigen Jahren als stellv. Abteilungsleiterin in einer grossen Verwaltungsabteilung. Mein Chef ist etwas jünger. Bis vor kurzem dachte ich noch, er wäre ein echter Glücksfall und ich wäre bei ihm sehr gut aufgehoben. Jetzt sind in den letzten Monaten so viele Dinge passiert, die mich das völlig anders sehen lassen. Das schlimme ist, mich macht das völlig fertig, dass ich mich in ihm so getäuscht habe. Ich bin dadurch in eine richtige Krise mit Trauer, Zorn und Angst geraten. Alle sagen mir, ich reagiere über. Aber für mich war er, obwohl jünger, so eine Art fürsorgliche Vaterfigur und das sehe ich heute ganz anders.
Kennt das jemand von Euch und wie seid Ihr damit umgegangen.
Viele Grüße
Westerwald
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Thema: Grosser Kummer wegen Chef
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20.09.2008, 17:21
Grosser Kummer wegen Chef
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20.09.2008, 17:23Inaktiver User
AW: Grosser Kummer wegen Chef
was du schreibst ist sehr global. habt ihr bei euch im betrieb eine frauenbeauftragte, personalrat. jemanden mit dem du auch dinge besprechen kannst- die halt bei euch direkt sind?????
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20.09.2008, 17:27
AW: Grosser Kummer wegen Chef
Wir haben einen Personalrat, der aber keinen guten Ruf hat. Mein Chef allerdings hat einen sehr guten Ruf in der Firma und ich habe Angst, dass mich keiner ernst nimmt, wenn ich mich über ihn beschwere. Konkret geht es um Überlastung, hohen Arbeitsdruck, lange Vertretungszeiten, die ich für ihn leisten muss und er macht im Gegenzug keine Vertretung, wenn ich weg bin und lässt mir alles liegen.
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20.09.2008, 17:31Inaktiver User
AW: Grosser Kummer wegen Chef
gerade wenn es um arbeitsbedingte probleme geht- solltest du dir in der firma denjenigen suchen, der dafür zuständig ist.
und das ist nunmal der personalrat. du schreibst, er hat keinen guten ruf.
kennst du überhaupt deinen personalrat?????
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20.09.2008, 17:36
AW: Grosser Kummer wegen Chef
Ich kenne die Kollegen im Personalrat ganz gut, aber bisher nur von der anderen Seite, von der Arbeitgeberseite. Mit der Bitte um Hilfe habe ich mich noch nie an ihn gewandt, ich habe auch Angst, dass ein solches Gespräch nicht vertraulich bleibt. Bei uns gibt es so viel Tratsch und Klatsch.
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20.09.2008, 17:46Inaktiver User
AW: Grosser Kummer wegen Chef
gespräche mit dem personalrat ist vertraulich. sonst könnte sich jeder personalrat einsargen lassen.
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20.09.2008, 17:49Inaktiver User
AW: Grosser Kummer wegen Chef
ich kenne niemanden der arbeitgeberseitig unterwegs ist, der eine hohe meinung vom personalrat hat- das kommt schon mit der seite.
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21.09.2008, 10:57
AW: Grosser Kummer wegen Chef
Ich würde gerne auch noch die Meinung von anderen Forumsmitgliedern hören, wie Ihr mit solchen Situationen umgeht oder ob ihr das schon einmal erlebt habt.
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21.09.2008, 11:09Inaktiver User
AW: Grosser Kummer wegen Chef
Mir ist nicht klar, worum es wirklich geht. Einerseits schreibst Du von einer Krise mit Angst, Zorn und Trauer, weil Du Deinen Blick auf ihn als Vaterfigur enttäuschst siehst. Andererseits geht es Dir um Überlastung, hohen Arbeitsdruck, lange Vertretungszeiten. Das sind 2 völlig unterschiedliche Themenstellungen.
Das Erste betrifft die emotionale Seite, Dein persönliches Verhältnis zu ihm, auch Deine Haltung gegenüber einem Vorgesetzten und der Rolle, die er für Dich und Dein Leben hat. Hier solltest Du m. E. Dir sehr klar werden, warum Du zu ihm dieses emotionale Vater-Tochter-Verhältnis aufgebaut hast und noch viel mehr, warum er Dich so enttäuschen kann.
Das Zweite ist ein reines Sachthema, das es auch sachlich zu lösen gilt. Da gibt es Gesetze und wenn Ihr einen Personalrat habt auch innerbetriebliche Vereinbarungen, interne Vertretungsregeln, Arbeitsplatzbeschreibungen, usw. Der Personalrat muss sich dieser Themen annehmen, wenn er nicht selbst gegen seinen Auftrag verstossen will.
Aber - auch wenn es ein Blick in die Glaskugel ist - ich vermute, dass das erste Thema bei Dir der Auslöser ist. Du hattest Dir eine starke emotionale Anbindung gewünscht und bist nun enttäuscht. Die sachliche Arbeitsüberlastung dient sozusagen als Stellvertreter für Deine persönliche Enttäuschung. Du wirst - bewußt oder unbewußt - deswegen den Strang auch so genannt haben, wie er heißt.
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21.09.2008, 12:46
AW: Grosser Kummer wegen Chef
Dein Blick in die Glaskugel ist völlig richtig Frain. Die jetzige Situation erinnert mich sehr stark an früher im meinem Elternhaus und deshalb reagiere ich so stark. Ich hätte Hilfe gebraucht und habe keine bekommen, heute nicht und damals nicht. Ich versuche gerade, diese Sachen mit einer Therapeutin aufzuarbeiten, aber das ist nur einmal die Woche und heute geht es mir so dreckig, dass ich schon überlegt habe, mich in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Es kommen so starke "Kindergefühle" an Zorn, Enttäuschung und Trauer hoch, dass ich nicht weiß, ob ich diese noch lange ertragen kann ohne durchzudrehen und auch Angst/Panik erlebe.
Ich weiss, dass die jetzige Situation nur der Auslöser ist, weil vieles der Situation in meinem Elternhaus ähnelt. Für beide Situationen gilt: Ich war immer sehr selbstständig und habe versucht alles selbst zu regeln und habe aber gehofft, dass ich Hilfe bekomme, wenn ich einmal wirklich welche brauche. Meine Eltern und auch mein Chef sind "Kümmerer", die sich um alle möglichen Leute und Dinge kümmern, daher war ich der festen Überzeugung, dass sie sich auch um mich kümmern, wenn ich wirklich nicht mehr kann und Hilfe brauche. Bei meinen Eltern früher war es das Studium, dass mich völlig überfordert hat, fremde Stadt, weg von daheim, neue Beziehung und ich bin dann schließlich zusammengebrochen. Jetzt ist es die aktuelle Belastungssituation auf der Arbeit.
Vom Kopf her weiß ich, dass ich mich jetzt selbst um mich kümmern muss. Die Gefühle sind leider trotzdem mit einer wahnsinnigen Heftigkeit da. Und ich komme mir außerdem noch komisch und verrückt vor, weil es ja jetzt "nur" mein Chef ist. Kannst Du das verstehen?
Über Antworten wäre ich sehr froh, weil mir geht es total dreckig. Es wäre schön, wenn Du/Ihr das verstehen könntet.


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