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    Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    „Jetzt ist es soweit“ - bedeutet, ich wusste, seit ich diesen Job mache, dass der Chef mich, wenn er mich eines Tages loswerden will, rausmobben wird. Ich habe eigentlich jederzeit damit gerechnet und mir fest vorgenommen, beim geringsten Anzeichen dafür freiwillig zu gehen, um meine Seele zu schonen.
    Es ist in der Firma bekannt, dass hier niemand gekündigt wird – man wird dazu gebracht, selbst zu kündigen. Der Chef hat eine „schlechte Erfahrung“ gemacht – einem Ehemaligen, der noch dazu ein Freund von ihm war, hat er gekündigt, nur dass der eine Rechtsschutzversicherung hatte, erfolgreich auf Wiedereinstellung geklagt hat und eine Abfindung kassiert hat. Dicke Freunde sind sie noch oder wieder – nur dass seitdem Mitarbeiter nicht gekündigt, sondern rausgeekelt werden.
    Zu Anfang meiner Zeit hat er das mit einem netten und sehr fähigen Kollegen gemacht (der war wohl zu klug).
    Und jetzt bin ich anscheinend an der Reihe.
    Mein geplanter Nachfolger ist schon in der Firma – als Praktikant, Hartz-4-Empfänger, soweit ich weiß, der vom AA aus Praktika machen muss. Dass er sein Praktikum in dieser Firma macht, ist kein Zufall – sein ehemaliger Chef und meiner sind Geschäftspartner und Freunde. Dass er Branchenkenntnisse hat und als junger Mann besser als ich in die Firma passt (bisherige Konstellation: 2 Frauen, 3 Männer) – da hab ich ja kein Problem mit. Ich hänge nicht mit Zähnen und Klauen an diesem Job.

    Seit ich nach Ostern aus dem Urlaub wiederkam, ist die Stimmung umgeschlagen. Ich werde, wenn überhaupt, eisig gegrüßt, der Praktikant wird demonstrativ als „der neue Mitarbeiter“ bezeichnet. Bei meiner Ankunft war die Eingangstür zu, die sonst immer angelehnt ist (das ist grenzwertig – ist allerdings in drei Jahren das erste Mal.) Gestern wurde es richtig unheimlich: erst kam der Chef in mein Büro, war entsetzlich freundlich, fragte, ob ich denn mit dem Praktikanten gut auskäme und erzählte, dass er ihn wohl einstellen wolle. Erstmal hätten sie sein Praktikum um einen Monat verlängert. Ich fragte, ab wann er denn eingestellt werden soll, gleich im Anschluss an das Praktikum? Chef wich aus, das müsse er erst noch mit dem AA diskutieren. Dann sagte er ein paar Dinge, die irgendwie überhaupt nicht in den Zusammenhang passten und mich verwirrten: Er möchte ja nicht, dass es hier wieder so wird wie früher, dass jeder hinter seiner geschlossenen Tür sitzt, dass es keine Kommunikation gibt, dass Türen geknallt werden (wohlgemerkt, das war in meiner ganzen Zeit in dieser Firma nie so! Ich habe das Betriebsklima immer recht gut gefunden.) Interessanter Weise fand genau das dann den Rest des Tages (gestern) statt. Unterhalten wurde sich in den anderen Büros, bei jedem Öffnen und Schließen wurden die Türen geknallt.
    Einmal ging ich in die Teeküche, kurz nach mir kam der Chef fröhlich grienend (nein, dagegen ist nichts einzuwenden) vorbei. Als ich an meinem Arbeitsplatz wieder ankam, war mein PC gerade dabei, herunterzufahren. Das machen Computer nicht von alleine. Und ich hatte ihm den Befehl nicht erteilt...
    Daraufhin habe ich für den Rest des Tages jedesmal, wenn ich meinen Schreibtisch verlassen wollte, meinen PC selber runtergefahren. Nur für den Fall.
    Dann machte irgendjemand das Licht im Flur aus. Und es blieb aus. Auch der Chef schien dagegen nichts zu haben. Da habe ich schon innerlich den Kopf geschüttelt und an Kindergarten gedacht. Der dunkle Flur (innenliegend, fensterlos) stört die übrigen Kollegen samt Chef doch genauso wie mich...
    Seit ich wieder da bin, werden Bemerkungen über „nicht genug tun“ fallen gelassen. Dabei habe ich vor Ostern extra erst ab Dienstag Urlaub genommen, um Montag noch ein paar wichtige Dinge zu erledigen... Das war angeblich sehr wichtig, dass ICH das mache...

    Das ist noch kein Mobbing, ich weiß. Aber so weit möchte ich es gar nicht erst kommen lassen. Was hätte ich davon?

    Ich habe mich jetzt erst mal eine Woche krankschreiben lassen. Im Laufe der Woche werde ich wohl kündigen. (Ich kann zu Ende Mai kündigen).
    Nennt mich überempfindlich (ihr wisst nicht, was ich in der Hinsicht schon erlebt habe!), aber ich möchte mich dort nie wieder blicken lassen.

    Sorgen macht mir jetzt, dass der Chef bestimmt gern einen Weg finden möchte, mir mein letztes Gehalt nicht zahlen zu müssen. (Und er zahlt ohnehin nicht viel. Die reinste Ausbeutung.)
    Den oben erwähnten Kollegen hat er damals so fertig gemacht, dass der kündigte und einfach wegblieb, was dem Chef die Möglichkeit gab, ihm wegen Arbeitsverweigerung das letzte Gehalt zu streichen.
    Ich könnte mir denken, bei mir würde er sowas in der Art auch gern versuchen.

    Meine Krankmeldung habe ich heute per Mail geschickt – ist in der Firma durchaus üblich, außerdem hab ich dann was Schriftliches. Der Chef mailte zurück: „Upps, was hast du denn?“

    ((Bin ich die Einzige, die dieses „Upps!“ als scheinheilig empfindet?))

    Wisst ihr das: Ist es nicht so, dass die Diagnose den Arbeitgeber nichts angeht?

    Und könnt ihr mir vielleicht Tipps geben, wie ich es anstelle, bis Ende Mai nicht wieder in diese Firma gehen zu müssen? (Sechs Wochen krankschreiben lassen? Drei Wochen krank und dann meinen Jahresurlaub verbraten? Würde der Chef mir in dem Fall vielleicht aus reiner Bosheit den Urlaub verweigern – kann er das?)

    Vielen Dank für eure Meinung!

  2. Inaktiver User

    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    Sorry - ich verstehe jetzt garnicht, was Du daran als Mobbing oder als aus der Firma graulen empfindest - es ist doch (noch) garnix Richtiges passiert ?

    Wenn ich wegen etwas schlechter Stimmung im Laden jedesmal gekündigt hätte, wäre ich wohl kaum irgendwo länger als 1/2 Jahr geblieben ....

    Mein Rat: Geh nach der Krankschreibung wieder hin und tue so, als wenn nichts wäre, sitz die Sache aus und laß Dich nicht beirren.

    Und suche Dir halt parallel einen neuen Job.

    Oder willst Du alles hinschmeißen, 3 Monate Sperre vom AA kassieren und dich dann aus der Arbeitslosigkeit bewerben ?
    DAs wäre äußerst unklug !

  3. Inaktiver User

    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    Also, ich würde an deiner Stelle das direkte Gespräch mit dem Chef suchen und mit ihm die Sache gemeinsam klären.
    Weglaufen ist keine Lösung.
    Vielleicht stellt sich deine Empfindung ja als Irrtum heraus und es fehlte nur ein klärendes Gespräch?
    Ich glaube, bei eurer Firma gibt es einen ziemlichen Mangel an Kommunikationsfluss... pack's an, ändere es. Du schreibst selbst, es ist wie im Kindergarten.

    Sollte ich mich irren und diese Firma tatsächlich einfach nur aus A... bestehen, dann sind Kündigung und Suche nach neuem Job der richtige Schritt, wobei ich jedoch erst kündigen würde, wenn ich einen neuen Job in der Tasche hätte. (es sei denn, du bist finanziell gut situiert und kannsts dir leisten...)

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    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Sorry - ich verstehe jetzt garnicht, was Du daran als Mobbing oder als aus der Firma graulen empfindest - es ist doch (noch) garnix Richtiges passiert ?

    Wenn ich wegen etwas schlechter Stimmung im Laden jedesmal gekündigt hätte, wäre ich wohl kaum irgendwo länger als 1/2 Jahr geblieben ....

    Mein Rat: Geh nach der Krankschreibung wieder hin und tue so, als wenn nichts wäre, sitz die Sache aus und laß Dich nicht beirren.

    Und suche Dir halt parallel einen neuen Job.

    Oder willst Du alles hinschmeißen, 3 Monate Sperre vom AA kassieren und dich dann aus der Arbeitslosigkeit bewerben ?
    DAs wäre äußerst unklug !
    Schließe mich diesem Beitrag gern an und möchte aber eines hinzufügen:

    ICH würde mir auf jeden Fall ein ärztliches Attest holen und in die Firma schicken bzw. mitbringen, wenn ich wieder zum Dienst erscheine.

    Good luck!

    Echtefuffzig
    Wer die Welt verändern will, sollte bei sich selbst anfangen!

  5. Inaktiver User

    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    mein eindruck ist, daß du unmengen unobjektives "wissen" über vermeintliche absichten und hintergründe hineininterpretierst und dir dazu dann eine festgelegte meinung bildest und danach auch handelst. zu guter letzt läßt du dich dann noch krankschreiben, wobei mich mal interessieren würde wegen was.
    mir drängt es sich auf, daß du nicht allein ein problem mit dem hast was in der firma deiner ansicht nach geschieht, sondern das du zumindest ein privates p. hineinträgst in die firma, auf bestimmte leute focusiert , was immer das ist!?

    gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

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    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    Erinnert mich stark an Watzlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein"!
    Ist doch Quatsch, Erfahrungen von anderen Firmen auf die neue zu übertragen.
    Computer fahren manchmal von alleine runter. Wollte er dich ärgern, hätte er den Stecker gezogen und / oder Dateien von dir gelöscht.
    Licht im Flur ist aus? Mach es doch wieder an!

    Kottan
    : "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
    Elvira: "Gar koan Fehler?"
    Kottan: "Doch, i liag manchmal"
    ______________________________________

    Profilbild © Analuisa

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    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    alicia,

    du entwickelst gerade eine fixe Idee, eine verzerrte Sicht der Dinge. Das ist nicht gut. Du solltest wieder auf den Teppich kommen!

    BlauerHimmel

  8. Inaktiver User

    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    Zitat Zitat von Kappuziner
    Erinnert mich stark an Watzlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein"!

  9. User Info Menu

    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    Alicia,

    ich schliesse mich den bisherigen Ausführungen an - und eines als Hinweis: wenn du meinst, weglaufen wäre gut zur Schonung deiner Seele ... dann fang an, dir einen Schutz aufzubauen und lass nicht alles zu nah an dich heran. Denn sonst bist du künftig bis über die REnte hinaus auf der Dauerflucht.

    Die Welt udn die Firmen funktionieren nicht nach deinen Regeln ... nach keiner Regel, die ein Einzelner gerne hätte. Entweder man kann sich damit arrangieren oder man geht. Dann geht man praktisch immer und andauernd.
    Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.

  10. Inaktiver User

    AW: Jetzt ist es soweit – Chef will mich loswerden

    ich glaub nich, daß sie sich nochmal meldet, oder?

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